RRB Nr. 1394/2011
Finanzdirektion, Projekt "FD-Client 2012", Software-Migration und PC-Client, gebundene Ausgabe
November 16, 2011German5 min
Source zh.ch
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 16. November 2011
1394. Finanzdirektion, Projekt «FD-Client 2012» (Software-Migration und PC-Client)
Erwägungen
1. Ausgangslage Das in der gesamten Finanzdirektion eingesetzte Betriebssystem Windows XP und die Officepalette 2003 sind überaltert. Die Hardware der Arbeitsplätze in den Ämtern der Finanzdirektion (ausser der KDMZ und dem Steueramt) ist seit mehr als fünf Jahren im Einsatz und damit am Ende ihres Lebenszyklus. Deren Austausch ist aus folgenden Grün- den notwendig: – Die derzeit eingesetzte Version MS Office 2003 ist mit der neusten Office-Version nur noch beschränkt kompatibel. – Schulungen für die Officepalette 2003 werden nicht mehr angeboten. – Die 150 Arbeitsplatz-Geräte genügen nicht mehr den Anforderun- gen bezüglich Leistung, Schnittstellen und Standards. – Seit Anfang 2011 ist für die neue Standard-Hardware der Finanz- direktion kein Downgrade des Betriebssystems auf Windows XP mehr erhältlich. – Der erweiterte Support für Windows XP endet Anfang 2014. Danach werden keine Security-Patches mehr bereitgestellt. Auf den Betrieb der Finanzdirektion-Informatik (FDI) hat dies fol- gende Auswirkungen: – Die Leistungsfähigkeit der Arbeitplätze in den Ämtern ist nicht mehr gegeben und beeinträchtigt zunehmend die Effizienz der Mitarbei- tenden. – Der elektronische Dokumentenaustausch innerhalb der Verwaltung und mit externen Stellen wird zunehmend erschwert. – Die Mitarbeitenden können nicht mehr angemessen ausgebildet wer- den. – Die Reparaturkosten der Hardware steigen unverhältnismässig und bewegen sich pro Gerät ungefähr in der Grössenordnung einer Neu- beschaffung.
– Bei Ersatz der Arbeitsplatzausrüstung ist der sichere und einwand- freie Betrieb des veralteten Betriebssystems auf neuer Hardware nicht gewährleistet und somit ausfallgefährdet. Es ist ebenfalls mit zunehmenden Anwendungsproblemen zu rechnen. – Sicherheit und Verfügbarkeit können infolge der beeinträchtigten Standardisierung nicht mehr gewährleistet werden. Unterstützende Leistungen und Garantien der Lieferanten entfallen. – Neue Applikationen müssen auf den Betrieb mit technologisch ver- alteten Standards angepasst werden, was zu Mehrkosten führt und gleichzeitig den Standardisierungsgrad der Informatiklandschaft ver- mindert. – Neuere Standard-Software kann nicht mehr auf der Plattform Win- dows XP betrieben werden. – Neue Anwendungen sind auf die heutigen Hard- und Softwaregenera- tion ausgerichtet. Mit der heutigen Konfiguration der Arbeitsplätze können diese allenfalls nur erschwert erfüllt werden. Dies führt ver- mehrt zu uneinheitlichen Sonderlösungen. Mittelfristig ist damit zu rechnen, dass auch diese nicht mehr möglich sein werden. Verzögert sich die Erneuerung der IT-Umgebung, ist mit weit- reichenden Folgen zu rechnen. Das KITT hat die Strategiekonformität des Vorhabens «FD-Client 2012» an seiner Sitzung vom 15. Juli 2011 bestätigt und keine Einwände dagegen geäussert.
2. Zielsetzung und Projektumfang Mit dem Vorhaben «FD-Client 2012» schafft die Finanzdirektion die Voraussetzungen für eine sichere, standardisierte, günstige und strate- gisch ausgerichtete Informatik. Das Vorhaben umfasst die folgenden Aufgabenschwerpunkte: – Software: Die 1200 Arbeitsplätze der Finanzdirektion werden mit Office 2010 ausgerüstet. Damit alle geschäftsrelevanten Applikationen in der neuen Umgebung weiterhin funktionsfähig bleiben, wird teilweise deren Neulizenzierung notwendig. Für diejenigen Anwendungen, die sich als nicht oder nur teilweise mit dem neuen Betriebssystem Windows 7 kompatibel erweisen, sind entsprechende Einzelmass- nahmen zur Sicherstellung der Lauffähigkeit vorgesehen.
