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2026.BKD.161

Geschäftsbericht 2025 der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern). Kenntnisnahme

June 10, 2026German9 min

Source be.ch

Regierungsratsbeschluss RRB Nr.: 653/2026 Datum RR-Sitzung: 10. Juni 2026 Direktion: Bildungs- und Kulturdirektion Geschäftsnummer: 2026.BKD.161 Klassifizierung: Nicht klassifiziert

Geschäftsbericht 2025 der Pädagogischen Hochschule Bern (PHBern). Kenntnisnahme

Erwägungen

1. Gegenstand

Die Aufgaben, Ziele und Vorgaben für die PHBern sind im Gesetz vom 8. September 2004 über die deutschsprachige Pädagogische Hochschule (PHG; BSG 436.91), in der Bildungsstrategie des Kantons Bern sowie im Leistungsauftrag des Regierungsrates vom 15. Dezember 2021 an die PHBern für die Jahre 2022–2025 (RRB 1469/2021, 1318/2022) und im Leistungsauftrag der Bildungs- und Kulturdirektion vom 17. September 2021 an die PHBern für die Jahre 2022–2025 in den Bereichen Weiterbildung und Dienstleistungen festgelegt.

Der Regierungsrat stellt zuhanden des Grossen Rates fest, dass die PHBern im Berichtsjahr unter schwierigen finanziellen Bedingungen überzeugende Leistungen gezeigt hat. Aus ihrem Geschäftsbericht geht hervor, dass sie im Rahmen ihrer vorgegebenen Aufgaben und Ziele er- folgreich tätig war. Folgende Punkte sind besonders hervorzuheben:

− An der PHBern waren im Studienjahr 2025/2026 (Stichdatum 15. Oktober 2025) 32241 Studie- rende in den Grundausbildungsstudiengängen (Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Schulische Heilpädagogik) immatrikuliert (Vorjahr: 3169 Studierende). Dies sind 1,7 % mehr Studierende als im Vorjahr.

− Nach rückläufiger Entwicklung in den letzten Jahren wird erstmalig für das 2025 eine Stabili- sierung der Studienintensität beobachtet. Derzeit befindet sich ein Monitoring zur Studieninten- sität in Prüfung und Erarbeitung, welches künftig die zeitliche Entwicklung dieser Kennzahl an der PHBern differenziert ausweisen und eine präzise Datengrundlage für die Analyse von Ver- änderungen liefern soll.

− Wie in den vergangenen Jahren ist neben den Studierendenzahlen die Entwicklung der Anzahl immatrikulierter Erstsemestriger1 (Neueintritte) zu beachten. Diese ist im Vergleich zum Vor- jahr um 5,8 % gestiegen2. Die Neueintritte in dem im Jahr 2023 neu eingeführten, nur kantonal anerkannten Studiengang Primarstufe mit Berufsmaturität haben sich im Vorjahresvergleich von 17 auf 19 erstsemestrige Studierende erhöht.

Studierende der Regelstudiengänge inkl. Studierende der Erweiterungs- und Ergänzungsausbildungen ohne paralleles Regelstudium und inkl. Studie- rende Fachdidaktikzentrum. Quelle: Studierendenstatistik der PHBern (https://www.phbern.ch/ueber-die-phbern/hochschule/portraet/statistiken).

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Neueintritte bei der Ausbildung von Primarlehrpersonen (inkl. kantonal anerkannter Studiengang Primarstufe mit Berufsmaturität) um +11,1 % (+29), bei der Ausbildung von Lehrpersonen der Sekundarstufe I um –17,0 % (–49), bei der Ausbildung von Lehrperso- nen der Sekundarstufe II um +43,4 % (+49) und im Masterstudiengang Schulische Heilpädagogik um +12,2 % (+15) verändert.

− In der Periode vom 1. August 2024 bis 31. Juli 2025 wurden 880 Abschlüsse vergeben; 114 Abschlüsse mehr (+ 14,9 %) als in der Vorjahresperiode.

