RRB Nr. 374/2026
Kantonspolizei, Ersatzbeschaffung und Betrieb Vorgangsbearbeitungssystem, gebundene Ausgabe, Vergabe, Stellenplan
Rubrum
Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich Sitzung vom 1. April 2026
374. Kantonspolizei, Ersatzbeschaffung und Betrieb Vorgangsbearbeitungssystem (gebundene Ausgabe, Vergabe), Stellenplan
Erwägungen
A. Ausgangslage Die Kantonspolizei (Kapo), die Stadtpolizeien Zürich und Winterthur, die kommunalen Polizeikorps des Kantons Zürich und die Schaffhauser Polizei erstellen jährlich über 300 000 Polizeirapporte in der Fachapplikation «POLIS» (Polizei-Informationssystem). POLIS ist das zentrale Vorgangsbearbeitungssystem der Polizeikorps und besteht aus verschiedenen Fachmodulen, die für die Dokumentation des polizeilichen Handelns, der Recherche oder der Verwaltung der Asservate notwendig sind. Gemäss Art. 100 der Schweizerischen Strafprozessordnung (SR 312.0) ist die Polizei zur Dokumentation der polizeilichen Ermittlungen verpflichtet. POLIS als einsatzkritische Fachapplikation ist seit über 25 Jahren im Einsatz und kann die erforderlichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten nicht mehr gewährleisten. In diesen 25 Jahren sind weitere Straftatbestände hinzugekommen. Auch die Strafprozessordnung hat neue Abläufe und Verfahrensrechte geschaffen, die im Vorgangsbearbeitungssystem abzubilden sind. Weitere Schnittstellen zu verschiedenen Umsystemen des Bundes, der Kantone sowie zu Behörden im Kanton Zürich sollen implementiert werden. Die Vorgangsbearbeitung startet gegenwärtig mobil am Einsatzort und die daraus resultierenden Fallakten sollen künftig medienbruchfrei an die zuständigen Behörden, insbesondere die Untersuchungsbehörden, weitergeleitet werden können. Die anspruchsvolle Dokumentation im Vorgangsbearbeitungssystem soll künftig noch effizienter erfolgen. Für die Beschaffungen treten die erwähnten Polizeikorps als Beschaffungsgemeinschaft auf. Die Kapo vertritt dabei die Beschaffungsgemeinschaft bis zur Beendigung des Projekts. Gemäss Vereinbarung betreffend Beschaffungsgemeinschaft «POLIS Zukunft» vom 16. Mai 2025 werden die Projektkosten gemäss Verteilschlüssel der bisherigen ARGE Polis verteilt, der gestützt auf den Bevölkerungsanteil festgelegt wird. Der Anteil der Kapo beträgt 68,31% und ist für die Projektlaufzeit fest. Für die Vorbereitung und Durchführung der Submission «POLIS Zukunft» hat die Sicherheitsdirektion mit Verfügung vom 11. Juli 2025 eine gebundene Ausgabe von Fr. 920 000 (Anteil Kapo) bewilligt.
