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Système électrique suisse. Stratégie de résilience et de stockage au service du réseau

Schaffner Barbara · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe vert'libéral

Das ist der dritte Vorstoss, den ich heute vertreten darf, der dritte, der schon länger auf der Traktandenliste schmort, obwohl ihn der Bundesrat eigentlich entgegennehmen möchte. Auch hier geht es um ein zentrales Thema für die Energieversorgungssicherheit der Schweiz, nämlich um die Resilienz des Stromnetzes. Damit wird die Thematik angegangen, dass weder der von Kollege Graber so geliebte Bandstrom noch der von ihm gehasste Flatterstrom die Versorgungssicherheit der Schweiz alleine sicherstellen kann. Was wir wirklich brauchen, ist Bedarfsstrom. Das heisst, wir brauchen den Strom genau dann, wenn am Morgen die Industriemaschinen eingeschaltet werden, wenn über Mittag gekocht wird und wenn die Elektroautos am Abend an die Ladestationen angeschlossen werden.

Genauso wichtig für die Stabilität des Stromnetzes sowie für die Verfügbarkeit von Strom im richtigen Moment ist, dass zu keinem Zeitpunkt zu viel Strom im Netz ist. Das Netz muss jederzeit in der Balance sein. Hierfür braucht es Speicher, die unterschiedlich rasch und unterschiedlich lang zu- und weggeschaltet werden können. Es gibt also, genau wie bei den Stromerzeugungstechnologien, unterschiedliche Speichertechnologien, die je nach Anwendungsfall besser oder weniger gut geeignet sind. Je mehr Speicher, aber auch je unterschiedlichere Speicher wir zur Verfügung haben, desto resilienter wird das Stromnetz.

Mit meinem Postulat für eine Resilienz- und Speicherstrategie möchte ich den Bundesrat beauftragen, genau diesen Zusammenhang zu untersuchen und die entsprechenden Schlüsse zu ziehen, damit wir auch in Zukunft zur richtigen Zeit die richtige Menge Strom im Netz haben.

Christ Katja · 1VP-F · Conseil national · Bâle-Ville · Groupe vert'libéral

Präsidentin (Christ Katja, erste Vizepräsidentin): Das Postulat wird von Herrn Graber bekämpft.

Graber Michael · Mit-M · Conseil national · Valais · Groupe de l'Union démocratique du Centre

Auf den ersten Blick klingt dieses Postulat harmlos. Es verlangt eine Resilienz- und Speicherstrategie für das Schweizer Stromsystem und will untersuchen, welche regulatorischen Grundlagen angepasst werden müssen, damit sich Produzenten und Verbraucher netzdienlich verhalten. Zudem sollen verschiedene Varianten zu Speichertechnologien, zu Zeithorizonten, zur Importstrategie, zu Resilienzkraftwerken und zum netzdienlichen Einsatz geprüft werden.

Genau hier liegt das Problem. Die Schweiz hat kein Erkenntnisdefizit, sie hat ein Umsetzungsdefizit. Wir wissen längst, wo die Herausforderungen liegen. Fehlende gesicherte Winterproduktion, zunehmende Netzbelastung, hohe Kosten und eine Versorgungssicherheit, die politisch leichtfertig aufs Spiel gesetzt wurde. Was wir nicht brauchen, ist die nächste Strategie, den nächsten Bericht und die nächste Regulierungsrunde. Das Postulat will ausdrücklich neue Anreize und neue regulatorische Grundlagen, also noch mehr Gesetze im Energiebereich schaffen, damit sich Produzenten und Verbraucher im Sinne des Bundes verhalten. Das bedeutet in der Praxis mehr Eingriffe, mehr Bürokratie und mehr Kosten.

Speicher können sinnvoll sein, aber Speicher lösen das Grundproblem nicht, wenn im Winter zu wenig Strom produziert wird. Man kann nur speichern, was zuvor überhaupt erzeugt wurde. Darum braucht die Schweiz vor allem ein Mehr an verlässlicher inländischer Stromproduktion statt immer neuer Planungs- und Steuerungsfantasien. Besonders kritisch ist auch der Verweis auf eine Importstrategie. Gerade in Mangellagen zeigt sich doch, dass man sich auf das Ausland nicht blind verlassen kann. Wenn überall Knappheit herrscht, exportiert niemand aus Solidarität Strom in die Schweiz. Versorgungssicherheit heisst deshalb, die Eigenständigkeit zu stärken und nicht Abhängigkeiten zu verwalten.

Die SVP kämpft für eine sichere, bezahlbare und souveräne Stromversorgung. Dieses Postulat führt jedoch in Richtung stärkerer staatlicher Feinsteuerung statt zu echten Lösungen. Es produziert letztendlich mehr Papier, nicht mehr Strom.

Ich bitte Sie deshalb, das Postulat abzulehnen.

Rösti Albert · BR-M · Conseil fédéral · Berne

Womit Sie recht haben, Herr Nationalrat Graber, ist, dass Strom, der gespeichert wird, zuerst produziert werden muss. Deshalb hat der Bundesrat diesbezüglich eine klare Strategie: Kurzfristig brauchen wir in Mangellagen Reservekraftwerke, mittelfristig brauchen wir mehr Speicherkraftwerke für Winterstrom, allenfalls ein paar Windenergie- oder alpine Solaranlagen. Sie wissen auch, dass wir einen Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative ausarbeiten und mit einem Entwurf für die langfristige Strategie in diesen Rat kommen werden.

Der Bundesrat hat die Annahme des Postulates Schaffner beantragt, weil er bereits an einem runden Tisch Speicherstrategie arbeitet. Er wird das Postulat im Zusammenhang mit den bereits laufenden Arbeiten beantworten. Ich denke, die Zunahme des Angebots und die bereits heute negativen Strompreise im Sommer bei Wärme, wenn alle Solaranlagen laufen, macht es durchaus sinnvoll, zu diesem Bereich einen Bericht zu erstellen. Die Frage ist dann, was wir daraus machen, aber das entscheiden wiederum Sie.

In diesem Sinne beantragt der Bundesrat die Annahme des Postulates Schaffner.

Vote

Präsidentin (Christ Katja, erste Vizepräsidentin): Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Abstimmung - Vote

Für Annahme des Postulates ... 125 Stimmen

Dagegen ... 64 Stimmen

(0 Enthaltungen)