RRB Nr. 1090/2015
Lotteriefonds, Inlandhilfe 2015, Ermächtigung
November 18, 2015German19 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 18. November 2015
1090. Lotteriefonds des Kantons Zürich; Inlandhilfe 2015
Erwägungen
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung Mit seiner Inlandhilfe (IH) möchte der Kanton mithelfen, – durch Präventionsmassnahmen mögliche Schadensereignisse zu ver- hindern oder mindestens zu verringern, – durch das Beheben von Unwetterschäden und die Verbesserung der ent- sprechenden Infrastruktur die Lebensgrundlage der Bergbevölkerung zu sichern sowie – regional wichtige Natur- und Umweltschutzprojekte sowie bedeuten- de kulturelle Vorhaben und Alpwirtschaftsvorhaben zu fördern.
1.2 Allgemeines Der Kanton berücksichtigt im Rahmen der IH in der Regel nur Pro- jekte aus finanzschwachen Gebieten der Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis. Der Kanton arbeitet dabei mit drei Hauptpartnern zu- sammen: – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB) – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) – und der Schweizer Berghilfe (SB) Diese Organisationen unterbreiten dem Kanton jeweils vor der eigent- lichen Gesuchstellung mehrere Projekte, aus denen in Absprache mit dem Lotteriefonds eine Auswahl für die Eingabe der Gesuche getroffen wird. Andere Organisationen reichen dem Kanton einzelfallweise IH-Gesu- che ein.
1.3 Vorlage 5167: Rahmenkredit Mit Beschluss vom 6. Juli 2015 bewilligte der Kantonsrat einen Rahmen- kredit von insgesamt 24 Mio. Franken für die Entwicklungszusammen- arbeit (EZA) und die IH für 2015 bis 2017 bzw. von 8 Mio. Franken pro Jahr (Vorlage 5167). Im Vergleich zum vorangehenden Rahmenkredit ste- hen dem Regierungsrat somit pro Jahr 2 Mio. Franken weniger zur Ver- fügung.
1.4 Vergabekriterien Mit Beschluss vom 23. November 2011 legte der Regierungsrat geän- derte Vergabekriterien (Richtlinien) für die EZA und die IH fest. Diese wurden erstmals für den Rahmenkredit 2011–2014 (Vorlage 4856, KRB vom 9. Juli 2012) angewendet. Sie wurden im Antrag zum Rahmenkre- dit 2015 bis 2017 (abgesehen von geringfügigen redaktionellen Änderun- gen) inhaltlich unverändert übernommen.
2. Gesuchseingabe 2015 Die SPB (9), die SL (7), die Fondazione Garbald (1) und die Evange- lisch-reformierte Landeskirche Uri (1) haben insgesamt 18 Projekte (2014: 19) in der Gesamtsumme von Fr. 4 276 495 (2014: Fr. 4 285 400) eingereicht. Die SB hat für 2015 kein Gesuch eingereicht.
3. Ausgewählte Einzelprojekte Die folgende Auflistung der berücksichtigten Einzelprojekte enthält die notwendigen Kurzinformationen zum jeweiligen Projekt. Angegeben sind dabei auch die Projektbegleitkosten (PBK), welche die jeweiligen Organisationen vom Kanton wünschen.
