12.092
KVG. Teilrevision. Vorübergehende Wiedereinführung der bedarfsabhängigen Zulassung
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (Vorübergehende Wiedereinführung der bedarfsabhängigen Zulassung)
Loi fédérale sur l'assurance-maladie (Réintroduction temporaire de l'admission selon le besoin)
Art. 55a
Antrag der Mehrheit
Abs. 2, 3
Zustimmung zum Beschluss des Nationalrates
Antrag der Minderheit
(Gutzwiller, Bischofberger, Eberle, Graber Konrad, Keller-Sutter, Kuprecht)
Abs. 2
Festhalten
Art. 55a
Proposition de la majorité
Al. 2, 3
Adhérer à la décision du Conseil national
Proposition de la minorité
(Gutzwiller, Bischofberger, Eberle, Graber Konrad, Keller-Sutter, Kuprecht)
Al. 2
Maintenir
Egerszegi-Obrist Christine · Mit-F · Ständerat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Bei diesem Geschäft besteht immer noch eine Differenz. Die Kommission hat sich vor einer Stunde zur Beratung getroffen.
Angesichts der Tatsache, dass der Nationalrat an seiner Fassung wieder mit beträchtlichem Mehr festgehalten hat, hat sich die Kommission bei Artikel 55a Absatz 2 mit Stichentscheid der Präsidentin dem Nationalrat angeschlossen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass auch mit einer Frist von drei Jahren die Personenfreizügigkeit geritzt wird. Aber angesichts der Tatsache, dass die Verhältnismässigkeit trotzdem gewahrt wird - es sind nur wenige Kantone, die dringend auf einen solchen Beschluss angewiesen sind, also nicht alle Kantone, das heisst nicht die ganze Schweiz -, konnten wir uns, ohne grosse Begeisterung, dem Nationalrat anschliessen. Das heisst, neu ist kein Bedürfnisnachweis erforderlich für Personen, welche mindestens drei Jahre an einer anerkannten schweizerischen Weiterbildungsstätte gearbeitet haben. Alle anderen Bedingungen fallen weg.
Gutzwiller Felix · Mit-M · Ständerat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion
In aller Kürze, weil Sie das Geschäft jetzt ja schon bestens kennen: Es entbehrt nicht der Ironie, dass ich Ihnen jetzt in der Schlussphase den bundesrätlichen Entwurf nahelegen darf, nachdem ich immer gegen dieses Konzept war. Wir sagen: Wenn schon, dann ist die bundesrätliche Variante zumindest etwas weniger schlimm. Schlimm bleibt an der nationalrätlichen Version, dass sie, wie wir in diesem Saal schon verschiedentlich dargestellt haben, doch eine indirekte Diskriminierung enthält. Zwar verlangt sie nicht mehr, dass man fünf Jahre an einer schweizerischen Institution gearbeitet haben muss, sondern nur noch drei Jahre, aber das ändert natürlich nichts am Prinzip, dass es sich hier anerkanntermassen um eine indirekte Diskriminierung von ausländischen Kollegen handelt.
In dieser Variante ist jetzt eigentlich klar, dass nur noch Schweizer Spezialistinnen und Spezialisten vom Bedürfnisnachweis ausgenommen sind, die während fünf Jahren ihren Titel als Spezialärzte gemacht und dabei drei Jahre an schweizerischen Institutionen gearbeitet haben. Es bleibt aber nach wie vor skurril, dass ein Schweizer Arzt, der hier studiert hat, aber sein Studium in Deutschland abgeschlossen hat, mit dieser Formulierung auch dem Bedürfnisnachweis unterstellt würde. Mein Eindruck ist: Wenn das schon sein muss, dann ist die Fassung des Bundesrates wenigstens etwas diskriminierungsfreier.
Noch eine Bemerkung: Es wurde im Nationalrat gesagt, man habe zwei Gutachten zu dieser Frage eingeholt, und das eine laute so, das andere anders. Man muss allerdings sagen, dass das eine Gutachten klar besagt, dass es sich um eine Diskriminierung handelt. Das andere Gutachten hält zwar fest, man könne das mit der Frist von fünf oder drei Jahren allenfalls machen, nur kommt der Gutachter - das hat man völlig übersehen - zum Hauptschluss, dass die Wiedereinführung eines Bedürfnisnachweises für selbstständig tätige Fachärzte mit dem Freizügigkeitsabkommen nicht vereinbar sei. Das ist natürlich die noch wichtigere Aussage als die Aussage, dass man im Prinzip nicht diskriminiert, wenn man fünf oder drei Jahre Weiterbildung voraussetzt.
Zusammengefasst: Wenn Sie diese Lösung für die drei oder vier Kantone, die glauben, dieses Instrument zu benötigen, wirklich wollen, dann stimmen Sie wenigstens der Fassung des Bundesrates zu, weil sie doch etwas diskriminierungsfreier ist.
Stöckli Hans · Mit-M · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion
Das Votum von Herrn Kollege Gutzwiller erstaunt schon etwas. Wenn man dagegen ist, dass die Kantone die Möglichkeit haben, diese Bedürfnisklausel anzuwenden, und man auch gegen eine Erleichterung der Vorschriften ist, besteht Bedarf nach einer Erklärung, die Sie, Herr Gutzwiller, heute nicht geliefert haben.
Die Lösung, die der Nationalrat mit grosser Mehrheit angenommen hat, ist zweifellos ein Kompromiss, den wir unterstützen können. Er nimmt Rücksicht auf die Bemerkungen, die von eminenten Juristen gemacht wurden. Insbesondere ist diese Lösung beim Abschätzen der Verhältnismässigkeit ganz klar besser, als wenn man die Regelung mit fünf Jahren aufrechterhält, denn durch die Berücksichtigung des öffentlichen Interesses und der Verhältnismässigkeit ist klar eine Einschränkung vorgesehen. Wir dürfen dieser Variante hier umso mehr zustimmen, als damit keine indirekte Verletzung der Freizügigkeitsabkommen erfolgt, da die Gutachter - und das ist ein ganz entscheidendes Moment - nicht davon ausgegangen sind, dass es eine Kann-Vorschrift ist, dass nicht alle Kantone sie anwenden, sondern nur ganz wenige, vielleicht zwei oder drei. Dementsprechend glaube ich, dass die vom Nationalrat klar angenommene Lösung dem Aspekt der Verhältnismässigkeit am besten Rechnung trägt.
Ich ersuche Sie, der Mehrheit zuzustimmen und diese Differenz mit dem Nationalrat zu bereinigen.
Maury Pasquier Liliane · Mit-F · Ständerat · Genf · Sozialdemokratische Fraktion
Vous me permettrez peut-être, à ce stade des débats, de vous donner quelques nouvelles du front, en l'occurrence les derniers chiffres émanant du canton de Genève, dont nous avons beaucoup parlé la semaine dernière, lors du débat du 5 juin 2013, qui nous a vus finalement prendre des décisions contraires à celles du Conseil national.
Les nouvelles du front ne sont pas bonnes dans la mesure où le nombre de demandes de droit de pratique à la fin du mois de mai de cette année a continué d'augmenter dans le canton de Genève, pour des médecins qui ne travaillent pas dans des établissements genevois ou suisses et qui sont domiciliés à l'étranger. C'est maintenant plus d'un tiers des demandes qui émanent de médecins domiciliés à l'étranger.
Encore une fois, il ne s'agit pas d'établir une discrimination, mais de permettre à des médecins de travailler, quand nous avons besoin d'eux, dans de bonnes conditions et en connaissant le terrain suisse. Les maladies sont les mêmes, mais le système de santé, vous le savez, a bien des particularités qu'il serait très utile pour les médecins et autres personnels de santé de bien connaître lorsqu'ils s'installent. Cette urgence non seulement continue d'être présente dans mon canton, mais elle augmente, la pression étant encore plus grande.
Pour ces raisons, aussi bien sur cette divergence que sur la deuxième, je vous invite très fermement à vous rallier au Conseil national et à adopter ce projet.
Berset Alain · BR-M · Bundesrat · Freiburg
J'aimerais tout d'abord vous rappeler qu'il est très important pour le Conseil fédéral que nous puissions donner aux cantons qui ont aujourd'hui des difficultés avec le nombre de médecins qui souhaitent s'installer, la possibilité d'agir. Avec la proposition de la majorité comme avec celle de la minorité de votre commission, dans le fond, on poursuit ce but: permettre aux cantons qui souhaitent agir, dans une vision très fédéraliste de l'installation des médecins sur le territoire, d'agir et permettre à ceux qui ne souhaitent rien faire de ne rien faire. Il appartiendra ensuite aux cantons, en fonction de la réalité du terrain, des spécificités locales et régionales, d'agir ou de ne pas agir.
La différence entre la majorité et la minorité de la commission tient en fait aux exceptions qui peuvent être posées pour la limitation de l'admission. Dans la version du Conseil fédéral et de la minorité de la commission, il est prévu des exceptions qui sont liées au type de spécialité, tandis que pour la majorité, qui a suivi en cela le Conseil national, il est prévu de poser des exceptions en fonction du temps passé dans un établissement suisse de formation reconnu. Dans les deux cas, il y a avec cela des exceptions qui sont possibles mais qui ne sont pas de même nature.
Dans le cadre des travaux parlementaires, nous avons pu, avec l'Office fédéral de la justice et le Département fédéral des affaires étrangères, analyser ces différentes versions. Nous arrivons à la conclusion que celle retenue par la majorité pose une discrimination indirecte impossible, ou du moins très difficile à justifier eu égard à l'Accord sur la libre circulation des personnes.
C'est la raison pour laquelle je vous invite, au nom du Conseil fédéral, à suivre la minorité de votre commission.
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
Le président (Lombardi Filippo, président): J'ai une remarque à formuler: Madame Maury Pasquier a parlé d'une deuxième divergence où il y aurait une deuxième proposition de minorité. Mais ce n'est pas le cas, parce que aucune deuxième proposition de minorité n'a été déposée. Nous ne procéderons donc qu'à un seul vote.
Egerszegi-Obrist Christine · Mit-F · Ständerat · Aargau · FDP-Liberale Fraktion
Das ist so. Bei Absatz 3, Sie erinnern sich, hat Kollege Bieri darauf hingewiesen, dass die Formulierung sprachlich nicht in Ordnung sei und dass hier der Nationalrat noch einmal über die Bücher gehen müsse. Das hat er gemacht und die Fassung des Bundesrates ergänzt. Es gab in der Kommission nochmals eine Diskussion. Schlussendlich hat sich die Kommission dort dem Beschluss des Nationalrates angeschlossen.
Lombardi Filippo · P-M · Ständerat · Tessin · Fraktion CVP-EVP
Abstimmung - Vote
Für den Antrag der Mehrheit ... 27 Stimmen
Für den Antrag der Minderheit ... 16 Stimmen