26.3012

Die von pflegenden Angehörigen erbrachten Grundpflegeleistungen definieren und die Vergütung durch die OKP klären

Engler Stefan · P-M · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Präsident (Engler Stefan, Präsident): Die Kommission beantragt, die Motion anzunehmen. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Ettlin Erich · Mit-M · Ständerat · Obwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.

Diese Motion mit ihren drei wesentlichen Punkten, die Sie im Text sehen, wurde am 27. Januar 2026 von Ihrer Kommission eingereicht. Das erfolgte aufgrund der Diskussion und Information zu den von pflegenden Angehörigen erbrachten Leistungen, die über die OKP abgerechnet werden. Diese Problematik behandelten wir in unserem Rat im Zusammenhang mit der von uns angenommenen Motion Rechsteiner Thomas 23.4281, "Pflege durch Angehörige verbindlich regeln", bereits. In der damaligen Diskussion in unserem Rat wurde festgehalten, dass wir die Entschädigung von pflegenden Angehörigen nicht verhindern wollen. Sie soll jedoch klar geregelt und eingegrenzt werden.

In Ihrer Kommission hörten wir deshalb am 26. Januar 2026 insbesondere die GDK und das BAG an und liessen uns näher informieren. Daraus resultierten zwei Motionen. Kollegin Wasserfallen wird danach noch die Motion 26.3013 der SGK-S vorstellen.

Wir haben generell festgestellt, dass folgende Punkte in diesem Zusammenhang zu klären bzw. zu verbessern sind: Es braucht Transparenz über die Kosten und zur Frage, ob überhaupt Angehörigenpflege vorliegt; es braucht Qualitätskriterien, diese sollten einheitlich definiert werden; wir brauchen Vergleichbarkeit, z. B. mit Finanzmanuals; es braucht eine Abgrenzung zur normalen Hilfestellung im Rahmen der familienrechtlichen Unterhaltspflicht; und es braucht eine klare Abgrenzung zwischen Betreuung und Pflege. Die Kosten sollen an die speziellen Situationen der pflegenden Angehörigen angepasst werden, wenn diese zum Beispiel keinen Anfahrtsweg haben, wie das auch in der Stellungnahme des Bundesrates festgehalten wurde. Es geht auch um das Verhältnis von Pflegefachpersonen zu Pflegenden in den Institutionen, die pflegende Angehörige anstellen.

Ziel dieser Motion ist, die bestehenden Voraussetzungen für eine Vergütung über die OKP klarer, transparenter und einheitlicher zu definieren sowie Missbräuche zu verhindern. Dadurch sollen Rechtssicherheit für alle Beteiligten geschaffen, Abgrenzungsfragen beispielsweise zwischen Grundpflege und nicht OKP-pflichtiger Betreuung reduziert und eine einheitliche Anwendung in der Praxis gewährleistet werden. Gleichzeitig wird der zunehmenden Bedeutung der pflegenden Angehörigen Rechnung getragen und sichergestellt, dass diese Pflegeleistungen unter klar definierten Voraussetzungen angemessen anerkannt und entschädigt werden.

Der zulässige Umfang der Grundpflegeleistungen, die von pflegenden Angehörigen zulasten der OKP erbracht werden dürfen, ist heute nicht genügend klar geregelt und sollte abschliessend definiert werden. Es bedarf einer Abgrenzung zu nicht vergütungspflichtigen, familiär oder gesellschaftlich üblichen Hilfestellungen sowie zur familiären Fürsorgepflicht, insbesondere auch im psychiatrischen Bereich. Zur Vermeidung von Doppel- oder Mehrfachzahlungen sind von anderen Sozialversicherungen für dieselben Unterstützungsleistungen erbrachte Vergütungen bei der Beurteilung der Leistungspflicht zu berücksichtigen, insbesondere auch die Hilflosenentschädigung.

Der Bundesrat hält in seinem Bericht vom 15. Oktober 2025 fest, dass die Gestehungskosten der Angehörigenpflege tiefer sind als jene der herkömmlichen Spitex. Trotzdem möchte er gemäss dem Bericht nicht aktiv werden. Er verzichtet demnach darauf, die OKP-Beiträge im Bereich der Grundpflege zu senken. Eine sachgerechte und kostenbasierte Reduktion des KVG-Beitragssatzes ist jedoch zwingend notwendig, um die Wirtschaftlichkeit der Pflegeleistungen sicherzustellen. Damit kann verhindert werden, dass Organisationen ungerechtfertigte Gewinne zulasten der Sozialversicherung und damit der Prämienzahlerinnen und Prämienzahler abschöpfen können.

Gleichzeitig verbleiben Kantone und Gemeinden im Rahmen einer ebenfalls reduzierten Restfinanzierung in der Verantwortung. Die OKP-Beiträge sind anzupassen und im Rahmen der einheitlichen Finanzierung der Pflege per 2032 in den noch auszuarbeitenden neuen Tarif zu überführen. Es braucht also auch noch eine Definition von pflegenden Angehörigen und ihrem arbeitsrechtlichen Status. Diese muss geprüft und festgelegt werden. Zur Transparenz beitragen soll auch eine nationale Definition der Normkosten. Es gibt dafür schon entsprechende Grundlagen von Spitex Schweiz.

