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M 207-2024 Remund (Mittelhäusern, GRÜNE) Einführung eines Buddy-Systems zur Warnung vulnerabler Personen während Hitzewellen. Antwort des Regierungsrates

2024.RRGR.282 · Regierungsrat des Kantons Bern

Dated Feb 26, 2025

https://lexipedia.io/en/docs/ch-be/regierungsrat/2024-rrgr-282/de/m-207-2024-remund-mittelhausern-grune-einfuhrung-eines-buddy-systems-zur-warnung-vulnerabler-personen-wahrend-hitzewellen-antwort-des-regierungsrates

Retrieved on Sep 4, 2026

  1. Documents
  2. Bern
  3. Executive Council of the Canton of Bern
Source

Standing: How later courts treated this decision has not been analysed.

2024.RRGR.282

M 207-2024 Remund (Mittelhäusern, GRÜNE) Einführung eines Buddy-Systems zur Warnung vulnerabler Personen während Hitzewellen. Antwort des Regierungsrates

M

Parlamentarischer Vorstoss Antwort des Regierungsrates

Vorstoss-Nr.: 207-2024 Vorstossart: Motion Richtlinienmotion: ☐ Geschäftsnummer: 2024.RRGR.282

Eingereicht am: 09.09.2024

Fraktionsvorstoss: Nein Kommissionsvorstoss: Nein Eingereicht von: Remund (Mittelhäusern, GRÜNE) (Sprecher/in) de Meuron (Thun, GRÜNE) Berger-Sturm (Grosshöchstetten, SP) Weitere Unterschriften: 0

Dringlichkeit verlangt: Nein Dringlichkeit gewährt:

RRB-Nr.: 201/2025 vom 26. Februar 2025 Direktion: Sicherheitsdirektion Klassifizierung: Nicht klassifiziert Antrag Regierungsrat: Annahme

Einführung eines Buddy-Systems zur Warnung vulnerabler Personen während Hitzewellen

Der Regierungsrat wird wie folgt beauftragt: Der Kanton unterstützt Gemeinden bei der Einführung von Buddy-Systemen zur Warnung vulnerabler Personen bei Hitze.

Begründung:

Im Juni 2024 hat der Kanton den Hitzeaktionsplan 1 veröffentlicht. Darin sind viele gute und sinnvolle Massnahmen für die Prävention und Verminderung von gesundheitlichen Auswirkungen bei Hitzewellen enthalten. Allerdings liegen die meisten Massnahmen nur im Bereich der Information und sind als mögliche Aktionen aufgelistet. Konkrete Massnahmen oder Vorgaben fehlen weitgehend.

Das Vermitteln von Wissen reicht nicht, damit Verhaltensempfehlungen umgesetzt werden. Das zeigt der Bericht zur Hitzekompetenz der Bevölkerung 50+ des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts.2. Viel wirksamer sind Hinweise von persönlichen Kontakten aus dem sozialen Umfeld.

Beim Buddy-System werden Risikopersonen, sofern sie es wünschen, von (freiwilligen) Betreuungspersonen während einer Hitzewelle mittels Besuche und Telefonaten betreut. Risikopersonen sind vorab ältere Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen.

https://www.gsi.be.ch/de/start/themen/gesundheit/gesundheitsfoerderung-und-praevention/gesundheit-und-hitze.html https://www.nccs.admin.ch/nccs/de/home/das-nccs/themenschwerpunkte/klimawandel-und-gesundheit/anpassungsmassnahmen-bei-hitze.html

Das Buddy-System kann Leben retten, indem es sicherstellt, dass gefährdete Personen regelmässig betreut und informiert werden. Studien haben gezeigt, dass in Regionen mit einem Buddy-System weniger hitzebedingte Todesfälle auftreten.3

In einigen Kantonen (VD, TI, FR) wurden solche Systeme bereits erfolgreich eingeführt. Im Berner Hitzeaktionsplan werden diese als «durchaus lohnend» bezeichnet – auch wegen möglichen Zusatznutzen für Pandemien oder Naturkatastrophen – der Regierungsrat möchte die Einführung aber vorerst prüfen und allenfalls Pilotversuche durchführen.

