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Gymnasiale Maturität. Den Schülerinnen und Schülern mit einer DYS-Störung die Nutzung von Computern erlauben

Engler Stefan · P-M · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Antrag der Mehrheit

Ablehnung der Motion

Antrag der Minderheit

(Fivaz Fabien, Brüngger, Maret Marianne, Würth)

Annahme der Motion

Proposition de la majorité

Rejeter la motion

Proposition de la minorité

(Fivaz Fabien, Brüngger, Maret Marianne, Würth)

Adopter la motion

Präsident (Engler Stefan, Präsident): Es liegt Ihnen ein schriftlicher Bericht der Kommission vor. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Michel Matthias · Mit-M · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion

Diese Motion verlangt Gesetzesänderungen oder das Ergreifen anderer Massnahmen, damit Schülerinnen und Schüler auf gymnasialer Stufe mit Legasthenie oder analogen Lernstörungen, also Gymnasiastinnen und Gymnasiasten mit sogenannten Dys-Störungen, im Rahmen ihrer Ausbildung einen Computer mit entsprechender Software benutzen können.

Der Bundesrat lehnt die Motion ab. Der Nationalrat hat sie mit 99 zu 82 Stimmen bei 7 Enthaltungen gutgeheissen. Ihre Kommission beantragt mit 4 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen und mit Stichentscheid des Präsidenten die Ablehnung der Motion. Dieses Ergebnis in der Kommission zeigt, dass es uns ein Anliegen ist, dass auch auf gymnasialer Stufe ein fairer Nachteilsausgleich erfolgt. Die Kommissionsmehrheit ist jedoch der Ansicht, dass heute ausreichende Regelungen bestehen, um diesen fairen Nachteilsausgleich zu gewähren.

Zuerst vielleicht zur Zuständigkeitsebene, die nicht ganz unbedeutend ist, gerade für unseren Rat: Zuständig für den Nachteilsausgleich sind die Gymnasien vor Ort, also die kantonalen Gymnasien. Die Schweizerische Maturitätskommission (SMK) ihrerseits kann Empfehlungen erarbeiten und hat dies auch getan. Im September 2024 hat sie neue Richtlinien zur Harmonisierung des Nachteilsausgleichs erlassen. Dadurch soll bei Abklärungen und Bewilligungen eine vergleichbare Praxis unter den Gymnasien erreicht werden, um für Personen mit diesen erwähnten Dys-Nachteilen schweizweit eine Gleichberechtigung zu erzielen. Die Maturitätskommission wird diese Praxis, die Umsetzung der Richtlinien regelmässig überprüfen; die Kantone müssen auch Rechenschaft ablegen. Es sind keine verbindlichen Weisungen, sondern - in Wahrung der Zuständigkeiten der Gymnasien - Empfehlungen.

Nach Ansicht der Kommissionsmehrheit ist das Motionsanliegen eigentlich erfüllt. Die Motion wurde sechs Monate vor den erwähnten neuen Richtlinien eingegeben, und der Nationalrat hat gerade mal zwei oder fünf Tage nach dem Beschluss der Maturitätskommission über diese neuen Richtlinien getagt und beschlossen. Diese neuen Richtlinien sind kaum schon in die Beratungen des Nationalrates eingeflossen, wohl aber in die unserer Kommission.

Zentral für die Ablehnung in unserer Kommission ist der Umstand, dass nun eine generelle Nutzung von Computern für bestimmte Lese- oder Lernstörungen gefordert wird. Dabei wird aber zweierlei missachtet:

Erstens ist die Situation auf Gymnasialstufe eben anders als auf der Primarstufe, wo Lernzielbefreiungen möglich sind. Der Motionär vergleicht hier die Primarstufe und die Sekundarstufe I, wo die Befreiung von Lernzielen, wie gesagt, möglich ist, mit der Gymnasialstufe, nur ist es auf dem Gymnasium eben etwas anders. Hier schreibt die Maturitätsverordnung definitiv verbindliche Ziele fest, die erreicht werden müssen, um den Hochschulzugang eben allen gleichwertig zu ermöglichen. Diese Lernzielerreichung darf jetzt nicht durch den generellen Einsatz von Software für bestimmte Gruppen von Schülerinnen und Schülern aufgeweicht werden. Es gibt hierzu auch eine reiche Rechtsprechung, die in den erwähnten Richtlinien Niederschlag gefunden hat. Was am Gymnasium zum Beispiel zulässig wäre, ist eine unterstützende Software mit Vorlesefunktionen, zum Beispiel bei Sehbehinderungen; das ist anerkannt. Aber wichtig ist immer: Man kann die diversen Einzelfälle, die diversen Schweregrade von Beeinträchtigungen nicht über eine generelle verbindliche Regelung lösen. Es braucht eine Einzelfallbetrachtung vor Ort.

