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Schaffung einer Wertschöpfungskette für rezykliertes Glas in der Schweiz

Page Pierre-André · P-M · Nationalrat · Freiburg · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei

Antrag der Mehrheit

Ablehnung der Motion

Antrag der Minderheit

(Docourt, Candan Hasan, Masshardt, Pult, Suter)

Annahme der Motion

Proposition de la majorité

Rejeter la motion

Proposition de la minorité

(Docourt, Candan Hasan, Masshardt, Pult, Suter)

Adopter la motion

Le président (Page Pierre-André, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.

Wasserfallen Christian · Mit-M · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion

Bei dieser Motion geht es darum, dass ein Standort für Glasrecycling in Saint-Prex von der Firma Vetropack geschlossen wurde. Der Motionär verlangt, dass man in Bezug auf das Glasrecycling einige Handelsbeschränkungen macht und die vorgezogene Entsorgungsgebühr für den Aufbau einer sogenannt wirtschaftlichen Glasrecycling-Infrastruktur in der Schweiz verlangen soll.

Die Motion Maillard ist genau in diesen Punkten recht widersprüchlich. Auf der einen Seite soll eine wirtschaftlich rentable Lösung gefunden werden, aber auf der anderen Seite traut man diesem Umstand in der Begründung des Motionstextes eigentlich schon nicht mehr, da man über die vorgezogene Entsorgungsgebühr in der Produktion Subventionen vorsehen will. Etwas zu subventionieren, das wirtschaftlich rentabel sein soll, ist per se recht schwierig zu begründen.

Der Motionär will handelsrechtlich Einfuhr- und Ausfuhrbeschränkungen erlassen, damit die einheimische Produktion davon profitieren kann. Wenn aber die nötigen Mengen innerhalb der Schweiz nicht vorhanden sind, könnte die Glasversorgung in der Schweiz gefährdet sein, weil es dann nur relativ beschränkte Möglichkeiten gäbe, bei einer solchen Mangellage die Einfuhr, aber auch den Export von Glasrezyklaten zuzulassen. Import und Export von rezykliertem Glas würden beschränkt, man müsste auf andere Materialien wie zum Beispiel Aluminiumdosen ausweichen, weil die Gebinde dann in der Schweiz fehlen könnten, wenn die Glasversorgung so nicht zustande käme. Aluminiumdosen schneiden gegenüber Glas zwar ökologisch etwas besser ab, brauchen aber im Recycling relativ viel Energie. Abfüllanlagen für Aluminiumdosen sind in der Schweiz zudem auch nicht genügend verbreitet. Soweit ich informiert bin, ist zum Beispiel Red Bull für den Weltmarkt sehr stark in der Schweiz tätig, aber alle anderen Hersteller füllen ihre Aluminiumdosen nicht in der Schweiz ab.

Zurück zum Glas: Das Glas muss transportiert werden, ja, aber die Produktion und das Recycling von Glas sind sehr energieintensiv. Oft wird Erdgas verwendet, obwohl die Abhängigkeit von Erdgas vielleicht nicht gerade das ist, wonach wir in der Schweiz heute suchen. Transportwege sind das eine, das Recycling das andere.

Kommen wir noch auf den Spezialfall zurück, die Firma Vetropack. Sie ist ja der Grund, warum wir diese Motion überhaupt vorliegen haben. Die Firma Vetropack, das habe ich kürzlich in der Online-Ausgabe von "Cash" gelesen, habe erreicht, dass sie betriebswirtschaftlich solider aufgestellt sei, und das habe dazu beigetragen, dass im Geschäftsjahr 2026 mit einem Kursanstieg von über 60 Prozent zu rechnen sei. Die ganze Firma hat trotz der Schliessung des Standortes in Saint-Prex offenbar eine gute unternehmerische Perspektive.

In der Medienmitteilung vom 6. März hat Vetropack neue Lösungen anstelle der Glasrecyclinganlage in Saint-Prex skizziert. Auf der einen Seite ist die AVJ Transport et Voyage AG zu nennen, welche die Glasrezyklate entsprechend transportieren kann. Auf der Deutschschweizer Seite soll die Firma Schneider Umweltservice AG zum Zuge kommen, wenn es um den Glastransport innerhalb des Landes geht.