Der Bundesrat beantragt Ablehnung der Motion und sagt, es sei vieles schon geregelt oder die Voraussetzungen für eine Regelung seien geschaffen. Das mag sein, aber das Mengenwachstum und die teilweise unklaren Abgrenzungsfragen verlangen von uns, dass wir handeln und hier den Lead übernehmen. Der Bundesrat verweist auch auf die Motion Rechsteiner Thomas. Nur sagten wir damals, als wir sie annahmen, sie sei sehr restriktiv. Wir möchten hiermit nicht die Entschädigung von pflegenden Angehörigen abwürgen, sondern wir möchten etwas zur Motion Rechsteiner Thomas nachreichen, und zwar bezüglich der Orte, wo wir Handlungsbedarf sehen. Das gibt dem Bundesrat dann auch die Möglichkeit, das hier differenzierter anzupacken. Die Motion Rechsteiner Thomas wurde damals angenommen, um das Tempo zu beschleunigen. Aber jetzt ist wichtig, dass wir die vorliegende Motion annehmen.

Ich bitte Sie, die Motion anzunehmen.

Baume-Schneider Elisabeth · BR-F · Bundesrat · Jura

Le Conseil fédéral partage l'appréciation consistant à dire qu'il est nécessaire, et ce, rapidement, d'agir dans le domaine des proches aidants. C'est pour cette raison qu'il a pris un ensemble de recommandations qu'il a transmises aux acteurs concernés dans son rapport du 15 octobre de l'année dernière. La mise en oeuvre de ces différentes recommandations est liée à différentes échéances. Le Conseil fédéral a chargé mon département, plus précisément l'OFSP, d'accompagner la mise en oeuvre de ces différentes propositions et de présenter un rapport d'ici la fin de cette année.

Si les recommandations ne devaient qu'être partiellement mises en oeuvre, le département devrait proposer au Conseil fédéral des mesures supplémentaires. Le Conseil fédéral a choisi cette manière de procéder, parce que, après avoir analysé la pratique actuelle et le cadre juridique en vigueur, il est arrivé à la conclusion que les instruments permettant de répondre aux différentes thématiques et problématiques existantes étaient à disposition.

Si les acteurs concernés utilisent les instruments de manière plus efficace, des améliorations substantielles peuvent être obtenues sans réglementation supplémentaire. Le Conseil fédéral considère, somme toute, que ce processus est plus rapide qu'une modification d'ordonnance ou de loi et permet des solutions adaptées, flexibles et pratiques, car il s'agit avant tout de garantir la qualité et aussi, comme le relève le texte de la motion, l'économicité des prestations fournies par les proches aidants.

Die Motion verlangt, dass Grundpflegeleistungen definiert werden, die durch pflegende Angehörige erbracht werden. Die Grundpflegeleistungen sind in der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) bereits definiert, und es ist nicht ersichtlich, inwiefern sie sich unterscheiden, wenn sie von einer angehörigen oder wenn sie von einer nicht angehörigen Person erbracht werden. Diese Definition in der KLV stellt die notwendige Abgrenzung gegenüber anderen Unterstützungsleistungen wie Betreuung oder Hilfe im Haushalt sicher.

La motion vise également une baisse des contributions de l'assurance obligatoire des soins pour les prestations fournies par les proches aidants. Il est incontestable que les coûts de revient sont en général moins élevés pour les proches aidants. On peut penser par exemple au fait qu'il n'y a pas de frais de déplacement à prendre en considération. Les différences relatives aux coûts de revient pourraient être prises en considération rapidement par l'application par les cantons - et c'est vraiment une responsabilité des cantons - d'un financement résiduel différencié.

La motion vise également à clarifier le statut des proches aidants au regard du droit du travail. Toutefois, d'un point de vue juridique, ni la loi fédérale sur l'assurance-maladie ni les ordonnances de ladite loi ne sont des actes législatifs appropriés pour réglementer des questions liées au droit du travail.

Le Conseil fédéral a également abordé, dans ses recommandations, d'autres éléments pour lesquels la motion souhaite une réglementation, à savoir le devoir d'assistance qui doit être pris en compte lors de l'évaluation des soins requis, les prestations fournies par les proches aidants, qui doivent être déclarées séparément, et les organisations de soins et d'aides à domicile qui doivent vérifier la capacité des proches aidants à fournir des prestations lors de leur engagement.

Le Conseil fédéral a donc déjà reçu un mandat lui demandant d'agir avec l'acceptation de la motion Rechsteiner Thomas 23.4281. J'en conviens, le périmètre est plus restreint que ce que demande actuellement votre commission, mais nous estimons qu'il n'est pas opportun d'instituer des mandats supplémentaires, mais bien plutôt d'agir et d'être pragmatique avec les différentes propositions à mettre en oeuvre.

C'est dans ce cadre que le Conseil fédéral vous propose le rejet de la présente motion.

Abstimmung

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 41 Stimmen

(Einstimmigkeit)

(0 Enthaltungen)