− An den pädagogischen Hochschulen der Schweiz waren im Herbstsemester 2025 gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) 25 024 Studierende immatrikuliert. Dies entspricht einem Wachstum, gemäss Daten des BFS 3, von 1,9 %. Das Wachstum der Studierendenzahlen an der PHBern beträgt gemäss BFS 2,8 %; die PHBern ist weiterhin bezüglich der Anzahl Studie- render die drittgrösste pädagogische Hochschule der Schweiz.

− Die Anzahl der ausserkantonalen Studierenden in den Grundausbildungsstudiengängen der PHBern (1099 per Stichdatum 15. Oktober 20254) bleibt – wie bereits in den Vorjahren – we- sentlich höher als die Anzahl der Berner Studierenden in Grundausbildungsstudiengängen an ausserkantonalen pädagogischen Hochschulen (416 per Stichdatum 15. Oktober 2025).

− Die PHBern konnte im Berichtsjahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Das Jubiläumsjahr bot die Gelegenheit, die bisherige Entwicklung der PHBern zu reflektieren und Perspektiven für die Zukunft zu formulieren. Auch wurde 2025 die strategische Ausrichtung der Hochschule für die Jahre 2026–2033 verabschiedet. In einem partizipativen Prozess setzten sich die Mitarbeiten- den intensiv mit der zukünftigen Entwicklung der PHBern auseinander. Daraus sind drei Leit- prinzipien hervorgegangen, die die Weiterentwicklung der Hochschule in der kommenden Stra- tegieperiode prägen sollen: Offenheit, Lernorientierung und Gemeinschaftlichkeit.

− Der noch immer anhaltende Lehrpersonenmangel prägte auch das Berichtsjahr wesentlich. Der Einsatz von Personen ohne aufgabengemässe pädagogische Ausbildung im Schuldienst stieg erneut, insbesondere in der Heilpädagogik. Die PHBern bietet daher für Unterrichtende und Schulen weiterhin eine Vielzahl an gezielten Unterstützungs-, Weiterbildungs- und Bera- tungsangeboten an. In Zusammenarbeit mit der BKD hat die PHBern diese Angebote gebün- delt und in einer «Toolbox» für unterschiedliche Anspruchsgruppen und Settings zusammen- gestellt. Sie enthält diverse Kursangebote, Handreichungen und Ideen-Sets für den Unterricht sowie Links auf weiterführende Ressourcen. Weiterhin tragen zur Entlastung des Schulsys- tems zudem die rund 72 % aller Studierenden der Grundausbildungen der PHBern bei, die be- reits parallel zum Studium an Schulen tätig sind.

− Im Herbstsemester 2025 starteten 19 Studierende (Vorjahr 17) den Studiengang Primarstufe ohne EDK-anerkanntes Lehrdiplom. Insgesamt hat die Einführung dieses Studiengangs bisher nicht zu einer Erhöhung der Gesamtzahl Studierender in Ausbildung für die Primarstufe an der PHBern geführt.

− An der PHBern liefen im Kalenderjahr 2025 49 laufende schul- und berufsfeldbezogene For- schungs-, Entwicklungs-, und Evaluationsprojekte. Die Projekt- und Forschungserträge aus Drittmitteln beliefen sich im Berichtsjahr unverändert auf CHF 2.3 Mio. und entsprachen damit – wie im Vorjahr – 2,3 % des betrieblichen Ertrags.

− Im Rechnungsjahr 20245 sind die jährlichen Kosten pro Vollzeitäquivalent eines/einer Studie- renden der Grundausbildungen der PHBern (Durchschnittswert aller Grundausbildungsstudi- engänge) um 9,5 % gestiegen. Sie liegen damit weiterhin unter dem gesamtschweizerischen

Das BFS berücksichtigt folgende Angebote nicht: kantonale Angebote, die nicht EDK-anerkannt sind; Facherweiterungsstudien; Kooperationsstudien- gänge (Fachdidaktikzentrum, Bilingualer Studiengang). ohne Studierende FDZ Sport, FDZ NMG-NE und IVP Bilingualer Studiengang (Immatrikulation an der HEP-BEJUNE) Es können lediglich Aussagen für das Rechnungsjahr 2024 gemacht werden, da die offiziellen BFS-Zahlen zu den Finanzen der pädagogischen Hoch- schulen erst im August 2026 für das Jahr 2025 publiziert werden.

