24.4494
Non aux quotas au sein des organes dirigeants des organisations faîtières et des organisations sportives
Page Pierre-André · P-M · Conseil national · Fribourg · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Antrag der Mehrheit
Annahme der Motion
Antrag der Minderheit
(Brenzikofer, Alijaj, Brizzi, Christ, Gantenbein, Marti Min Li, Prelicz-Huber, Stämpfli, Revaz, Rosenwasser)
Ablehnung der Motion
Proposition de la majorité
Adopter la motion
Proposition de la minorité
(Brenzikofer, Alijaj, Brizzi, Christ, Gantenbein, Marti Min Li, Prelicz-Huber, Stämpfli, Revaz, Rosenwasser)
Rejeter la motion
Le président (Page Pierre-André, président): Vous avez reçu un rapport écrit de la commission.
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Ich sage es gleich zu Beginn und ganz persönlich: Für mich ist eine Quote eine Beleidigung - egal, ob im Sport, in der Wirtschaft oder in der Politik. Ich möchte ein Amt übernehmen, weil man mir diese Aufgabe zutraut, weil ich etwas kann, Leistung bringe und Verantwortung übernehme - nicht, weil ich eine Frau bin und irgendwo noch ein Häkchen gesetzt werden muss. Genau deshalb wehre ich mich gegen diese Geschlechterquote. Denn ich bin überzeugt, dass wir den Frauen mit solchen Quoten langfristig keinen Gefallen tun. Im Gegenteil: Solche Quoten können sogar zu einem Rückschritt führen. Wenn eine Frau in einen Vorstand gewählt wird, in dem eine Quote erfüllt werden muss, steht sofort die Frage im Raum: Wurde sie gewählt, weil sie die Beste für diese Aufgabe ist oder weil man eine Frau gebraucht hat? Und schon trägt sie den Stempel "Quotenfrau", egal, wie fähig sie ist, und egal, wie viel Erfahrung sie mitbringt. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Männer. Ich will keine Quotenfrau sein, und ich glaube auch nicht, dass Frauen darauf angewiesen sind, dass der Staat ihnen einen Sitz reserviert. Wir Frauen können unseren Platz selbst einnehmen. Das Geschlecht darf weder Eintrittsticket noch Ausschlusskriterium sein. Entscheidend müssen Kompetenz, Engagement und Eignung sein.
Gerade im Schweizer Sport zeigt sich zudem, wie realitätsfremd eine starre Vorgabe sein kann. Nehmen wir zum Beispiel das Schwingen. Der Eidgenössische Schwingerverband zählt rund 68 000 Mitglieder. Lediglich rund 10 Prozent davon sind Frauen. Bei rund 6000 aktiven Schwingern sind gemäss Verband gerade einmal 21 weiblich. Trotzdem soll auf Ebene der Dachorganisation eine Geschlechtervertretung von 40 Prozent erreicht werden. Wie soll dies vernünftig funktionieren? Wir können doch nicht eine Sportart mit rund 90 Prozent männlichen Mitgliedern nach demselben Schema behandeln wie eine Sportart mit ausgeglichener Geschlechterverteilung.
Swiss Olympic verweist hier auf den Grundsatz "comply or explain". Verbände wie der Eidgenössische Schwingerverband könnten also erklären, weshalb sie die Vorgabe nicht oder noch nicht erfüllen können. Aber genau das zeigt doch das Problem. Wenn wir bereits wissen, dass eine Regel für gewisse Sportarten nicht sinnvoll umsetzbar ist und deshalb Ausnahmen und Rechtfertigungen nötig sind, müssen wir uns fragen, ob diese Regel überhaupt sinnvoll ist. "Comply or explain" bedeutet letztlich: Erfülle unsere Vorgabe oder erkläre uns, weshalb du sie nicht erfüllen kannst. Damit schaffen wir nichts anderes als noch mehr zusätzliche Bürokratie. Der Verband muss dokumentieren und begründen. Jemand anderes muss diese Begründung prüfen und beurteilen. Unsere Sportverbände sollen ihre Ressourcen aber in den Sport, in den Nachwuchs und in die Vereine investieren und nicht in Rechtfertigungen für Vorgaben, die an ihrer Realität vorbeigehen. Wenn eine Regel Ausnahmen braucht, damit sie vernünftig funktioniert, ist nicht der Verband das Problem, sondern die Regel.
