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Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte politisch exponierter Personen. Bundesgesetz

30857 · Amtliches Bulletin

Dated Jun 17, 2010

https://lexipedia.io/en/docs/ch/ab-bo-bu/30857/de/ruckerstattung-unrechtmassig-erworbener-vermogenswerte-politisch-exponierter-personen-bundesgesetz

Retrieved on Sep 7, 2026

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Parliamentary business: Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte politisch exponierter Personen. Bundesgesetz (10.039)

10.039

Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte politisch exponierter Personen. Bundesgesetz

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Mit dem Entwurf zu einem Bundesgesetz über die Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte politisch exponierter Personen (RuVG) wird vier parlamentarischen Vorstössen Rechnung getragen, die 2007 eingereicht wurden. Für das EDA und den Bundesrat war klar, dass für Rechtshilfefälle, die mit dem geltenden Recht nicht gelöst werden können, ein neues Verwaltungsgesetz erforderlich ist. Diese Gesetzesanpassung entspricht auch dem Wunsch der höchsten Gerichtsbehörden der Schweiz. In einem Entscheid im Fall Duvalier war das Bundesgericht am 12. Januar 2010 zur Auffassung gelangt, dass die geltenden Kriterien für die Gewährung von Rechtshilfe in diesen Fällen zu streng sind. Das Bundesgericht hat deswegen den Gesetzgeber ausdrücklich eingeladen, tätig zu werden und die erforderlichen Anpassungen und Verbesserungen an der heutigen Gesetzgebung vorzunehmen.

Der Bundesrat wollte die schon laufenden Gesetzgebungsarbeiten rasch zu einem Ende bringen und hat deswegen diesen Entwurf schon am 23. Februar 2010 bei Kantonen, politischen Parteien und Verbänden in die Vernehmlassung gegeben. Die Vernehmlassung wurde bereits am 16. April abgeschlossen. Der überwiegende Teil der Vernehmlassungsteilnehmer, nämlich 52 von 54, hat die Vorlage gutgeheissen.

Das hohe Tempo ist an sich verständlich; es hat aber dazu geführt, dass eine seriöse Vorbereitung auf dieses Geschäft vor der Behandlung in der Kommission für Rechtsfragen recht schwierig war. Deshalb sollte sich der Zweitrat die Zeit nehmen, genau zu prüfen, ob alle unsere Entscheide wirklich der Weisheit letzter Schluss sind.

Das RuVG kommt nach dem Scheitern eines Rechtshilfeverfahrens zwischen der Schweiz und dem ersuchenden Staat subsidiär zur Anwendung. Es ermöglicht die befristete Blockierung von Vermögenswerten in der Schweiz. Der Bundesrat hat dies, gestützt auf Artikel 184 Absatz 3 der Bundesverfassung, bis anhin schon mehrmals gemacht. Es besteht das Bestreben, dass solche verfassungsunmittelbaren Verordnungen, wenn sie mehrmals gebraucht werden, eine formell-gesetzliche Grundlage finden.

Das wäre nun mit diesem Gesetz der Fall. Das Gesetz übernimmt fast wörtlich die Definition der politisch exponierten Personen und ihres Umfelds nach bestehendem Schweizer Recht. Sie entspricht den Definitionen, die in den drei Geldwäschereiverordnungen der Finma enthalten sind. Auch das Versagen staatlicher Strukturen, welches das Merkmal eines "failing state" ist, entspricht der Definition, die im Schweizer Recht schon bekannt ist. Sie wurde aus dem Römer Statut des Internationalen Strafgerichtshofs übernommen, welcher in ähnlichen Situationen tätig werden kann. Sind die Bedingungen erfüllt, erlaubt das RuVG die Einziehung der Vermögenswerte.

Das ist das Kernstück dieser Vorlage, denn das konnte der Bundesrat bis anhin nicht tun. Die Einziehung erfolgt aufgrund der Vermutung der Unrechtmässigkeit der fraglichen Vermögenswerte. Dies ist der Fall, wenn das Vermögen der betreffenden politisch exponierten Person ausserordentlich stark angestiegen ist und der Korruptionsgrad im betreffenden Land anerkanntermassen hoch ist.

Artikel 7 dieses Gesetzes schützt die Rechte gutgläubiger Dritter und Behörden. Schliesslich führt das RuVG den Grundsatz der Rückerstattung dieser Vermögenswerte klar ein. Die Vermögenswerte, die eingezogen werden und damit eigentlich dem schweizerischen Staat gehören würden, müssen nach diesem Gesetz an die betroffenen Staaten zurückgezahlt werden.

Das vorgeschlagene Gesetz wurde vom EDA in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern, die von dieser Thematik betroffen sind, erarbeitet. In den Fällen Mobutu und Duvalier hatte es die Schweiz mit schwachen Staaten zu tun. Es war nicht möglich zu erreichen, dass diese Staaten Rechtshilfeersuchen stellten. Es wurden Gerichtsurteile erwogen, und man sah sich in der Situation, die Gelder deblockieren zu müssen, worauf der Bundesrat, gestützt auf die Verfassung, sie erneut blockierte. Das ist aber keine Lösung von Dauer. Eine Verwaltungsbehörde kann wegen der Eigentumsgarantie von Artikel 26 der Bundesverfassung Eigentum nicht wegnehmen. Diese Lücke im schweizerischen Abwehrdispositiv soll geschlossen werden. Da die Rechtshilfe in diesen Fällen nicht helfen kann, muss etwas Neues her: Das ist eben dieses RuVG.