3.1 Projekte der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden (SPB) (Projekte Nrn. 1–6) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 9 2 482 200 Berücksichtigte Projekte 6 1 712 750
1) Gesamtmelioration Region/Kanton Albulatal/Oberhalbstein, GR Verantwortlich Gemeinde Mutten für das Projekt Projektziel Mit einer Melioration auf dem Gemeindegebiet soll die landwirtschaftliche Bewirtschaftung län- gerfristig gesichert werden, was auch ermöglicht, ökologisch wertvolle Lebensräume zu erhalten. Projektbeschrieb Das Gebiet der Walsersiedlungen Mutten, Ober- mutten und Staffel erstreckt sich über eine Höhe von 860 bis 2340 Metern über Meer, liegt in der Bergzone IV und weist grosse Sömmerungs- gebiete auf. Um den heutigen Anforderungen an eine flächendeckende Pflege des Kulturlan- des und eine rationelle Bewirtschaftung zu
genügen, müssen Güterwege ausgebaut und Grundstücke zusammengelegt werden. Geplant sind daher Landumlegungen auf 227 ha, eine Verringerung von 917 auf 300–400 Parzellen, 17 km Wegebau und ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen. Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Eigentümerinnen und Eigentümer; Bewirtschafterinnen und Be- wirtschafter der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen Kosten Fr. 13 018 300 Finanzierung Bund Fr. 4 896 500 Standortkanton/-region Fr. 6 580 550 Dritte Fr. 30 025 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 1 511 225 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 500 000 Beurteilung Die vorgesehenen Massnahmen sind notwen- dig und zweckmässig, um die Zukunft der Land- wirtschaft in Mutten zu sichern. Sie dienen der Erleichterung der Bewirtschaftung und Pflege des Kulturlandes. Das umfangreiche Gebiet mit ökologisch wertvollen Lebensräumen wie Tro- ckenwiesen und -weiden, Hangmooren und Lär- chenweidewald wird damit vor dem Verbuschen und Verwalden geschützt. Die Bewirtschafte- rinnen und Bewirtschafter sind mehrheitlich unter 45 Jahre alt und die Weiterführung der Betriebe gilt damit als gesichert. Das Projekt ist durch seine Grösse, Lage und die vorhande- nen Werte von regionaler Bedeutung. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 500 000 2) Sanierung Dorfbach und Erneuerung Zufahrt Oberhäusern Region/Kanton Hinterrheintal, GR Verantwortlich Gemeinde Nufenen für das Projekt Projektziel Die schmale Zufahrtsstrasse Oberhübschera soll ausgebaut werden, sodass Landwirtschaftsfahr- zeuge sie befahren können. Weiter soll das Bach- bett des Dorfbachs instand gestellt und hoch- wassersicher gemacht werden.
Projektbeschrieb Die Gemeinde Nufenen ist ein ausgeprägtes Bauerndorf mit 160 Einwohnerinnen und Ein- wohnern. Die Gemeinde hat in den letzten Jah- ren zahlreiche Infrastrukturanlagen saniert. Mit dem Projekt sollen nun die Zufahrt zu den Lie- genschaften Oberhäusern verbreitert, eine bau- fällige Brücke ersetzt und der parallel dazu verlaufende Dorfbach saniert werden. Die ge- mauerten Wände des Bachufers sind an ver- schiedenen Stellen unterspült und daher im Falle eines Hochwassers gefährdet. Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Besucherinnen und Besucher Kosten Fr. 311 500 Finanzierung Bund Fr. 98 000 Standortkanton/-region Fr. 56 000 Andere Fr. 3 530 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 153 970 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 127 200 Beurteilung Das Projekt dient einerseits dem Schutz vor Naturgefahren und anderseits der besseren Er- schliessung eines Ortsteils. Die Massnahmen sind eine unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige und rentable landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes. Die Strasse kann wei- terhin nur einspurig befahren werden. Das Pro- jekt ist verhältnismässig, zweckmässig und kos- tengünstig. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 127 000 3) Wald- und Alperschliessung Stierva (heute Albula/Alvra) Region/Kanton Albulatal, GR Verantwortlich Gemeinde Albula/Alvra für das Projekt Projektziel Das kleine Haufendorf Stierva ist nach wie vor ein Bergbauerndorf. Die Wälder von Stierva sind teilweise als Schutzwald ausgeschieden wor- den. Sie schützen das Dorf, die beiden kanto- nalen Verbindungsstrassen nach Stierva und Mutten sowie die Linie der Rhätischen Bahn vor Lawinen, Steinschlag, Rutschungen und
