25.413

L'intégration passe par la reconnaissance sans réserve de l'ordre juridique suisse

Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Antrag der Mehrheit

Der Initiative keine Folge geben

Antrag der Minderheit

(Addor, Fischer Benjamin, Glarner, Knutti, Marchesi, Riner, Rutz Gregor, Schmid Pascal, Steinemann)

Der Initiative Folge geben

Proposition de la majorité

Ne pas donner suite à l'initiative

Proposition de la minorité

(Addor, Fischer Benjamin, Glarner, Knutti, Marchesi, Riner, Rutz Gregor, Schmid Pascal, Steinemann)

Donner suite à l'initiative

Le président (Page Pierre-André, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.

Knutti Thomas · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Integration wird in der Politik oft beschworen. Wird es aber konkret, wird plötzlich ausgewichen. Dabei ist die zentrale Frage ganz einfach: Welche Regeln gelten in unserem Land, und will man diese auch akzeptieren? Für mich ist die Antwort klar: In der Schweiz gilt Schweizer Recht - Schweizer Recht muss immer Vorrang haben. Um genau dies geht es bei dieser parlamentarischen Initiative.

Wer sich dauerhaft in unserem Land niederlassen will und eine Niederlassungsbewilligung erhält, also einen unbefristeten Aufenthalt mit weitreichenden Rechten, der soll klar und unmissverständlich anerkennen, dass im Konfliktfall die Schweizer Rechtsordnung Vorrang hat, nämlich Vorrang vor religiösen Vorschriften, Vorrang vor kulturellen Traditionen, Vorrang vor allen anderen Normen.

Das ist kein radikaler Vorschlag. Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit. Aber genau diese Selbstverständlichkeit wird heute zu oft relativiert. Wir erleben immer wieder Diskussionen über religiöse Regeln, die über staatliches Recht gestellt werden sollen, über kulturelle Praktiken, die mit unseren Grundrechten nicht vereinbar sind. Das darf es in einem Rechtsstaat nicht geben.

Die Schweiz hat eine klare Bundesverfassung. Sie garantiert Freiheit, sie garantiert Rechtsgleichheit, und sie garantiert die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Diese Grundwerte sind nicht verhandelbar. Wer hier leben will, wer hier dauerhaft bleiben will, wer hier von Stabilität, Sicherheit und Wohlstand profitieren möchte, der muss auch bereit sein, diese Ordnung vorbehaltlos zu akzeptieren - nicht halb, nicht relativiert und nicht nur dann, wenn es gerade passt.

Das geltende Gesetz verlangt bereits die Integration als Voraussetzung für die Niederlassungsbewilligung. Doch Integration darf nicht nur ein wohlklingendes Schlagwort sein. Integration bedeutet auch Loyalität zum Rechtsstaat. Genau deshalb schlägt unsere Initiative eine einfache und klare Regel vor: Wer eine Niederlassungsbewilligung will, soll schriftlich bestätigen, dass die Schweizer Rechtsordnung Vorrang hat. Wer dazu nicht bereit ist, der zeigt damit ganz offensichtlich, dass die Integration nicht gelungen ist. Und dann stellt sich ganz ehrlich die Frage, warum jemand eine dauerhafte Niederlassungsbewilligung erhalten soll, wenn er oder sie nicht bereit ist, unsere Rechtsordnung anzuerkennen.

Noch einmal: Für die grosse Mehrheit der integrierten Ausländerinnen und Ausländer wäre eine solche Erklärung überhaupt kein Problem. Im Gegenteil, viele von ihnen haben sich bewusst für unser Land entschieden, gerade wegen Freiheit, Stabilität und unserer Sicherheit. Gerade ihnen gegenüber ist es unfair, wenn wir so tun, als dürften wir keine klaren Erwartungen formulieren. Eine funktionierende Gesellschaft braucht gemeinsame Regeln, und sie braucht Klarheit darüber, dass diese Regeln für alle gelten.

In diesem Sinne bitte ich Sie, hier ein klares Zeichen zu setzen und der parlamentarischen Initiative Folge zu geben.

Addor Jean-Luc · Mit-M · Conseil national · Valais · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Ici, c'est chez nous. Les étrangers qui souhaitent résider chez nous, nous avons le droit d'exiger d'eux, comme d'ailleurs des gens de chez nous, qu'ils respectent notre ordre juridique, à plus forte raison, puisque nous parlons ici de ceux qui sollicitent une autorisation d'établissement - un permis C -, donc d'étrangers qui souhaitent s'établir chez nous plus durablement. Plus encore, nous avons le droit d'exiger d'eux qu'ils reconnaissent la primauté de notre ordre juridique.

