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Kulturförderung, Kulturpreis, Förderpreis und goldene Ehrenmedaille 2009, Verleihung

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 4. März 2009

341. Kulturförderung (Verleihung des Kulturpreises, des Förderpreises

Erwägungen

und der goldenen Ehrenmedaille 2009) Nach Beratung an den Sitzungen vom 7. Februar 2008 und 28. Oktober 2008 schlägt die Kulturförderungskommission vor, folgende Anerken- nungspreise zu vergeben: Kulturpreis an Christoph Marthaler Mit dem Kulturpreis wird das herausragende künstlerische Werk oder die Vermittlungstätigkeit einer Person oder einer Gruppe gewürdigt. Christoph Marthaler, 1951 in Erlenbach geboren, ist ein hervorragen- der und stilbildender Theater- und Opernregisseur, der internationale Anerkennung geniesst. Nach Anfängen in der freien Zürcher Szene und Regietätigkeiten in Basel und Hamburg übernahm Christoph Marthaler im Jahr 2000 als künstlerischer Direktor die Leitung des Zürcher Schau- spielhauses, das er 2004 verliess. Während dieser Zeit wählte die Zeit- schrift «Theater heute» das Schauspielhaus zweimal zum Theater des Jahres. Seither inszeniert Christoph Marthaler mit beachtenswertem Erfolg Theaterstücke und Opern in den grossen Häusern Europas. 2008 wurde seine in Zürich realisierte Inszenierung «Platz Mangel» an das renommierte Berliner Theatertreffen eingeladen. Mit dem Kulturpreis soll die herausragende Bedeutung von Christoph Marthalers Arbeit für die Zürcher Theaterwelt ausgezeichnet werden. Förderpreis an den Helsinki Klub Zürich Der Förderpreis wird einer Person oder Gruppe, deren Schaffen im Bereich Musik, Theater und Tanz von besonderer Bedeutung ist, verlie- hen. Der seit zehn Jahren von Tom Rist ohne regelmässige Unterstützung durch die öffentliche Hand betriebene Helsinki Klub an der Gerold- strasse beim Bahnhof Hardbrücke in Zürich spielt eine zentrale Rolle für das Zürcher Pop/Rock-Leben. Einerseits besticht das vielfältige und klug zusammengestellte Konzertprogramm: Neben wechselnden und innovativen Konzerten werden verschiedene Veranstaltungsreihen ge- pflegt, wie der sonntägliche Auftritt der Haus-Band mit wechselnden Gästen, der in seiner Art einmalig ist und ein grosses Stammpublikum gefunden hat. Anderseits ist der Helsinki Klub eine wichtige Nach- wuchsplattform und ein Erfolg versprechender Ort der Vernetzung für

einheimische Musikerinnen und Musiker. So hat unter anderem die erfolgreiche Karriere der Zürcher Sängerin und Komponistin Sophie Hunger im Helsinki Klub begonnen. Neben den musikalischen Veran- staltungen finden in unregelmässigen Abständen auch Theateraufführun- gen, Lesungen, Spoken-Word-Veranstaltungen usw. statt. Der Förder- preis soll die vergangene Aufbauarbeit honorieren und zur Weiterfüh- rung des bei Auftretenden und Publikum beliebten Konzepts ermutigen. Goldene Ehrenmedaille an Fritz Senn Die goldene Ehrenmedaille des Regierungsrates wird traditionsgemäss einer Zürcher Persönlichkeit in Anerkennung ihres kulturellen Lebens- werks verliehen. Der 1928 geborene Fritz Senn befasste sich 1951, als er einer Assistenz- lehrtätigkeit in London nachging, ein erstes Mal mit James Joyce. Aus dieser Beschäftigung erwuchs eine lebenslange Faszination, die ihn dazu trieb, sich neben seiner brotberuflichen Arbeit als Korrektor einer kleinen Zürcher Druckerei, die er von 1952 bis 1976 ausübte, autodidaktisch in das schwierige Werk von Joyce einzulesen. Binnen weniger Jahre wurde Fritz Senn ein international bekannter Joyce-Fachmann: 1962 war er Mitbe- gründer der «Finnegans-Wake»-Zeitschrift «A Wake Newslitter» und 1967 rief er die seither regelmässig stattfindenden James-Joyce-Sympo- sien ins Leben. Seit den 70er-Jahren nahm er wiederholt Lehraufträge an amerikanischen und europäischen Universitäten wahr, und 1972 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Köln, 1982 jene der Universi- tät Zürich verliehen. Seit deren Gründung 1985 ist Fritz Senn Direktor der Zürcher James-Joyce-Stiftung. Diese im Strauhof an der Augusti- nergasse in Zürich beheimatete Institution ist dank seiner Qualifikation als überragender Joyce-Experte und seiner ansteckenden Begeisterung eine weltweit anerkannte, einzigartige Arbeits- und Begegnungsstätte geworden. Es ist Fritz Senns besonderes Verdienst, Joyces Werk aus der Enge akademischer Stuben befreit und einem breiteren Publikum nahe- gebracht zu haben. Mit der Verleihung der goldenen Ehrenmedaille an Fritz Senn soll seine einzigartige literarische Vermittlungstätigkeit ge- würdigt werden. Sämtliche Beträge sind im Budget 2009 der Fachstelle Kultur enthal- ten.

Dispositiv

Auf Antrag der Direktion der Justiz und des Innern beschliesst der Regierungsrat:

I. Der Kanton Zürich verleiht im Jahr 2009 folgende kulturelle Aner- kennungspreise: Kulturpreis in der Höhe von Fr. 50 000 an Christoph Marthaler, Förderpreis in der Höhe von Fr. 40 000 an den Helsinki Klub Zürich und goldene Ehrenmedaille des Regierungsrates an Fritz Senn.

II. Die Preisgelder und die Kosten für die Herstellung der goldenen Ehrenmedaille gehen zulasten der Erfolgsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 2234, Fachstelle Kultur.

III. Mitteilung an die Preisträger und die Mitglieder der Kultur- förderungskommission durch Zuschrift der Direktion der Justiz und des Innern sowie an die Finanzdirektion, die Staatskanzlei und die Direktion der Justiz und des Innern.

Vor dem Regierungsrat Der Staatsschreiber:

Husi

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