AS 2008 1049

Verordnung des EDI
über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher
Stoffe zu Lebensmitteln

Änderung vom 7. März 2008

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI)
verordnet:

I

Die Verordnung des EDI vom 23. November 20051 über den Zusatz essenzieller oder physiologisch nützlicher Stoffe zu Lebensmitteln wird wie folgt geändert:

Art. 1 Abs. 1

Diese Verordnung regelt die Anreicherung von Lebensmitteln mit essenziellen oder physiologisch nützlichen Stoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen Stoffen sowie deren Kennzeichnung und Anpreisung.

Art. 2 Erlaubte und verbotene Zusätze

Zur Erhaltung oder Verbesserung des Nährwertes oder aus Gründen der Volksgesundheit dürfen Lebensmitteln die in Anhang 1 aufgeführten Vitamine, Mineralstoffe und sonstigen Stoffe zugesetzt werden.

Zulässig sind Verbindungen von Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen Stoffen nach Anhang 2.

Der Zusatz von Vitaminen, Mineralstoffen und sonstigen Stoffen zu Lebensmitteln nach Anhang 4 ist verboten.

Vorbehalten bleiben die Bestimmungen zu den einzelnen Lebensmitteln.

Art. 6 Abs. 1bis und 2–4

Werden einem Lebensmittel Vitamine, Mineralstoffe oder sonstige Stoffe zugesetzt so ist eine Nährwertkennzeichnung nach den Artikeln 22–29 der Verordnung des EDI vom 23. November 20052 über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln obligatorisch. Davon ausgenommen ist die Verwendung von iodiertem oder fluoridierten Speisesalz, Kochsalz oder Salz.

Der aufgeführte Vitamingehalt darf auch bei einer Überdosierung nach Artikel 4 nicht grösser sein als die empfohlene Tagesdosis in der Tagesration.

Bei Ergänzungsnahrungen und Nahrungsergänzungsmitteln ist der Vitamingehalt am Ende der Haltbarkeitsfrist anzugeben.

Iodiertes oder fluoridiertes Speisesalz muss als «iodiertes Speisesalz/Kochsalz/ Salz» oder «Speisesalz/Kochsalz/Salz iodiert» beziehungsweise als «fluoridiertes werden.

Art. 7 Abs. 2 und 3

Betrifft nur den italienischen Text.

Art. 8 Anpassung der Anhänge

Das BAG passt die Anhänge dieser Verordnung regelmässig dem Stand von Wissenschaft und Technik sowie dem Recht der wichtigsten Handelspartner der Schweiz an. Es berücksichtigt dabei die Entscheidungen der European Food Safety Authority (EFSA).

II

Übergangsbestimmungen zur Änderung vom 7. März 2008 Lebensmittel, die den Änderungen vom 7. März 2008 dieser Verordnung nicht entsprechen, dürfen noch bis zum 31. März 2010 nach bisherigem Recht eingeführt, hergestellt und gekennzeichnet werden. Sie dürfen noch bis zur Erschöpfung der Bestände an Konsumentinnen und Konsumenten abgegeben werden.

III

Die Anhänge1 und 2 erhalten die neue Fassung gemäss Beilage.

Diese Verordnung erhält zusätzlich den Anhang 4 gemäss Beilage.

IV

Diese Änderung tritt am1. April 2008 in Kraft.

7. März 2008 Eidgenössisches Departement des Innern: Pascal Couchepin

Anhang 1

(Art. 2 Abs. 1 und Art. 3) Zulässige Vitamine, Mineralstoffe und sonstige Stoffe sowie die empfohlenen Tagesdosen für Erwachsene Stoff Für Erwachsene empfohlene Tagesdosis Vitamine Vitamin A 800 μg Β-Carotin (Provitamin A) 4,8 mg Vitamin D 5 μg Vitamin E 10 mg Vitamin C 60 mg Vitamin K 0,1 mg Vitamin B1 (Thiamin)1,4 mg Vitamin B2 (Riboflavin)1,6 mg Niacin (Vitamin PP) 18 mg Vitamin B62 mg Folsäure/Folacin 200 μg Vitamin B12 1 μg Biotin 150 μg Pantothensäure 6 mg Mineralstoffe Kalzium 800 mg Phosphor 800 mg Eisen 14 mg Magnesium 300 mg Zink 15 mg Iod 150 μg Selen 50 μg Sonstige Stoffe Fettsäuren: Linolsäure 6.0 g Alpha-Linolensäure1.2 g Omega-3-Fettsäuren1.7 g Summe von Eicosapentaensäure und 0.5 g Docosahexaensäure (EPA + DHA)

Anhang 2

(Art. 2 Abs. 2) Zulässige Verbindungen der Vitamine, Mineralstoffe und sonstigen Stoffe Kategorie1: Vitamine Vitamin A Retinol Retinylacetat Retinylpalmitat Beta-Carotin Vitamin D Vitamin D3 (Cholecalciferol) Vitamin D2 (Ergocalciferol) Vitamin E D-alpha-Tocopherol DL-alpha-Tocopherol D-alpha-Tocopherylacetat DL-alpha-Tocopherylacetat D-alpha-Tocopherylsäuresuccinat Vitamin K Phyllochinon (Phytomenadion) Vitamin B1 Thiaminhydrochlorid Thiaminmononitrat Vitamin B2 Riboflavin Riboflavin-5’-phosphat-Natrium Niacin Nicotinsäure Nicotinamid Pantothensäure Kalzium-D-pantothenat Natrium-D-pantothenat D-Panthenol Vitamin B6 Pyridoxinhydrochlorid Pyridoxin-5’-phosphat Pyridoxindipalmitat Folsäure Pteroylglutaminsäure Vitamin B12 Cyanocobalamin Hydroxocobalamin Biotin D-Biotin Vitamin C L-Ascorbinsäure Natrium-L-ascorbat Kalzium-L-ascorbat Kalium-L-ascorbat L-Ascorbyl-6-palmitat Kategorie2: Mineralstoffe Kalzium Salze der Zitronensäure Glycerophosphat Salze der Orthophosphorsäure Hydroxid Magnesium Acetat Salze der Zitronensäure Glycerophosphat Salze der Orthophosphorsäure Hydroxid Eisen Eisencarbonat Eisencitrat Eisenammoniumcitrat Eisengluconat Eisenfumarat Eisennatriumdiphosphat Eisenlaktat Eisensulfat Eisendiphosphat (Eisenpyrophosphat) Eisensaccharat elementares Eisen (Carbonyl + elektrolytisch + wasserstoffreduziert) Iod Kaliumiodid Kaliumiodat Natriumiodid Natriumiodat Zink Acetat Citrat Selen Natriumselenat Natriumhydrogenselenit Natriumselenit Kategorie 3: Sonstige Stoffe Fettsäuren Pflanzenöle Fischöle Algenöle

Anhang 4

(Art. 2 Abs. 3) Liste der Lebensmittel, denen keine Vitamine, Mineralstoffe oder sonstige Stoffe zugesetzt werden dürfen Folgenden Lebensmitteln dürfen keine Vitamine, Mineralstoffe oder sonstige Stoffe zugesetzt werden: 1. Obst, Gemüse, Fleisch einschliesslich Geflügel und Fisch; 2. Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als1,2 % vol.