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742.140.5

Bundesbeschluss
über den Ausbauschritt 2035
für die Eisenbahninfrastruktur

vom 21. Juni 2019 (Stand am 1. August 2024)

Präambel

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 48c Absatz 1 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 19571,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 31. Oktober 20182,

beschliesst:

Art. 1

Für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur wird der Ausbauschritt 2035 beschlossen.

Dieser umfasst:

  1. bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) folgende Massnahmen:

    1. La Plaine–Genf–Lausanne–Biel/Bienne: Leistungssteigerung und Kapazitätsausbau,

    2. Lausanne–Brig: Kapazitätsausbau,

    3. Lausanne–Bern: Kapazitätsausbau,

    4. Bern–Neuenburg–Le Locle: Kapazitätsausbau und Beschleunigung, (Direktverbindung),

    5. Delsberg–Basel: Kapazitätsausbau,

    6. Biel/Bienne–Zürich und Bern–Zürich: Leistungssteigerung und Kapazitätsausbau,

    7. Zofingen–Lenzburg: Kapazitätsausbau,

    8. Zürich–Winterthur–Stein am Rhein und Tösstal: Kapazitätsausbau und Beschleunigung,

    9. Zürich–Bülach–Schaffhausen: Kapazitätsausbau,

    10. Zürich Stadelhofen–Zürcher Oberland und rechtes Zürichseeufer: Kapazitätsausbau,

    11. Winterthur–Konstanz, Winterthur–Romanshorn und Winterthur–St. Gallen–St. Margrethen mit Doppelspur Rorschach–Rorschach Stadt: Kapazitätsausbau und Beschleunigung,

    12. Ziegelbrücke–Linthal: Kapazitätsausbau,

    13. Olten–Luzern: Kapazitätsausbau,

    14. 3Luzern–Zug–Zürich: Kapazitätsausbau und Beschleunigung, inklusive Ausbau Bahnhof Ebikon (mit vier Perronkanten),

    15. 4Integration Vorleistung für Meilibachtunnel;

  2. bei folgenden Infrastrukturbetreiberinnen Leistungssteigerungen oder Kapazitätsausbauten:

    1. Compagnie du chemin de fer Lausanne-Echallens-Bercher SA: Lausanne–Echallens,

    2. Transports de la région Morges–Bière–Cossonay SA: Délices–Morges,

    3. Transports Vallée-de-Joux–Yverdon-les-Bains–Sainte-Croix SA: Lausanne–Orbe, Yverdon–Valeyres,

    4. Chemin de fer Montreux Oberland Bernois SA: Montreux–Les Avants– Zweisimmen,

    5. Transports Publics du Chablais SA: Aigle–Monthey–Champéry, Aigle–Leysin,

    6. Matterhorn Gotthard Infrastruktur AG: Visp–Zermatt,

    7. Transports publics fribourgeois Infrastructure (TPF INFRA) SA: Broc Fabrique–Fribourg/Freiburg,

    8. 5BLS Netz AG: Ferden–Mitholz–Frutigen (Vollausbau) und Frutigen–Wengi-Ey (Bahntechnik-Ausrüstung), Ausbau Bahnhof Brig, Bern–Niederscherli, Ausbau Bahnhof Ins,

    9. Regionalverkehr Bern-Solothurn AG: Bern–Zollikofen, Bern–Deisswil, Bern–Gümligen Siloah,

    10. Baselland Transport AG: Leimental–Basel, Waldenburg–Liestal,

    11. Aare Seeland mobil AG: Solothurn–Flumenthal,

    12. Aargau Verkehr AG: Berikon-Widen–Dietikon,

    13. Sihltal Zürich Uetliberg Bahn AG: Sihltal,

    14. Frauenfeld-Wil-Bahn AG: Frauenfeld–Wil einschliesslich neuer Haltestelle Wil West,

    15. Rhätische Bahn AG: Bahnhof Landquart, St. Moritz–Tirano, Prättigau,

    16. Schweizerische Südostbahn AG: Wädenswil–Einsiedeln einschliesslich neuer Haltestelle Wädenswil-Reidbach, Arth-Goldau–Pfäffikon,

    17. Zentralbahn AG: Luzern–Interlaken Ost und Luzern–Engelberg,

    18. Ferrovie Luganesi SA: Bioggio–Lugano Centro,

    19. Ferrovie Autolinee Regionali Ticinesi SA: Locarno–Intragna;

  3. neue Haltestellen:

    1. 6SBB: St-Imier-La-Clef, Yverdon Y-Parc, Collombey-Muraz La Barme, Agy, Thun Nord, Dornach Apfelsee, Oensingen Dorf, Winterthur Grüze Nord, Bellinzona Piazza Indipendenza, Basel Morgartenring,

    2. Transports de Martigny et Régions SA: Martigny-Expo,

    3. Berner Oberland-Bahn AG: Wilderswil Flugplatz,

    4. BLS Netz AG: Kleinwabern,

    5. Chemins de fer du Jura SA: Noirmont Sous-la-Velle,

    6. DB-Netz AG: Basel Solitude;

  4. betriebliche Anlagen;

  5. Bundesbeitrag zur Finanzierung von grenzüberscheitenden Massnahmen;

  6. verschiedene Einzelinvestitionen;

  7. 7Planungsarbeiten für den nächsten Ausbauschritt: Langfristperspektive, Planungen und Vorstudien, inklusive Studien Westschweiz (ArcExpress, Bypass Bussigny);

  8. Projektierung (inkl. Auflageprojekt) für Kapazitätsausbau Knoten Luzern (Durchgangsbahnhof);

  9. Projektierung für Kapazitätsausbau Knoten Basel (Herzstück der trinationalen S-Bahn Basel);

  10. Projektaufsicht;

  11. 8Projektierung des multifunktionalen Grimseltunnels in Abstimmung mit dem Netzprojekt der Swissgrid;

  12. 9erste Massnahmen zur Behebung negativer Auswirkungen des Fahrplans 2025 in der Westschweiz;

  13. 10Zürich–Chur: Kapazitätsausbau (Projektierung Doppelspurausbau Tiefenwinkel).

Der Bundesrat legt der Bundesversammlung bis 2026 eine Botschaft zu einem nächsten Ausbauschritt vor. Für diesen werden insbesondere folgende Massnahmen geprüft:

  1. Aarau–Zürich (Direktverbindung): Kapazitätsausbau;

  2. Knoten Luzern (Durchgangsbahnhof): Kapazitätsausbau;

  3. Knoten Basel (Herzstück der trinationalen S-Bahn Basel): Kapazitätsausbau;

  4. Lausanne–Bern: Beschleunigung und Kapazitätsausbau;

  5. Winterthur–St. Gallen: Beschleunigung;

  6. Behebung von Engpässen und Verdichtung des Angebotes im Agglomerations- und Regionalverkehr sowie Zugang zu den Tourismusregionen.

Werden die Mittel, die für die Massnahmen in Absatz 2 vorgesehen sind, nicht ausgeschöpft, so kann die Bundesversammlung über eine vorgezogene Umsetzung der unter Absatz 3 aufgeführten Massnahmen beschliessen. Eine Umwidmung von Mitteln ist möglich, wenn die in Absatz 3 aufgeführte Massnahme weit fortgeschritten ist und die weiteren Projektphasen aufgrund der fehlenden Mittel behindert würden.

Art. 2

Dieser Beschluss untersteht dem fakultativen Referendum.

Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.

Datum des Inkrafttretens: 1. Januar 202011