AS 2019 439
Verordnung des EDI
über Leistungen in der obligatorischen
Krankenpflegeversicherung
(Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV)
Änderung vom 16. Januar 2019
Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI)
verordnet:
I
Die Krankenpflege-Leistungsverordnung vom 29. September 19951 wird wie folgt geändert:
Art. 12a Bst. a, b, d und g
Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende prophylaktische Impfungen unter folgenden Voraussetzungen:
Impfung und Booster gegen Diph- Gemäss dem «Schweizerischen therie, Tetanus, Pertussis, Poliomy- Impfplan 2019» (Impfplan 2019)2 des elitis; Impfung gegen Masern, Bundesamts für Gesundheit (BAG) und Mumps und Röteln der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF).
Haemophilus-Influenzae-Impfung Bei Kindern bis zum Alter von fünf Jahren gemäss Impfplan 2019.
Hepatitis-B-Impfung1. Bei Neugeborenen HBs-Ag-positiver Mütter und bei Personen, die einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Bei beruflicher Indikation erfolgt keine Kostenübernahme durch die Versicherung.
Das Dokument ist einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref 2. Impfung nach den Empfehlungen des BAG und der EKIF von 1997 (Beilage zum Bulletin des BAG 5/983 und Ergänzung des Bulletins 36/984) sowie gemäss Impfplan 2019.
g. Meningokokken-Impfung Gemäss Impfplan 2018 und den Empfehlungen des BAG und der EKIF vom 22. Oktober 2018 (BAG-Bulletin Nr. 43/18) Die Kosten werden nur für die Impfung mit Impfstoffen übernommen, die für die betreffende Altersgruppe über die nötige Zulassung verfügen. Bei beruflicher und reisemedizinischer Indikation erfolgt keine Kostenübernahme durch die Versicherung.
Art. 12d Bst. a
Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende Massnahmen zur frühzeitigen Erkennung von Krankheiten bei bestimmten Risikogruppen unter folgenden Voraussetzungen:
a. HIV-Test Bei Neugeborenen HIV-positiver Mütter. Bei den übrigen Personen gemäss der Richtlinie «Der HIV-Test auf Initiative des Arztes/der Ärztin bei bestimmten Krankheitsbildern (HIV-Indikatorerkrankungen)» des BAG vom 18. Mai 20155.
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Art. 12e Bst. d
Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende Massnahmen zur frühzeitigen Erkennung in der allgemeinen Bevölkerung unter folgenden Voraussetzungen:
d. Früherkennung des Kolonkarzi- Im Alter von 50 bis 69 Jahren. noms Untersuchungsmethoden: – Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl, alle 2 Jahre, Laboranalysen gemäss Analysenliste (AL), Koloskopie im Falle eines positiven Befundes, oder – Koloskopie, alle 10 Jahre. Findet die Untersuchung im Rahmen der Früherkennungsprogramme in den Kantonen Genf, Jura, Neuenburg, Uri, Waadt oder Wallis oder im Verwaltungskreis Berner Jura statt, so wird auf der Leistung keine Franchise erhoben.
Art. 13 Bst. bter
Die Versicherung übernimmt bei Mutterschaft die folgenden Kontrolluntersuchun-
bter. Nicht-invasiver pränataler Test Zur Untersuchung auf eine Trisomie 21, (NIPT) 18 oder 13. Ab der12. Schwangerschaftswoche. Bei Schwangeren, bei denen ein Risiko von1:1000 oder höher besteht, dass beim Fötus eine Trisomie 21, 18 oder 13 vorliegt. Ermittlung des Risikos und Indikationsstellung bei Fehlbildungen im Ultraschall gemäss Expertenbrief Nr. 52 vom 14. März 20187 der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG), verfasst von der Arbeitsgruppe der Akademie für fetomaternale Medizin und der Schweizerischen Gesellschaft für medizinische Genetik.