La question est importante, tout particulièrement avec l'expansion dans la vieille Europe, dans ce qui est encore l'Occident chrétien, d'une religion - l'islam - qui en réalité n'est pas qu'une religion, mais qui est aussi une religion politique, avec la charia, qui a vocation à réguler tous les compartiments de notre vie. C'est aussi une idéologie qui, explicitement, conteste la légitimité de tout autre ordre juridique. C'est aussi valable, évidemment, pour le nôtre. Elle a même l'ambition de le supplanter, y compris le droit civil, celui du mariage en particulier, y compris tout ce que notre ordre juridique a développé pour garantir le respect de la femme et l'égalité entre hommes et femmes. Voilà ce que nous devons absolument éviter chez nous.

Nous devons tout faire pour éviter le développement de communautarismes que nous ne voyons que trop dans des pays comme la France, l'Angleterre ou encore l'Allemagne. Ce qui est en jeu, c'est notre identité. Nous voulons rester chez nous, et nous en avons le droit. Alors, comment faire ? Face au développement, entre autres, des mariages forcés, parfois même de la bigamie, face au développement de cultures qui ne reconnaissent pas la dignité des femmes, face au développement des violences faites aux femmes par des gens qui viennent de ce type de culture, il ne suffit pas, malheureusement, comme le soutient la majorité de la commission, d'encourager simplement l'apprentissage de nos langues officielles ou de favoriser l'indépendance économique des étrangers qui résident chez nous. En effet, il faut bien le constater, entre autres en considérant l'origine trop souvent des auteurs des violences faites aux femmes : la politique d'intégration est un échec. Le communautarisme, chez nous aussi, progresse, avec des Suissesses et des Suisses qui, de plus en plus, ont le sentiment que nous ne sommes, à certains égards, plus chez nous.

Que changerait donc une signature apposée sur un document reconnaissant sans réserve, expressément, la primauté de l'ordre juridique suisse sur d'éventuelles prescriptions religieuses, culturelles ou autres ? Beaucoup de choses, en raison, d'abord, de la valeur symbolique d'un tel engagement et de la force d'un acte formel comme celui-ci. Plus encore, avec la sanction proposée dans l'initiative parlementaire Knutti, l'autorisation d'établissement, porte d'entrée, ne l'oublions pas, à la naturalisation, serait refusée aux étrangers qui refuseraient de signer un tel document.

Au nom de la minorité de la commission, je vous propose donc de donner suite à cette initiative qui ne vise rien qui ne soit juste normal, en particulier pour les femmes dont c'était la journée il y a deux jours à peine et qui méritent notre protection contre les violences de ceux qui, par leur culture, ne les respectent pas. C'est normal aussi en considérant l'immense majorité des étrangers qui sont les bienvenus dans ce pays et qui, eux, non seulement respectent notre ordre juridique, mais qui reconnaissent aussi sa primauté, comme le demande M. Knutti.

Jost Marc · Mit-M · Conseil national · Berne · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.

Die Staatspolitische Kommission beantragt Ihnen mit 16 zu 9 Stimmen, dieser parlamentarischen Initiative keine Folge zu geben.

Die vorliegende Initiative verlangt, dass Ausländerinnen und Ausländer für den Erhalt einer Niederlassungsbewilligung den Vorrang der schweizerischen Rechtsordnung, zum Beispiel gegenüber religiösen oder kulturellen Vorschriften, schriftlich ausdrücklich und vorbehaltlos anerkennen. Was auf den ersten Blick nach einer notwendigen Klarstellung aussieht, entpuppt sich bei genauerer Analyse als eine Massnahme, die ebenso unnötig wie wirkungslos ist. Das Rad muss aus Sicht der Kommissionsmehrheit nicht neu erfunden werden.

Warum ist die Initiative unnötig? Weil unsere Rechtsordnung bereits heute klare Antworten gibt. Mit der Revision des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) haben wir bereits griffige Kriterien geschaffen. Gemäss Artikel 58a AIG ist die Respektierung der Werte unserer Bundesverfassung sowie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung eine zwingende Voraussetzung für die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung. Wer unsere Gesetze bricht oder unsere Grundwerte missachtet, erfüllt diese Kriterien bereits heute nicht. Ein zusätzliches Formular, eine Unterschrift für die Galerie oder, wie der Minderheitssprecher gesagt hat, eine symbolische Geste schafft kein bisschen mehr Sicherheit. Es bläht lediglich den Verwaltungsapparat auf, ohne die Integration materiell zu verbessern.

Integration ist ein Prozess, nicht einfach ein bürokratischer Akt. Die geltende Verordnung über die Integration von Ausländerinnen und Ausländern stellt zum Beispiel sicher, dass Neuzugezogene nicht im Ungewissen gelassen werden. Die Behörden sind verpflichtet, beim Zuzug umfassend über die Rechtsordnung und die Konsequenzen bei Nichtbeachtung zu informieren. Noch entscheidender ist Folgendes: Wenn ein besonderer Integrationsbedarf besteht, sei es bei der Sprache, der beruflichen Eingliederung oder auch beim Verständnis unserer Gesellschaftsordnung, setzen wir auf Integrationsvereinbarungen. Das sind keine blossen Papiere, sondern verbindliche Instrumente. Diese Vereinbarungen legen konkrete Ziele fest. Werden diese Ziele selbstverschuldet nicht erreicht, hat das auch rechtliche Folgen, von der Kürzung von Sozialhilfeleistungen bis hin zum Widerruf der Aufenthaltsbewilligung. Wir haben also bereits heute ein System, das auf Leistung und Gegenleistung basiert und bestens funktioniert. Deshalb: Taten statt Lippenbekenntnisse.