Die Firma Vetropack hat also die Erledigung ihrer betriebswirtschaftlichen Hausaufgaben an die Hand genommen. Eine Wiedereröffnung des Standortes in Saint-Prex - ich glaube, das ist der entscheidende Punkt, wenn man über diese Motion diskutiert - ist höchst unwahrscheinlich bzw. nicht möglich. Ende Februar wurde er geschlossen, und bereits im November wurden auch die entsprechenden Anlagen für die Einlagerung und die Aufbereitung von Rezyklaten geschlossen und abgebaut. Deshalb ist es selbst bei einer Annahme dieser Motion unrealistisch, dass der Standort in Saint-Prex wieder geöffnet werden kann.

Der Vorstoss, das ist das Fazit, das wir auch in der UREK diskutiert haben, fordert eine Art regulierte Mangelwirtschaft mit Handelsbeschränkungen, damit der einheimische Glasmarkt irgendwie wieder wirtschaftlich rentabel sein kann. Das ist Industriepolitik allererster Güte und wird nicht dazu führen, dass wir die Versorgungssicherheit mit Glas in Zukunft wirklich sichern können.

Deshalb beantragt Ihnen die Mehrheit der UREK-N die Ablehnung der Motion, und ich bitte Sie, die Motion abzulehnen.

Docourt Martine · Mit-F · Nationalrat · Neuenburg · Sozialdemokratische Fraktion

Cette motion a été déposée à la suite de l'annonce de la fermeture de l'entreprise Vetropack. Avec la disparition du dernier site suisse de production de bouteilles en verre, une question essentielle s'est posée : comment préserver les emplois et les savoir-faire, et quelle politique du verre voulons-nous pour notre pays ? Car cette fermeture a des conséquences très concrètes. La Suisse dispose d'une filière du verre exemplaire, avec un taux de recyclage proche de 100 pour cent. Pourtant, aujourd'hui, près de 110 000 tonnes de verre sont exportées vers l'Italie, l'Allemagne ou encore la Tchéquie. Pour l'est de la Suisse, c'est même la Tchéquie qui devient la principale destination. Concrètement, cela signifie que chaque bouteille parcourt entre 800 et 1200 km avant de revenir chez nous sous forme de nouveau produit. Cela représente environ 11 000 trajets de camions supplémentaires sur des routes déjà saturées. Économiquement, ce système tient. Mais écologiquement et énergétiquement, il pose un réel problème.

Rappelons-le, le système est financé par la taxe d'élimination anticipée qui couvre ainsi le recyclage. Surtout, nous manquons de données. Nous ne savons même pas dans quelle mesure ces transports annulent les bénéfices écologiques du recyclage estimés à environ 30 pour cent par rapport au verre neuf. Quelle part de ce gain est perdue en route ? Se limiter à collecter sans se soucier du lieu de recyclage, c'est une vision trop étroite. La chaîne de valeur compte pour l'environnement et pour l'emploi. C'est cela pour nous la véritable économie circulaire. Rappelons un point essentiel : si le verre recyclé permet un gain d'environ 30 pour cent, le verre utilisé, lui, atteint jusqu'à 85 pour cent. C'est là que se trouve le véritable potentiel.

Aujourd'hui, la fermeture est actée. Nous ne reviendrons pas en arrière, et le contexte actuel ne permet pas d'envisager une nouvelle usine de production. Il faut donc regarder vers l'avenir. Cet avenir, c'est la réutilisation du verre. Encourager le réemploi des bouteilles, leur lavage, leur remise en circulation, c'est une solution concrète qui est déjà en marche. Des projets existent. Une faîtière, Swiss Re-use, a été créée. Les savoir-faire sont là. Ce qui manque, ce sont des conditions-cadres adaptées.

La question est simple. Voulons-nous continuer à financer à hauteur de 33 millions de francs un système basé sur l'exportation, avec un gain écologique limité, ou voulons-nous soutenir une solution locale, créatrice d'emplois et bien plus performante écologiquement ? Le Conseil fédéral a les moyens d'agir. Dans le cadre de la révision de l'ordonnance sur les emballages, deux mesures seraient décisives : renoncer à l'obligation de consigne, qui freine aujourd'hui le réemploi, et permettre qu'une partie de la taxe soutienne explicitement cette filière.