Das Dokument ist einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref Bei Zwillingsschwangerschaften sind NIPT mittels Microarray oder Single Nucleotide Polymorphism (SNP) von der Kostenübernahme durch die Versicherung ausgeschlossen. Nach einem umfassenden Aufklärungs- und Beratungsgespräch nach den Artikeln 14 und 15 GUMG sowie nach Erteilung der schriftlichen Zustimmung durch die Schwangere unter Gewährung des Selbstbestimmungsrechts nach Artikel 18 GUMG. Anordnung nur durch Fachärzte und Fachärztinnen in Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt fetomaternale Medizin, Fachärzte und Fachärztinnen für Medizinische Genetik und Ärzte und Ärztinnen mit Fähigkeitsausweis Schwangerschaftsultraschall der SGUM. Laboranalysen gemäss Analysenliste (AL). Wird aus technischen Gründen das Geschlecht des Fötus bestimmt, darf diese Information nicht vor Ablauf von
Wochen seit Beginn der letzten Periode mitgeteilt werden.
II
Anhang 1 wird gemäss Beilage geändert.
Anhang 28 («Mittel- und Gegenständeliste») wird geändert.
Anhang 39 («Analysenliste») wird geändert.
In der AS nicht veröffentlicht (Art. 20a). Die Änderung kann eingesehen werden unter www.bag.admin.ch > Themen > Versicherung > Krankenversicherung > Leistungen und Tarife > Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL).
In der AS nicht veröffentlicht (Art. 28). Die Änderung kann eingesehen werden unter www.bag.admin.ch > Themen > Versicherung > Krankenversicherung > Leistungen und Tarife > Analysenliste (AL).
III
Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt der Absätze 2 und 3 am1. März 2019 in Kraft.
Artikel 12a Buchstaben a, b und d tritt am1. Juli 2019 in Kraft.
Ziffer II Absatz 2 tritt am1. April 2019 in Kraft.
16. Januar 2019 Eidgenössisches Departement des Innern: Alain Berset
Anhang 1
(Art. 1) Vergütungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für bestimmte ärztliche Leistungen
Ziff 1 .2,1.4, 2.1, 5 und 9.2
1 Chirurgie
1.2 Transplantationschirurgie … Isolierte Ja Bei Patienten und Patientinnen im Endstadium1.1.2003 Nicht-Lebend- einer chronischen Lungenerkrankung. Lungentransplantation In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich, Hôpital cantonal universitaire de Genève in Zusammenarbeit mit dem Centre hospitalier universitaire vaudois. … Lebend-Lebertrans- Ja Durchführung in folgenden Zentren: Universi-1.7.2002/ plantation tätsspital Zürich, Hôpital cantonal universitaire1.1.2003/ de Genève.1.1.2005/ Eingeschlossen ist die Operation beim Spender1.7.2005/ oder der Spenderin samt der Behandlung all-1.7.2008/ fälliger Komplikationen sowie die Leistungen1.1.2012 nach Artikel 14 Absätze1 und 2 des Transplantationsgesetzes und nach Artikel 12 der Transplantationsverordnung. Ausgeschlossen ist eine Haftung des Versicherers des Empfängers oder der Empfängerin beim allfälligen Tod des Spenders oder der Spenderin. Kombinierte (simul- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich, 1.1.2003 tane) Pankreas- und Hôpital cantonal universitaire de Genève. Nierentransplantation Pankreas- nach Nieren- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich, 1.7.2010 transplantation Hôpitaux Universitaires de Genève. Isolierte Pankreas- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich, 31.8.1989/ transplantation Hôpitaux Universitaires de Genève.1.4.1994/ 1.7.2002/ 1.7.2010 Kombinierte simul- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich, 1.7.2010 tane Insel- und Nieren- Hôpitaux Universitaires de Genève. transplantation Insel- nach Nieren- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich, 1.7.2010 transplantation Hôpitaux Universitaires de Genève. Isolierte Allotrans- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich, 1.7.2002/ plantation der Langer- Hôpitaux Universitaires de Genève.1.7.2010 hans’schen Inseln Isolierte Autotrans- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich,1.7.2002/ plantation der Langer- Hôpitaux Universitaires de Genève.1.7.2010 hans’schen Inseln Isolierte Dünndarm- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich,1.7.2002/ transplantation Hôpitaux Universitaires de Genève.1.7.2010 Leber-Dünndarm- Ja In folgenden Zentren: Universitätsspital Zürich,1.7.2002/ und multiviszerale Hôpitaux Universitaires de Genève.