Das Absurde daran ist, dass die angestrebte Entwicklung längst stattfindet. Beim Schwingen wird bereits ein kantonaler Verband von einer Frau präsidiert. In weiteren Verbänden und zahlreichen Clubs sind Frauen verständlicherweise in Vorständen vertreten. Genau so soll es sein: Frauen übernehmen Verantwortung, weil sie sich engagieren, weil sie kompetent sind und weil man ihnen ihre Aufgabe zutraut, und nicht, weil eine Quote es vorschreibt.
Meine Motion verhindert übrigens überhaupt nicht, dass Frauen gefördert werden. Swiss Olympic kann weiterhin für mehr Frauen in Führungspositionen werben. Verbände können Frauen gezielt fördern und sich freiwillig Ziele setzen. Zwischen Fördern und Vorschreiben besteht jedoch ein entscheidender Unterschied. Ich bin für Chancengleichheit; ich bin dafür, dass Frauen Verantwortung übernehmen und Führungspositionen besetzen - aber ich bin gegen staatlich verordnete Quoten. Denn echte Gleichberechtigung bedeutet für mich: Es spielt keine Rolle, ob ein Mann oder eine Frau vor mir steht. Entscheidend ist, ob diese Person für die Aufgabe geeignet ist.
Wer Frauen ernst nimmt, braucht keine Quote. Wer Frauen etwas zutraut, braucht auch keine Quote. Wer Leistung und Engagement ins Zentrum stellt, braucht erst recht keine Quote. Geben wir den Sportverbänden diese Freiheit zurück, und geben wir den Frauen die Chance, aufgrund ihrer Fähigkeiten gewählt zu werden und nicht aufgrund einer Prozentzahl.
Ich bitte Sie deshalb, meine Motion anzunehmen.
Michaud Gigon Sophie · Mit-F · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S
J'ai l'impression que l'on ne parle pas de la même chose. Il ne s'agit pas de quotas, mais de prescriptions de bonne gouvernance. Il ne s'agit pas de clubs, mais de fédérations nationales. Il ne s'agit pas d'obligations, mais d'explications à donner si on n'arrive pas à atteindre ces objectifs. Avez-vous reçu beaucoup d'interpellations de fédérations sportives nationales qui vous ont dit qu'elles avaient un très gros problème pour expliquer pourquoi elles ne pouvaient pas avoir 40 pour cent de femmes ou d'hommes dans leur organe de direction ?
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Geschätzte Frau Kollegin, besten Dank für diese Frage; ich glaube, wir müssen einfach auf alle Clubs und Verbände schauen. Jeder Club ist anders. Ich habe das Beispiel des Schwingens gebracht. Diese Clubs sind anders aufgestellt als zum Beispiel - ich sage jetzt irgendetwas - Swiss Tennis oder ein Club im Bereich des Skifahrens, wo die Geschlechtervertretung ausgewogen ist. Wir müssen aber die Verantwortung bei den Vereinen belassen. Es kann doch nicht sein, dass eine Frau aufgrund ihres Geschlechtes in ein Amt kommt, welches sie vielleicht gar nicht möchte. Der Schweizerische Fussballverband zum Beispiel musste mithilfe eines externen Büros zwei neue Damen rekrutieren. Sie wissen das selbst, ich glaube, die eine ist eine Kollegin von Ihnen.
Rosenwasser Anna · Mit-F · Conseil national · Zurich · Groupe socialiste
Geschätzte Frau Kollegin, was nicht in Ihr Votum Eingang gefunden hat, ist die Tatsache, dass die Quote als Reaktion auf Missbrauch - Machtmissbrauch wie auch sexuellen Missbrauch - im Sportwesen eingeführt worden ist und sich bewährt hat.
Die Frage, die sich mir stellt, ist: Welche Wege sehen Sie, um Machtmissbrauch und sexuellem Missbrauch im Sport vorzubeugen?
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Also ich habe in meiner Motion nirgends gesagt, dass die Verbände und Vereine das nicht mehr selbst in die Statuten schreiben können. Jeder Verein und jeder Verband kann eine Quote selbstständig festhalten, und so werden die Verbände das auch machen. Die Missbrauchsfälle waren nicht in allen Sportarten gleich häufig. Sportarten, die gute Erfahrungen mit Quoten gemacht haben, werden das weiterhin machen. Aber wir schaffen mehr Bürokratie, wenn man erklären muss, wieso man das nicht einhalten kann, etwa, weil es sich z. B. um eine typische Männer- oder um eine typische Frauensportart handelt.
Brenzikofer Florence · Mit-F · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe des VERT-E-S
Frau Kollegin Heimgartner, es gilt die Regelung "comply or explain", auch wenn die Werte, die Prozentzahlen nicht erreicht werden. Wir haben das auch in der Kommission diskutiert, auch im Zusammenhang mit dieser Motion. Können Sie sagen, was es mit "comply or explain" auf sich hat?
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Ich habe das in meinem Votum gesagt. Ein typisches Beispiel ist der Eidgenössische Schwingerverband. Er kann darlegen und begründen, weshalb er nicht 40 Prozent Frauen im Vorstand hat.
Ich habe das auch auf die vorherige Frage geantwortet. Wir schaffen da massive Bürokratie. Es geht schlussendlich nicht mehr um den Sport, wenn sich der Verband und andere Personen damit befassen müssen, Regelungen zu erstellen und zu erklären, weshalb sie das Ziel nicht erreicht haben. Wir müssen uns um den Sport, um die Nachwuchsförderung kümmern, aber nicht um solche Regeln, die wir dann nicht einhalten können.
Zryd Andrea · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe socialiste
Geschätzte Kollegin Heimgartner, Sie haben mich quasi nach vorne gerufen. Sie haben vorhin von Clubs und Vereinen gesprochen. Wollen Sie denn nicht bei Zentralvorständen und Dachorganisationen einwirken? Es ist ja auf den unteren Ebenen bereits geregelt und kein Problem, wie sie es handhaben.
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Geschätzte Frau Kollegin, es geht bei dieser Motion zwar um die Dachverbände, doch unsere Vereine sind föderal aufgebaut. Wenn wir in den Dachverbänden eine Quote benötigen, werden die Mitglieder von unten nach oben gefördert: Meist beginnt jemand in einem regionalen Club, wechselt in einen kantonalen Verein und gelangt schliesslich in die Dachorganisation. Deshalb müssen wir auch oben eingreifen, damit dies unten Auswirkungen hat und umgekehrt.
Bertschy Kathrin · Mit-F · Conseil national · Berne · Groupe vert'libéral
Geschätzte Frau Kollegin Heimgartner, ich möchte die Frage von Sophie Michaud Gigon wiederholen; ich glaube, sie wurde nicht verstanden. Frau Michaud Gigon hat darauf hingewiesen, dass es sich um einen Geschlechterzielwert handelt und nicht um eine Quote und dass der Zielwert von 40 Prozent in einem Comply-or-Explain-Ansatz für die 87 Dachverbände zu erfüllen ist. Können Sie uns noch einmal beantworten, wie viele der 87 Dachverbände Ihnen die Rückmeldung gegeben haben, dass sie Mühe haben, den Comply-or-Explain-Ansatz umzusetzen?
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Besten Dank, Frau Kollegin, für die Übersetzung der Frage. Ich habe sie offensichtlich wirklich nicht ganz richtig verstanden.
Ich habe nicht mit jedem der 87 Dachverbände gesprochen, aber für mich ist es eine Grundsatzfrage, dass wir bei einem solchen Thema keine Quoten oder Zielvorstellungen festlegen. Denn es geht mir darum, dass eine fähige Person im richtigen Amt ist. Da ist es mir wirklich egal, ob es ein Mann, eine Frau oder von mir aus auch ein "Es" ist.
Brizzi Simona · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe socialiste
Geschätzte Kollegin Heimgartner, meine Frage: Die Erfüllung des Geschlechterzielwertes von 40 Prozent betrifft ja nur die 87 nationalen Dachverbände. Können Sie bestätigen, dass die 18 000 Sportvereine, die auf regionaler Ebene arbeiten, davon nicht betroffen sind?
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Geschätzte Frau Kollegin Brizzi, nein, das kann ich nicht bestätigen. Es geht schon nur um die Dachorganisationen. Aber woher kommen die Vorstandsmitglieder in diesen Dachorganisationen? Sie kommen in einem föderalen System von unten nach oben, wie ich es schon mehrmals erwähnt habe. Sie werden in den Regionalverbänden und dann in den kantonalen Verbänden aufgebaut, und erst dann kommen sie in die nationalen Verbände. Wenn wir also oben etwas anpassen, wirkt sich das automatisch nach unten aus. Deshalb betrifft es alle.
Barandun Nicole · Mit-F · Conseil national · Zurich · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
Frau Heimgartner, ich habe eine Frage: Liege ich richtig mit der Annahme, dass es hier vor allem um Verbände geht, die auch von Bundesmitteln profitieren?
Heimgartner Stefanie · Mit-F · Conseil national · Argovie · Groupe de l'Union démocratique du Centre
Es geht um alle Verbände.
Meier Andreas · Mit-M · Conseil national · Argovie · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
La Commission de la science, de l'éducation et de la culture a examiné la motion Heimgartner 24.4494. Cette motion charge le Conseil fédéral de faire en sorte que le sexe ne soit plus une condition déterminante pour la composition des organes dirigeants des organisations faîtières et des organisations sportives. Le 4 juin dernier, notre conseil a transmis cette motion à notre commission pour l'examen préalable. Des informations différentes nous étaient parvenues concernant sa mise en oeuvre dans la pratique. La situation a évolué dans plusieurs fédérations. En même temps, la mise en oeuvre reste plus ou moins difficile selon les disciplines sportives et les structures des fédérations. La commission devait donc examiner si la réglementation en vigueur est proportionnée et adaptée à la pratique.
Aujourd'hui, une représentation d'au moins 40 pour cent de chaque sexe est prévue dans les organes dirigeants des fédérations sportives nationales. Cette règle n'est toutefois pas appliquée de manière rigide. Au niveau des fédérations nationales, le principe "comply or explain" s'applique. Une fédération qui ne peut pas respecter cette exigence peut expliquer pourquoi et indiquer les mesures qu'elle prévoit pour l'avenir. L'administration a indiqué à la commission qu'à la fin de l'année 2025, plus de 90 pour cent des fédérations nationales respectaient déjà l'exigence concernant la représentation des femmes et des hommes. Swiss Olympic et l'Office fédéral du sport sont en contact avec les autres fédérations.
Les débats de la commission ont toutefois montré que les réalités diffèrent fortement d'une discipline sportive à l'autre. Dans certains sports, la proportion de femmes et d'hommes est relativement équilibrée. Dans d'autres, la grande majorité des membres appartiennent au même sexe. La commission a notamment discuté de l'exemple de la lutte suisse. Environ 90 pour cent des membres de la fédération sont des hommes. L'administration a confirmé que les structures actuelles rendent très difficile le respect de la règle des 40 pour cent au niveau national. La fédération a pu expliquer cette situation de manière plausible. L'administration a accepté cette explication et continue à suivre l'évolution de la situation.
C'est précisément sur cette question que les avis ont divergé au sein de la commission. Les opposants à la motion estiment que le système actuel est suffisamment flexible grâce au principe "comply or explain" et qu'il produit déjà des résultats. La majorité de la commission ne remet en question ni l'objectif d'une meilleure représentation des femmes dans les organes dirigeants ni l'importance d'une bonne gouvernance dans le sport. Elle estime cependant qu'une règle fédérale uniforme de 40 pour cent ne tient pas suffisamment compte des grandes différences entre les disciplines sportives et les structures des fédérations. Pour la majorité, les fédérations doivent disposer de plus de responsabilités et pouvoir trouver des solutions adaptées à leur propre situation.
Par 12 voix contre 10 et 3 abstentions, la commission vous propose donc d'adopter la motion.
Ich fasse die wesentlichen Punkte der Kommissionsberatung auch auf Deutsch zusammen.
Heute gilt für die Leitungsorgane der nationalen Sportverbände grundsätzlich eine Vertretung jeden Geschlechts von mindestens 40 Prozent. Gleichzeitig wird diese Vorgabe nicht starr angewendet. Mit dem Prinzip "compliance explained" kann ein Verband begründen, weshalb er die Vorgabe nicht erfüllen kann und welche Schritte er für die Zukunft vorsieht. Ende 2025 erfüllten bereits mehr als 90 Prozent der nationalen Verbände die Anforderungen bezüglich der Vertretung der Geschlechter.
