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Anfrage Hans Egli, Steinmaur, Thomas Lamprecht, Bassersdorf, und Erich Vontobel, Bubikon, betreffend Corona, Beantwortung

RRB Nr. 588/2021 · Regierungsrat des Kantons Zürich

Dated Jun 2, 2021

https://lexipedia.io/en/docs/ch-zh/regierungsrat/rrb-nr-588-2021/de/anfrage-hans-egli-steinmaur-thomas-lamprecht-bassersdorf-und-erich-vontobel-bubikon-betreffend-corona-beantwortung

Retrieved on Sep 4, 2026

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  2. Zurich
  3. Government Council of the Canton of Zurich
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Standing: How later courts treated this decision has not been analysed. None of the 1 citing decisions has been analysed.

RRB Nr. 588/2021

Anfrage Hans Egli, Steinmaur, Thomas Lamprecht, Bassersdorf, und Erich Vontobel, Bubikon, betreffend Corona, Beantwortung

Rubrum

Auszug aus dem Protokoll des Regierungsrates des Kantons Zürich KR-Nr. 70/2021

Sitzung vom 2. Juni 2021

588. Anfrage (Corona) Die Kantonsräte Hans Egli, Steinmaur, Thomas Lamprecht, Bassersdorf, und Erich Vontobel, Bubikon, haben am 15. März 2021 folgende Anfrage eingereicht: In der letzten Ausgabe der Weltwoche wird unter Quellenangaben erwähnt, dass in Deutschland über 50% der Covid-Pflegebetten von Menschen mit einem Migrationshintergrund belegt werden. Auch in einem Wiener Krankenhaus soll die Quote über 60% ausmachen. In der Nordwestschweiz sollen diese Zahlen bei 70% liegen. Am Universitätsspital Basel soll es Spitzenwerte von 100% gegeben haben. Im Unispital Zürich sollen rund 50% der Covid-Patienten ausländische Wurzeln haben. Auch für uns gilt das Prinzip von Alain Berset: Der Zugang zum Gesundheitswesen soll für alle Bewohner der Schweiz gleichermassen gesichert sein. Dennoch stellen sich uns die nachstehenden Fragen: In diesem Zusammenhang bitten wir um Beantwortung folgende Fragen:

Erwägungen

1. Stimmen die Zahlen für die Zürcher Spitäler? Wir bitten um eine detaillierte Liste mit den Zahlen der Zürcher Spitäler.

2. Sollten die in der Weltwoche publizierten Zahlen stimmen, möchten wir wissen, welche Schlüsse die Regierung aus dieser Tatsache bereits gezogen hat?

3. Was gedenkt die Regierung zu unternehmen, damit diese Quote massiv gesenkt werden kann?

4. Was tut die Regierung, um die Aufklärung der Migranten zu verbessern?

Dispositiv

Auf Antrag der Gesundheitsdirektion beschliesst der Regierungsrat:

I. Die Anfrage Hans Egli, Steinmaur, Thomas Lamprecht, Bassersdorf, und Erich Vontobel, Bubikon, wird wie folgt beantwortet: Zu Frage 1: Die Gesundheitsdirektion erhebt keine Daten zum Migrationshintergrund der Patientinnen und Patienten in Zürcher Spitälern. Bezüglich Nationalität der Patientinnen und Patienten mit einem positiven SARS- CoV-2-Befund auf den Intensivstationen (IPS) der Zürcher Spitäler im Jahr 2020 ergibt sich folgendes Bild:

Spital Fälle auf IPS davon Anteil (2020) Ausländerinnen Ausländerinnen und Ausländer und Ausländer GZO Spital Wetzikon 59 23 39,0% Kantonsspital Winterthur 61 26 42,6% Kinderspital Zürich 15 3 20,0% Klinik Im Park 15 3 20,0% Klinik Hirslanden 64 10 15,6% See-Spital 26 5 19,2% Spital Bülach 28 12 42,9% Spital Limmattal 45 13 28,9% Spital Männedorf 27 10 37,0% Spital Uster 47 15 31,9% Spital Zollikerberg 17 1 5,9% Stadtspital Triemli 100 37 37,0% Stadtspital Waid 15 4 26,7% Universitätsklinik Balgrist 4 0 0,0% Universitätsspital Zürich 317 104 32,8% Total 840 266 31,7% Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Zürcher Bevölkerung betrug Ende 2020 27%. Somit mussten Ausländerinnen und Ausländer häufiger wegen einer Covid-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt werden, als dies aufgrund des Bevölkerungsanteils zu erwarten wäre. Je nach Spital betrug der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer im vergangenen Jahr zwischen 0% (Universitätsklinik Balgrist) und 43% (Spital Bülach). Inwiefern die Nationalität einer Person das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung erhöht, wurde bisher nicht untersucht. Hingegen ist der Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status und dem Gesundheitszustand einer Person in Studien gezeigt worden. Vor Kurzem hat Matthias Egger, Professor für Epidemiologie an der Universität Bern, die Vorabversion einer neuen Studie veröffentlicht, die zeigt, dass ein tieferer sozioökonomischer Status mit einem grösseren Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung einhergeht. Zum Zusammenhang zwischen der sozialen Lage einer Person und dem Gesundheitszustand kann zudem auf den Obsan-Bericht 11/2020 «Soziale Lage und Spitalaufenthalte aufgrund chronischer Erkrankungen» verwiesen werden (obsan. admin.ch/de/publikationen/soziale-lage-und-spitalaufenthalte-aufgrund-chronischer-erkrankungen).

Zu Fragen 2 und 3: Wie bei der Beantwortung der Frage 1 ausgeführt, erhebt die Gesundheitsdirektion keine Zahlen zum Migrationshintergrund von Patientinnen und Patienten in Zürcher Spitälern. Aus dem Anteil der Ausländerinnen und Ausländer, die aufgrund einer Covid-19-Erkrankung auf der Intensivstation eines Zürcher Spitals behandelt werden mussten, ergibt sich kein unmittelbarer Handlungsbedarf, der über die zur Bekämpfung der Coronapandemie ergriffenen Massnahmen hinausgeht. Neben den Begleitmassnahmen wie Testen, Contact Tracing sowie dem Einhalten der Schutzmassnahmen, kommt der kantonalen Impfstrategie eine wichtige Rolle zu, um die Zahl der Personen mit schweren Covid-19-Erkrankungen zu vermindern. Je schneller grosse Teile der Bevölkerung geimpft sind, desto schneller wird sich die Situation auf den Intensivstationen entspannen. Eine wichtige Begleitmassnahme der kantonalen Impfstrategie ist dabei eine breit angelegte Informationskampagne, die möglichst alle Bevölkerungsgruppen erreicht und die Vorteile der Impfung darlegt. Zu Frage 4: Seit Beginn der Coronapandemie hat die Fachstelle Integration in Zusammenarbeit mit einer interdisziplinären Projektgruppe ihren Auftrag zur Information und Beratung der Migrationsbevölkerung stark intensiviert. Gemeinsam mit der Gesundheitsdirektion wurde eine zentrale Corona-Webseite aufgeschaltet, über die seit April 2020 sämtliche wichtigen Themen und behördlichen Informationen zu den Coronamassnahmen in vier Sprachen verfügbar sind. Bis Ende Mai 2020 wurden direktionsübergreifend Informationen zu Gesundheit, Bildung, Arbeit und Steuern, Migration und Integration, Kultur sowie Sicherheit übersetzt und zusammengefasst. Zudem wurden vier thematische Bulletins zu Hygiene- und Gesundheitsmassnahmen, kantonalen Anlauf- und Beratungsstellen, Unterstützungsangeboten sowie Informationen zu Wirtschaft und Arbeit verfasst und in über zehn verschiedenen Sprachen auf der kantonalen Webseite aufgeschaltet. Im Rahmen der kantonalen Informationskampagne zur Covid-19-­ Impfung wird ein besonderes Augenmerk auf Bevölkerungsgruppen gelegt, die aufgrund sprachlicher Barrieren oder kultureller Rahmenbedingungen schwieriger zugänglich sind und keine medizinische Bezugsperson haben. Die Asylsuchenden, vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlinge in den Zürcher Asylzentren werden seit Beginn der Coronapandemie laufend

über die geltenden Massnahmen informiert und im Umgang mit den Verhaltens- und Hygieneregeln sensibilisiert und unterstützt. Die Infor- mationen erfolgen mündlich und schriftlich. Vier thematische und leicht verständliche Flyer mit Piktogrammen wurden in bis zu 18 Sprachen veröffentlicht. Berücksichtigt wurden dabei spezifische Bedürfnisse, Herkunftssprachen und die Lebenssituation von geflüchteten Personen in Kollektivunterkünften. In allen Asylzentren stehen Gesundheitsfachpersonen für Auskünfte und Beratung zur Verfügung. Zudem betreibt die Asyl-Organisation Zürich eine Info-Line (Telefon und WhatsApp) in zwölf Sprachen (stadt-zuerich.ch/aoz/de/index/integration/erstinformation/hotline.html).

II. Mitteilung an die Mitglieder des Kantonsrates und des Regierungsrates sowie an die Gesundheitsdirektion.

Vor dem Regierungsrat Die Staatsschreiberin: Kathrin Arioli

Cited in