34 I 1
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Rubrum
2, Urteil vom 19. Februar 1908 in Sachen Vanzer gegen Erben Walther (Kantousgerihtk Wallis).
Staatsrechtlicher Rekurs, Rechtzeitigkeit : Er ist rechizeitig und formgültig erkoben, wenn er zwar bei der kantonalen Behörde eingelegt, aber innert der Rekursfrist an das Bundesgericht gelangt isé. Art. 178 Ziff. 8; 41 Abs. 3 0G. — Willkürlickhe Auslegung des Art. 178 ZPO von Wallis, die Säumnisfolge in der Appellationsinslanz betreffend.
Sachverhalt
A.
Durch Urteil des Bezirksgerichts Brig vom 22. März 1907 wurde der Rekurrent pflichtig erklärt, den Rekursbeklagten 4481 Franken nebst Zins seit der Betreibung zu bezahlen. Gegen dieses Urteil ergriff der Rekurrent die Appellation ans Kantonsgericht des Kantons Wallis. Zu der auf den 2. Oktober 1907 angesehten Appellationsverhandlung erschien der Rekurrent weder persônli, noch war er dabei durch einen richtig bevollmächtigten Anwalt vertreten. Der Vertreter der Rekursbeklagten verlangte, dass das erstinstanzliche Urteil in Rechtskraft erklärt werde. Das Kantonsgericht erkannte : das Urteil der ersten Justanz ist in Rechtskraft erwachsen ; die Kosten werden dem Appellanten auferlegt. Die Begründung stellt ab auf eine durch Urteile vom 5. Mai 41897 und 7. September 1899 sanktionierte Praxis.
Die Art. 178 und 168 der ZPO des Kantons Wallis lauten im französischen Originaltext :
Art. 178 : « En cas d'appel au tribunal du canton, le jugement contumaciel est rendu sur une seule contumace et immédiatement, en se conformant à ce qui est prescrit à larticle 168.
Ce jugement est définitif, à moins que celui contre leguel il a été rendu ne puisse justifier s80n défaut par des motifs légitimes.
A cet effet, la partie qui a fait défaut devra, dans les trente jours qui suivront la notification du jugement, citer 8a partie adverse à paraitre devant le tribunal d’appel à 8a prochaine session, ou à la sessíon ordinaire guivante, CoD“ formément à ce qui est prescrit à l’article 324. »