Cette motion donne un signal clair en faveur d'une économie circulaire ancrée en Suisse, créatrice de valeurs et plus ambitieuse sur le plan écologique. C'est dans ce sens que le Conseil des États a accepté cette motion qui vise à valoriser la réutilisation du verre en Suisse et c'est pourquoi je vous invite à soutenir la proposition de la minorité de la commission.

Rösti Albert · BR-M · Bundesrat · Bern

Die Motion steht im Zusammenhang mit der Firma Vetropack, die ihre Produktion von Glasflaschen in Saint-Prex im Sommer 2024 eingestellt hat. Dieser Entscheid zur Schliessung des Standorts ist bedauerlich, namentlich auch für die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz. Allerdings wurde das in der Schweiz anfallende Altglas bereits in der Vergangenheit mehrheitlich zur Verwertung ins Ausland exportiert; rund 45 Prozent wurden in der Schweiz verwertet. Nach dieser Schliessung wird noch mehr Altglas aus der Schweiz im Ausland verwertet. Unser Altglas ist im Ausland sehr gefragt, weil wir es mehrheitlich nach Farben getrennt sammeln und es eine hohe Qualität erreicht.

Aufgrund der Schliessung des Vetropack-Standorts müssen wir zudem mehr neue Glasverpackungen importieren. Allerdings wurde die Versorgung mit neuen Glasverpackungen bereits vor der Schliessung des Vetropack-Standorts zu einem grossen Teil durch Importe sichergestellt.

Die in der Motion erwähnte vorgezogene Entsorgungsgebühr auf Getränkeverpackungen aus Glas ist dazu da, die Sammlung und den Transport von Altglas zu finanzieren. Der Bundesrat erachtet eine Erweiterung der Verwendungszwecke als nicht zielführend. Gemäss Vorschlag des Motionärs soll ein Teil der vorgezogenen Entsorgungsgebühr zur Unterstützung der Herstellung und Vermarktung von Schweizer Recyclingglas eingesetzt werden. Mit dieser Gebühr soll keine Industriepolitik gemacht werden.

Im Rahmen der parlamentarischen Initiative 20.433, "Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken", wurde das Umweltschutzgesetz revidiert. Sie haben verschiedene Instrumente geschaffen, die zu einer Stärkung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz beitragen. Zudem wurde letztes Jahr eine Vernehmlassung zur Revision der Verordnung über Getränkeverpackungen hin zu einer umfassenden Verpackungsverordnung durchgeführt. Im Sommer 2026 wird der Bundesrat über das Inkrafttreten entscheiden. Neu soll für alle Glasverpackungen eine vorgezogene Entsorgungsgebühr bezahlt werden, also nicht nur für Getränkeverpackungen, sondern zum Beispiel auch für Gurkengläser. Das ist auch richtig so, denn diese landen ja ebenfalls in der Altglassammlung. So können die Kosten der Altglasentsorgung künftig besser gedeckt werden.

Auch für Mehrwegsysteme gibt es in der Verpackungsverordnung neue Bestimmungen. Unter gewissen Voraussetzungen sollen Mehrwegsysteme künftig von der Pfandpflicht befreit werden. Damit soll der administrative Aufwand reduziert und der Einsatz von Mehrwegsystemen erleichtert werden.

Wir verfügen bereits über ein gut funktionierendes Sammel- und Entsorgungssystem für Altglas. Mehrere Massnahmen sind aufgegleist, um die Altglasentsorgung oder die Verwendung von Mehrwegsystemen weiter zu verbessern. Zusätzliche Aufträge sind momentan nicht zielführend.

Der Ständerat hat die Motion in der letzten Herbstsession sehr knapp angenommen.

Ich bitte Sie, Ihrer vorberatenden Kommission und dem Bundesrat zu folgen und die Motion aus den genannten Gründen abzulehnen.

Abstimmung

Le président (Page Pierre-André, président): La majorité de la commission et le Conseil fédéral proposent de rejeter la motion. Une minorité Docourt propose d'adopter la motion.

Abstimmung - Vote

Für Annahme der Motion ... 59 Stimmen

Dagegen ... 126 Stimmen

(1 Enthaltung)