Durchschnitt, haben sich diesem – welcher im gleichen Zeitraum um 2,4 % gestiegen ist – aber etwas angenähert.

− Im Jahr 2025 verzeichnete die PHBern einen Gesamtertrag von rund CHF 100 Mio. Davon macht der Kantonsbeitrag6 abzüglich der objektfinanzierten Angebote für die Sekundarstufe II (CHF 500’000) sowie für Schul- und Gemeindebibliotheken (CHF 100’000; vgl. Vortrag zum RRB 1278/2024) mit CHF 64,2 Mio. einen Anteil von 64,2 % aus (Vorjahr: 65,1 %). In der Jah- resrechnung 2025 schliesst die PHBern mit einem Gewinn von CHF 1.9 Mio. ab (Vorjahr: Ver- lust von CHF 6.1 Mio.). Dieses positive Ergebnis ist auf einmalige Effekte zurückzuführen und nicht betrieblich bedingt. So erreichte insbesondere die Bernische Pensionskasse (BPK) Ende 2025, neun Jahre früher als geplant, die Vollkapitalisierung. Aufgrund dessen konnte die PHBern 2025 einmalig CHF 5.3 Mio. Passiven aus Vorsorgeverpflichtungen auflösen. Ohne diesen einmaligen Effekt würde der betriebliche Verlust der PHBern im Berichtsjahr CHF 3.4 Mio. betragen. Die grössten Veränderungen zum Vorjahr auf der Ertragsseite der Erfolgsrech- nung sind die budgetgemässe Erhöhung des Kantonsbeitrags um 1 % sowie die infolge einer leicht höheren Studienintensität und der FHV-Tariferhöhung steigenden FHV-Beiträge. Der üb- rige betriebliche Aufwand, insbesondere der Verwaltungs- und Informatikaufwand, fiel tiefer aus. Grund dafür sind grosse Projekte, die im Vorjahr abgeschlossen werden konnten, sowie zeitliche Verschiebungen von Projekten und tiefere Aufwendungen für die Leistungserbrin- gung.

− Obwohl die Jahresrechnung 2025 mit einem Gewinn abschliesst, hat sich die finanzielle Situa- tion der PHBern im Berichtsjahr noch nicht wesentlich verbessert. Per 31. Dezember 2025 weist die PHBern ein negatives Eigenkapital von CHF –13.3 Mio. aus (Vorjahr: CHF –15.2 Mio.). Zur Sicherstellung der Liquidität mussten per Ende 2025 insgesamt CHF 11.1 Mio. als kurz- und langfristiges Darlehen bei der Tresorerie aufgenommen werden. Um diese ungüns- tige Ausgangslage zu beheben, hat der Kanton im Budget 2026 und Aufgaben-/Finanzplan (AFP) 2027–2029 für die Leistungsauftragsperiode 2026–2029 verschiedene Massnahmen zur Reduktion der strukturellen Unterfinanzierung und zur Stabilisierung der Liquiditätssituation der PHBern beschlossen. Die Finanz- und Liquiditätsplanung der PHBern für die kommenden Jahre zeigt, dass sich unter der Annahme gleichbleibender Rahmenbedingungen – somit ohne stark steigende Studierendenzahlen – die finanzielle und liquiditätsmässige Situation der päda- gogischen Hochschule schrittweise verbessert. Unter diesen Voraussetzungen kann das an- lässlich der Entlassung in eine eigene Rechnung mitgegebene negative Eigenkapital bis spä- testens 2029 vollständig abgebaut werden.

