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Marchés publics. Pourquoi privilégier les entreprises étrangères au détriment des suisses ?
Salzmann Werner · 1VP-M · Conseil des Etats · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Präsident (Salzmann Werner, erster Vizepräsident): Der Interpellant hat sich von der schriftlichen Antwort des Bundesrates nicht befriedigt erklärt. Er verlangt Diskussion. - Dem wird nicht opponiert.
Regazzi Fabio · Mit-M · Conseil des Etats · Tessin · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Per 1. Januar 2021 wurden das revidierte Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen und die dazugehörige Verordnung in Kraft gesetzt. Die neue Gesetzgebung hat viele Vorschusslorbeeren erhalten. Von einem Paradigmenwechsel hin zu mehr Qualität und von weniger Preisdruck für die einheimischen Unternehmen war die Rede. Doch mit der jüngsten Vergabe von Rollmaterial haben wir für den Werkplatz Schweiz keine guten Erfahrungen gemacht. Die Antwort des Bundesrates auf meine umfangreichen Fragen fällt - ich muss es sagen - kurz und enttäuschend aus.
Je cite un passage : "Les CFF ont mis le marché au concours conformément aux dispositions du droit des marchés publics (LMP/OMP) et l'ont adjugé. Les critères d'adjudication concernaient notamment la rentabilité - coûts d'investissement et d'exploitation -, les exigences spécifiques au projet et la qualité. L'appel d'offres, qui contenait ces critères d'adjudication, n'a pas été contesté. Les CFF ont évalué les offres selon les critères d'adjudication communiqués à tous les soumissionnaires. Le droit des marchés publics prescrit l'égalité de traitement et la non-discrimination des soumissionnaires. Il est notamment interdit de favoriser des entreprises nationales ou de leur créer des avantages concurrentiels."
Das sind bekannte Tatsachen, und das vermag die gestellten Fragen kaum zu beantworten. Das Beschaffungsrecht schreibt eine Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung der Anbieterinnen vor. Das ist klar. Wenn die öffentliche Hand einen Auftrag von rund 4 Milliarden Franken vergibt, dann darf der Vergabeentscheid nicht zu einer reinen Preisfrage degradiert werden. Aus diesem Grund ist eben im neuen Beschaffungsrecht nicht mehr das billigste oder günstigste Angebot ausschlaggebend, sondern das vorteilhafteste. Die Qualitätskriterien erhalten gegenüber dem Preiskriterium eine viel grössere Bedeutung.
Ich möchte das am Beispiel der Firma Stadler Schweiz AG aufzeigen. Sie ist eine für das Land und insbesondere für die Ostschweiz bedeutende Arbeitgeberin. Über 6000 Mitarbeitende in der Schweiz, davon rund 300 Lernende, arbeiten mit guten Löhnen und sozialpartnerschaftlichen Strukturen. Allein im letzten Jahr wurden in der Schweiz von Stadler rund 600 zusätzliche Mitarbeitende angestellt. Sämtliche Züge würde Stadler vollständig in der Schweiz bauen. Eine Vergabe an Stadler würde also direkt Arbeitsplätze schaffen. Diese Arbeitsplätze sind nicht austauschbar. Sie sichern generationenübergreifendes Fachwissen, das für die Bahnbranche, auch für viele kleine Regionalbahnen, unerlässlich bleibt. Es geht um die verarbeitende Industrie, Ingenieurbüros, Metallbau, Elektrotechnik und Softwareentwicklung. Das sind genau jene Berufsgruppen, die in der Schweiz zunehmend unter Druck geraten. Eine Schweizer Rollmaterialvergabe ist somit eine direkte Investition in Stabilität und Innovationskraft unserer Binnenwirtschaft.
Das sich seit fünf Jahren in Kraft befindende Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) gibt in Artikel 29 durchaus die Möglichkeit, viel mehr Qualitätskriterien anzuwenden: Die Auftraggeberin berücksichtigt "Kriterien wie Zweckmässigkeit, Termine, technischer Wert, Wirtschaftlichkeit, Lebenszykluskosten, Ästhetik, Nachhaltigkeit, Plausibilität des Angebots, die unterschiedlichen Preisniveaus in den Ländern, in welchen die Leistung erbracht wird, Verlässlichkeit des Preises, Kreativität, Kundendienst, Lieferbedingungen, Infrastruktur, Innovationsgehalt, Funktionalität, Servicebereitschaft, Fachkompetenz oder Effizienz der Methodik" und andere mehr. Mit diesem erweiterten Kriterienkatalog hat die Auftraggeberin einen Spielraum, Beschaffungen aufgrund der Qualitätskriterien in der Schweiz vorzunehmen, ohne gegen die Gebote des Beschaffungsrechts zu verstossen.
Erlauben Sie mir eine Schlussbemerkung. Es geht hier um mehr als nur um eine technische oder juristische Ausschreibungsfrage. Es geht um industriepolitische Verantwortung, um Arbeitsplätze, Lehrstellen und Innovation in unserem Land. Es geht aber auch um gesunden Menschenverstand.
