65 III 20
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Rubrum
6. Entscheid vom 24. Februar 1939 i. 8. Seheidegger.
Sachverhalt
Unterstützung des Schuldners und soiner Familie aus Erträgnissen der gepfändeten Liegenschaft (Art. 103 Abs. 2 SchKG, Art. 16 und 22 VZG) : ist nicht entsprechend Art. 92 Ziff. 5 SchKG nur während zwei Monaten auszurichten, sondern nach Massgabe der jeweiligen Bedürftigkeit während der ganzen Dauer der betreibungsamtlichen Verwaltung.
Prélèvement, sur le produit de l'immeuble saisi, de prestations alimentaires destinées au débiteur et à ga famille (art. 103 *® LP, art. 16 et 22 ORI) : ces prélèvements ont lieu, non pas seulement pendant deux mois (art. 95 ch. 5 LP), mais aussi longtemps que l'office gère l'immeuble.
Dal reddito dell'immobile va prelevato quanto necessario al sostentamento del debitore e della sua famiglia (art. 103 cp. 2 LEF, art. 16 e 22 RFF) non soltanto durante due mesì (art. 95 cp. 5 LEF), ma per tutto il tempo dell’amministrazione dellimmobile da parte dell’ufficio.
Das Betreibungsamt Bern gewährte dem Schuldner ab 1. September 1938 aus den Mieterträgnissen gepfändeter Liegenschaften monatliche Unterbaltebeiträge von Fr. 150.—. Auf Beschwerde zweier Gläubiger untersagte die kantonale Aufsichtesbehörde dem Betreibungsamt am 26. Januar 1939 die Ausrichtung weiterer Unterhaltsleistungen, während die Bezirks-Aufsichtsbehörde nur deren Betrag auf je Fr. 100.— herabgesetzt hatte.
Mit dem vorliegenden Rekurs hält der Schuldner am Unterstützungsanspruch fest.
Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer
Erwägungen
Die Früchte gepfändeter Liegenschaften sind bei Bedürftigkeit des Schuldners für seinen und seiner Familie Unterhalt in Anspruch zu nehmen (Art. 103 Abs. 2 SchKG); wie natürliche Früchte so auch Miet- und Pachterträgnisse (Art. 16 und 22 VZG). Solcher Fruchtgenuss kommt dem Schuldner nach den erwähnten Bestimmungen solange zu, als die Verwaltung der Liegenschaft durch das Betreibungsamt eben dauert. Eine Beschränkung auf zwei Monate, entsprechend Árt. 92 Ziff. 5 SchKG, is nicht vorgesehen und auch nicht gerechtfertigt. Der von der kantonalen Aufsichtsbehörde erwähnte Entscheid des Bundesrates von 1894 (Archiv 3, Nr. 136) betraf gar keine Pfändung einer Liegenschaft ; es waren bloss Früchte gepfändet. Wenn Art. 92 Ziff. 5 SchKG als unpfändbar nur die für zwei Monate notwendigen Nahrungs- und Feuerungsmittel erklärt, so sind darunter die beim Pfändungsvollzuge vorhandenen Vorräte des Schuldners zu verstehen. Daraus folgt nichts für die Behandlung von Frucht- und Zinserträgnissen, die im Laufe von Monaten und Jahren betreibungsamtlicher Verwaltung gezogen werden. Dadurch, dass solche Erträgniese dem Schuldner im Rahmen seiner Bedürftigkeit fortlaufend, ohne zeitliche Begrenzung, zur Verfügung gehalten werden, ist Art. 92 Ziff. 5 SchKG nicht verletzt. Soweit nach dieser Bestimmung pfändbare Vorräte vorhanden waren, bleibt es dabei. Später aus einer gepfändeten Liegenschaft gewonnene Erträgnisse dagegen unterstehen den erwähnten andern Bestimmungen. Ist der Schuldner bedürftig, wie es Art. 103 Abs. 2 voraussetzt, und bildet also die gepfändete Liegenschaft für ihn eine vornehmliche Einnahmequelle, so ist seine Lage ähnlich der eines Konkursiten. Um soo mehr liegt es nahe, ihm den Anspruch auf Unterstützung, wie im Konkursfalle gemäss Art. 229 Abs. 2 SchKG, für die ganze Dauer der betreibungsamtlichen Verwaltung zuzubilligen ; wie denn das Bundesgericht bei solchen Verhältnissen die Übereinstimmung mit Art, 229 SchKG schon in anderer Hinsicht gewahrt hat (BGE 64 TIT 105). Den Bestimmungen von Art. 16 Abs. 3 und Art. 22 VZG ist eine zeitliche Begrenzung des Unterhaltsanspruches gleichfalls unbekannt. Sie setzen vielmehr voraus, dass ein solcher Anspruch für die ganze Dauer der Pfändung bestehen könne. Das ergibt sich namentlich aus der ersten dieser Vorschriften, die den Fruchtgenuss durch den Schuldner zugleich als Entgelt
für die allfällig von ihm zu besorgende Bewirtschaftung 22 Schuldbetreibungs- und Konkursreeht, N° 7, des Grundstücks bezeichnet und daneben eine besondere Vergütung. für diese Arbeit ablehnt.