Die entscheidende Frage ist, ob eine vom Bund vorgegebene einheitliche Quote von 40 Prozent angesichts der Vielfalt der Sportarten und Verbandsstrukturen verhältnismässig ist. Die Mehrheit der Kommission ist der Auffassung, dass die Verbände mehr Freiheit erhalten sollen, um dieses Ziel entsprechend ihrer eigenen Situation zu erreichen.
Mit 12 zu 10 Stimmen bei 3 Enthaltungen beantragt Ihnen die Kommission, die Motion 24.4494 anzunehmen.
Michaud Gigon Sophie · Mit-F · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S
Si je vous suis bien, la commission a donc validé que ce n'était pas un problème, à part pour l'Association fédérale de lutte suisse, qui représente une petite partie des sportifs en Suisse et qui peut expliquer pourquoi elle n'arrive pas à 40 pour cent. On constate que c'est mieux d'avoir une bonne répartition des genres dans les organes de direction, que cela fonctionne mieux et que la qualité augmente. À la suite de ces constats, la commission s'est dit qu'il fallait changer les règles, alors que 90 pour cent des fédérations y arrivent. C'est donc vraiment le résumé que l'on peut tirer de la décision que vous avez prise.
Meier Andreas · Mit-M · Conseil national · Argovie · Le Groupe du Centre. Le Centre. PEV.
En définitive, je crois que nous avons les mêmes réponses concernant votre question. Nous voyons que, pour la majorité des organisations, les structures sont déjà conformes aux dispositions de la Confédération. Mais notre question est autre : est-ce le devoir du politique et de notre pays d'obliger les organisations à organiser leurs structures, comme l'indique la loi, ou peut-on laisser la liberté à chaque organisation de les organiser elle-même, démocratiquement, dans le respect de ses statuts, sans que cela passe au Parlement par le biais de lois fédérales, par exemple ?
Brenzikofer Florence · Mit-F · Conseil national · Bâle-Campagne · Groupe des VERT-E-S
Die Motion Heimgartner verlangt, die Vorgaben zur ausgewogenen Geschlechtervertretung in Leitungsorganen von Sportverbänden wieder abzuschaffen. Ich beantrage Ihnen im Namen einer starken Minderheit, die Motion abzulehnen.
Ich möchte gleich zu Beginn einen Punkt festhalten, der in den Diskussionen immer wieder falsch wiedergegeben wird: Wir reden hier nicht über einen starren Zielwert oder über Verpflichtungen und Zwänge für den ganzen Schweizer Sport. Die verbindliche Vorgabe von mindestens 40 Prozent je Geschlecht gilt für Swiss Olympic und die nationalen Sportverbände. Für die rund 18 000 regionalen und lokalen Sportvereine gibt es keine fixe 40-Prozent-Quote. Sie müssen lediglich eine eigene Regelung zur ausgewogenen Geschlechtervertretung vorsehen. Selbst davon soll nach einer Empfehlung des BASPO künftig abgesehen werden können. Das kann uns Bundesrat Pfister in seinen Ausführungen bestimmt bestätigen.
Swiss Olympic empfiehlt den Vereinen einen Zielwert von 40 Prozent; sie dürfen aber davon abweichen. Auch bei den nationalen Verbänden gilt kein starrer Automatismus. Es gilt der Grundsatz "comply or explain"; wir haben es gehört. Wer die 40 Prozent nicht erreicht, kann erklären, weshalb dies nicht möglich ist, und muss aufzeigen, welche Massnahmen er ergreift, um den Zielwert langfristig zu erreichen.
Das System ist differenziert und berücksichtigt unterschiedliche Strukturen. Selbst Verbände mit einer stark geschlechtsspezifischen Mitgliederstruktur akzeptieren dieses Vorgehen. Ich möchte als Beispiel hier den Eidgenössischen Schwingerverband nennen, den die Motionärin, Frau Heimgartner, ebenfalls genannt hat - selbst dieser Verband akzeptiert es. Entscheidend ist, ob überhaupt eine ausreichende Zahl von Mitgliedern oder Funktionärinnen und Funktionären des anderen Geschlechts vorhanden ist.