1.7.2010 Transplantation … Massnahme «Behandlung von schwer heilenden Wunden mittels gezüchteter Hauttransplantate» Aufgehoben … 1.4 Urologie und Proktologie … Perkutane Elektro- Ja Zur Behandlung der idiopathischen hyperakti-1.3.2019 neuromodulation des ven Blase oder der Stuhlinkontinenz Tibialnervs Nach Ausschöpfen konservativer Therapieoptionen …
2 Innere Medizin
2.1 Allgemein
… Hämatopoïetische In den von der Gruppe «Swiss Blood Stem Cell1.8.2008/ Stammzell- Transplantation» (SBST) anerkannten Zentren.1.1.2011/ Transplantation Durchführung gemäss den von «The Joint1.7.2013/ Accreditation Committee-ISCT & EBMT1.3.2019 (JACIE)» und der «Foundation for the Accreditation of Cellular Therapy (Fact)» herausgegebenen Normen: «FACT-JACIE International Standards for hematopoietic Cellular Therapy Product Collection, Processing and Administration», 7. Ausgabe vom März 201810. Eingeschlossen ist die Operation beim Spender oder der Spenderin samt der Behandlung allfälliger Komplikationen sowie die Leistungen nach Artikel 14 Absätze1 und 2 des Transplantationsgesetzes vom 8. Oktober 200411 und nach Artikel 12 der Transplantationsverordnung vom 16. März 200712. Ausgeschlossen ist eine Haftung des Versicherers des Empfängers oder der Empfängerin beim allfälligen Tod des Spenders oder der Spenderin.
Die Dokumente sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref Die Unterpunkte «-autolog» und «-allogen» bleiben bestehen. … 2.3 Neurologie inkl. Schmerztherapie und Anästhesie … Fokussierte Ultra- Ja In Evaluation 15.7.2015 schalltherapie im Zur Behandlung bei: bis Pallidum, Thalamus – etablierter Diagnose einer idiopathischen 30.6.2020 und Subthalamus parkinsonschen Krankheit, Progredienz der Krankheitssymptome über mindestens 2 Jahre, Ungenügende Symptomkontrolle durch Dopamin-Behandlung (Off-Phänomen, On-/Off-Fluktuationen, On-Dyskinesien) – etablierter Diagnose eines nicht-parkinsonschen Tremors, Progredienz der Symptome über mindestens 2 Jahre, ungenügende Symptomkontrolle durch medikamentöse Behandlung – schweren chronischen therapieresistenten neuropathischen Schmerzen. Führen eines Evaluationsregisters
Dermatologie … Massnahme «Dreidimensionale biologische extrazelluläre Matrix tierischen Ursprungs» ersetzen durch: Anwendung von Ja Für die Behandlung chronischer Wunden.1.7.2011/ Hautäquivalenten Mit autologen oder allogenen Hautäquivalen-1.3.2019 ten, die nach den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften zugelassen sind. Indikationsstellung gemäss den «Richtlinien zum Einsatz von Hautersatzverfahren bei schwer heilenden Wunden» der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung (SafW) vom 1. April 2018 Durchführung an Zentren, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung anerkannt sind. Soll die Behandlung in einem Zentrum durchgeführt werden, das von der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wundbehandlung nicht anerkannt ist, so ist vorgängig die besondere Gutsprache des Versicherers einzuholen, der die Empfehlung des Vertrauensarzt oder der Vertrauensärztin berücksichtigt. …
Radiologie 9.2 Andere bildgebende Verfahren … Positron-Emissions- Ja Durchführung in Zentren, welche die admi-1.1.1994/ Tomographie nistrativen Richtlinien vom 20. Juni 200813 1.4.1994/ (PET, PET/CT) der Schweizerischen Gesellschaft für Nuklear-1.1.1997/ medizin (SGNM) erfüllen.1.1.1999/
a) Mittels F-2-Fluoro-Deoxy-Glucose (FDG),1.1.2001/ nur bei folgenden Indikationen:1.1.2004/ 1. in der Kardiologie:1.1.2005/ – präoperativ vor einer Herztransplan-1.1.2006/ tation,1.8.2006/ – bei Verdacht auf kardiale Sarkoidose1.1.2009/ als Zweitlinien-Diagnostik und zum1.1.2011/ Therapiemonitoring,1.7.2013/ – bei Verdacht auf eine Infektion von1.7.2014/ kardiologischen Implantaten;1.1.2016/ 2. in der Onkologie:1.7.2018/ – gemäss den klinischen Richtlinien1.3.2019 der SGNM, Kapitel 1.0, vom 28. April 201114 zu FDG-PET. 3. in der Neurologie: – präoperativ bei therapieresistenter fokaler Epilepsie, – zur Abklärung von Demenz: als weiterführende Untersuchung in unklaren Fällen, nach Vorabklärung durch Fachärzte und -ärztinnen für Geriatrie, Psychiatrie und Neurologie; bis zum Alter von 80 Jahren, bei einem Mini-Mental-Status-Test (MMST) von mindestens 10 Punkten und einer Dauer der Demenz von maximal 5 Jahren; keine vorausgegangene Untersuchung mit PET oder SPECT. 4. in der Inneren Medizin/Infektiologie: – bei Fieber unbekannter Ursache, nach inkonklusiver internistischer und infektiologischer Abklärung und Bildgebung inkl. MRI und/oder CT, auf Anordnung durch Fachärzte und -ärztinnen für Innere Medizin, Rheumatologie, Immunologie und Infektiologie, – bei Verdacht auf eine Infektion von vaskulären Grafts, – bei alveolärer Echinokokkose im Hinblick auf mögliches Absetzen der medikamentösen Therapie;
Die Richtlinien sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref
Die Richtlinien sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref 5. In Evaluation:1.7.2014/ Bei der Fragestellung «Raumforderung»,1.1.2018/ gemäss den klinischen Richtlinien der1.1.2019 SGNM, Kapitel 2.0, vom 28. April 2011 bis zu FDG-PET. 31.12.2019
Mittels N-13-Ammoniak, nur bei folgen-1.7.2013 der Indikation: Zur Untersuchung der Myokardperfusion (in Ruhe und unter Belastung) zur Evaluation der Myokardischämie.
Mittels 82-Rubidium, nur bei folgender1.7.2013 Indikation: Zur Untersuchung der Myokardperfusion (in Ruhe und unter Belastung) zur Evaluation der Myokardischämie.
Mittels 18F-Fluorocholin1.7.2014/ In Evaluation:1.1.2018 Zur Abklärung bei biochemisch nachgewie- bis senem Rezidiv (PSA-Anstieg) eines Prosta- 31.12.2018 takarzinoms In Evaluation:1.7.2018 Zur präoperativen Lokalisation von Neben- bis schilddrüsen-Adenomen bei primärem Hy- 30.6.2020 perparathyreoidismus nach negativer oder inkonklusiver konventioneller Bildgebung (Sestamibi-Szintigraphie bzw. -SPECT/CT).
Mittels 18F-Ethyl-Thyrosin (FET)1.1.2016 Bei folgenden Indikationen: Zur Evaluation bei Hirntumoren und Re- Evaluation bei malignen Hirntumoren.
Mittels Gallium-68-PSMA-111.1.2017 In Evaluation, nur bei folgender Indikation: bis Zur Abklärung bei biochemisch nachge- 31.12.2018 wiesenem Rezidiv (PSA-Anstieg) eines Prostatakarzinoms.
Mittels DOTA-Peptiden, nur bei folgender1.7.2017 Indikation: Staging und Restaging differenzierter neuroendokriner Tumore.
Mittels H215O, nur bei folgender Indikation:1.7.2018 Zur Perfusionsmessung vor und nach zerebralen Revaskularisationseingriffen bei Moyamoya-Krankheit. Nein a) Mittels 18F-Fluorid1.1.2013/
Mittels 18F-Florbetapir1.7.2014/ 1.1.2015/
Mit anderen Isotopen als F-2-Fluoro-Deoxy-1.1.2011/ Glucose (FDG), 18F-Fluorocholin, N-13-1.1.2016/ Ammoniak, 82-Rubidium oder 18F-Ethyl-1.7.2017/1. Thyrosin (FET), Gallium-68-PSMA-111.7.2018 … Zur Übereinstimmung der Seitenzahlen in allen Amtssprachen der AS bleibt diese Seite leer.