Murgängen. Der Alpweg von Stierva erschliesst neben den Alpen auch einen grossen Teil der Wälder und Weiden. Er dient als Zufahrt zu verschiedenen Maiensässen. Das bestehende Wegnetz soll nach rund 30 Jahren verbessert werden. Ziel ist es, die Erschliessung an die zeit- gemässen forstwirtschaftlichen Anforderungen anzupassen, den Unterhaltsbedarf zu senken und Teilstrecken lastwagentauglich zu machen. Projektbeschrieb Der bestehende Weg auf der Teilstrecke Stier- va–Sontget (3650 m) wird lastwagentauglich für Holztransporte ausgebaut. Die beiden Natur- steinstrassen Val da Begls (1600 m) und Val Verda (960 m) werden saniert. An geeigneter Stelle entstehen vier Holzlager- bzw. Seilkran- installationsplätze. Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Transitverkehr Kosten Fr. 2 824 000 Finanzierung Bund Fr. 831 600 Standortkanton/-region Fr. 1 508 400 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 484 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 424 000 Beurteilung Das sorgfältig erarbeitete Projekt erschliesst einen Projektperimeter von rund 250 ha Wald. Durch die künftig durchgehende Lkw-Befahr- barkeit der Strassen kann dieses Holz rationel- ler und kostengünstiger geerntet und mittel- fristig können allenfalls wieder Einnahmen er- wirtschaftet werden. Zudem dienen die Mass- nahmen der Pflege des Schutzwaldes und da- mit dem Schutz vor Schadenereignissen. Durch die Erstellung von Ausweichstellen und die punktuelle Verbreiterung der Fahrbahnradien wird auch die Verkehrssicherheit verbessert. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 424 000
4) Sanierung der Forststrassen im Rahmen des «Sammelprojektes Instandstellung Erschliessungen SIE 2014/2015» Region/Kanton Münstertal, GR Verantwortlich Gemeinde Val Müstair für das Projekt Projektziel Das Amt für Wald des Kantons Graubünden hat eine langfristige Planung für die Sanierung der Forststrassen im Gemeindegebiet von Val Müstair im Rahmen eines Sammelprojektes er- stellt. Das Projekt bezweckt die dringend nötige Substanzerhaltung und Sanierung von Erschlies- sungsanlagen und den zugehörigen Kunstbau- ten. Projektbeschrieb Durch Instandstellung von Waldwegen soll zur Sicherstellung der Nutzung des Waldes und zur Erschliessung landwirtschaftlich genutzter Ge- bäude beigetragen werden. Zudem können der durch Geländebewegungen entstandene Scha- den leichter behoben und die sichere Erschlies- sung von Schutzwäldern sowie Rüfenverbau- und Trinkwasserversorgungsgebieten gewähr- leistet werden. Begünstigte Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlungen, Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer auf den Strassen, Spaziergängerinnen und Spazier- gänger und Wandernde. Kosten Fr. 982 000 Finanzierung Bund Fr. 288 090 Standortkanton/-region Fr. 410 310 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 283 600 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 212 000 Beurteilung Die zweckmässigen und verhältnismässigen In- vestitionen sind nötig, um in dem topografisch äusserst anspruchsvollen Gebiet dringend nö- tige Massnahmen zum Erhalt bestehender In- frastruktur vorzunehmen. Diese haben grossen Nutzen für die Schutzwaldpflege, die Alpwirt- schaft und den Unterhalt der Rüfenverbauun- gen. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 212 000
5) Sanierung Wildbach- und Lawinenverbauung, Folgeprojekt «Sammelprojekt Instandstellung Schutzbauten (SIS) 2014» Region/Kanton Münstertal, GR Verantwortlich Gemeinde Val Müstair für das Projekt Projektziel Nach Schadenereignissen im Jahr 2011 wurde durch die Gemeinde Val Müstair in Zusammen- arbeit mit dem Amt für Wald des Kantons Grau- bünden das Sammelprojekt Instandstellung Schutzbauten (SIS) erarbeitet. Ziel ist die lang- fristige Sicherung der Siedlungsräume und Ver- kehrsachsen vor Überschwemmungen, Lawi- nen- und Murgängen im Münstertal. Projektbeschrieb Die insgesamt acht Teilprojekte umfassen In- standstellungen, Stabilisierungen und Sofort- massnahmen bei Bach-, Hochwasser- sowie La- winenverbauungen auf dem Gebiet der neuen Sammelgemeinde Val Müstair. Begünstigte 1500 Einwohnerinnen und Einwohner des Tales sowie der Durchgangsverkehr Kosten Fr. 786 000 Finanzierung Bund Fr. 273 000 Standortkanton/-region Fr. 327 600 Dritte Fr. 52 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 133 400 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 106 000 Beurteilung Die Notwendigkeit der Teilprojekte ist ausge- wiesen. Sie dienen dem langfristigen Schutz der Bevölkerung und ihres Lebensraums vor La- winen, Hochwasser und Murgängen. Die vor- gesehenen Schutzmassnahmen sind auf ein Er- eignis mit einer 300-jährigen Eintretenswahr- scheinlichkeit ausgelegt. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 106 000 6) Verbauung Oberdorfbach Saas Region/Kanton Prättigau, GR Verantwortlich Gemeinde Saas im Prättigau für das Projekt Projektziel Im Juni 2013 wurden durch heftige Nieder- schläge im Prättigau Erdrutsche und Murgänge ausgelöst, welche auf dem Gemeindegebiet von Saas zu zahlreichen Schäden im Siedlungsge-
biet wie auch zu Flurschäden am umliegenden Kulturland führten. Die meisten Verbauungen/ Sperren des durch das Siedlungsgebiet von Saas führenden Oberdorfbachs wurden zerstört. Mit dem Projekt soll der Schutz der Bewohnerin- nen und Bewohner und ihrer Sachwerte wieder hergestellt werden. Projektbeschrieb Die durch das Gerinne stark vertiefte Bach- sohle soll mit dem Bau von Kastensperren und Sohlenriegeln auf die ursprüngliche Höhe an- gehoben und gegen künftige Erosion geschützt werden. Wo nötig, werden Längsverbauungen in Form von hinterbetonierten Ufermauern er- stellt, damit die Böschung nicht mehr abrut- schen kann. Zur Entlastung der Grundeigentü- merinnen und -eigentümer entlang des Bachs soll das für den Ausbau benötigte Land von der Gemeinde erworben werden. Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Nutzerinnen und Nutzer der Verkehrsadern (Kantonsstrasse, Rhätische Bahn) im Perimeter Kosten Fr. 1 399 000 Finanzierung Eigenmittel Fr. 100 000 Bund Fr. 481 250 Standortkanton/-region Fr. 343 750 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 474 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 6% PBK Fr. 424 000 Beurteilung Um die Bevölkerung zu schützen, müssen die geplanten Massnahmen unbedingt durchgeführt werden. Das gründlich und umfassend erar- beitete Projekt, das der Bewältigung der Fol- gen des grossen Schadenereignisses von 2013 dient, ist vollständig, verhältnismässig und sinn- voll. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Beitrag des Standortkantons bzw. der Stand- ortregion. Beitrag des Kantons einschliesslich 6% PBK Fr. 343 750
3.2 Projekte der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) (Projekte Nrn. 7–11) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 7 1 507 900 Berücksichtigte Projekte 5 1 214 000
7) Aufwertung Terrassen und Trockenweiden in Santa Maria in Calanca Region/Kanton Calancatal, GR Verantwortlich Gemeinde Santa Maria in Calanca und SL für das Projekt Projektziel Durch Rückgewinnung aufgegebener Flächen sollen die Landschaft aufgewertet, die Biodi- versität gefördert und die landwirtschaftlichen Nutzflächen (insbesondere die Terrassen) wie- derhergestellt werden. Projektbeschrieb Das Dorf Santa Maria liegt auf 955 m ü. M. am Ausgang des Calancatals. In der Vergangen- heit wurden Terrassen angelegt, um die steilen Berghänge bewirtschaften zu können. Viele der offenen Flächen, darunter auch Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung, sind we- gen der Aufgabe der partiellen landwirtschaft- lichen Nutzung am Verbuschen oder Verwal- den. Durch Vernetzungs- und Landschaftsqua- litätsprojekte wird in der neuen Agrarpolitik die landwirtschaftliche Nutzung auch im Calan- catal vermehrt gefördert. Die Förderbeiträge reichen aber nicht aus, um verbuschte oder ver- waldete Flächen oder Terrassen und Trocken- mauern wieder herzustellen. Dies soll mit den geplanten Massnahmen erreicht werden. Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Gäste Kosten Fr. 832 000 Finanzierung Eigenleistung Fr. 15 000 Standortkanton/-region Fr. 387 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 430 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 330 000 Beurteilung Durch das Projekt können die angrenzend an den Perimeter liegenden Trockenwiesen von na- tionaler Bedeutung bestmöglich ergänzt und
erweitert werden. Neben der traditionellen Kul- turlandschaft werden durch die geplanten Mass- nahmen auch Lebensräume mit seltenen Arten gefördert. Das Projekt leistet damit einen wich- tigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität im Misox und stimmt mit der Biodiversitäts- strategie des Bundes überein. Die engagierte Projektträgerschaft vor Ort verfügt über gros- ses Fachwissen und grosse Erfahrung. Das Na- turschutzvorhaben ist grossflächig, hat überre- gionale Ausstrahlung und kann als Vorzeigepro- jekt gelten. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 330 000 8) Aufwertung der Kulturlandschaft in Lodano Region/Kanton Maggiatal, TI Verantwortlich Patriziato die Lodano und SL für das Projekt Projektziel Hauptziele sind die Pflege und Aufwertung der Kulturlandschaft beim Dorf Lodano und des- sen Umgebung. Projektbeschrieb Das Dorf Lodano weist auf kleinem Raum ein wertvolles Mosaik von natürlichen und kultu- rellen Landschaftskomponenten auf, so z. B. ein Auengebiet von nationaler Bedeutung oder ein Amphibienlaichgebiet. Ein grosser Teil des Waldes oberhalb von Lodano ist als Waldre- servat ausgeschieden. Durch Instandstellung und Unterhalt von Kulturgütern (Gebäude, Tro- ckenmauern, Grotti und Mühle), Aufwertung von wertvollen Habitaten und Landschafts- elementen (Waldweiden, Fruchtbäumen und Kastanienselven) und durch Umweltbildungs- und Sensibilisierungsmassnahmen (Instandstel- lung eines Gebäudes zur Nutzung als Infopoint) soll diese Vielfalt erhalten werden. Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Gäste Kosten Fr. 992 150 Finanzierung Eigenleistung Fr. 120 000 Standortkanton/-region Fr. 418 500 Andere Fr. 199 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 254 650 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 254 500
Beurteilung Das Schwerpunktprojekt ergänzt ein bereits ab- geschlossenes Projekt im Valle die Lodano. Die geplanten Massnahmen tragen dazu bei, den Wert der Landschaft und Kulturgüter von ho- hem ökologischem, kulturellem und ästheti- schem Wert rund um Lodano zu erhalten und zu steigern. Durch einen Infopoint und einen didaktischen Rundgang wird zudem das kultu- relle Erbe der Region Bevölkerung und Gäs- ten nähergebracht. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 254 000 9) Aufwertung der Kastanienselven in Veglia-Peccia Region/Kanton Maggiatal, TI Verantwortlich Centro Natura Vallemaggia, SL für das Projekt Projektziel Beim Weiler Veglia sollen 6,5 ha Kastaniensel- ven mit ergänzenden und fördernden Massnah- men in den Bereichen Habitat, Landschafts- elemente und Bildung aufgewertet werden. Projektbeschrieb Die Kastanienselven von Veglia-Peccia sind im kantonalen Waldplan als agroforstliche Ob- jekte mit hohem Natur- und Landschaftswert ausgewiesen. Durch die teilweise Nutzungs- aufgabe in den letzten Jahrzehnten nahm die Qualität ab. Mit der Aufwertung und Wiederauf- nahme der Beweidung sollen auch weitere er- gänzende Arbeiten in den Bereichen Habitate, Landschaftselemente und Bildung (Instandstel- lung eines wertvollen Teiches und Erstellung eines Trinkbrunnens für Tiere; Instandstellung von Trockenmauern und Wegen; Stabilisierung einer Mühle; Erstellung von Informationsma- terial; Bestandsaufnahme der Vögel vor dem Eingriff) vorgenommen werden. Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Besucherinnen und Besucher der Region Kosten Fr. 606 231 Finanzierung Eigenleistung Fr. 170 000 Standortkanton/-region Fr. 305 100 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 131 131 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 131 000
Beurteilung Die Erhaltung und landwirtschaftliche Nutzung der Kastanienselven, die einerseits Zeugnis des Kulturerbes, aber auch wichtiger Lebensraum für Flora und Fauna darstellen, sind von gros- ser Bedeutung für die Region. Das sorgfältig erarbeitete Projekt setzt ein starkes Signal für das Tal. Das Vorhaben ist gut lokal verankert durch die Trägerschaft und auch die Bewirt- schafterinnen und Bewirtschafter, welche die Selven beweiden werden. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 131 000 10) Aufwertung der Kulturlandschaft in Boschetto / Cevio Region/Kanton Maggiatal, TI Verantwortlich APAV (Vereinigung zum Schutz der Kunst- und für das Projekt Architekturschätze des Maggiatals) und SL Projektziel Aufwertung und Erhalt der Kulturgüter beim Weiler Boschetto Projektbeschrieb Der Weiler Boschetto ist eine historische Sied- lung, die aufgrund ihres landschaftlichen, archi- tektonischen und kulturellen Wertes im Bun- desinventar der Schützenswerten Ortsbilder (ISOS) aufgeführt und somit von überregiona- ler Bedeutung ist. Eine Weinpresse aus dem Jahr 1580 beeindruckt durch ihre Grösse, Ein- zigartigkeit und den guten Zustand. Das Ge- bäude, in dem sie sich befindet, muss allerdings dringend saniert werden, ansonsten dieses wert- volle Kulturgut zu Schaden kommt. Grosses Aufwertungspotenzial hat auch die das Dorf umgebende Kulturlandschaft. Die Kastanien- selven sind stark eingewachsen, enthalten aber noch gesunde schöne Bäume, zu deren Erhalt Massnahmen ergriffen werden müssen. Mit der Instandstellung der Weinpresse und von wert- vollen Bauten (Trockenhäuschen, Bienenhaus, Trockenmauern), der Aufwertung von Terras- sen, Wiesen, Kastanienselven und Weinbergen sowie Massnahmen zur Bildung und Sensibili- sierung soll die kulturelle und landschaftliche Bedeutung erhalten und aufgewertet werden.