Da es sich um ein geprüftes und effektives Mittel handelt, halten wir weitere Abklärungen für nicht nötig. Der Regierungsrat soll deshalb die Gemeinden, die dies wünschen, unterstützen.

Antwort des Regierungsrates

Im Kanton Bern hat sich die Anzahl Hitzetage in den letzten 40 Jahren versiebenfacht. Grosse Hitze (einzelne Hitzetage, Tropennächte und Hitzewellen) kann für vulnerable Bevölkerungsgruppen lebensbedrohlich sein. So ist während der Hitzewellen der vergangenen Jahre sowohl die Anzahl täglicher Notfall-Spitaleintritte als auch diejenige der Todesfälle signifikant angestiegen. Um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, hat der Kanton Bern einen Hitzeaktionsplan4 entwickelt. Mit dem Hitzeaktionsplan ergreift und empfiehlt der Kanton Massnahmen, um die Bevölkerung während Hitzewellen zu schützen und somit auch das Gesundheitssystem zu entlasten.

Personen ab 75 Jahren sind die grösste Risikogruppe bezüglich hitzebedingter Morbidität und Mortalität. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der daraus resultierenden gestiegenen Anzahl an betagten Menschen wird im Hitzeaktionsplan auch das Errichten eines Buddy-Systems empfohlen: Risikopersonen werden, sofern sie dies wünschen, während einer Hitzewelle durch Besuche und/oder Telefonanrufe betreut.

Die Buddy-Systeme sind durch die Gemeinden aufzubauen und zu betreiben, da diese über den direkten Kontakt zu den Einwohnerinnen und Einwohnern verfügen. In der Schweiz sind solche in einigen Gemeinden (insbesondere in den Kantonen Waadt, Tessin und Genf) bereits in unterschiedlichen Varianten eingeführt: Die betagte Person meldet sich selbst an oder sie wird aus dem Einwohnerregister ermittelt. Als Buddies werden Freiwillige eingesetzt oder es wird mit Fachpersonen (z. B. aus Spitex, Pro Senectute, Rotes Kreuz etc.), Angehörigen des Zivilschutzes oder der Feuerwehr gearbeitet. Die Buddies bieten bei Bedarf direkt medizinische Hilfe auf oder wenden sich an eine am Projekt beteiligte Organisation mit geschultem Personal.

Für 19 Gemeinden im Kanton Bern hat die vom Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär (BSM) koordinierte kommunale Gefährdungsanalyse ein grosses Risiko bei der Gefährdung «Hitzewelle» ergeben. Bei den 19 Gemeinden handelt es sich um städtische Gemeinden 5. Das BSM kann Gemeinden, die dies wünschen, bereits heute konzeptionelle Beratung und Unterstützung im Sinne eines Erfahrungsaustausches anbieten. Dabei stellt der Kanton für den Aufbau und Betrieb von Buddy-Systemen weder finanzielle Ressourcen zur Verfügung, noch kann er konkret Personalressourcen zur Mitarbeit anbieten.

Um den Gemeinden ein effizientes Vorgehen aufzeigen und verlässliche Planungswerte abgeben zu können, ist für den Sommer 2025 (je nach meteorologischen Bedingungen auch 2026) https://www.srf.ch/news/schweiz/hitzewarnung-fuer-die-schweiz-keine-hitze-buddies-in-der-deutschschweiz Wegen des Wärmeinsel-Effekts, bei dem die Siedlungs-, Bebauungs- und Gebäudedichte zu heisseren Temperaturen am Tag und weniger Abkühlung in der Nacht führen, ist die Bevölkerung von Städten und Agglomerationen stärker von der Hitze betroffen.

die Durchführung eines Pilot-Projektes mit der Stadt Bern geplant. Basierend darauf wird das BSM seine Empfehlungen zugunsten der Gemeinden noch weiter präzisieren können.

Der Regierungsrat beantragt die Annahme der Motion.

Verteiler ‒ Grosser Rat