531.211.33

Verordnung des WBF über die Pflichtlagerfreigabe von Futtermittel

vom 17. Dezember 2018 (Stand am 15. Januar 2019)

Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), gestützt auf Artikel 21 der Verordnung vom 10. Mai 20171 über die wirtschaftliche Landesversorgung, verordnet:

Art. 1 Geltungsbereich

Diese Verordnung gilt für folgende Futtermittel:

Tarifnummer2 Warenbezeichnung 0713. Trockene Hülsenfrüchte, ausgelöste, auch geschält oder zerkleinert: – Erbsen (Pisum sativum): 1011 – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 1091 – – andere, zu Futterzwecken – Kichererbsen: 2011 – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 2091 – – andere, zu Futterzwecken – Bohnen (Vigna spp., Phaseolus spp.): – – Bohnen der Arten Vigna mungo (L.) Hepper oder Vigna radiata (L.) Wilczek: 3111 – – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 3191 – – – andere, zu Futterzwecken – – Adzukibohnen (Phaseolus oder Vigna angularis): 3211 – – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 3291 – – – andere, zu Futterzwecken – – Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris): 3311 – – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 3391 – – – andere, zu Futterzwecken AS 2019 15

Siehe SR 632.10 Anhang Tarifnummer Warenbezeichnung – – Bambara-Erdnüsse (Erderbsen) (Vigna subterranea oder Voandzeia subterranea): 3411 – – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 3491 – – – andere, zu Futterzwecken – – Augenbohnen (Kuhbohnen) (Vigna unguiculata): 3511 – – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 3591 – – – andere, zu Futterzwecken – – andere: 3911 – – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 3991 – – – andere, zu Futterzwecken – Linsen: 4011 – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 4091 – – andere, zu Futterzwecken – Puffbohnen, Saubohnen oder Dicke Bohnen (Vicia faba var. majaor) und Pferdebohnen oder Ackerbohnen (Vicia faba var. equina, Vicia faba var. minor): 5012 – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 5091 – – andere, zu Futterzwecken – Straucherbsen (Cajanus cajan): 6011 – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 6091 – – andere, zu Futterzwecken – andere: 9021 – – ganz, unbearbeitet, zu Futterzwecken 9081 – – andere, zu Futterzwecken Sojabohnen, auch geschrotet: 9010 – zu Futterzwecken, andere als solche zur Ölgewinnung Rübsen- oder Rapssamen, auch geschrotet: 1040 – – – zu Futterzwecken, andere als solche zur Ölgewinnung 1051 – – – – zu Futterzwecken Sonnenblumensamen, auch geschrotet: – ungeschält: 0010 – – zu Futterzwecken, andere als solche zur Ölgewinnung 0021 – – – zu Futterzwecken – geschält: 0040 – – zu Futterzwecken, andere als solche zur Ölgewinnung 0041 – – – zu Futterzwecken Rückstände von der Stärkegewinnung und ähnliche Rückstände, ausgelaugte Rübenschnitzel, Bagasse und andere Abfälle von der Zuckergewinnung, Treber und Abfälle aus Brauereien oder Brennereien, auch agglomeriert in Form von Pellets: – Rückstände von der Stärkegewinnung und ähnliche Rückstände, zu Futterzwecken: 1011 – – Kartoffelprotein 1018 – – andere Tarifnummer Warenbezeichnung 2304. 0010 Ölkuchen und andere feste Rückstände aus der Gewinnung von Sojaöl, auch zerkleinert oder agglomeriert in Form von Pellets, zu Futterzwecken 2305.

0010 Ölkuchen und andere feste Rückstände aus der Gewinnung von Erdnussöl, auch zerkleinert oder agglomeriert in Form von Pellets, zu Futterzwecken 2306. Ölkuchen und andere feste Rückstände aus der Gewinnung pflanzlicher Fette oder Öle, auch zerkleinert oder agglomeriert in Form von Pellets, ausgenommen solche der Nrn. 2304 oder 2305: 1010 – aus Baumwollsamen, zu Futterzwecken 2010 – aus Leinsamen, zu Futterzwecken 3010 – aus Sonnenblumensamen, zu Futterzwecken – aus Rübsen- oder Rapssamen: 4110 – – mit geringem Gehalt an Erucasäure, zu Futterzwecken 4910 – – andere, zu Futterzwecken 5010 – aus Kokosnüssen oder Kopra, zu Futterzwecken 6010 – aus Palmnüssen oder Palmkernen, zu Futterzwecken 9011 – aus Maiskeimen, zu Futterzwecken 9021 – andere, zu Futterzwecken

Art. 2 Höchstmenge

Die Menge, die höchstens freigegeben werden kann, entspricht der Differenz zwischen dem ausgewiesenen Bedarf im Inland und der auf dem Markt im Inland frei verfügbaren Menge.

Art. 3 Freigabe

Verfügt ein Pflichtlagerhalter nicht über genügend freie Vorräte und ist er nicht in der Lage, die fehlende Menge zu beschaffen, so kann er den Fachbereich Ernährung um Freigabe ersuchen. Das Gesuch ist zu begründen.

Der Fachbereich Ernährung legt die freigegebene Menge und die Dauer der Freigabe fest. Er erlässt eine Verfügung und informiert das Staatssekretariat für Wirtschaft.

Art. 4 Anpassung des Pflichtlagervertrags

Vor der Entnahme der Ware aus dem Pflichtlager ist der Pflichtlagervertrag mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) anzupassen.

Art. 5 Lieferpflicht

Hat ein Pflichtlagerhalter die Freigabe erhalten, so ist er verpflichtet, die schweizerische Kundschaft mit der Ware zu beliefern.

Der Pflichtlagerhalter darf Kundinnen und Kunden nur die Mengen liefern, die diese benötigen, um ihren effektiven Bedarf zu decken.

Der Fachbereich Ernährung kann eine bewilligte Freigabe widerrufen oder eine geplante Freigabe verweigern, wenn ein Pflichtlagerhalter seinen Pflichten nach den Absätzen1 und 2 nicht nachkommt.

Der Pflichtlagerhalter kann die Lieferung der Ware verweigern, wenn die Kundin oder der Kunde zahlungsunfähig ist.

Art. 6 Buchführungspflicht und Meldepflicht

Die Pflichtlagerhalter sind verpflichtet, über sämtliche Vorräte und Veränderungen der Bestände Buch zu führen und dem Fachbereich Ernährung wöchentlich Meldung zu erstatten.

Art. 7 Einsprachen gegen Verfügungen

Gegen Verfügungen des Fachbereichs Ernährung kann der Pflichtlagerhalter gestützt auf Artikel 45 des Landesversorgungsgesetzes vom 17. Juni 20163 (LVG) innerhalb von fünf Tagen nach Eröffnung Einsprache erheben.

Art. 8 Strafbestimmungen

Widerhandlungen gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach Artikel 49 LVG4 bestraft.

Art. 9 Vollzug

Das BWL und der Fachbereich Ernährung sind für den Vollzug dieser Verordnung zuständig.

Art. 10 Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt am 15. Januar 2019 in Kraft.