Zweitens fokussiert die Motion - das ist ein weiteres Problem - nur auf bestimmte Typen von Beeinträchtigungen, also auf diese Dys-Störungen, und als Lösung sieht sie ein einziges Instrument vor, nämlich den Einsatz einer Software. Es gibt eine Vielzahl von Lernbehinderungen, und es gibt auch eine Vielzahl von unterstützenden Massnahmen - das alles lässt sich nun nicht mit einer Motion lösen.

Die neuen Richtlinien der Schweizerischen Maturitätskommission nehmen das Grundanliegen auf. Sie sind breit genug gefasst, um alle Einzelfälle aufzufangen. Diese sind dann aber vor Ort zu lösen. Wenn die Motion verbindlicher und genereller nur für eine Störung, für ein Element eine Lösung vorsieht, so wird sie der Wirklichkeit nicht gerecht und schiesst über das Ziel hinaus.

Wenn wir inhaltlich Zweifel haben, ob diese Lösung die richtige ist, würde ich im Namen der Kommissionsmehrheit empfehlen, bei der geltenden Kompetenzordnung zu bleiben. Die Mindestanforderungen sind in der Maturitätsanerkennungsverordnung festgelegt. Wie gesagt, delegieren Bund und Kantone die Kompetenz für den Erlass von Richtlinien für den Nachteilsausgleich an die Maturitätskommission. Der Bundesrat kann den Kantonen oder den kantonalen Gymnasien darüber hinaus keine verbindlichen Vorschriften machen. Wir finden, man sollte nicht aufgrund eines Beispiels einen Systemwechsel vornehmen und die ganze Kompetenzordnung über den Haufen werfen.

Es ist anerkannt und wurde in der Kommission auch so gesagt, dass die Forschung zum Nachteilsausgleich noch relativ neu ist. Das ist auch der Grund, weshalb die Maturitätskommission keine verbindlichen Weisungen vorgibt, sondern eine Empfehlung mit einem gewissen Ermessensspielraum. Wir finden, es liegt nicht ausgerechnet am Ständerat, an uns, die Kompetenzordnung zu übersteuern und in einem Punkt zu meinen, wir wüssten genau, wie es richtig ist, und hier eine verbindliche Vorgabe zu machen.

Abschliessend: Es ist immer gut, noch einen Querblick zu werfen. Es gibt das Postulat Wasserfallen Christian 25.4483, "Übersicht über gewährte Nachteilsausgleiche bei Bildungsabschlüssen", das sich mit dem Nachteilsausgleich befasst. Es ist im Moment im Nationalrat hängig. Dieses Postulat verlangt eine Übersicht über die schweizweit gewährten Nachteilsausgleiche, inklusive der Gymnasialstufe. Es wäre gut, zuerst einmal zu wissen, wo überhaupt die Unterschiede sind, wo es Benachteiligungen gibt. Ein Ergebnis, das interessant war: Gestützt auf die bisherige Praxis in den Kantonen kann man sagen, dass die Kandidierenden mit Nachteilsausgleich im Mittel der Jahre 2023 bis 2025 eine leicht überdurchschnittliche Erfolgsquote von 72 Prozent hatten, gegenüber jener von 69 Prozent aller Kandidierenden. Die Gruppe der Personen mit den angeborenen Dys-Störungen ist demnach nicht benachteiligt, sondern schliesst bei den Prüfungen leicht besser ab.

Das wäre die Haltung der Mehrheit. Die Minderheit wird sich noch zu Wort melden. Sie erachtet eine gewisse Annäherung an die Regelung bei den unteren Bildungsstufen offenbar als angezeigt, damit ein durchgehender Nachteilsausgleich möglich ist. Sie findet, die Motion sei ausreichend breit gefasst, um sie umsetzen zu können.

