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2023.BKD.7477

Geschäftsbericht 2023 der Berner Fachhochschule (BFH). Kenntnisnahme

June 12, 2024German9 min

Source be.ch

Regierungsratsbeschluss RRB Nr.: 594/2024 Datum RR-Sitzung: 12. Juni 2024 Direktion: Bildungs- und Kulturdirektion Geschäftsnummer: 2023.BKD.7477 Klassifizierung: Nicht klassifiziert

Geschäftsbericht 2023 der Berner Fachhochschule (BFH). Kenntnisnahme

Erwägungen

1. Gegenstand

Die Aufgaben, Ziele und Vorgaben für die BFH sind im Gesetz vom 19. Juni 2003 über die Ber- ner Fachhochschule (FaG), in der Bildungsstrategie des Kantons Bern sowie im Leistungsauf- trag des Regierungsrates an die Berner Fachhochschule für die Jahre 2021-2024 (RRB 1430/2020) festgelegt.

Der Regierungsrat stellt zuhanden des Grossen Rates fest, dass die BFH im Berichtsjahr gute Leistungen erbracht hat. Ihr Geschäftsbericht zeigt auf, dass sie erfolgreich im Rahmen ihrer vorgegebenen Aufgaben und Ziele tätig war. Folgende Punkte sind besonders hervorzuheben:

- Von den 78291 Studierenden an der BFH sind 6038 in den 31 Bachelor- und 1791 in den 26 Masterstudiengängen immatrikuliert, dazu kommen 2300 Weiterbildungsabschlüsse (CAS, DAS sowie MAS/EMBA). Seit dem Herbst 2023 kann an der BFH neu ein Bachelor- studiengang in Data Engineering (Departement Technik und Informatik) aufgenommen werden.

- An den Fachhochschulen der Schweiz studierten im Herbstsemester 2023 gemäss dem Bundesamt für Statistik BFS rund 83 600 Studierende. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr von -0.2 % (Vorjahr -1.4 %). Während auf Masterstufe ein hohes Wachstum von +3.3 % beobachtet werden kann, gehen die Studierendenzahlen auf Ba- chelorstufe leicht (-0.6 %) und in der Weiterbildung deutlich (-3.1 %) zurück. Gemäss BFS hat die BFH 2023 rund 1 % weniger Studierende als im Vorjahr2. Der Rückgang fällt dabei auf Bachelorstufe (-0.5 %) geringer aus als auf Masterstufe (-1.5 %). Dadurch sinkt auch ihr Marktanteil an allen an einer schweizerischen Fachhochschule Studierenden leicht (9.5 %, Vorjahr 9.6 %). Eine negative Entwicklung der Studierendenzahlen verzeichnen die BFH-Departemente Technik und Informatik (TI) und Wirtschaft (W), eine positive das Departement Soziale Arbeit (S). Veränderungen gegenüber dem Vorjahr um weniger als einen Prozentpunkt sind für alle weiteren Departemente festzuhalten.

- Schweizweit wird die Zahl der Fachhochschulstudierenden in den nächsten Jahren mit grosser Wahrscheinlichkeit wieder zunehmen. Dies lässt sich neben den Prognosen des BFS insbesondere anhand der beobachteten Eintritte auf Stufe Bachelor ablesen. Nach

Wie bereits im Vorjahr wird im Geschäftsbericht der BFH die Bachelorausbildung Sport nicht mehr berücksichtigt. Die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen (EHSM) wurde 2022 institutionell akkreditiert Inklusive der Sportstudierenden der Eidgenössischen Hochschule Magglingen. Das BFS weist diese ab 2023 separat von der BFH aus und bildet auch die Aufteilung der Zürcher FH in die drei Fachhochschulen ZHAW, ZHdK und HWZ neu ab.

dem erheblichen Rückgang im Vorjahr (-6.3 %) beträgt die gesamtschweizerische Zu- nahme der Eintritte +1.9 %. Auch die BFH verzeichnet 2023 wieder mehr Eintritte (+0.9 %)2. Allerdings vermögen auch die umliegenden Fachhochschulen wieder deutlich mehr Studierende anzuziehen.

- Die Jahresrechnung der BFH schliesst mit einem negativen Ergebnis von CHF -3.1 Mio. ab (Vorjahr CHF -7.6 Mio.). Im Unterschied zum Vorjahr federt die Erholung der Finanz- märkte 2023 mit CHF 3.7 Mio. das Jahresergebnis ab. Das betriebliche Ergebnis beläuft sich auf CHF -6.7 Mio. (Vorjahr CHF -2.5 Mio.). Das Eigenkapital der BFH reduziert sich weiter von CHF 49.7 Mio. auf CHF 46.7 Mio.