Die Minderheit der Kommission sieht in einer schriftlichen Erklärung eine notwendige weitere Hürde. Aber wir müssen uns fragen, was denn eine Unterschrift wert ist, wenn der Wille zur Integration fehlt. Jemand, der bereit ist, unsere Rechtsordnung zu missachten, wird sich kaum durch eine Unterschrift unter ein Formular davon abhalten lassen. Ein liberaler Rechtsstaat zeichnet sich vielmehr gerade dadurch aus, dass er Menschen an ihren Taten misst. Wir sanktionieren deshalb Fehlverhalten und fördern den Integrationswillen. Hingegen stellt ein präventiv abgepresstes Loyalitätsbekenntnis alle Ausländerinnen und Ausländer unter einen Generalverdacht, der nicht notwendig ist. Echte Integration zeigt sich vielmehr im Alltag, in der wirtschaftlichen Unabhängigkeit, im Erwerb einer Landessprache und im respektvollen Umgang miteinander.

Symbolpolitik löst hingegen keine Vollzugsprobleme. Was wir brauchen, ist nicht mehr Papier, sondern einen konsequenten Vollzug des bestehenden Rechts. Wer die Regeln bricht, muss die Konsequenzen tragen; das ist heute bereits Gesetz. Bleiben wir bei diesem konsequenten Weg, statt auf wirkungslose Symbole zu setzen.

Ich bitte Sie daher im Namen der Mehrheit der Kommission, dieser Initiative keine Folge zu geben.

Klopfenstein Broggini Delphine · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe des VERT-E-S

Qui en Suisse voudrait revoir le principe de la primauté de l'ordre juridique ? Depuis quand l'ordre juridique n'a-t-il pas la primauté ? En Suisse, on le sait, on vit dans un État de droit. En Suisse, on vit dans un pays qui a fait de la séparation des pouvoirs une des forces majeures de la démocratie. Alors, oui, Monsieur Knutti, l'ordre juridique suisse s'applique déjà sans restriction, aujourd'hui, à toute personne en Suisse. Son respect est déjà une des conditions préalables à l'obtention d'un permis d'établissement.

La majorité de la commission que je représente, en est aujourd'hui convaincue et estime que cette initiative n'a absolument pas sa place, parce que, tout simplement, le principe même de la justice est déjà une réalité. Les mesures d'intégration existantes sont appropriées, elles sont aujourd'hui suffisantes. Elles relèvent que l'intégration est un processus qui est exigeant. Bien sûr, l'intégration est un processus exigeant ; c'est une véritable intégration qui passe par la connaissance de la langue, par l'indépendance économique, par l'acceptation des valeurs démocratiques de la Suisse, mais cela ne passera jamais par la signature d'un document. Comment peut-on imaginer qu'un document puisse faire foi en matière d'intégration ? La mise en oeuvre de l'initiative parlementaire n'apporterait aucune plus-value et n'aurait aucun effet.

La commission, par 16 voix contre 9, vous invite à ne pas donner suite à cette initiative qui n'apportera rien, qui n'a aucun sens dans un ordre juridique qui est déjà établi en Suisse. La minorité considère, quant à elle, que, pour les personnes présentant des déficits d'intégration, une déclaration écrite constituerait un obstacle à l'obtention d'une autorisation d'établissement et aurait donc un effet direct.

La majorité de la commission que je représente vous invite à ne pas donner suite à cette initiative.

Knutti Thomas · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Frau Kollegin Klopfenstein Broggini, können Sie im Namen der Kommission noch bestätigen, dass die Kantone die Prüfung der Integration zu wenig untersuchen?

Klopfenstein Broggini Delphine · Mit-F · Conseil national · Genève · Groupe des VERT-E-S

Les cantons ont évidemment un rôle majeur dans l'établissement de l'examen de l'intégration. C'est très important, car l'intégration se fait beaucoup de manière locale. C'est la raison pour laquelle les cantons ont un rôle majeur. La question de la justice prime quoi qu'il en soit. Aider les cantons dans l'intégration est une chose, notamment à travers l'apprentissage de la langue et des codes démocratiques, qui sont évidemment essentiels pour nous, mais la justice est finalement la seule qui peut définir ces éléments. Nous sommes dans un État de droit, et ceci est indispensable.

Vote

Le président (Page Pierre-André, président): La majorité de la commission propose de ne pas donner suite à l'initiative parlementaire. Une minorité Addor propose d'y donner suite.

Abstimmung - Vote

Für Folgegeben ... 62 Stimmen

Dagegen ... 129 Stimmen

(0 Enthaltungen)