AS 2020 5283
Verordnung des BAKOM
über die Nutzung des Funkfrequenzspektrums
(VVNF)
vom 18. November 2020
Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM),
gestützt auf die Artikel 8 Absatz 3, 14 Absatz 4, 15 Absatz 2, 46, 51 Absatz 2 und 60 Absatz 1 der Verordnung vom 18. November 20201 über die Nutzung des Funkfrequenzspektrums (VNF) und
Artikel 44 der Fernmeldegebührenverordnung vom 18. November 20202 (GebV-
FMG), verordnet:
1. Abschnitt: Allgemeine Bestimmungen
Art. 1 Frequenznutzung ohne Konzession, ohne vorgängige Meldung und ohne Fähigkeitszeugnis
Die Frequenznutzungen, für die nach Artikel 8 Absatz 2 Buchstaben a, b und d VNF keine Konzession, keine vorgängige Meldung und kein Fähigkeitszeugnis erforderlich sind, sind in Anhang 1 geregelt.
Frequenzen unter 8,3 kHz können unter Einhaltung der geltenden Vorschriften frei genutzt werden.
Art. 2 Aussendung des Ruf- und Kennzeichens
Die Nutzerinnen und Nutzer des Funkfrequenzspektrums, die einer Einschränkung nach Artikel 22 Absatz 2 des Fernmeldegesetzes vom 30. April 19973 (FMG) unterliegen, müssen das Ruf- oder Kennzeichen bei der Verbindungsaufnahme und anschliessend alle 10 Minuten aussenden.
Absatz 1 ist nicht anwendbar auf die Nutzung von Funkanlagen für die Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen.
Art. 3 Koordinationskanal
Der Koordinationskanal (K-Kanal) dient der Übertragung von Nachrichten zur Koordination des Einsatzes von Organisationen, die bei Schadenereignissen oder Unfällen Hilfe leisten.
Die Organisationen dürfen ihren internen Funkverkehr nicht über den K-Kanal abwickeln.
Bei Übungen am K-Kanal muss jedem Anruf das Wort «Übung» oder «Verbindungskontrolle» beigefügt werden. Stört eine Organisation bei einer Übung den Funkverkehr einer anderen Organisation, die Hilfe leistet, so muss sie ihren Funkverkehr sofort einstellen.
2. Abschnitt: Flug- und Schiffsfunk
Art. 4 Flugfunk
Die Frequenzbereiche, die für die Teilnahme am Flugfunk, an der Flugnavigation und an der Flugüberwachung zur Verfügung stehen, sind in Anhang 2 aufgelistet.
Art. 5 Schiffsfunk
Die Frequenzbereiche, die für die Teilnahme am Schiffsfunk auf hoher See und auf den internationalen Wasserstrassen (Rheinschifffahrt) zur Verfügung stehen, sind in Anhang 3 aufgelistet.
3. Abschnitt: Amateurfunk
Art. 6 Frequenzbereiche
Die Frequenzbereiche, die Inhaberinnen und Inhabern eines Fähigkeitszeugnisses nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a Ziffern 1–3 VNF sowie Inhaberinnen und Inhabern eines Fähigkeitszeugnisses nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer 4 VNF zur Verfügung stehen, sind in Anhang 4 aufgelistet.
Art. 7 Zusätze für Rufzeichen
Betreibt die Inhaberin oder der Inhaber eines Rufzeichens nach Artikel 47f der Verordnung vom 6. Oktober 19974 über die Adressierungselemente im Fernmeldebereich eine bewegliche Funkanlage in einem Land- oder Luftfahrzeug, auf einem Binnenschiff, einem Seeschiff oder an einem anderen Standort, so kann sie oder er ihr oder sein Rufzeichen mit einem der folgenden Zusätze ergänzen:
Standort Zusatz für Zusatz für Radiotelefonie Morsetelegrafie Landfahrzeug oder Binnenschiff «mobile» «/M» Seeschiff «maritime mobile» «/MM» Luftfahrzeug «aeronautical mobile» «/AM» Anderer Standort «portable» «/P»
Die Inhaberin oder der Inhaber darf andere Zusätze verwenden, wenn sie betrieblich notwendig sind und vom Rufzeichen mit einem Binde- oder Schrägstrich getrennt werden.