Wie gesagt, ist das Anliegen der Motion mit den neuen Empfehlungen für die Mehrheit ausreichend erfüllt. Sie lassen dort Spielraum für Einzelfallbeurteilungen, wo es nötig ist, weshalb ich die Ablehnung beantrage.

Fivaz Fabien · Mit-M · Ständerat · Neuenburg · Grüne Fraktion

Les troubles dys, qu'il s'agisse de dyslexie, dysorthographie, dyscalculie, dyspraxie ou dysphasie, sont des troubles spécifiques de l'apprentissage reconnus internationalement. Ils concernent environ 10 à 15 pour cent de la population. Dans notre système scolaire, depuis de nombreuses années, ces troubles sont pris en compte en aménageant l'apprentissage, par exemple en donnant une tablette ou plus de temps, en utilisant des supports qui sont adaptés ou en permettant d'utiliser des références. Il faut peut-être le rappeler ici, mais les personnes atteintes de ces troubles disposent pleinement des capacités intellectuelles, par exemple, en rapport avec la discussion que nous avons aujourd'hui, pour obtenir une maturité. Il leur faut "simplement", et les guillemets sont importants, des mesures de compensation adaptées pour réussir. Comme le demande Sidney Kamerzin dans sa motion, l'utilisation d'un ordinateur équipé des logiciels adaptés, sans connexion Internet, constitue une mesure qui est courante et éprouvée de compensation des désavantages. Elle est utilisée à l'école obligatoire, dans certains cours au gymnase ou au lycée, et elle est surtout utilisée dans la suite des études, typiquement à l'université, où plus personne ne contrôle l'orthographe, mais j'y reviendrai. Cela fait longtemps qu'on ne met plus ces élèves au fond de la classe ou dans des classes spéciales.

Ces mesures de compensation sont suffisamment importantes pour que, le rapporteur l'a dit, la Commission suisse de maturité ait décidé, en septembre 2024, après le dépôt de la motion, d'édicter des directives pour l'harmonisation de ces mesures. C'est à mon avis là que les problèmes commencent. Premièrement, elle n'a malheureusement pas impliqué les associations qui défendent les élèves et étudiants atteints de troubles dys. Deuxièmement, les conséquences de ces nouvelles directives restent difficiles à évaluer. En commission, il nous a été expliqué, le président de la Confédération le dira peut-être après, qu'il s'agit de recommandations, de minimaux à respecter. Sans me lancer dans une explication de texte, permettez-moi de penser qu'il existe une différence entre une recommandation et une directive. Si l'une est facultative, l'autre est obligatoire. S'il s'agit de directives qu'il faut absolument respecter, alors elles vont entraîner une détérioration des mesures de compensation dans de nombreux cantons, en particulier romands. Elles se limitent par exemple à accorder un temps supplémentaire de 10 à 15 pour cent lors des examens écrits, alors que la plupart des cantons romands accordent plus de temps. La raison en est que les spécialistes estiment que la structure plus complexe de la langue française nécessite un temps qui est plus élevé. Dans ces directives, l'utilisation d'une tablette ou d'un ordinateur lors des examens n'est toujours pas recommandée ou est parfois même interdite avec ou sans correcteur d'orthographe. En l'état, ces directives ne permettent donc pas de garantir une véritable égalité des chances. Soyons surtout pragmatiques. Les étudiantes et étudiants utilisent souvent régulièrement ces outils depuis l'école obligatoire. Ils continueront de le faire lors de leurs études et, à plus forte raison, lors de leur vie professionnelle. Pourquoi, spécifiquement, à quelques moments clés de leurs études gymnasiales, ne pourraient-ils ou elles pas le faire ?

Permettez-moi encore de critiquer l'avis du Conseil fédéral. L'indépendance des cantons ne peut pas être invoquée pour justifier le rejet de la motion, tout en invoquant en même temps les recommandations ou les directives qui ont été édictées par la Commission suisse de maturité. L'indépendance des cantons ne peut pas non plus être invoquée alors que le Conseil fédéral a récemment infligé une augmentation de la durée de la formation gymnasiale à de nombreux cantons. La Confédération a un intérêt à fixer des règles qui sont uniformes, qui sont adaptées aux spécificités linguistiques et qui sont largement soumises à consultation. C'est précisément ce qui est demandé dans la motion. Elle fixe un cadre qui est celui de donner des outils supplémentaires au moment où ils sont nécessaires, au lycée.