Warum sollen wir diese Regelung, kaum ist sie eingeführt worden, nun wieder abschaffen? Die Zahlen sprechen eine klare Sprache gegen die Motion. Gemäss Swiss Olympic lag der Frauenanteil bei den stimmberechtigten Vorstandsmitgliedern im Jahr 2024 erst bei 28 Prozent. Bei den Präsidien waren es sogar nur 14 Prozent, bei den CEO rund 16 Prozent. Gleichzeitig zeigt Swiss Olympic, dass der Frauenanteil in den Vorständen seit Einführung der neuen Regelung gestiegen ist.
Die ausgewogene Geschlechtervertretung ist ausdrücklich als wichtiges Führungsinstrument der Good Governance zu verstehen und basiert auf der Comply-or-explain-Regelung. Die aktuellen Zahlen zeigen es; wir haben es gehört: Der Ansatz funktioniert. 87 Prozent der Verbände erfüllen die Vorgaben oder befinden sich in einem anerkannten Umsetzungsprozess. Auch die Überprüfung des BASPO per Ende 2025 bestätigt diese Zahlen.
Genau deshalb wäre es falsch, jetzt mitten in der Umsetzung den Stecker zu ziehen. Wir sollten auch nicht so tun, als würde der Bund hier den Sportvereinen vorschreiben, wer in ihrem Vorstand sitzen muss. Die Vorgaben knüpfen an die Gewährung von Bundesbeiträgen an. Wer öffentliche Mittel erhält, muss bestimmte Regeln der Good Governance erfüllen. Für die regionalen und lokalen Vereine gibt es aber eben gerade keine verbindliche 40-Prozent-Quote.
Die Regelung steht zudem nicht isoliert da. Sie orientiert sich an der Gleichstellungsstrategie des Bundes, die ebenfalls einen Zielwert von 40 Prozent in den obersten Leitungsorganen bundesnaher Unternehmen und Anstalten vorsieht. Ausserdem entspricht sie internationalen Entwicklungen, etwa den Good-Governance-Prinzipien des IOC.
Wir wissen auch, warum diese Frage für den Sport relevant ist. In den Magglingen-Protokollen haben zahlreiche Athletinnen, darunter auch Spitzensportlerinnen, berichtet, dass ihre spezifischen Bedürfnisse in den Leitungsgremien ihres Sports zu wenig erkannt würden. Genannt wurden beispielsweise Garderoben, zyklusbasiertes Training oder unterschiedliche Leistungskurven.
Selbst der gut organisierte Sport bittet uns, diese Regelung beizubehalten. Denn wir sind überzeugt: Frauen und Männer sollen im Sport nicht nur auf dem Spielfeld oder in Trainingshallen präsent sein. Sie sollen auch mitgestalten, Verantwortung übernehmen und dort vertreten sein, wo über die Zukunft des Sports entschieden wird. Denn letztlich wollen wir alle dasselbe: Wir wollen durchmischte Gremien in Vereinen und Verbänden sowie eine möglichst grosse Auswahl an Kandidatinnen und Kandidaten. Denn schliesslich stärkt dies das Ehrenamt, und wir wissen alle, wie wichtig dieses für das Weiterbestehen unserer Vereinskultur ist. Frauen brillieren heute in Wettkämpfen, füllen Stadien und begeistern uns alle. Führen wir den eingeschlagenen Weg einer funktionierenden Governance-Regel weiter, damit Frauen auch dort adäquat vertreten sind, wo Entscheidungen getroffen werden.
Danke, dass Sie meine Minderheit unterstützen.
Pfister Martin · BR-M · Conseil fédéral · Zoug
Anforderungen an eine ausgewogene Geschlechtervertretung in Leitungsorganen von Sportorganisationen können zu starken und resilienten Organisationen beitragen. Das BASPO und Swiss Olympic sind aber bereit, bei den Vorgaben zu differenzieren. Die Sportförderungsverordnung lässt dem Dachverband des Schweizer Sports, Swiss Olympic, einen grossen Spielraum bei der Ausgestaltung der Vorgaben im Branchenstandard. Einzig die Geschlechterquote von 40 Prozent in den Leitungsorganen von Swiss Olympic und den nationalen Sportverbänden ist eine materielle Bedingung von Artikel 72d. Die Vorgabe ist bereits grossflächig umgesetzt. Über 90 Prozent der nationalen Sportverbände haben ihre Verbandsstatuten den Vorgaben entsprechend angepasst und die 40-Prozent-Quote verankert.