Betreibt die Inhaberin oder der Inhaber eines der folgenden Fähigkeitszeugnisse ihre oder seine Funkanlage im Fürstentum Liechtenstein, so muss sie oder er dem Rufzeichen den nachstehenden Zusatz voranstellen:
Fähigkeitszeugnisse nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a Ziffern 1–3 VNF: «HBØ/» (HB Null Schrägstrich);
Fähigkeitszeugnisse nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a Ziffer 4 VNF: «HBØY/» (HB Null Yankee Schrägstrich).
4. Abschnitt: Prüfungen für Funkerinnen und Funker
Art. 8 Durchführung
Die Prüfungen für Funkerinnen und Funker werden auf Deutsch, Französisch und Italienisch durchgeführt. Die Kandidatinnen und Kandidaten können die Prüfungssprache frei wählen.
Ort, Datum und Zeit der Prüfungen werden vom BAKOM festgelegt.
An die Prüfung sind ein amtlicher persönlicher Ausweis sowie ein Passfoto für ein Fähigkeitszeugnis nach Artikel 51 Absatz 1 Buchstaben a–c VNF mitzubringen.
Die Geräte und Simulatoren für die Durchführung der praktischen Prüfungen für den Erwerb der Fähigkeitszeugnisse nach Artikel 51 Absatz 1 Buchstaben a und b VNF werden vom BAKOM zur Verfügung gestellt.
Die Prüfungen sind nicht öffentlich.
Art. 9 Teilerlass
Wer über ein Fähigkeitszeugnis in einem Prüfbereich verfügt, kann dem BAKOM Antrag auf teilweisen Erlass von Prüfungsinhalten stellen.
Art. 10 Hilfsmittel
Die zulässigen Hilfsmittel sind in den Prüfungsvorschriften festgelegt. Wer unerlaubte Hilfsmittel verwendet, wird von der Prüfung ausgeschlossen.
Art. 11 Voraussetzung für das Bestehen der Prüfung
Die Prüfung hat bestanden, wer in jedem Fach mindestens 70 von 100 Punkten erreicht.
Art. 12 Prüfungsvorschriften
Die Vorschriften für die Prüfung zum Erwerb der Fähigkeitszeugnisse nach Artikel
Absatz 1 VNF sind in Anhang 5 geregelt.
Art. 13 Nachprüfung
Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann innerhalb eines Jahres, nachdem die Prüfung abgelegt wurde, eine Nachprüfung ablegen. Geprüft werden die Fächer, in denen das Resultat ungenügend war.
Wer die Nachprüfung nicht bestanden hat, kann die Prüfung erneut ablegen. Es werden alle Fächer geprüft.
Art. 14 Prüfungsgebühren
Die Gebühren nach den Artikeln 39–42 GebV-FMG müssen spätestens acht Tage vor der Prüfung auf dem Konto des BAKOM gutgeschrieben sein.
Wer der Prüfung fernbleibt, muss die Grundgebühr bezahlen, wenn sie oder er sich nicht mindestens acht Tage vor der Prüfung schriftlich abgemeldet hat.
Wer von der Prüfung ausgeschlossen wird oder diese vorzeitig verlässt, hat keinen Anspruch auf Rückerstattung.
5. Abschnitt: Schlussbestimmungen
Art. 15 Aufhebung eines anderen Erlasses
Die Verordnung des BAKOM vom 9. März 20075 über Frequenzmanagement und Funkkonzessionen wird aufgehoben.
Art. 16 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am1. Januar 2021 in Kraft.