Begünstigte Einheimische Bevölkerung, Besucherinnen und Besucher der Region Kosten Fr. 667 227 Finanzierung Eigenleistung Fr. 65 000 Standortkanton/-region Fr. 338 165 Andere Fr. 10 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 254 062 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 254 000 Beurteilung Die vom lokal gut abgestützten Projekt vorge- sehene Instandstellung und Aufwertung der tra- ditionellen Bauten und Landschaftselemente stellt eine bestmögliche Ergänzung zum bedeu- tenden Ortsbild dar und trägt dazu bei, dass ein vielfältiges, kulturhistorisches Erbe von über- regionaler Bedeutung erhalten bleibt. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 254 000 11) Landschaftsaufwertung rund um Avegno Gordevio Region/Kanton Maggiatal, TI Verantwortlich Patriziato di Avegno, SL für das Projekt Projektziel Das Gebiet im unteren Maggiatal steht unter grossem Siedlungsdruck, wodurch die traditio- nelle bäuerliche Kulturlandschaft in Bedräng- nis gerät. Rund um Avegno, das ein Ortsbild von nationaler Bedeutung aufweist und 1992 den Wakkerpreis gewann, sollen mit dem Pro- jekt historische Kulturgüter und -landschaften erhalten und aufgewertet werden. Projektbeschrieb Im Bereich baulicher Kulturgüter werden ver- schiedene alte Kantinen, Grotti und Brunnen restauriert und das historische Wegnetz sowie die alte Schmiede instand gestellt. Im Bereich Natur und Landschaft sollen Kastanienselven, Waldränder, Auen und ufernahe Lebensräume gepflegt werden. Schliesslich ist die Sensibili- sierung und Umweltbildung mittels Tafeln und Broschüren vorgesehen. Begünstigte Einheimische Bevölkerung und Gäste Kosten Fr. 833 200 Finanzierung Eigenleistung Fr. 102 000 Standortkanton/-region Fr. 486 300
Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 244 900 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag einschliesslich 10% PBK Fr. 244 900 Beurteilung Die um Avegno liegenden Kulturgüter (Kanti- nen, Grotti, Schmiede, Römerweg) sind beein- druckend. Insbesondere die Grotti sind einzig- artig in Art, Anzahl und Erhaltungszustand. Ihre Instandstellung und Inwertsetzung rettet nicht nur punktuell kulturelles Erbe, sondern bietet eine perfekte Ergänzung zum Ortsbild von nationaler Bedeutung. Zusammen mit der Aufwertung der Kulturlandschaft wird so einer breiten Bevölkerung ein umfassender und ein- zigartiger Einblick in das «frühere Leben in den Valli» ermöglicht. Das Projekt hat überre- gionale Bedeutung. Beitrag des Kantons einschliesslich 10% PBK Fr. 245 000
3.3 Projekt der Fondazione Garbald (FG) (Projekt Nr. 12) Anzahl Gesamtsumme in Franken Eingereichte Projekte 1 100 000 Berücksichtigte Projekte 1 100 000
12) Renovation der Bibliothek der Villa Garbald in Castasegna Region Bregaglia, GR Verantwortlich Fondazione Garbald für das Projekt Projektziel Langfristiger Erhalt der rund 2000 Bände ent- haltenden Privatbibliothek der Villa Garbald Projektbeschrieb Die Villa Garbald in Castasegna wird zu 80% von Gästegruppen der Hochschulen im Kan- ton Zürich genutzt und ist auf Anmeldung öf- fentlich und für Forschungszwecke zugänglich. 2004 wurde die von Architekt Gottfried Sem- per erbaute Villa mit ihrer Bibliothek unter kan- tonalen und Bundesschutz gestellt. In den fol- genden Jahren wurden grosse Anstrengungen unternommen, die Bibliothek zu erschliessen und zugänglich zu machen. So wurde die von der Kantonsbibliothek Graubünden als wich- tig eingestufte Sammlung gesichtet, geordnet, katalogisiert und im Web-Katalog der Kantons- bibliothek für ein breites Publikum nutzbar