Damit iskt ‘nicht gesagt, dass ein ÁAnspruch auf Unterhaltsbeiträge dem bedürftigen Schuldner bei Beginn der betreibungsamtlichen Verwaltung ein- für allemal in unveränderlichem Betrage zuerkannt werden solle. Diese Beiträge haben sich vielmehr der jeweiligen Lage des Schuldners und seiner Familie anzupassen ; sie unterliegen der Erhöhung, Ermässigung und gänzlichen Einstellang je nach der Entwicklung der Verhältnisse. i Die Sache is demnach an die kantonale Aufsichtsbehörde zurückzuweisgen zur Entscheidung darüber, ob der Schuldner und allenfalls seine Familie bedürftig sei, und eventuell zur Festsetzung der Beiträge.
Dispositiv
Demnach erkennt die Schuldbetr.- u. Konkurskammer :
Der Rekurs wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der angefochtene Entscheid aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an die kantonale Aufsichtsbehörde zurückgewiesen wird.
7.
, Sentenza 29 marzo 1939 nella causa Barbay.
Deereto di sequestro in base ad un attéstato di carenza di beni rilasciato in sede fallimentare : spetta all'Autorità di scquestro indicare‘come sequestrabile il salario entrante in linea di conto come muovo attivo. L'Ufficio di esecuzione non può escludere dal sequestro, all'infuori dei beni previsti dagli art. 92 .e 93 LEF, nulla di eiò che il decreto designa come sequestrabilo. (Cambiamento di giuriesprudenza.) Arrestbewilligung auf Grund eines Konkursverlustscheins : Es is Sache der Arrestbehörde, den als neues Vermögen.
. (Art. 265 SchKG) arrestierbaren Lohn zu bézeichnen. Dem Botroïbungeamt steht nicht zu, den Vollzug. des Arrestea oitergohend zu beschränken, sofern sich dies nicht aus der. liegenden Anwendung von Art. 92-93 SchKG ergibt.
(Anderung der Rechtsprechung.) Ordonnance de séguestre fondée sur un acte de défaut de biens après faillite. L’autorité de séquestre doit désigner comme oblot à séquestrer le salaire entrant en ligne d de compte à titre de “ nouvelle fortune (art. 265 LP). L'office des poursuites n’a pas le pouvoir, comme autorité d'exécution, d’exclure du séquestre des objets qui figurent dans l’ordonnance, à moins qu'il ne s’agiase des. biens prévus aux .art. 92 et 93 LP. (Changement de jurisprudenece.)
8.
In data 5 dicembre 1938 la ditta Frigerio e C9 otteneva un sequestro contro Jules Barbay per un credito di fr. 12.411,15, più accessori, in base ad un atto di carenza di beni rilasciato in seguito a fallimento. Nel relativo decreto della Pretura di Locarno gli oggetti da sequestrare gono indicati come segue : « La paga che il debitore percèepisce dalla Commissione speciale di raggruppamento terreni in Minusio, nella misura che l'Ufficio crederà possibile, tenuto conto che il debitore percepisce, in base a recenti -sue dichiarazioni, da fr. 100 a fr. 150 quali extra, e quindi dispone- di almeno fr. 600 al mese, e la moglie ha azienda propria, con guadagno Superiore ai L'Ufficio di esecuzione di Locarno, accertato che mengilmente il salario del debitore sì eleva a fr. 500 ed il reddito della moglie a fr. 40-50, procedeva al 8equestro di fr. 100 mengili.
TI debitore insorgeva presso l’Autorità cantonale di vigilanza, sostenendo che soltanto nuovi beni, e quindi non il reddito ch’egli consuma completamente, sarebbero sequestrabili. In linea subordinata contestava che il suo reddito sorpassi il minimo necessario al sostentamento (art. 93 LEF) e ehe il guadagno della moglie posà OSSCTO Preso in considerazione.
Tl creditore rispondeva che è di competenza, del giudice e non dell’Ufficio di esecuzione nè dell’Autorità cantonale di vigilanza stabilire se il debitore, che al precetto esecutivo intimatogli ha fatto opposizione « per il motivo che non possiede nuovi beni », gía effettivamente o no ritornato a migliore fortuna. Osservava inoltre che l’Ufficio ha calcolato in misura troppo alta il minimo nocessario al sostentamento del debitore.
Con decisione 25 gonnaio 1939 l'Autorità cantonale di