J'ai deux remarques par rapport à ce qu'a dit le rapporteur. Premièrement, le postulat Wasserfallen Christian déposé au Conseil national, qui vise spécifiquement à faire un état des lieux des mesures de compensation, que ce soit à l'école obligatoire ou au lycée, a malheureusement été rejeté par le Conseil fédéral - je viens d'aller vérifier. Cela veut dire que, dans les 2 à 4 ans qui viennent, nous n'aurons pas de rapport sur ces questions. Deuxièmement, la motion Kamerzin est très précise ; elle cible seulement l'utilisation d'un ordinateur lors des examens. J'ai proposé à la commission de l'élargir pour qu'elle prenne en compte l'ensemble des besoins de mesures de compensation de l'ensemble des élèves et que la réflexion sur ces questions soit plus large, en renvoyant la motion corrigée au Conseil national. Malheureusement, ma proposition n'a pas été acceptée par la commission.

Dans ce contexte, je vous prie d'accepter ma proposition de minorité.

Stark Jakob · Mit-M · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Erlauben Sie mir, mich auch noch einmal kurz zu äussern. Wichtig sind zwei Grundlagen. Die erste ist, es wurde gesagt, dass nach Artikel 62 der Bundesverfassung für das Schulwesen, also auch für die Mittelschule, die Kantone zuständig sind; das ist ein ganz wichtiger Satz. Dann gibt es zweitens die Richtlinie der Schweizerischen Maturitätskommission, also von EDK und WBF, zur "Harmonisierung des Nachteilsausgleichs im Bereich der gymnasialen Maturität", die erwähnt wurde.

Ich möchte kurz aus dieser Richtlinie zitieren. Sie hat das Ziel, "allgemeingültige Grundsätze für den Nachteilsausgleich" zu formulieren. Ich zitiere weiter: "Der Nachteilsausgleich ist eine zulässige Ungleichbehandlung zur Vermeidung einer Benachteiligung für die Lernenden, die mit einer fachlich attestierten Behinderung leben. Er beinhaltet [...] formale Anpassungen von Lern- und/oder Prüfungsbedingungen, darf jedoch keine Reduktion der Lernziele und keinen Einfluss auf die Bewertung bei Leistungsevaluationen zur Folge haben." Wichtig ist, dass jedes Gesuch um einen Nachteilsausgleich einzeln geprüft werden muss. Es ist dabei auch ein "Nachweis mit einer Diagnose gemäss den Kriterien nach ICD-10" zu erbringen; das ist die Klassifikation der Krankheiten für medizinische Diagnosen. Bei "Entwicklungsstörungen, die in besonderem Masse schulische Fähigkeiten betreffen", sind zusätzliche Abklärungen "des kognitiven Potenzials" vorzunehmen.

Ich möchte kurz zusammenfassen: Erstens sind die Kantone für diese Sache zuständig. Zweitens gilt seit dem 20. September 2024 die Richtlinie für den Nachteilsausgleich, die es bei der Behandlung im Nationalrat ja noch nicht gab. Gemäss dieser Richtlinie sollen Einzelprüfungen erfolgen, aber keine generellen Nachteilsausgleiche durch Computerbenutzung bei einer Dys-Störung möglich sein, wie es die Motion will. Ich glaube, das Giesskannenprinzip ist auch in diesem Bereich nicht zielführend.

Schliesslich möchte ich Ihnen sagen: Chancengerechtigkeit ist wichtig und richtig, aber es darf keine der Einfachheit halber nivellierende Gleichmacherei sein. Ich möchte nochmals die Richtlinie zitieren: Der Nachteilsausgleich "darf keine Qualitätsminderung einer gymnasialen Maturität bewirken und die Aussagekraft des Maturitätszeugnisses nicht infrage stellen". Ich glaube, die Richtlinie vollzieht diesen Spagat zwischen Kompensation der Behinderung, die sehr wichtig ist, einerseits und Gewährleistung der Qualität der gymnasialen Maturität mit gleichen Leistungsanforderungen an alle andererseits. Es ist also eine wirklich sehr gute Grundlage für die Kantone, und das ist wichtig. Mehr kann nach meinem Ermessen von Bundesseite her nicht getan werden. Wer also, wie möglicherweise der Motionär, mit dem Vollzug in seinem Kanton unzufrieden ist, muss im eigenen Kanton aktiv werden und nicht in Bern.

Deshalb beantrage ich Ihnen, die Motion abzulehnen.

Broulis Pascal · Mit-M · Ständerat · Waadt · FDP-Liberale Fraktion

Quand un dyslexique lit un texte, il y a confusion dans les lettres, des trous ou des mots inversés. Généralement, le temps de lecture est augmenté de 50 pour cent. C'est ainsi et c'est prouvé. C'est un problème neurologique. Ce n'est pas une maladie qui se soigne et ce n'est surtout pas un manque d'intelligence, bien au contraire. Les dyslexiques ont un problème d'apprentissage et de pratique de la lecture. Loin de nous le temps où l'on mettait un bonnet d'âne à un enfant qui n'arrivait encore et toujours pas à lire.

Les logopédistes font un travail extraordinaire. Ils donnent des exemples pratiques aux jeunes concernés. Il y a des moyens informatiques excellents - d'ailleurs, on vient de le relever avec l'ordinateur - et reconnus partout dans le monde pour aider les jeunes. Les résultats sont excellents. Les certificats individuels que les logopédistes délivrent reflètent la connaissance poussée de chacun de leurs patients. Pourquoi laisse-t-on chaque gymnase cantonal ensuite interpréter ces résultats à sa guise ? Vous allez me dire que la Commission suisse de maturité en a tenu compte et a publié en 2024 une directive et donc que "Tout va très bien, Madame la marquise". Néanmoins, non seulement la directive n'a rien harmonisé, mais en plus, elle a péjoré les conditions des dyslexiques. Pire, elle ne sait même pas que les structures de la langue française sont différentes de celles de l'allemand. Au nom de la souveraineté des cantons en matière d'enseignement, nous compliquons grandement la vie de nos propres enfants.

Faisons preuve d'un peu de pragmatisme : il s'agit d'une question d'un handicap reconnu universellement. Dans le canton de Vaud, nous avons l'EPFL. Pourquoi un Valaisan dyslexique a-t-il plus de chances qu'un Vaudois dyslexique d'y accéder ? L'EPFL étant fédérale, il ne devrait pas y avoir de problème d'équité d'accès entre cantons. Regardons encore plus loin : aujourd'hui, nous ouvrons grand les portes de l'EPFL aux jeunes talents américains, mais aussi aux Allemands, aux Français et aux Italiens, qui ont pu bénéficier de ces aides reconnues internationalement. Dès lors, nous sommes plus sélectifs pour nos jeunes qui auraient eu l'occasion de faire un diplôme équivalent à la maturité à Boston, Berlin ou Paris. L'EPFL et l'EPFZ acceptent des certificats de logopédistes étrangers pour donner des mesures de compensation qui désavantagent, en quelque sorte, les Suisses. Ensuite, ce qui compte, c'est le talent en physique, en biologie ou en architecture. Ils peuvent bénéficier de l'aide des correcteurs orthographiques. Voulons-nous vraiment fermer les portes de nos hautes écoles à nos jeunes Suisses ? Avons-nous oublié nos fameux dyslexiques issus des écoles suisses ? Je rappelle qu'Albert Einstein, plus récemment Jacques Dubochet, prix Nobel de chimie suisse en 2017, ou encore la médaillée olympique des derniers Jeux olympiques en Italie, Fanny Smith, sont des dyslexiques. Donnons-nous la chance de bénéficier de leurs talents.

Je vous demande donc de soutenir notre collègue et porte-parole de minorité Fivaz Fabien et de donner une chance à nos jeunes. Ce n'est qu'une question de temps supplémentaire, ni plus ni moins. Je vous encourage à soutenir le texte de M. Kamerzin.

Parmelin Guy · BPR-M · Bundesrat · Waadt

La motion vise à ce que les gymnasiens présentant des troubles d'apprentissage puissent généralement utiliser un ordinateur équipé d'un logiciel spécifique lors des cours et des examens et renvoie en particulier à des mesures prises dans le cadre de l'école obligatoire. Pour le Conseil fédéral, il ne fait aucun doute que l'équité doit aussi être garantie aux gymnases grâce à des mesures appropriées, telles que la possibilité d'utiliser des aides techniques en cas de handicap.

La révision totale des bases légales relatives à la maturité gymnasiale, entrée en vigueur le 1er août 2024, oblige les cantons à prendre des mesures appropriées en vue de la reconnaissance des certificats de maturité à l'échelle suisse. Les cantons sont également tenus de respecter les principes à caractère contraignant fixés par la Commission suisse de maturité dans sa directive concernant l'harmonisation des mesures de compensation des désavantages et doivent rendre compte de leur application.

Le Conseil fédéral n'a pas la compétence d'imposer des mesures spécifiques à la Commission suisse de maturité, pas plus qu'aux cantons et à leurs gymnases. Le Tribunal fédéral a en outre confirmé à maintes reprises que la compensation des désavantages et les mesures correspondantes doivent être à chaque fois définies individuellement et en accord avec les objectifs de formation. Les personnes concernées ne doivent pas bénéficier d'un traitement privilégié par rapport aux autres étudiants.

Les objectifs fondamentaux de la formation gymnasiale sont fixés conjointement par la Confédération et les cantons. La définition des objectifs d'apprentissage concrets dont dépendent les mesures possibles de compensation des désavantages relève de la compétence exclusive de la Conférence des directeurs de l'instruction publique (CDIP). Durant la scolarité obligatoire, les élèves en situation de handicap peuvent être dispensés de certains objectifs d'apprentissage dans la plupart des cantons. Ce n'est pas le cas au gymnase, le but de la maturité gymnasiale étant d'attester l'aptitude générale aux études dans les hautes écoles universitaires et les hautes écoles pédagogiques. Les bases légales relatives à la maturité gymnasiale accordent une attention particulière aux compétences disciplinaires de base dans la langue d'enseignement et en mathématiques constitutives de l'aptitude générale aux études. La maîtrise de l'orthographe est une composante indispensable des compétences requises dans la langue d'enseignement et les langues étrangères. Lorsque cette compétence doit être évaluée, aucun logiciel de vérification orthographique ne peut être utilisé.

Un élément important de la demande formulée par l'auteur de la motion est en cours de réalisation : la majorité des cantons a déjà introduit l'utilisation d'un ordinateur portable ou d'une tablette par tous les élèves dans leurs gymnases et les cantons restants s'apprêtent à faire de même. Le recours à des moyens techniques lors des cours et des examens relève encore une fois des cantons et des écoles à tous les niveaux de formation. Le groupe d'échange "Compensation des désavantages", mis en place par l'agence spécialisée de la CDIP dans le domaine du gymnase, traite régulièrement de ce sujet. Il développe des bonnes pratiques qui tiennent compte de la technologie moderne, de même que des compétences requises.

Pour toutes ces raisons, le Conseil fédéral vous propose de ne pas adopter cette motion.

Michel Matthias · Mit-M · Ständerat · Zug · FDP-Liberale Fraktion

Nur eine kurze Replik zu dem, was ich von den Befürwortern der Motion gehört habe:

1. Das sind andere Themen. Sie haben über Zeitzuschläge gesprochen. Darüber kann man sprechen. Es gibt Empfehlungen für Zeitzuschläge von in der Regel 10 bis 15 Prozent, die man einhalten soll. Jede Schule kann darüber hinausgehen. Auch sprachregionale Unterschiede können berücksichtigt werden, kein Problem.

2. Kollege Fivaz hat die Frage der Verbindlichkeit aufgeworfen. Es sind Empfehlungen, es sind Richtlinien. Sie geben eine "marge de manoeuvre", sie sind nicht verbindlich. Wenn man sie verbindlich machen will, dann soll man doch bitte nicht einen Punkt herausgreifen und genau dort, in einem von elf Punkten, in einer von elf möglichen Lernstörungen, eine verbindliche Massnahme verlangen. Dann soll man sagen, dass man diese Empfehlungen verbindlich machen soll, welches Organ auch immer.

Es ist einfach des Ständerates nicht würdig, die Empfehlungen in einem Punkt zu übersteuern, was auch immer der Inhalt sei - dies noch als Schlusswort.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 19 Stimmen

Dagegen ... 21 Stimmen

(3 Enthaltungen)