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Plus de flexibilité et de responsabilité individuelle pour les travailleurs à haut revenu
Grossen Jürg · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe vert'libéral
Wir diskutieren hier heute bei meinem Vorstoss über eine einfache Frage. Trauen wir gut qualifizierten, gut bezahlten Arbeitnehmenden etwas mehr Eigenverantwortung zu, oder behandeln wir sie weiterhin so, als würden sie im Arbeitsalltag für jede Stunde eine Vorgabe durch Gesetz und Bürokratie brauchen? Meine Motion verlangt nicht die Abschaffung des Arbeitnehmerschutzes, sie verlangt eine gezielte Modernisierung des Arbeitsgesetzes für Personen mit einem Jahreslohn ab 120 000 Franken, indexiert ab Inkraftsetzung. Und sie sagt ausdrücklich: Begründete Ausnahmen müssen möglich bleiben, etwa für schwangere Frauen, stillende Mütter, Personen mit besonderen Familienpflichten oder Berufsgruppen mit Sicherheitsvorschriften.
Worum geht es also? Es geht um die zahlreichen Menschen, die heute Projektverantwortung tragen, Kunden betreuen, Forschung und Entwicklung vorantreiben, Teams führen, international arbeiten oder sonst irgendwie Verantwortung übernehmen. Diese Arbeitnehmenden werden heute durch starre, überholte Arbeits- und Ruhezeitregeln eingeschränkt - Regeln, die aus einer anderen Arbeitswelt stammen und für eine andere Art Arbeitnehmende geschaffen wurden. Hier braucht es endlich eine Modernisierung. Die Arbeitswelt hat sich nämlich verändert. Wir arbeiten digitaler, internationaler, projektbezogener und flexibler. Viele Arbeitnehmende wollen nicht einfach von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr nachmittags präsent sein. Sie wollen am Nachmittag Kinder abholen, am Abend nochmals konzentriert arbeiten oder während einer intensiven Projektphase mehr leisten und diese Zeit später kompensieren.
Das ist nicht Ausbeutung, das ist moderne Vereinbarkeit, wenn sie freiwillig, fair und mit Eigenverantwortung geschieht. Der Schweizerische Arbeitgeberverband hat diese Teilflexibilisierung des Arbeitsgesetzes als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet, aber auch klar gesagt, weitere Flexibilisierungen seien angezeigt. Auch der Bundesrat unterstützt bei der Telearbeit zum Beispiel mehr Flexibilität, wenn Arbeitnehmende ihre Arbeitszeit zu einem namhaften Teil selber festsetzen können. Genau dieser Gedanke steht hinter meiner Motion.
Die Gegnerinnen und Gegner sagen nun, das gefährde den Gesundheitsschutz. Diesen Einwand nehme ich selbstverständlich ernst, aber mit Verlaub: Dieses Argument greift hier in diesem Fall zu kurz. Erstens bleibt der Gesundheitsschutz selbstverständlich bestehen; ich wüsste nicht, weshalb nicht. Zweitens betrifft die Motion nicht Menschen in tiefen Lohnsegmenten, nicht Menschen mit wenig Verhandlungsmacht, nicht prekäre Arbeitsverhältnisse usw. Und drittens sind Ausnahmen ausdrücklich vorgesehen. Heute haben wir bereits eine Ausnahme für höhere leitende Tätigkeiten. Das Problem ist, dass diese Ausnahmen im Moment sehr eng gesteckt und stark funktionsbezogen sind. Das SECO hält fest, dass die blosse Lohnhöhe, Unterschriftsberechtigungen oder Personalverantwortung nicht ausreichen. Genau deshalb fallen viele gute und gut qualifizierte Fachspezialistinnen, Projektleiter, IT-Verantwortliche, Ingenieurinnen und Ingenieure und Personen in Beratungsfunktionen weiterhin unter die starren Regeln, obwohl sie faktisch sehr selbstständig arbeiten. Das ist nicht mehr zeitgemäss.
Wir reden viel über Fachkräftemangel; wir reden viel über Standortattraktivität; wir reden viel über Digitalisierung und Innovation. Dann sollten wir aber auch über die Rahmenbedingungen sprechen und sie so gestalten, dass moderne Arbeit möglich ist und dem Arbeitsgesetz auch entspricht. Travail Suisse warnt vor einer einseitigen Flexibilisierung, vor längeren Arbeitstagen oder schlechter Vereinbarkeit. Aber diese Warnung ist oder wäre dort berechtigt, wo Arbeitnehmende wenig Einfluss haben. Genau deshalb zieht meine Motion eben eine klare Linie: hohe Einkommen, hohe Autonomie, Ausnahmen für Schutzbedürftige.
Die Schweiz ist stark, weil sie Verantwortung ermöglicht, weil sie nicht jedes Detail zentral überreguliert und weil sie Unternehmen und Arbeitnehmenden etwas zutraut sowie das Finden pragmatischer Lösungen auch ermöglicht. Genau das brauchen wir auch im Arbeitsgesetz. Diese Motion ist deshalb ein Auftrag an den Bundesrat, eine differenzierte Lösung vorzulegen: mehr Freiheit für diejenigen, die sie wollen und auch tragen können, und weiterhin Schutz für diejenigen, die ihn brauchen.