– Hardware: Die Ämter der Finanzdirektion erhalten für ihre Arbeitsplätze neue Hardware. Davon ausgenommen sind die KDMZ und das Steueramt. Von den insgesamt 1200 Arbeitsplätzen erfüllen 700 die technischen Voraussetzungen für das neue Betriebssystem und die Office-2010- Palette und verfügen bereits über eine Windows-7-Lizenz. Weitere 350 Geräte können mittels Aufrüstung des Arbeitsspeichers auf den erforderlichen technischen Stand gebracht werden. Die Ersatzbe- schaffung umfasst lediglich 100 PC und 50 Notebooks. Insgesamt sind für 500 Geräte zusätzliche Windows-7-Lizenzen zu beschaffen. – Dienstleistungen: Dieser Aufgabenschwerpunkt umfasst die Beschaffung der extern benötigten Dienstleistungen für die Umsetzung des Vorhabens. Die Installation von Betriebssystem und Office 2010 wird mittels dafür bereitgestellter Softwareverteilung automatisch vorgenommen. Die neuen und die aufgerüsteten Geräte werden vorbereitet und an den einzelnen Arbeitsplätzen installiert. Unterstützend wird eine halb- tägige Schulung für die Benutzerinnen und Benutzer angeboten. Konzeption, Detailspezifikation wie auch Tests und Pilotbetrieb sollen einen reibungslosen Austausch der Arbeitsplatzinfrastruktur sicherstellen.
3. Weiteres Vorgehen Die Umsetzung des Projekts «FD-Client 2012» erfolgt gemäss der kantonalen Projektmethodik PosatZH und ist wie folgt geplant: 2011 2012 5 6 7 8 9 10 11 12 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Initialisierung Grobkonzeption Detailspezifikation Umsetzung Entwicklung/Paketierung Test Einführung Pilot Schulung Rollout
4. Mittelbedarf Da eine Ersatzbeschaffung von Sachmitteln beantragt wird, handelt es sich gemäss § 37 Abs. 2 lit. a CRG um gebundene Ausgaben.
4.1 Einmalige Kosten Die nachfolgende Kostenaufstellung beruht auf eingeholten Ange- boten bei der KDMZ sowie auf Kostenschätzungen aufgrund bisheriger Migrationen in der kantonalen Verwaltung. Für Unvorhergesehenes ist eine Reserve von rund 8% eingesetzt: Aufgabenschwerpunkt aktivierbar nicht Total (in Fr. 1000) aktivierbar Software 1200 Office 2010 Lizenzen 415 415 übrige Lizenzen (Upgrade) 150 150 Anpassungen für Applikationen 86 86 Hardware 100 PC und 50 Notebooks 330 330 500 Windows 7 81 81 Aufrüstung bestehender Hardware 25 25 Dienstleistungen Konzeption 47 47 Detailspezifikation 57 57 Software-Paketierung 250 250 Tests 34 34 Schulung 207 207 Rollout 140 140 übrige Dienstleistungen 45 45 Reserven 104 44 148 Total 1421 594 2015 Von den Ausgaben werden voraussichtlich 2011 rund 1,5 Mio. Fran- ken und 2012 rund Fr. 515 000 getätigt. Die erforderlichen Mittel sind im Budget 2011 und im KEF 2012–2015 in der Leistungsgruppe Nr. 4400, Steuern Betriebsteil, eingestellt.
4.2 Finanzielle und personelle Folgekosten Die Kapitalfolgeaufwendungen betragen rund Fr. 305 000 zulasten der Erfolgsrechnung. Sie setzen sich aus Abschreibungen von Fr. 284 000 und Zinsaufwendungen in der Grössenordnung von Fr. 21 000 zusammen. Da es sich um eine Ersatzbeschaffung handelt, bleiben die betrieb- lichen und personellen Folgekosten in gleicher Höhe bestehen.
Dispositiv
Auf Antrag der Finanzdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für das Vorhaben «FD-Client 2012» wird eine gebundene Ausgabe von Fr. 2 015 000 zulasten der Leistungsgruppe Nr. 4400, Steuern Betriebs- teil, bewilligt. Davon gehen Fr. 1 421 000 zulasten der Investitionsrechnung und Fr. 594 000 zulasten der Erfolgsrechnung.
II. Mitteilung an die Finanzdirektion.
Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:
Husi