B. Beschaffung und Vergabe Im Mai 2025 wurden von der Beschaffungsgemeinschaft «POLIS Zukunft», vertreten durch die Kapo, die Beschaffung und der Betrieb eines Vorgangsbearbeitungssystems in einem offenen Verfahren mit Dialog im Staatsvertragsbereich ausgeschrieben. Die Vergabe erfolgt für die Beschaffungsgemeinschaft zum gesamten Ausschreibungsbetrag. Es sollen ein Rahmenvertrag mit vorhabenspezifischen Einzelverträgen (Projekt- und Betriebsverträge) sowie ein Wartungs- und Servicevertrag (ab 2029 bis 2040) mit einer Mindestvertragslaufzeit von sechs Jahren (bis Ende 2034) abgeschlossen werden, der sich stillschweigend um jeweils ein Jahr, bis auf eine Vertragslaufzeit von höchstens zwölf Jahren (bis 2040), verlängern kann. Auf der Grundlage des Pflichtenheftes reichten im August 2025 fünf Anbieterinnen ein Erstangebot ein. Mit allen Anbieterinnen wurde nach der Erstevaluation zwischen September und November 2025 ein Dialog geführt. Im Dezember 2025 reichten alle fünf Anbieterinnen ihre finalen Angebote ein. Das Angebot der Ergon Informatik AG, Zürich (Ergon), vom 17. Dezember 2025 erfüllt sämtliche Eignungskriterien und ist das vorteilhafteste, weshalb dieser Anbieterin, gestützt auf Art. 41 der Interkantonalen Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB; LS 720.1), der Zuschlag zu erteilen ist. Die Vergabesumme beträgt für einmalige Projekt- und wiederkehrende Betriebskosten für sechs Jahre Fr. 64 281 890. Die Vergabesumme kann sich bei einer Verlängerung der Vertragslaufzeit um weitere sechs Jahre bis 2040 auf insgesamt Fr. 76 356 104 erhöhen. Die Vergabesumme an die Ergon setzt sich wie folgt zusammen: Vergabeübersicht einmalige jährliche Total Total (in Franken, gerundet; einschliesslich 8,1% MWSt) Ausgaben Ausgaben für 6 Jahre für 12 Jahre (Erfolgs (Erfolgs (Mindestver (bis 2040) rechnung und rechnung und tragslaufzeit; Investions Investitions bis 2034) rechnung) rechnung) Ergon Informatik AG, Zürich (Angebot vom 17. Dezember 2025): − Projektkosten (Grundleistung): Projekt 10 161 400 10 161 400 10 161 400 leistungen, Integration, Konfiguration, Migration, Tests, Schulung − Realisierung Fachmodule (u. a. Rapport 36 652 086 1 039 469 42 888 900 49 125 714 erstellung, Ereignisse, Asservaten, Benutzerberechtigungen) und Schnittstellen sowie Wartung und Servicekosten (Softwarepflege, Upgrades, Lizenzen, Mitwirkung am Betrieb,
Supporttätigkeiten, Life-Cycle/Updates) − Spezifizierte Optionen: u. a. weitere bidirek 5 394 190 108 100 6 042 790 6 691 390 tionale Schnittstellen, weitere Fachmodule, Transkription, Übersetzung Zwischentotal 52 207 676 1 147 569 59 093 090 65 948 504
Vergabeübersicht einmalige jährliche Total Total (in Franken, gerundet; einschliesslich 8,1% MWSt) Ausgaben Ausgaben für 6 Jahre für 12 Jahre (Erfolgs (Erfolgs (Mindestver (bis 2040) rechnung und rechnung und tragslaufzeit; Investions Investitions bis 2034) rechnung) rechnung) Jährlicher Betrag für noch nicht spezifizierte 864 800 5 188 800 10 377 600 Weiterentwicklungen (Erfahrungswert) Vergabesumme Ergon 52 207 676 2 012 369 64 281 890 76 356 104 Anteil Kapo (68,31%) 35 663 063 1 374 649 43 910 959 52 158 855 Anteil Partnerkorps (Stadtpolizeien Zürich und 16 544 613 637 720 20 370 931 24 197 249 Winterthur sowie Schaffhauser Polizei 31,69%)
Für Beratungsdienstleistungen zur Unterstützung des Projektes «POLIS Zukunft» erfolgte im Januar 2026 eine separate öffentliche Ausschreibung im offenen Verfahren mit sechs Losen. Die Lose teilen sich wie folgt auf: Projektleitung, Business-Analyse, IKT-Architektur (Los 1), Agiles Projekt- und Produktmanagement (Los 2), Testunterstützung (Los 3), IKT-Sicherheit (Los 4), Qualitäts- und Risikomanagement (Los 5) und Juristische Beratung (Los 6). Damit kann einerseits das Projekt extern in Bezug auf das Risikomanagement begleitet und überwacht werden, anderseits kann externes Fachwissen in das Projekt eingebracht werden. Für die sechs Lose gingen 48 Angebote ein. Alle Anbieterinnen erfüllten die Eignungskriterien. Für die Lose 1–4 werden je fünf Zuschlagsempfängerinnen bestimmt, für die Lose 5 und 6 je drei Zuschlagsempfängerinnen. Mit jedem Unternehmen wird voraussichtlich ein Rahmenvertrag ohne Abnahmeverpflichtung über drei Jahre abgeschlossen, mit Option zur Verlängerung um weitere zwei Jahre, für eine Vertragslaufzeit von höchstens fünf Jahren. Das kalkulatorische Auftragsvolumen pro Los kann auf die verschiedenen Zuschlagsempfängerinnen aufgeteilt werden. Es sollen folgende Zuschläge an die vorteilhaftesten Angebote gestützt auf Art. 41 IVöB erteilt werden (je Los alphabetisch geordnet; Beträge in Franken, einschliesslich MWSt): Los Unternehmen / kalkulatorisches Mengengerüst Angebotspreis* Kalkulatorische (PT = Projekttage) maximale Auftragssumme 1 Projektleitung, Business-Analyse, 6 807 706 IKT-Architektur (3840 PT) ALTEN Switzerland AG 4 001 280 Angebot vom 18. Februar 2026 Amstein + Walthert Progress AG 4 761 600 Angebot vom 11. Februar 2026 CSI Consulting AG 6 144 000 Angebot vom 12. Februar 2026
Los Unternehmen / kalkulatorisches Mengengerüst Angebotspreis* Kalkulatorische (PT = Projekttage) maximale Auftragssumme Eraneos Switzerland AG 6 028 800 Angebot vom 17. Februar 2026 Wavestone Consulting Switzerland AG 6 807 706 Angebot vom 16. Februar 2026 2 Agiles Projekt- und Produktmanagement 9 360 000 (7200 PT) Amstein + Walthert Progress AG 8 928 000 Angebot vom 11. Februar 2026 Eraneos Switzerland AG 9 360 000 Angebot vom 17. Februar 2026 Ironforge Consulting AG 9 100 800 Angebot vom 17. Februar 2026 ti&m AG 8 928 000 Angebot vom 16. Februar 2026 Xebia Switzerland AG 8 640 000 Angebot vom 16. Februar 2026 3 Testunterstützung (4320 PT) 5 281 920 Eraneos Switzerland AG 3 859 200 Angebot vom 17. Februar 2026 Ironforge Consulting AG 4 752 000 Angebot vom 17. Februar 2026 Stepwise AG 5 281 920 Angebot vom 16. Februar 2026 Thinqist GmbH 4 233 600 Angebot vom 18. Februar 2026 ti&m AG 5 040 000 Angebot vom 16. Februar 2026 4 IKT-Sicherheit (860 PT) 1 636 064 Adnovum AG 1 197 120 Angebot vom 16. Februar 2026 Deloitte Consulting AG 1 301 558 Angebot vom 17. Februar 2026 Eraneos Switzerland AG 1 064 800 Angebot vom 17. Februar 2026 TEMET AG 1 636 064 Angebot vom 16. Februar 2026 Wavestone Consulting Switzerland AG 1 400 976 Angebot vom 16. Februar 2026
Los Unternehmen / kalkulatorisches Mengengerüst Angebotspreis* Kalkulatorische (PT = Projekttage) maximale Auftragssumme 5 Qualitäts- und Risikomanagement (720 PT) 1 193 472 Amstein + Walthert Progress AG 892 800 Angebot vom 11. Februar 2026 Linkin AG 1 017 600 Angebot vom 16. Februar 2026 SPOL AG 1 193 472 Angebot vom 18. Februar 2026 6 Juristische Beratung (720 PT) 1 987 200 Bratschi AG 1 987 200 Angebot vom 17. Februar 2026 Byte Legal AG 1 267 200 Angebot vom 13. Februar 2026 Eversheds Sutherland AG 1 958 400 Angebot vom 18. Februar 2026 * Summe pro Unternehmen bzw. pro Zuschlagsempfängerin für längstens fünf Jahre, die sich auf der Grundlage des Stundensatzes (einschliesslich 8,1% MWSt) multipliziert mit der Anzahl Personentage ergibt.
Die Auftragserteilung an die Ergon sowie an die oben erwähnten Beratungsunternehmen erfolgt vorbehältlich der Finanzierungszusagen aller teilnehmenden Polizeikorps.
C. Gebundene Ausgaben und Finanzierung Die Kosten für die Beschaffung und den Betrieb des Vorgangsbearbeitungssystems während der Mindestvertragsdauer von sechs Jahren bis 2034 betragen insgesamt 89,6 Mio. Franken, davon für die Kapo 61,2 Mio. Franken. Die gesamte zur Verfügung stehende Ausgabensumme setzt sich wie folgt zusammen: Kostenübersicht Investitionsrechnung (IR) Erfolgsrechnung (ER) Total IR + ER (in Franken, gerundet, (Ausgaben) (Aufwendungen) für 6 Jahre einschliesslich 8,1% MWSt) (einmalig) (jährlich) (einmalig) (jährlich) (Mindestvertragslaufzeit; bis 2034) Kosten für die Vorbereitung und 1 265 901 1 265 901 Durchführung der Submission «zukünftiges POLIS» gemäss Verfügung der Sicherheitsdirektion vom 11. Juli 2025 – davon Kapo (einschliesslich 920 000 920 000 Unvorhergesehenes)
Kostenübersicht Investitionsrechnung (IR) Erfolgsrechnung (ER) Total IR + ER (in Franken, gerundet, (Ausgaben) (Aufwendungen) für 6 Jahre einschliesslich 8,1% MWSt) (einmalig) (jährlich) (einmalig) (jährlich) (Mindestvertragslaufzeit; bis 2034) Ausgaben für Ergon (einschliesslich 51 115 626 864 800 1 092 050 1 147 569 64 281 890 Weiterentwicklungen) Externe Projektunterstützung 12 561 040 12 561 040 (Schätzung), davon: – Los 1: Projektleitung, Business- 2 896 160 2 896 160 Analyse, IKT-Architektur (1574 Personentage) – Los 2: Agiles Projekt- 4 723 200 4 723 200 und Produktmanagement (2952 Personentage) – Los 3: Testunterstützung 2 833 600 2 833 600 (1771 Personentage) – Los 4: IKT-Sicherheit 621 280 621 280 (353 Personentage) – Los 5: Qualitäts- und Risiko 590 000 590 000 management (295 Personentage) – Los 6: Juristische Beratung 896 800 896 800 (295 Personentage) Migration Altsysteme (Schätzung) 2 160 000 2 160 000 Bereitstellung neue Serverinfra 563 611 563 611 struktur (Abraxas, Schätzung) Anpassung Schnittstellen 2 200 000 2 200 000 (Schätzung) Zwischentotal 66 440 277 864 800 4 517 951 1 147 569 83 032 442 Unvorhergesehenes 5 291 534 13 549 166 575 169 954 6 559 127 Total Ausgaben 71 731 811 878 349 4 684 526 1 317 523 89 591 569 davon Investitionsrechnung 77 001 905 davon Erfolgsrechnung 12 589 664 Anteil Kapo (68,31%) 49 000 000 600 000 3 200 000 900 000 61 200 000 Anteil Partnerkorps 22 731 811 278 349 1 484 526 417 523 28 391 568 (Stadtpolizeien Zürich und Winterthur sowie Schaffhauser Polizei)
Der Anteil der Kapo von 61,2 Mio. Franken soll unter dem Vorbehalt der rechtskräftig bewilligten Beträge der Partnerkorps bewilligt werden (Nettokredit gemäss § 38 Abs. 3 Gesetz über Controlling und Rechnungslegung [CRG; LS 611]). Verbunden mit der Ersatzbeschaffung und dem Betrieb des neuen Vorgangsbearbeitungssystems entstehen Folgekosten in Form von höheren IT-Betriebsaufwänden aufgrund des erforderlichen leistungsmässigen Ausbaus, u. a. des Kapo-Datacenters (KDC) von jährlich 0,64 Mio.
Franken sowie für den Kapo-Applikationsbetrieb (KAB) 0,5 Mio. Franken bzw. bei einer sechsjährigen Vertragslaufzeit von insgesamt 6,84 Mio. Franken (Anteil Kapo: jährlich rund 0,78 Mio. Franken bzw. für sechs Jahre insgesamt 4,67 Mio. Franken). Der KDC-Ausbau wurde im Rahmen der separat bewilligten Verlängerung sowie Erweiterung berücksichtigt (vgl. RRB Nr. 312/2026). Der KAB-Ausbau wird zu einem späteren Zeitpunkt beantragt. Die mit der Beschaffung und dem Betrieb eines Vorgangsbearbeitungssystems verbundenen Kosten betragen somit insgesamt 96,43 Mio. Franken. Davon beträgt der Anteil der Kapo 65,87 Mio. Franken. Dieser Betrag wird der Leistungsgruppe Nr. 3100, Kantonspolizei, belastet. Sämtliche Ausgaben sind zur Erfüllung von gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben (u. a. aus Polizeiorganisationsgesetz [LS 551.1]) zwingend erforderlich und dienen namentlich der Beschaffung und Erneuerung der für die Verwaltungstätigkeit erforderlichen sachlichen Mittel. Sie gelten deshalb als gebundene Ausgabe im Sinne von § 37 Abs. 2 lit. a CRG. Der Anteil der Kapo zulasten der Investitionsrechnung für die Ersatzbeschaffung und den Betrieb des neuen Vorgangsbearbeitungssystems beträgt 49 Mio. Franken. Hinzu kommen ab 2029 jährlich wiederkehrende Ausgaben für Weiterentwicklungen von 0,6 Mio. Franken. Die Ausgaben von insgesamt 50,2 Mio. Franken in den Jahren 2026 bis 2030 setzen sich wie folgt zusammen: Kapo, Investitionsausgaben 2026 2027 2028 2029 2030 Total (in Mio. Franken, gerundet) Projektunterstützung 1,5 2,9 2,9 1,3 8,6 Einführung Vorgangsbearbeitungssystem 3,5 7,0 7,0 14,0 7,1 38,5 Anpassung Schnittstellen und Bereitstellung neue Serverinfrastruktur 0,1 0,9 0,9 1,9 Weiterentwicklungen, jährlich ab 2029 0,6 0,6 1,2 Kapo, Investitionsausgaben 2026 bis 2030 5,0 10,0 10,8 16,7 7,7 50,2 Im KEF 2026–2029 eingestellt 7,4 3,8 3,65 14,85 (Leistungsgruppe Nr. 3100) (einschliesslich Kreditübertragung 2025/2026 von 3,5 Mio. Franken) Kapo, im KEF 2027–2030 einzustellende Beträge –2,4 6,2 7,15 16,7 7,7 35,35
Die Beträge von insgesamt 50,2 Mio. Franken sind im Budget 2026 (7,4 Mio. Franken), und im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) 2026–2029, Planjahre 2027 (3,8 Mio. Franken) und 2028 (3,65 Mio. Franken) eingestellt. Der Restbetrag von 35,35 Mio. Franken ist im KEF 2027–2030, ab Planjahr 2027, neu einzustellen.
Der Anteil der Kapo der Betriebskosten zulasten der Erfolgsrechnung für die Ersatzbeschaffung und den Betrieb des neuen Vorgangsbearbeitungssystems beträgt insgesamt 8,6 Mio. Franken, davon einmalige Aufwendungen von Fr. 3 200 000, wovon Fr. 640 450 den Rechnungen 2023 bis 2025 belastet wurden. Der Restbetrag von insgesamt rund 2,6 Mio. Franken in den Jahren 2026 bis 2030 setzt sich wie folgt zusammen: Kapo, Betriebskosten 2026 2027 2028 2029 2030 Total (in Mio. Franken, gerundet) Vorbereitung und Durchführung der Submission 0,3 0,3 «POLIS Zukunft» Einführung Vorgangsbearbeitungssystem 0,1 0,1 0,1 0,3 0,1 0,8 (Daten-)Migration 0,5 0,5 0,5 1,5 Kapo, Betriebskosten 2026 bis 2030 0,4 0,6 0,6 0,8 0,1 2,6 Im KEF 2026–2029 eingestellt 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 (Leistungsgruppe Nr. 3100) Betriebskosten, jährlich 0,9 0,9 1,8 (neues Vorgangsbearbeitungssystem) Betriebskosten, jährlich –1,5 –1,5 (bestehendes POLIS, Wegfall ab 2030) Kapo, im KEF 2027–2030 einzustellende Beträge 0,4 0,6 0,6 1,7 –0,5 2,9
Der Betrag von 0,4 Mio. Franken kann im Budget 2026 verfügbar gemacht werden. Der Restbetrag von rund 2,5 Mio. Franken ist im KEF 2027–2030, Planjahre 2027 bis 2030, neu einzustellen. Die Kapitalfolgekosten betragen – bei einer Abschreibungsdauer von sechs Jahren – jährlich rund Fr. 8 964 000, davon rund Fr. 8 766 700 für Abschreibungen und rund Fr. 197 300 für Zinsen. Mit Ausgabenbewilligung der Sicherheitsdirektion vom 11. Juli 2025 wurde für die Erarbeitung der Grundlagen und die Durchführung der Submission «POLIS Zukunft» eine einmalige gebundene Ausgabe für den Anteil der Kapo von Fr. 920 000 bewilligt. Diese Ausgabenbewilligung ist Teil der zu bewilligenden Ausgabe von 61,2 Mio. Franken und ist somit aufzuheben. Das Vorhaben wurde mit dem Amt für Informatik (AFI) und dem Gremium Operative Informatiksteuerung (OIS) abgestimmt (u. a. anlässlich der Sitzung mit dem AFI vom 4. Oktober 2023 und der OIS- Sitzung vom 19. Oktober 2023). Es gab keine Einwände. Das Projektcontrolling wird durch externe Dienstleister sichergestellt. Dieser Beschluss ist bis zur Veröffentlichung des Zuschlags auf simap.ch nicht öffentlich.
D. Zusätzlicher Stellenbedarf Für die Sicherstellung des langfristigen Applikationsbetriebs, des Releasemanagements, für Koordinations- und Administrationsaufgaben sowie für die Planung der Weiterentwicklung dieser einsatzkritischen Fachapplikation ist eine adäquate Betriebsorganisation nötig. Deshalb ist eine Erweiterung der IT-Kapazitäten bereits ab 1. September 2026 für die Projektphase sowie zur Sicherstellung des Wissens für den anschliessenden Betrieb um 3,0 Stellen in der Richtposition Informatikspezialist/in erforderlich. Eine interne Kompensation ist nicht möglich. Dabei handelt es sich um eine ordentliche Stellenaufstockung, weshalb es keiner weiteren Einreihungsprüfung bedarf. Stellen Richtposition Klasse VVO 1,0 Informatikspezialist/in 20 2,0 Informatikspezialist/in 19
Der anteilmässige Betrag kann im Budget 2026 (Fr. 175 000) der Erfolgsrechnung der Leistungsgruppe Nr. 3100, Kantonspolizei, verfügbar gemacht werden. Für die Folgejahre sind die Beträge von jährlich Fr. 525 000 im KEF 2027–2030, ab Planjahr 2027, einzustellen.
Dispositiv
Auf Antrag der Sicherheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:
I. Für die Ersatzbeschaffung und den Betrieb des Vorgangsbearbeitungssystems der Kantonspolizei während der sechsjährigen Mindestvertragslaufzeit bis 2034 wird eine gebundene Ausgabe von insgesamt Fr. 61 200 000 zulasten der Leistungsgruppe Nr. 3100, Kantonspolizei, bewilligt. Davon gehen Fr. 52 600 000 zulasten der Investitionsrechnung und Fr. 8 600 000 zulasten der Erfolgsrechnung.
II. Die Ausgabe gemäss Dispositiv I erfolgt vorbehältlich der rechtskräftigen Finanzierungszusagen aller teilnehmenden Polizeikorps (Stadtpolizeien Zürich und Winterthur sowie Schaffhauser Polizei).
III. Die Kantonspolizei als Vertreterin der Beschaffungsgemeinschaft «POLIS Zukunft» wird ermächtigt, den Auftrag für die Ersatzbeschaffung und den Betrieb des Vorgangsbearbeitungssystems für eine sechsjährige Mindestvertragslaufzeit bis 2034 gemäss Angebot vom 17. Dezember 2025 zu insgesamt Fr. 64 281 890 an die Ergon Informatik AG, Zürich, zu vergeben. Die Vergabesumme kann sich bei einer Verlängerung der Vertragslaufzeit um weitere sechs Jahre auf insgesamt Fr. 76 356 104 erhöhen.
IV. Die Kantonspolizei als Vertreterin der Beschaffungsgemeinschaft «POLIS Zukunft» wird ermächtigt, die Dienstleistungen im Rahmen der Ausschreibung «Consulting-Dienstleistungen für das Vorgangsbearbeitungssystem POLIS Zukunft» im Sinne der Erwägungen wie folgt zu vergeben: Los 1: Projektleitung, Analyse, Architektur zu insgesamt höchstens Fr. 6 807 706 an: – ALTEN Switzerland AG, Cham – Amstein + Walthert Progress AG, Zürich – CSI Consulting AG, Zürich – Eraneos Switzerland AG, Zürich – Wavestone Consulting Switzerland AG, Zürich Los 2: Agiles Projekt-/Produktmanagement; zu insgesamt höchstens Fr. 9 360 000 an: – Amstein + Walthert Progress AG, Zürich – Eraneos Switzerland AG, Zürich – Ironforge Consulting AG, Muri bei Bern – ti&m AG, Zürich – Xebia Switzerland AG, Zürich Los 3: Testunterstützung; zu insgesamt höchstens Fr. 5 281 920 an: – Eraneos Switzerland AG, Zürich – Ironforge Consulting AG, Muri bei Bern – Stepwise AG, Bern – Thinqist GmbH, Appenzell – ti&m AG, Zürich Los 4: IKT-Sicherheit; zu insgesamt höchstens Fr. 1 636 064 an: – Adnovum AG, Zürich – Deloitte Consulting AG, Zürich – Eraneos Switzerland AG, Zürich – TEMET AG, Zürich – Wavestone Consulting Switzerland AG, Zürich Los 5: Qualitäts- und Risikomanagement; zu insgesamt höchstens Fr. 1 193 472 an: – Amstein + Walthert Progress AG, Zürich – Linkin AG, Bern – SPOL AG, Cham Los 6: Juristische Beratung; zu insgesamt höchstens Fr. 1 987 200 an: – Bratschi AG, Zürich – Byte Legal AG, Zürich – Eversheds Sutherland AG, Zürich
V. Die Auftragserteilung durch die Kantonspolizei an die Ergon Informatik AG, Zürich, sowie an die Beratungsunternehmen gemäss Dispositiv IV erfolgt vorbehältlich der rechtskräftigen Finanzierungszusagen aller teilnehmenden Polizeikorps (Stadtpolizeien Zürich und Winterthur sowie Schaffhauser Polizei).
VI. Die Beträge gemäss Dispositiv I, III und IV werden allfälligen Änderungen des Mehrwertsteuersatzes sowie nach Massgabe des Landesindexes der Konsumentenpreise gemäss folgender Formel der Teuerung angepasst: Bewilligte Ausgabe × Zielindex ÷ Startindex (Indexstand 100, Indexbasis Dezember 2025)
VII. Die Kantonspolizei als Vertreterin der Beschaffungsgemeinschaft «POLIS Zukunft» wird ermächtigt, mit der Ergon Informatik AG, Zürich, die Verträge gemäss Erwägung B abzuschliessen.
VIII. Die Ausgabenbewilligung der Sicherheitsdirektion vom 11. Juli 2025 für die Erarbeitung der Grundlagen und die Durchführung der Submission «zukünftiges POLIS» wird aufgehoben.
IX. Im Stellenplan der Kantonspolizei werden mit Wirkung ab 1. September 2026 folgende Stellen geschaffen: Stellen Richtposition Klasse VVO 1,0 Informatikspezialist/in 20 2,0 Informatikspezialist/in 19
X. Dieser Beschluss ist bis zur Veröffentlichung des Zuschlags auf simap.ch nicht öffentlich.
XI. Mitteilung an die Finanzdirektion und die Sicherheitsdirektion.
Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin:
Kathrin Arioli