− Für den Aufbau des hochschulübergreifenden Kompetenzzentrums BeLEARN wird dem Amt für Hochschulen jährlich eine eigenständige Berichterstattung zu vordefinierten Kennzahlen vorgelegt, die von den beteiligten Hochschulen gemeinsam erarbeitet wird. Das Controlling- Gespräch zum Reporting fand anfangs Mai 2025 für das Geschäftsjahr 2024 statt. Dieses zeigt, dass das Vorhaben BeLEARN in der ersten Projektphase erfolgreich umgesetzt werden konnte: Mit Ausnahme eines einzelnen Ziels wurden sämtliche Vorgaben erreicht. Die Anzahl der Kooperationsprojekte der fünf Gründerhochschulen übertraf die Erwartungen deutlich. Auch die Zahl der organisierten Veranstaltungen, Referate sowie Tagungsbeteiligungen lag über den prognostizierten Werten. Für die zweite Projektphase (2025–2028) steht die weitere Stärkung der Vernetzung mit der Forschung sowie die vertiefte Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis im Zentrum. Für die Nachhaltigkeit von BeLEARN werden in dieser

Gemäss Vortrag zum RRB 1278/2024 beträgt der Kantonsbeitrag CHF 64.8 Mio. Dieser beinhaltet objektfinanzierten Angebote für die Sekundarstufe II in der Höhe von CHF 500’000 sowie für Schul- und Gemeindebibliotheken in der Höhe von CHF 100'000, welche für den Vergleich abgezogen werden. Weitere zusätzliche und zweckgebundene Beiträge gem. Vortrag, Seite 5 des RRB 1278/2024 werden nicht in diesen Vergleichswert miteingerechnet.

zweiten Phase Vergleiche mit Organisationen mit ähnlichem Auftrag gezogen sowie verschie- dene Modelle für Kooperationen erarbeitet, welche über die Projektzusammenarbeit hinausge- hen. Das Controllinggespräch fand im Mai 2026 für das Geschäftsjahr 2025 statt.

− Die Umsetzung des Leistungsauftrags 2022–2025 (Studienjahr 2024/2025) wurde durch die Bildungs- und Kulturdirektion im jährlichen Controllinggespräch mit der PHBern vom 17. No- vember 2025 geprüft. Die Bildungs- und Kulturdirektion stellte fest, dass die PHBern den ihr durch die Gesetzgebung erteilten Auftrag umfassend und in sehr guter Qualität erfüllt und dass die PHBern die Zielvorgaben des Leistungsauftrags des Regierungsrates und der Bildungs- und Kulturdirektion erreicht hat. Der direktionsübergreifende Koordinationsausschuss Control- ling Hochschulen befasste sich am 21. April 2026 mit dem Geschäftsbericht der PHBern.

2. Rechtsgrundlagen

− Art. 48 Abs. 2 und Art. 74b Abs. 2 des Gesetzes vom 8. September 2004 über die deutsch- sprachige Pädagogische Hochschule (PHG; BSG 436.91)

− Art. 62 Abs. 3 der Verordnung vom 16. November 2022 über die deutschsprachige Pädagogi- sche Hochschule (PHV; BSG 436.911)

3. Beschluss

Aufgrund des Antrags der Bildungs- und Kulturdirektion wird beschlossen:

1. Der Geschäftsbericht 2025 der Pädagogischen Hochschule Bern wird zur Kenntnis genom- men.

2. Gestützt auf Artikel 74b, Absatz 2 des Gesetzes vom 8. September 2004 über die deutsch- sprachige Pädagogische Hochschule (PHG; BSG 436.91) beantragt der Regierungsrat dem Grossen Rat, vom Bericht Kenntnis zu nehmen.

Im Namen des Regierungsrates

Christoph Auer Staatsschreiber

Verteiler ‒ Grosser Rat

Beilagen ‒ Geschäftsbericht 2025 der PHBern