gemacht. 2014 anerkannte die Denkmalpflege des Kantons Graubünden auch die Schutzwür- digkeit des Originalbestands der Bibliothek. Massnahmen zur langfristigen Sicherung des Bestandes sind auch aus diesem Grund not- wendig. Mit der Restaurierung der in Schadens- kategorien erfassten Bücher sowie der Ent- säuerung der Bücher ungefähr ab 1850 soll der Bibliotheksbestand langfristig gesichert werden. Begünstigte Interessierte Besucherinnen und Besucher, Gäs- tegruppen, Forschende Kosten Fr. 550 000 Finanzierung Standortkanton/-region Fr. 100 000 Andere Fr. 40 000 Restfinanzierung Die offenen Restkosten von Fr. 410 000 sind durch Dritte zu decken. Gewünschter Beitrag ohne PBK Fr. 100 000 Beurteilung Die Villa Garbald wurde vom Architekten Gott- fried Semper entworfen. Dieser war auch Archi- tekt des ETH-Hauptgebäudes und der Stern- warte Zürich. Die Villa wird zu einem über- wiegenden Teil von Besucherinnen und Besu- chern aus dem Kanton Zürich genutzt, womit ein intensiver Bezug zum Kanton gegeben ist. Die hauptsächlich aus deutschsprachigen Wer- ken bestehende Bibliothek der Familie Gar- bald hat grosse kulturhistorische und über die Region hinausragende Bedeutung. Die geplan- ten Arbeiten sind aus bibliothekarischer Sicht zweckdienlich und nötig. Beitrag des Kantons ohne PBK Fr. 100 000 Empfehlung Im Zuge der Restaurierungsarbeiten oder in einem späteren Schritt sollten die wertvollsten und wichtigsten Bestände digitalisiert werden, um einen noch besseren Zugang zum Bestand zu ermöglichen.
4. Überblick Im Rahmen der Inlandhilfe 2015 werden die folgenden Vorhaben un- terstützt. Kanton Organisation Projekt in Franken in Franken GR SPB 1 Gesamtmelioration, Mutten 500 000 SPB 2 Sanierung Dorfbach und 127 000 Erneuerung Zufahrt Oberhäusern, Nufenen SPB 3 Wald- und Alperschliessung 424 000 Stierva, Albula SPB 4 Sammelprojekt Instandstellung 212 000 Erschliessung SIE 2014/2015, Val Müstair SPB 5 Sanierung Wildbach- und 106 000 Lawinenverbauung, Folge- projekt SIS 2014, Val Müstair SPB 6 Verbauung Oberdorfbach, 343 750 Saas im Prättigau SL 7 Aufwertung Terrassen und 330 000 Trockenweiden, Santa Maria in Calanca FG 12 Renovation der Bibliothek 100 000 Garbald, Bregaglia Total Graubünden 2 142 750 TI SL 8 Aufwertung der Kulturland- 254 000 schaft in Lodano, Maggia SL 9 Aufwertung der Kastanien- 131 000 selven in Veglia-Peccia, Lavizzara SL 10 Aufwertung der Kulturland- 254 000 schaft in Boschetto, Cevio SL 11 Landschaftsaufwertung rund 245 000 um Avegno, Avegno Gordevio Total Tessin 884 000 Total alle Kantone 3 026 750
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Die Finanzdirektion wird ermächtigt, folgende Inlandhilfebeiträge zulasten des Lotteriefonds auszurichten (Konto 4980 3650 4980) in Franken – der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden 1 712 750 – der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz 1 214 000 – der Fondazione Garbald 100 000 Total 3 026 750
II. Mitteilung an die Mitglieder des Regierungsrates, an die Finanzdirek- tion und die Finanzkommission des Kantonsrates.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi