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Anfrage Claudio Zihlmann, Zürich, und Mitunterzeichnende betreffend Förderung von Spin-offs an der ZHAW – Standortvorteile gezielt nutzen, Beantwortung

RRB Nr. 200/2026 · Regierungsrat des Kantons Zürich

Dated Mar 4, 2026

https://lexipedia.io/en/docs/ch-zh/regierungsrat/rrb-nr-200-2026/de/anfrage-claudio-zihlmann-zurich-und-mitunterzeichnende-betreffend-forderung-von-spin-offs-an-der-zhaw-standortvorteile-gezielt-nutzen-beantwortung

Retrieved on Sep 4, 2026

  1. Documents
  2. Zurich
  3. Government Council of the Canton of Zurich
Source

Standing: How later courts treated this decision has not been analysed.

RRB Nr. 200/2026

Anfrage Claudio Zihlmann, Zürich, und Mitunterzeichnende betreffend Förderung von Spin-offs an der ZHAW – Standortvorteile gezielt nutzen, Beantwortung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 376/2025

Sitzung vom 4. März 2026

200. Anfrage (Förderung von Spin-offs an der ZHAW – Standortvorteile gezielt nutzen) Kantonsrat Claudio Zihlmann, Zürich, und Mitunterzeichnende haben am 24. November 2025 folgende Anfrage eingereicht: Start-ups, Spin-offs und Talente aus Hochschulen sind ein entscheidender Motor für Innovation, wirtschaftliches Wachstum und die Positionierung des Kantons Zürich als führender Technologiestandort. Die ETH Zürich und die Universität Zürich als forschungsstarke Universitäten verfügen über etablierte Programme, professionelle Unterstützungsstrukturen und nachweisbare Erfolge bei der Gründung neuer Spin-offs. Die ZHAW als praxisorientierte Fachhochschule nimmt im Hochschulraum Zürich eine komplementäre Rolle ein. Mit über 14 000 Studierenden und acht interdisziplinären Departementen verfügt sie über ein enormes Potenzial für die erfolgreiche Lancierung von Spin-offs. Ihr Potenzial im Bereich Spin-offs wird jedoch bislang nicht systematisch genutzt. Die ZHAW ist im Vergleich zu ETH und Universität weniger gut aufgestellt, um Gründerinnen und Gründer gezielt zu fördern – eine verpasste Chance, denn gerade Fachhochschulen können mit ihrem praxisnahen Ansatz Innovation und Technologietransfer massgeblich vorantreiben. Unter dem Label «ZHAW Entrepreneurship» verfolgt die Hochschule die Strategie, ein Ort zu sein, an dem unternehmerische Denkerinnen und Denker zusammenkommen, wachsen und die Zukunft gestalten. Entscheidend ist jedoch, wie stark dieser Anspruch in konkrete Massnahmen, tragfähige Strukturen und messbare Resultate im Bereich Spin-offs umgesetzt wird. Angesichts des steigenden Wettbewerbs um Talente, Kapital und innovative Geschäftsmodelle ist es von strategischer Bedeutung, den gesamten Hochschulraum Zürich – sowohl Universitäten als auch Fachhochschulen – als gleichwertige Innovationsmotoren zu stärken. Eine gezielte Förderung von Spin-offs an der ZHAW würde nicht nur deren Potenzial besser ausschöpfen, sondern auch die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Kantons nachhaltig erhöhen.

Vor diesem Hintergrund wird der Regierungsrat gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

Erwägungen

1. Wie viele Spin-offs wurden in den letzten zehn Jahren an der ZHAW gegründet? Bitte unterteilt nach Spin-offs mit Forschungstransfer und Spin-offs ohne Forschungstransfer (z. B. Studierende aus dem Studium heraus), nach Jahr und – soweit verfügbar – nach Fachbereich aufgeschlüsselt.

2. Welche kurz- und mittelfristigen Massnahmen sind an der ZHAW geplant oder in Entwicklung, um die Spin-off-Aktivitäten zu stärken?

3. Wie positioniert sich die ZHAW im Vergleich zur ETH Zürich und zur Universität Zürich bezüglich Anzahl, Wirkung und Erfolgsquote von Spin-offs? Gibt es vergleichbare Kennzahlen wie Gründungszahlen, Kapitalzugang oder geschaffene Arbeitsplätze?

4. Welche Herausforderungen identifiziert die ZHAW selbst als Hürde für potenzielle Spin-off-Gründerinnen und -Gründer?

5. Gibt es Leistungsziele oder Kennzahlen in der Zielvereinbarung zwischen dem Kanton und der ZHAW, die den Bereich «Gründungen / Spin-offs» betreffen? Falls ja, wie werden diese erhoben und ausgewertet? Falls nein, warum nicht?

6. Wie könnte der Kanton Zürich die ZHAW gezielt unterstützen, um die Zahl der Spin-offs zu erhöhen?

Dispositiv

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Claudio Zihlmann, Zürich, und Mitunterzeichnende wird wie folgt beantwortet:

Soweit die Fragen in den Zuständigkeitsbereich der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) fallen, werden sie gemäss deren Angaben beantwortet: Zu Frage 1: Spin-offs mit Forschungstransfer In den vergangenen zehn Jahren gab es an der ZHAW jährlich eine bis acht Spin-off-Gründungen mit Forschungstransfer. Die ZHAW erhebt diese Daten allerdings erst seit 2021 systematisch. Die Daten vor 2021 wurden rückblickend erhoben. Spin-offs, die sich noch im Gründungsprozess befinden, sind nicht enthalten. Eine fachbereichsspezifische Auswertung liegt nicht vor.