- Die BFH muss vermehrt Aufwendungen, die ausserhalb ihrer Einflussmöglichkeiten liegen, aus ihren selbst erarbeiteten Erträgen und Reserven decken. Insbesondere führt das Lohnsummenwachstum im Rahmen der vom Regierungsrat beschlossenen Gehaltsmass- nahmen zu beträchtlichen Mehraufwendungen, welche nur teilweise durch das Wachstum des Kantonsbeitrags kompensiert werden. Der in den Gehaltsmassnahmen für das Kan- tonspersonal berücksichtigte Teuerungsausgleich, der auch für das Personal der BFH an- zuwenden ist, akzentuiert diese Problematik der strukturellen Unterfinanzierung. Dieser Entwicklung wird bei der Überprüfung und Festlegung der Kantonsbeiträge im Rahmen des nächsten Leistungsauftrags 2025-2028 Rechnung getragen werden müssen. Dabei wer- den neben der allgemeinen Finanzsituation des Kantons auch interkantonale Vergleichs- grössen und die Finanzsituation der BFH (inkl. der Entwicklung ihrer Erträge) zu berück- sichtigen sein. Erfolgen keine Massnahmen, würde dies der BFH zunehmend erschweren, im Wettbewerb um Studierende und Drittmittel ihre Position zu behaupten.

- Die Kosten pro Studienplatz an der BFH konnten nicht mehr weiter gesenkt werden und liegen minim über denjenigen des Vorjahres (+0.2 %). Sie liegen damit knapp unter dem Niveau des Schweizer Durchschnitts (auf Bachelorstufe 0 % und -1 % Abweichung auf Masterstufe). Aufgrund der Verfügbarkeit der nationalen Vergleichszahlen bezieht sich diese Momentaufnahme aber auf das Jahr 2022.

- Die Bilanz der Finanzströme gemäss Interkantonaler Fachhochschulvereinbarung (FHV) hat sich 2023 leicht verbessert und fällt mit CHF -3.2 Mio. weniger negativ aus als im Vor- jahr (CHF -3.9 Mio.). Die FHV-Einnahmen 2023 wachsen um +0.8 % (von CHF 40.6 Mio. auf CHF 40.9 Mio.). Gleichzeitig nimmt die Zahl der Berner Studierenden leicht ab, die an einer ausserkantonalen Fachhochschule studieren: Die FHV-Ausgaben liegen 2023 mit CHF 44.1 Mio. -0.8 % unter denjenigen des Vorjahres (CHF 44.5 Mio.).

- Die räumliche Verzettelung der BFH stellt nach wie vor einen wesentlichen Standortnach- teil dar, dessen Behebung durch die Realisierung der beiden Campusprojekte des Kantons noch einige Zeit beanspruchen wird. Im Berichtsjahr erreichte das Projekt für den Campus Biel/Bienne weitere wichtige Etappen, so dass Anfang 2024 in Biel nun Bautätigkeiten auf- genommen werden konnten. Einerseits wurde der Zusatzkredit im Grossen Rat (Sommer- session 2023) ohne Gegenstimme genehmigt, andererseits ging die verbliebene, abzubre- chende Liegenschaft auf dem Campus-Areal endgültig in den Besitz des Kantons über.

- Die im Rahmen ihrer Strategie definierten Themenfelder «Caring Society», «Humane digi- tale Transformation» und «Nachhaltige Entwicklung» wurden im Berichtsjahr wirkungsvoll bewirtschaftet. «Caring Society» beinhaltet etwa die Anstrengungen, dem Fachkräfteman- gel im Gesundheitswesen zu begegnen. Die BFH ist dabei eine überregional gefragte Part- nerin und bietet die tertiäre Pflege- und Physiotherapie-Ausbildung auch für den Kanton

Basel-Stadt im neuen Campus Bildung Gesundheit an. Im Bereich «Humane digitale Transformation» trägt die BFH zur kritischen Auseinandersetzung und Lösungsfindung im Zusammenspiel von Mensch und Technologie bei. Dies beispielsweise im Umgang mit KI in Lehre und Forschung oder der Lösungsfindung zur Akzeptanz von der Zusammenarbeit des Fachpersonals mit Roboter-Hilfsgeräten im Gesundheits- und Gastronomiesektor. Mit dem Ziel, die «Nachhaltige Entwicklung» voranzutreiben, können aus allen Fachrichtungen der BFH anwendungsorientierte Projektergebnisse zur Kenntnis genommen werden. Diese setzen sich mit so unterschiedlichen Themen wie Waldbrandgefahr, Weltraum-Schrott, Up- und Recycling, Elektrofahrzeuge oder Begegnungszonen im Fokus von Verkehrs- und Raumplanung auseinander.

- Der Regierungsrat wählte für die Amtsdauer vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2027 Daniela Wiest (CEO Spitäler fmi AG), Thomas Bernhard (CEO Haag-Streit Holding AG) und Michael Lüthi (CEO Sanitized AG) in den Fachhochschulrat. Sie ersetzen die zurück- getretenen Monika Eichelberger, Regula Gloor und Hans-Martin Wahlen. Für dieselbe Amtsdauer wiedergewählt wurden Markus Ruprecht und Donald Vogt. In der Fachhoch- schulleitung übernahm per 1. Mai 2023 Klazine van der Horst die Leitung des Departe- ments Gesundheit von Urs Brügger.

- Der Staatsbeitrag trug mit CHF120.63 Mio. (Vorjahr CHF 119.4 Mio.), bzw. 35.7 % (Vorjahr

36.6 %) zum Gesamtertrag der BFH bei. Davon sind CHF 2 Mio. zur Umsetzung der Le- gislaturziele des Kantons bestimmt, namentlich für den Aufbau und Betrieb des TecLab in Burgdorf, der School of Biomedical and Precision Engineering in Zusammenarbeit mit der Universität Bern sowie für den Aufbau und Betrieb des Kompetenzzentrums BeLEARN, an welchem alle drei Berner Hochschulen beteiligt sind.

- Zur Überprüfung der Umsetzung des Legislaturziels Aufbau und Betrieb des Kompetenz- zentrums BeLEARN der Berner Hochschulen wurde gleichzeitig mit der Erteilung der Leis- tungsaufträge an die Hochschulen ein separater Controlling-Zyklus definiert: Für BeLEARN wird dem Amt für Hochschulen jährlich eine eigene Berichterstattung zu vordefi- nierten Kenngrössen unterbreitet. Das erste reguläre Controlling-Gespräch zum Reporting fand Ende Mai 2023 für das Geschäftsjahr 2022 statt. Das Reporting hat aufgezeigt, dass sich die Anzahl der BeLEARN-Projekte der fünf Hochschulen erfreulich entwickelt hat und bereits bei deutlich über 40 liegt. Auch die durchgeführten Referate und Tagungsbeteili- gungen von BeLEARN liegen über der antizipierten Messgrösse. Entwicklungsfähig sind Stand 2023 insbesondere jene Projekte, die gemeinsam mit weiteren Partnern verfolgt werden, welche nicht zum Kern von BeLEARN gehören. Solche Projekte sollen die Aus- strahlung und Wirkung von BeLEARN als nationales Kompetenzzentrum zusätzlich ver- stärken.

- Die betrieblichen Erträge der BFH stiegen auf CHF 337.6 Mio. (Vorjahr CHF 326 Mio.). Wesentlich trugen die gegenüber dem Vorjahr erhöhten Drittmittelerträge in der Forschung dazu bei. Diese konnten auf einen neuen Höchstwert von CHF 53.7 Mio. (+11.7 % ggü. Vorjahr) gesteigert werden. Über den Erwartungen fielen auch die Erträge aus der Weiter- bildung aus, welche gegenüber dem Vorjahr um rund CHF 1.4 Mio. erhöht werden konnten (CHF 23.5 Mio.).

- Der Personalaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um CHF 8.9 Mio. an (+3.3 %, Vorjahr +3.9 %). Die Anzahl Vollzeitstellen erhöhte sich um rund 40 Stellen (+2.2 %, Vorjahr Der im Vortrag zum Staatsbeitrag 2023 an die BFH (RRB 1345/2023) vermerkte «Anteil BFH für Mietkosten und Mieterausbau der Mietflächen» für die School of Biomedical and Precision Engineering betrug 2023 CHF 444 000. Abzüglich dieser dem Amt für Grundstücke und Gebäude der BVD übertrage- nen Summe beläuft sich der Staatsbeitrag 2023 wie in der Jahresrechnung der BFH dargestellt auf CHF 120.1 Mio.

+7 %). In erster Linie ist die Erhöhung des Personalaufwands auf die vom Regierungsrat beschlossenen kantonalen Lohnmassnahmen zurückzuführen. Weiter dazu beigetragen haben die Rückstellungen für Vorsorgeverpflichtungen (CHF 1.1 Mio.).

- Die Controllingsitzung zwischen der Bildungs- und Kulturdirektion und der BFH fand am 9. November 2023 statt. Die BKD stellte fest, dass die Berner Fachhochschule den ihr durch die Gesetzgebung erteilten Auftrag umfassend und in guter Qualität erfüllt und dass die BFH die Zielvorgaben des Leistungsauftrags des Regierungsrates erreicht oder über- troffen hat. Der direktionsübergreifende Koordinationsausschuss Controlling Hochschulen befasste sich am 25. April 2024 mit dem Geschäftsbericht der Berner Fachhochschule.

2. Rechtsgrundlagen

- Artikel 47 Absatz 2 und Artikel 56 Absatz 2 des Gesetzes vom 19. Juni 2003 über die Ber- ner Fachhochschule (FaG; BSG 435.411)

- Artikel 67 Abs. 3 der Verordnung vom 16. November 2022 über die Berner Fachhoch- schule (FaV; BSG 436.811)

3. Beschluss

Aufgrund des Antrags der Bildungs- und Kulturdirektion wird beschlossen:

1. Der Geschäftsbericht 2023 der Berner Fachhochschule wird zur Kenntnis genommen.

2. Gestützt auf Artikel 56, Absatz 2 des Gesetzes vom 19. Juni 2003 über die Berner Fach- hochschule (FaG; BSG 435.411) beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat, vom Bericht Kenntnis zu nehmen.

Im Namen des Regierungsrates

Christoph Auer Staatsschreiber

Verteiler ‒ Grosser Rat ‒ Bildungs- und Kulturdirektion

Beilagen ‒ Geschäftsbericht 2023 der Berner Fachhochschule