18. November 2020 Bundesamt für Kommunikation: Bernard Maissen
AS 2007 1023 7087, 2009 1089 4231, 2011 5267, 2012 6573, 2015 2775 4979, 2016 1685, 2017 3203 7145, 2018 2689, 2019 989 2573 4247, 2020 1223 3565
Anhang 1
(Art. 1 Abs. 1) Frequenznutzungen, für die keine Konzession, keine vorgängige Meldung und kein Fähigkeitszeugnis nach Artikel 8 Absatz 2 Buchstaben a, b und d VNF erforderlich sind6
Der Text von Anhang 1 wird weder in der AS noch in der SR publiziert. Er kann beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), Sektion KF-FK, Zukunftstrasse 44, Postfach 256, 2501 Biel kostenlos bestellt oder unter www.bakom.admin.ch > Frequenzen und Antennen > Frequenznutzung mit oder ohne Konzessionen eingesehen werden.
Anhang 2
(Art. 4) Frequenzbereiche für die Teilnahme am Flugfunk, an der Flugnavigation und an der Flugüberwachung Verwendungszweck Frequenzbereich RIR HF-COM 2 – 30 MHz RIR0101-05 VHF-COM 118 – 137 MHz RIR0101-01/02/03/04 VHF-NAV °°ILS LOC 108 – 112 MHz °°GP 329 – 335 MHz SAT NAV (GPS) According to provider DME Interrogator 960 – 1215 MHz RIR0102-03 ATC Transponder 1030 / 1090 MHz RIR0103-05 Weather Radar 9300 – 9500 MHz RIR0102-08 Radio Altimeter 4200 – 4400 MHz RIR0102-09 Emergency Locator 406 / 121.5 / 243.0 MHz RIR0104-01 Transmitter Satcom According to provider Various
Anhang 3
(Art. 5) Frequenzbereiche für die Teilnahme am Schiffsfunk auf hoher See und auf den internationalen Wasserstrassen (Rheinschifffahrt) Verwendungszweck Frequenzbereich RIR 4000 – 27500 kHz Inmarsat-C 1626.5 - 1645.5 MHz RIR0601-06 Satcom According to provider Various EPIRB 406 / 121.5 MHz RIR0601-16 RX Navtex 518 / 490 kHz Radar 9410 +/- 30 MHz RIR0604-01 Radar 3050 +/- 30 MHz RIR0604-05
Anhang 4
(Art. 6) Nutzung von Frequenzbereichen nach Artikel 44 VNF 1. Frequenzbereiche für Inhaberinnen und Inhaber eines Fähigkeitszeugnisses nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a Ziffern 1–3 VNF terrestrische über Amateurfunk- Senderleistunga 135,700 – 137,800 kHz sekundärb nicht zulässig 1 W ERPe 472,000 – 479,000 kHz sekundärb nicht zulässig 5 W EIRPf 1810,000 – 1850,000 kHz primär nicht zulässig 1000 W 1850,000 – 2000,000 kHz sekundärb nicht zulässig 1000 W 3500,000 – 3800,000 kHz sekundärb nicht zulässig 1000 W 5351,500 – 5366,500 kHz sekundärb nicht zulässig 15 W EIRPf 7000,000 – 7200,000 kHz primär primär 1000 W 10100,000 – 10150,000 kHz sekundärb nicht zulässig 1000 W 14000,000 – 14250,000 kHz primär primär 1000 W 14250,000 – 14350,000 kHz primär nicht zulässig 1000 W 18068,000 – 18168,000 kHz primär primär 1000 W 21000,000 – 21450,000 kHz primär primär 1000 W 24890,000 – 24990,000 kHz primär primär 1000 W 28000,000 – 29700,000 kHz primär primär 1000 W 50,000 – 52,000 MHz sekundärb nicht zulässig 100 W 144,000 – 146,000 MHz primär primär 1000 W 430,000 – 435,000 MHz sekundärb nicht zulässig 1000 W 435,000 – 438,000 MHz primär sekundärb 1000 W 438,000 – 440,000 MHz sekundärb nicht zulässig 1000 W 1240,000 – 1260,000 MHz sekundärc nicht zulässig 1000 W 1260,000 – 1270,000 MHz sekundärb sekundärb, d 1000 W 1270,000 – 1300,000 MHz sekundärb nicht zulässig 1000 W 2300,000 – 2308,000 MHz sekundärc nicht zulässig 100 W 2308,000 – 2312,000 MHz sekundärb nicht zulässig 100 W 2312,000 – 2400,000 MHz sekundärc nicht zulässig 100 W 2400,000 – 2450,000 MHz sekundärc sekundärc 100 W 5650,000 – 5670,000 MHz sekundärc sekundärc, d 100 W 5670,000 – 5725,000 MHz sekundärc nicht zulässig 100 W 5725,000 – 5850,000 MHz sekundärb nicht zulässig 100 W 10000,000 – 10450,000 MHz sekundärb nicht zulässig 100 W 10450,000 – 10500,000 MHz sekundärb sekundär 100 W 24000,000 – 24050,000 MHz primär primär 10 W 24050,000 – 24250,000 MHz sekundärb nicht zulässig 10 W 47,000 – 47,200 GHz primär primär 10 W 76,000 – 77,500 GHz sekundärb sekundärb 10 W terrestrische über Amateurfunk- Senderleistunga 77,500 – 78,000 GHz primär primär 10 W 78,000 – 81,500 GHz sekundärb sekundärb 10 W 122,250 – 123,000 GHz sekundärb nicht zulässig 10 W 134,000 – 136,000 GHz primär primär 10 W 136,000 – 141,000 GHz sekundärb sekundärb
10 W 241,000 – 248,000 GHz sekundärb sekundärb 10 W 248,000 – 250,000 GHz primär primär 10 W 2. Frequenzbereiche für Inhaberinnen und Inhaber eines Fähigkeitszeugnisses nach Artikel 44 Absatz 1 Buchstabe a
Ziffer 4 VNF terrestrische über Amateurfunk- Senderleistunga
144,000 – 146,000 MHz primär primär 50 W 430,000 – 435,000 MHz sekundärb nicht zulässig 50 W 435,000 – 438,000 MHz primär sekundärb 50 W 438,000 – 440,000 MHz sekundärb nicht zulässig 50 W 1810,000 – 1850,000 kHz primär nicht zulässig 100 W 1850,000 – 2000,000 kHz sekundärb nicht zulässig 100 W 3500,000 – 3800,000 kHz sekundärb nicht zulässig 100 W 21000,000 – 21450,000 kHz primär primär 100 W 28000,000 – 29700,000 kHz primär primär 100 W a Die Spitzenleistung beim Senderausgang ist die Durchschnittsleistung, die ein Sender während einer Periode der Hochfrequenzschwingung bei der höchsten Spitze der Modulationshüllkurve maximal abgeben darf (PEP). b Frequenzbereich, der auch anderen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung steht, die bei der Nutzung Vorrang haben. c Frequenzbereich, der nur nach erfolgter Meldung beim BAKOM nach Art. 33 Abs. 1 Bst. d VNF benutzt werden darf. d Nur für Verbindungen von der Erde zum Satelliten. e Effective Radiated Power. f Effective Isotropically Radiated Power.
Anhang 5
(Art. 12) Vorschriften für die Prüfungen zum Erwerb der Fähigkeitszeugnisse nach Artikel 51 Absatz 1 VNF7 Fähigkeitszeugnis Ausgabe der Prüfungsvorschriften
Beschränkt gültiges Betriebszeugnis für die Sportschiff- 2 fahrt (Short Range Certificate)
Allgemeines Betriebszeugnis für die Sportschifffahrt 3 (Long Range Certificate)
UKW-Sprechfunkausweis für den Binnenschifffahrtsfunk2
Fähigkeitszeugnis für den Amateurfunk und Einsteige- 3 rausweis für Funkamateurinnen und Funkamateure
Der Text der Prüfungsvorschriften kann beim Bundesamt für Kommunikation, Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel oder unter www.bakom.admin.ch > Frequenzen und Antennen > Funkerprüfungen bezogen werden.