Maillard Pierre-Yves · Mit-M · Conseil des Etats · Vaud · Groupe socialiste
J'aimerais soutenir les propos de Fabio Regazzi. Ce n'est pas si fréquent que, du côté patronal et syndical, on a des points de vue convergents, mais, sur ce dossier, c'est le cas. Bien sûr, comme l'a dit Fabio Regazzi, les bases légales ne laissent pas discriminer des entreprises étrangères par rapport aux entreprises suisses ; personne ne remet cela en cause, mais, ce qui existe, c'est la marge de manoeuvre des autorités exécutives et des entreprises publiques. Cette marge de manoeuvre doit évidemment respecter le droit, mais elle doit aussi être inventive, elle doit être pertinente. Elle existe, et nier systématiquement cette marge de manoeuvre est insupportable. Il y a un risque pour notre industrie : nous perdons des milliers d'emplois en ce moment dans toute une série de domaines, et un pays qui n'a pas d'industrie est un pays qui n'a pas d'avenir. Un pays qui ferait de la monoculture de services serait exposé à des risques évidents en matière de durabilité et de diversité. Nous avons besoin d'industrie pour nos jeunes, pour le savoir-faire que nous avons développé dans nos hautes écoles.
Il est absolument indispensable que le Conseil fédéral prenne la mesure du risque et agisse en conséquence avec toutes les entreprises publiques. C'est le cas également pour les cantons. Il est possible de favoriser notre industrie et on aimerait vraiment que cette possibilité soit développée. Là, où je regrette que les organisations patronales et que les majorités dans nos parlements n'aillent pas plus loin, c'est qu'on définisse une fois, depuis le Parlement, ce qu'on veut en matière de politique industrielle. Malheureusement, on a de la peine à le faire, mais cela ne doit en tous cas pas libérer nos autorités exécutives de la possibilité d'utiliser toute la marge de manoeuvre. Fabio Regazzi l'a dit : les critères qualitatifs et les critères d'engagement pour la formation professionnelle doivent être mieux valorisés. Il faut des consignes dans ce sens.
Il faut aussi qu'il y ait un débat entre le Conseil fédéral et la Banque nationale suisse. On sait que la Banque nationale suisse est autonome et indépendante, mais elle dialogue quand même avec le Conseil fédéral. J'aimerais bien que le Conseil fédéral ait régulièrement un débat en son sein pour définir ce qu'il veut en matière de défense de notre industrie. Il est vraiment minuit moins cinq. Beaucoup de pays ont perdu leur industrie. Quand des emplois sont perdus, on ne les retrouve pas. J'aimerais donc vraiment profiter de cette interpellation pour encourager le Conseil fédéral à régulièrement, au cours de ses séances, prendre un peu de temps pour faire le point sur la situation de notre industrie suisse et pour regarder tous les moyens possibles pour essayer de la soutenir dans le cadre légal en vigueur.
Rösti Albert · BR-M · Conseil fédéral · Berne
Ich habe volles Verständnis und unterschreibe alles, was hier gesagt wurde. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Sie sagen, Herr Ständerat Maillard, "nos autorités exécutives", das wäre ja dann der Bundesrat. Das heisst, der Bundesrat müsste dann eigentlich bei den Ausschreibungskriterien bzw. in die Ausschreibungsverfahren eingreifen.
Ich stimme Ihnen zu, wir haben als Eigner natürlich einen engen und regelmässigen Kontakt zu unseren Unternehmen. Es gab hier Ausschreibungskriterien zur Wirtschaftlichkeit, zu Investitions- und Betriebskosten, aber vor allem auch - das möchte ich hier spezifisch betonen - projektspezifische Anforderungen und Qualitätsanforderungen. Es gab also ein Riesenpflichtenheft, das hier deponiert wurde. Es ging schon nicht einfach darum, das billigste Angebot auszuwählen, sondern letztlich eben das beste Angebot im Sinne aller Kriterien anhand eines Punktesystems bzw. Qualitätssystems, das von den Interessenten nicht angefochten wurde. In diesen Prozess einzugreifen, wäre schon fragwürdig, aber wir können vielleicht auch mal bilateral anschauen, wo, an welchem Punkt, wir eingreifen sollten. Während der Verfahren haben ja alle Interessenten die Möglichkeit - das muss ich Ihnen nicht sagen -, die Verfahren durch die Justiz beurteilen zu lassen. Nochmals: Die Bewertung der Eingaben erfolgte gemäss den zuvor allen Anbietern bekannt gegebenen Zuschlagskriterien.
Basierend auf dieser Bewertung, haben die SBB den Zuschlag Siemens Mobility erteilt. Gegen diesen Vergabeentscheid hat die Stadler Rail AG Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Bei allem Verständnis für das, was Sie hier über Industrie und Arbeitsplätze alles gesagt haben, bitte ich Sie meinerseits um Verständnis dafür, dass ich Ihnen bei dieser Ausgangslage nicht sagen kann, welches hier die ausschlaggebenden Kriterien waren.
Der Bundesrat setzt sich generell dafür ein, dass bei Beschaffungen die gesetzlichen Vorgaben eingehalten und faire Wettbewerbsbedingungen gewahrt werden. Das Beschaffungsrecht schreibt diese Gleichbehandlung, die Sie kennen, und die Nichtdiskriminierung vor; nicht zulässig ist insbesondere die Bevorzugung inländischer Unternehmen - das kennen Sie alles. Ich nehme aber hier gerne mit, dass wir, wie zwischen den Zeilen gesagt wurde, den Kontakt mit den Unternehmen intensiv pflegen und das Ganze auch kritisch begleiten sollen, was wir auch tun werden.
Salzmann Werner · 1VP-M · Conseil des Etats · Berne · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Präsident (Salzmann Werner, erster Vizepräsident): Damit ist das Geschäft erledigt.