Start-ups ohne Forschungstransfer Die ZHAW vermittelt in zahlreichen Studiengängen «Entrepreneurship»-Kompetenzen und thematisiert Unternehmensgründungen, wobei den Studierenden auch Start-up-Wettbewerbe und Inkubationsprogramme offenstehen. In den Inkubationsprogrammen der School of Management and Law wurden in den vergangenen Jahren 142 Start-ups begleitet, darunter 65 mit externer Finanzierung von rund 89 Mio. Franken. In diesen Programmen arbeiten Studierende verschiedener Hochschulen (Eidgenössische Technische Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen) mit Studierenden der ZHAW in gemischten Teams zusammen. Zu Fragen 2 und 4: Die im Rahmen der strategischen Initiative «ZHAW entrepreneurship» eingeführten Massnahmen zeigen Wirkung. Die ZHAW verfügt über zahlreiche Programme (z. B. Runway), die Gründerinnen und Gründer unterstützen. In mehreren Departementen wurden Entrepreneurship-Vertiefungen in die Studiengänge integriert und ein ZHAWweites, interdisziplinäres Angebot (Summer Schools, Innovationswettbewerbe, Anlässe, Community Angebote, Social Media Kampagnen) aufgebaut (vgl. entrepreneurship.zhaw.ch/de). Diese Initiativen unterstützen die Weiterentwicklung eigener Ideen und fördern den Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Gründerinnen und Gründern. Insgesamt wird damit das unternehmerische Selbstverständnis innerhalb der Hochschule gestärkt. Darauf aufbauend wird die Initiative «ZHAW entrepreneurship» in Lehre und Strukturen verankert und die Studierenden werden für Spin-off-/Start-up-Gründungen und selbstständige Aktivitäten weiter sensibilisiert. Dass nicht alle Studierenden intensiv mit dem Gründungsgedanken und dem Unternehmertum in Berührung kommen, liegt u. a. daran, dass die ZHAW als Fachhochschule über keinen eigentlichen wissenschaftlichen Nachwuchs (Doktorierende und Postdocs) verfügt, der für Spinoff-Aktivitäten wichtige Impulse setzen könnte. Zudem sind die verfügbaren Mittel begrenzt, um bestehende Programme auszubauen und horizontal zusätzliche Angebote entlang der Kette von der Ideenentwicklung bis zur Gründung eines Spin-offs einzubinden. Zu Frage 3: Die ZHAW transferiert ihr Wissen, Knowhow und geistiges Eigentum (Wissens- und Technologietransfer) in erster Linie an bestehende

Unternehmen und Praxispartner, insbesondere über gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte. Damit ist die ZHAW bei der schweizerischen Agentur für Innovationsförderung (Innosuisse) die erfolgreichste Hochschule, insbesondere gemessen an der Zahl der Innova- tionsprojekte und der Innovationsschecks – dies noch vor der ETH Zürich und der EPF Lausanne. Der substanzielle volkswirtschaftliche Beitrag dieser Art des Transfers wurde kürzlich auch untersucht (Florian Hulfeld / Andrin Spescha / Martin Wörter, Funding R&D Cooperation Between Firms and Universities – The Effectiveness of the Innosuisse Model, 2024, KOF Working Papers 522, KOF Swiss Economic Institute, ETH Zürich 2024). Zudem richtet sich ein grosser Teil der Studiengänge der ZHAW auf Berufsfelder aus, in denen selbstständige Tätigkeiten üblich sind, was dem praxisorientierten Leistungsauftrag der Fachhochschulen entspricht. Insgesamt ist die ZHAW als Fachhochschule im Bereich Wissens- und Technologietransfer breit aufgestellt. Sie setzt allerdings andere Schwerpunkte als universitäre Hochschulen. Daher spielen Ausgründungen und damit verbundene Leistungskennzahlen wie Kapitalzugang und geschaffene Arbeitsplätze für sie eine weniger bedeutende Rolle als für universitäre Hochschulen. Zu Frage 5: Für den Bereich «Gründungen / Spin-offs» bestehen keine eigenen Leistungsziele oder Kennzahlen. Die Ziele beziehen sich übergeordnet auf angewandte Forschung und Entwicklung sowie auf den breit verstandenen Wissens- und Technologietransfer. Zu Frage 6: Die ZHAW ist eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt und besorgt ihre Angelegenheiten im Rahmen des Gesetzes autonom. In ihrer seit 2025 geltenden Strategie, die vom Fachhochschulrat genehmigt wurde, hat sie «unternehmerisch» als eine von drei strategischen Stossrichtungen verankert. Der Kanton unterstützt die Umsetzung dieser Strategie mit der Bereitstellung der erforderlichen Mittel sowie der Förderung der Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien, Direktionen und Fachstellen.

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Bildungsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli