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Decision

RRB Nr. 747/2010

Fachstelle für Schulbeurteilung, Jahresbericht 2008/2009, Kenntnisnahme

May 19, 2010German5 min

Source zh.ch

Fachstelle für Schulbeurteilung, Jahresbericht 2008/2009, Kenntnisnahme

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 19. Mai 2010

747. Fachstelle für Schulbeurteilung (Jahresbericht 2008/2009)

Erwägungen

1. Ausgangslage Gemäss § 48 des Volksschulgesetzes vom 7. Februar 2005 (VSG) über- prüft die Fachstelle für Schulbeurteilung mindestens alle vier Jahre die Qualität der Schulen in pädagogischer und organisatorischer Hinsicht. Sie erstattet der Schule und der Schulpflege Bericht und schlägt Mass- nahmen zur Qualitätssicherung vor. Gemäss § 49 VSG erstattet die Fach- stelle dem Regierungsrat jährlich einen Gesamtbericht über den Stand der Schulen. Mit Beschluss vom 7. Mai 2009 nahm der Regierungsrat vom ersten Bericht Kenntnis (RRB Nr. 737/2009). Der zweite Gesamtbericht über das Schuljahr 2008/2009 zeigt die zentralen Ergebnisse der im Be- richtsjahr durchgeführten Evaluationen auf. Der Bildungsrat hat den Bericht an seiner Sitzung vom 26. April 2010 zur Kenntnis genommen. Die Gesamtbeurteilung stützt sich auf die Auswertung der Einzelschul- berichte sowie der Daten aus den schriftlichen Umfragen. Insgesamt wurden 136 Schulen evaluiert, davon zehn Sonderschulen. Die meisten Auswertungen beziehen sich auf die 126 Regelschulen. Obwohl im Be- richtsjahr andere Schulen als im Vorjahr evaluiert wurden und damit kein echter Längsschnittvergleich möglich ist, weisen die beiden Gruppen doch bezüglich verschiedener Merkmale eine ähnliche Verteilung auf (z. B. Schulgrösse, Schulstufen, sprachlicher Hintergrund der Schülerin- nen und Schüler). Damit sind teilweise Aussagen über einen Entwick- lungstrend möglich. Der Gesamtbericht stellt in einem ersten Teil die Befunde in den Merkmalen des Qualitätsprofils (eine Globalevaluation der wichtigsten Qualitätsbereiche) aller evaluierter Schulen dar. Im zweiten Teil wird die schulinterne Zusammenarbeit von Schulen, die in diesem Qualitäts- bereich mit «gut» beurteilt wurden, beschrieben.

2. Zusammenfassende Ergebnisse Die 2008/2009 evaluierten Schulen weisen in einigen Qualitätsberei- chen kaum Unterschiede zu den im Vorjahr evaluierten Schulen auf. In der Gestaltung der Schulgemeinschaft und des Klassenklimas sowie in der Verbindlichkeit der Regeln und der Strukturierung des Unterrichts wurden wiederum gute Ergebnisse erzielt. Kaum Veränderungen konnten im Bereich der Individualisierung des Unterrichts und in den Methoden der Beurteilung festgestellt werden. In einigen Indikatoren der Qualitäts- merkmale schulinterne Zusammenarbeit, Elterninformation und Quali-

tätsmanagement wurden die Schulen hingegen etwas besser beurteilt als im Vorjahr. Der Bereich Schulführung wurde klar besser beurteilt. Der Prozess der Schule zur geleiteten Organisation bringt Qualitäts- verbesserungen. Die Streuung der Qualitätsausprägungen zwischen den einzelnen Schulen ist allerdings auch im Berichtsjahr fast in allen Qualitätsbereichen erheblich. Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich insgesamt sicher und wohl in der Schule. Allerdings trifft dies für eine kleine, konstante Minderheit von rund 3% nicht zu. Aus Elternsicht wird die Kompetenz der Schulen, mit Problemen und Konflikten umzugehen, kritischer eingeschätzt als im Vorjahr. Das Schulklima wird aber von den Eltern insgesamt als gut beurteilt. Der Unterricht ist in der Regel klar strukturiert und anregend gestal- tet. Die Schülerinnen und Schüler beurteilten ihre Klassenlehrperson allerdings unterschiedlich. Es gelingt den Schulen auch unterschiedlich gut, Interesse und Neugier bei den Schülerinnen und Schülern zu wecken. Die Streuung der Mittelwerte ist gross. In der Gestaltung von differen- zierten und individualisierten Unterrichtssequenzen konnte zwar anteils- mässig etwas mehr Schulen eine gute Praxis bescheinigt werden, aber die grosse Mehrheit genügte nur den grundlegenden Anforderungen oder zeigte eine ungenügende Praxis. Das Klassenklima hingegen wurde grossmehrheitlich als gut beurteilt, auch wenn die Unterschiede beträcht- lich sind. Im Bereich Schulführung konnten gegenüber dem Vorjahr erhebliche Qualitätsverbesserungen festgestellt werden. Nur noch vereinzelt wurde die Schulführung als ungenügend beurteilt. Der Anteil von gut geführ- ten Schulen stieg auf über die Hälfte an. Aus Sicht der Lehrpersonen hat sich die Information durch die Schulleitung verbessert und Entschei- dungswege sowie Aufgaben und Kompetenzen sind klarer geworden. Auch im Elternurteil hat sich die Schulführung verbessert. Das schul- interne Qualitätsmanagement wurde gegenüber dem Vorjahr ebenfalls etwas besser beurteilt. Nach der Schülermeinung zum Unterricht, dem direkten Feedback auf das «Kerngeschäft», wird allerdings noch eher selten gefragt. Qualitätsverbesserungen sind auch im Bereich der Eltern- zusammenarbeit festzustellen. Neu wurde im Berichtsjahr auch die Qualität der schulinternen Zu- sammenarbeit beurteilt. Die unterschiedlichen Schulkulturen zeigen sich hier deutlich. Während einige Schulen verbindliche Formen pädagogi- scher und unterrichtsbezogener Kooperation pflegen, suchen andere noch nach geeigneten Zusammenarbeitsstrukturen in zum Teil neuen Schul- einheiten. Gegenüber dem Vorjahr, als organisatorische Anpassungen an das Volksschulgesetz die Agenda noch weitgehend beherrschten, ge- wannen aus Sicht der Lehrpersonen Fragen der pädagogischen Schul-

entwicklung und der Unterrichtsentwicklung klar an Bedeutung. Am deutlichsten ist die Verbesserung im Bereich des kollegialen Feedbacks in der Form von Hospitationen. Schulen mit einer hohen Qualität der internen Kooperation zeigen, dass anfängliche Investitionen mit einer gewissen Mehrbelastung mittel- bis längerfristig auch individuelle Er- träge für die Lehrpersonen abwerfen. Sie stabilisieren zudem die Schule als Organisationseinheit und bieten Gewähr, dass diese über die not- wendigen Voraussetzungen sowie Ressourcen für zukünftige Entwick- lungen verfügt.

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Vom Jahresbericht der Fachstelle für Schulbeurteilung über die Evaluationen des Schuljahres 2008/2009 wird Kenntnis genommen.

II. Mitteilung an die Fachstelle für Schulbeurteilung, die Mitglieder des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Der stv. Staatsschreiber:

Hösli