Der Bundesrat ist sich bewusst, dass es für einzelne Verbände aufgrund ihrer individuellen Ausgangslage schwierig ist, die erwartete Quote unmittelbar oder in kurzer Zeit zu erreichen. Deshalb sieht die Verordnung vor, dass sich diese Verbände erklären und aufzeigen können, mit welchen Massnahmen sie sich einer ausgewogenen Geschlechterverteilung annähern. So haben beispielsweise in den letzten Monaten Gespräche mit dem Eidgenössischen Schwingerverband stattgefunden; darauf wurde schon mehrmals hingewiesen. Das VBS akzeptiert ausdrücklich die vom Schwingerverband vorgeschlagenen Massnahmen. Ich bin sogar der Meinung, er hat eine sehr gute, eine vorbildliche Lösung gefunden. Die vom Branchenstandard vorgesehene Comply-or-explain-Regel ist mustergültig zur Anwendung gekommen.
Die Vorgabe einer Geschlechtervertretung von 40 Prozent gilt nicht für lokale Vereine oder Sportorganisationen. Die Sportförderungsverordnung macht für die Vereine keine materielle Vorgabe. Hier wird auf die Selbstregulierung des Sports gesetzt. Ausserdem soll auch der Branchenstandard von Swiss Olympic die formelle Verankerung einer Quotenregelung in den Statuten nicht mehr vorschreiben.
Ich komme zum Fazit. 90 Prozent der Verbände haben die Quotenvorgabe bereits umgesetzt. Für Einzelfälle gibt es eine praxisnahe Ausnahmeregelung, und für Vereine gilt die Vorgabe gar nicht. Es braucht also keine Anpassung der Sportförderungsverordnung.
Deshalb empfiehlt Ihnen der Bundesrat, diese Motion abzulehnen.
Weber Céline · Mit-F · Conseil national · Vaud · Groupe vert'libéral
Monsieur le conseiller fédéral, on peut comprendre qu'une partie de cet hémicycle craint d'adopter cette motion parce qu'elle risque de créer une certaine bureaucratie auprès des associations quand elles devront expliquer pourquoi les quotas n'ont pas été atteints. Pouvez-vous nous garantir aujourd'hui qu'en adoptant cette motion, on ne va pas créer de la bureaucratie compliquée, qu'il n'y aura pas cinq ou six pages de formulaire à remplir, mais que quelques phrases suffiront pour expliquer qu'on ne peut pas atteindre les quotas ?
Pfister Martin · BR-M · Conseil fédéral · Zoug
Der bürokratische Aufwand ist, falls er überhaupt entsteht, sehr bescheiden, da die Regelung, wie gesagt, nur die Dachverbände und dort auch nur sehr wenige Organisationen betrifft - der eidgenössische Schwingerverband wurde erwähnt. Gemäss den Organisationen geht es relativ unbürokratisch zu, sogar ganz ohne Bürokratie mit einer Sitzung; und es ist ohnehin das Beste, wenn man miteinander spricht.
Michaud Gigon Sophie · Mit-F · Conseil national · Vaud · Groupe des VERT-E-S
Monsieur le conseiller fédéral, après ce débat de haute importance, on a visiblement réglé la situation. Le problème était que l'on n'avait pas de solution pour l'Association fédérale de lutte suisse. Maintenant, on en a une, puisque vous avez expliqué que tout a été réglé entre vous et eux. Peut-on donc estimer que la motion n'est plus nécessaire et qu'il n'y a pas de besoin d'agir ?
Pfister Martin · BR-M · Conseil fédéral · Zoug
Pour ce qui concerne l'Association fédérale de lutte suisse, il est clair qu'il n'y a plus de nécessité d'agir, mais si l'on veut régler cela de manière générale, on peut en discuter.
Vote
Le président (Page Pierre-André, président): La majorité de la commission propose d'adopter la motion. Une minorité Brenzikofer et le Conseil fédéral proposent de la rejeter.
Abstimmung - Vote
Für Annahme der Motion ... 109 Stimmen
Dagegen ... 81 Stimmen
(6 Enthaltungen)