Ich bitte Sie deshalb: Stimmen Sie dieser Motion zu, für einen modernen Arbeitsmarkt, für mehr Eigenverantwortung, für weniger Bürokratie und für eine Schweiz, die den Menschen im Arbeitsleben etwas zutraut.
Dandrès Christian · Mit-M · Conseil national · Genève · Groupe socialiste
Monsieur Grossen, les règles que vous voulez modifier ont pour but de protéger la santé des salariés. Pensez-vous vraiment que le fait de toucher 9000 francs par mois rend plus résistant à la pression ? Ces règles protègent aussi la vie de famille : pensez-vous aussi que le fait de toucher 9000 francs par mois a pour conséquence que les enfants ont moins besoin que leurs parents s'occupent d'eux ?
Grossen Jürg · Mit-M · Conseil national · Berne · Groupe vert'libéral
Ich habe den Gesundheitsschutz in meinem Votum angesprochen. Ich nehme das selbstverständlich ernst. Ich finde es wichtig, den Gesundheitsschutz auch für Personen mit höheren Einkommen zu haben. Ich glaube jedoch, dass wir das starre Arbeitsgesetz, wie wir es heute haben, nicht einfach weiterführen können. Ganz viele Leute arbeiten heute anders, vielleicht am Wochenende oder spät am Abend, und das ist eigentlich nicht mit dem Arbeitsgesetz vereinbar. Sie wollen das aber so, sie haben dadurch eine Flexibilität, und diese möchte ich ihnen ermöglichen, ohne dass sie damit gegen das Arbeitsgesetz verstossen. Aber selbstverständlich ist auch mir der Gesundheitsschutz sehr wichtig.
Parmelin Guy · BPR-M · Conseil fédéral · Vaud
La motion vise à modifier la loi sur le travail de manière à libéraliser largement les dispositions relatives au temps de travail et de repos pour les personnes dont le salaire annuel est supérieur à 120 000 francs. Toutefois, les femmes enceintes, les mères qui allaitent et les travailleurs ayant des responsabilités familiales doivent notamment en être exemptés. Le Conseil fédéral est d'avis que la loi sur le travail octroie suffisamment de marge de manoeuvre aux entreprises dans l'aménagement des horaires et de la durée du travail. D'une part, les dispositions générales permettent déjà de travailler de manière flexible. Par exemple, la durée maximum de la semaine de travail peut être dépassée, notamment en cas d'urgence, et la durée du repos quotidien peut être réduite une fois par semaine de onze à huit heures. D'autre part, il existe des dispositions concrètes qui sont précisément adaptées aux besoins de certains travailleurs ou d'un secteur particulier. Ainsi, les travailleurs dont le salaire annuel brut est supérieur à 120 000 francs disposent déjà d'une grande autonomie dans leur travail et peuvent, dans la majorité des cas, fixer eux-mêmes leurs horaires de travail. Les dispositions suivantes s'appliquent, pour mémoire : renonciation à la saisie de la durée de travail si cette dernière est prévue dans une convention collective de travail - c'est l'article 73a de l'ordonnance 1 relative à la loi sur le travail ; régime particulier d'horaires annualisés dans les domaines de l'audit, de l'activité fiduciaire et du conseil fiscal - c'est l'article 34a de l'ordonnance 2 relative à la loi sur le travail (OLT 2). De plus, il existe d'autres exemples où des horaires de travail particulièrement flexibles sont prévus. Pour les entreprises actives dans les technologies de l'information et de la communication, il existe une disposition spéciale prévoyant des horaires de travail et de repos plus souples. C'est l'article 32b OLT 2.
Par ailleurs, dans le cadre de la mise en oeuvre de l'initiative parlementaire Burkart 16.484, "Assouplir les conditions encadrant le télétravail", le Parlement discute d'horaires plus flexibles dans le cadre du télétravail. Un autre projet du Parlement et des travaux de la Confédération en découlant prévoient de mettre en place des horaires de travail et de repos plus flexibles pour les start-up. C'est le projet de l'article 32c OLT 2. Toutes ces dispositions ont été élaborées avec les partenaires sociaux dans un esprit de compromis. On a toujours veillé à trouver un équilibre entre les intérêts des travailleurs et ceux des employeurs. C'est ainsi que l'objectif premier de la loi sur le travail, à savoir la protection de la santé de tous les travailleurs, est également garanti. Supprimer de manière générale les règles relatives à la durée du travail et du repos pour tous les travailleurs aux revenus supérieurs irait à l'encontre de cet objectif.
Le Conseil fédéral vous propose donc de ne pas adopter cette motion.
Vote
Le président (Page Pierre-André, président): Le Conseil fédéral propose de rejeter la motion.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 129 Stimmen
Dagegen ... 59 Stimmen
(3 Enthaltungen)