Ihre Kommission beantragt Ihnen, auf die Vorlage einzutreten und sie mit wenigen Änderungen zu verabschieden.

Calmy-Rey Micheline · BR-F · Bundesrat · Genf

Nous parlons aujourd'hui de fonds mal acquis, de fonds que des personnes politiquement exposées soustraient à leur population; nous parlons aussi de développement, puisque l'enjeu du recouvrement des avoirs volés est indissociable de celui du développement, car ce sont souvent les pays les plus pauvres qui sont le plus gravement victimes de personnes corrompues qui les volent. Chaque fois que des fonds publics sont détournés ou que des pots-de-vin sont versés, ce sont des infrastructures qui ne sont pas construites ou des personnes qui ne peuvent pas être soignées.

Le projet de loi sur la restitution des avoirs illicites est nécessaire. Une fois entrée en vigueur, cette loi éliminera le risque de voir de nouveaux cas, comme celui des avoirs Mobutu, se reproduire. Elle permettra en outre de résoudre le cas des avoirs Duvalier, grâce à sa disposition transitoire. Concrètement, cette loi vise à préserver et à améliorer la réputation de la place financière suisse. Nous avons en effet constaté que certains cas d'avoirs illicites ne peuvent être résolus dans le seul cadre de l'entraide judiciaire et qu'ils durent ensuite des années. La loi sur la restitution des avoirs illicites met un terme à cette situation insatisfaisante. Elle comble une lacune dans notre ordre juridique. J'en veux pour preuve tant les différentes interventions parlementaires qui ont été déposées au sujet des avoirs illicites que le récent jugement rendu par le Tribunal fédéral dans l'affaire Duvalier. Le Tribunal fédéral a en effet jugé que les conditions posées par l'entraide pénale "apparaissent trop strictes pour ce genre d'affaires".

Concrètement, le projet prévoit trois outils en matière de restitution des fonds d'origine illicite. Il s'agit tout d'abord du blocage. Le Conseil fédéral peut bloquer de tels avoirs lorsque aucune solution ne peut être trouvée dans le cadre de l'entraide judiciaire, en cas de situation de défaillance de l'Etat auteur de la demande. Le Conseil fédéral n'a ainsi plus besoin de recourir à la Constitution pour bloquer ces fonds.

Il sera désormais possible non seulement de bloquer les fonds, mais encore de les confisquer. C'est le deuxième instrument, celui de la confiscation. La loi sur la restitution des avoirs illicites institue une présomption d'illicéité des avoirs dans le cas où l'enrichissement des personnes politiquement exposées serait manifestement exorbitant ou lorsque la corruption est notoire dans l'Etat d'origine. Si l'origine licite des avoirs n'est pas démontrée par l'ayant droit, ils peuvent alors être confisqués.

Le troisième outil est celui de la restitution. La loi contient des lignes directrices concernant la restitution des valeurs patrimoniales confisquées au profit de l'Etat victime. Il est prévu que la restitution puisse se faire par l'entremise de différents mécanismes par le truchement d'organisations internationales ou d'organisations non gouvernementales. L'objectif de la restitution est d'améliorer les conditions de vie de la population de l'Etat d'origine et de lutter contre l'impunité, selon l'amendement voulu par la Commission des affaires juridiques de votre conseil et que le Conseil fédéral accepte.

Je tiens encore à souligner que ce projet de loi confirmera aussi le rôle de pionnier de la Suisse en matière de restitution des avoirs d'origine illicite. Cette visibilité de la Suisse, ainsi que son rôle de leader constituent des acquis qu'il convient d'assurer et de consolider. La loi va dans ce sens.

La nécessité de cette loi me paraît donc reconnue et je me réjouis d'entamer la discussion sur son contenu même.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen

L'entrée en matière est décidée sans opposition

Bundesgesetz über die Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte politisch exponierter Personen

Loi fédérale sur la restitution des valeurs patrimoniales d'origine illicite de personnes politiquement exposées

Detailberatung - Discussion par article

Titel und Ingress

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Titre et préambule

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Angenommen - Adopté

Art. 1

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

In der Kommission wurde der Antrag gestellt, dass die Möglichkeit bestehen soll, Vermögenswerte auch ohne Gesuch um internationale Rechtshilfe zu sperren, einzuziehen oder zurückzuerstatten, wenn ein internationales Rechtshilfeersuchen zu keinem Ergebnis führt oder nicht zustande kommt. Es sei ein Widerspruch, ein Rechtshilfegesuch von einem Staat vorauszusetzen, der nicht mehr funktioniert.

Die Kommission hat die Verwaltung aufgefordert darzulegen, weshalb der Entwurf diesen Fall nicht vorsieht. Ich lese die Stellungnahme zuhanden des Amtlichen Bulletins vor: "Die internationalen Strafgerichte sind für schwerste Verbrechen wie Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zuständig. Sie müssen manchmal Verfahren mit Ländern führen, deren staatliche Strukturen im Sinne des RuVG versagt haben (z. B. Sierra Leone, Rwanda, Kambodscha). Diese Gerichte können die Vertragsstaaten auffordern, Rechtshilfe zu leisten - nicht nur im Bereich schwerster Gewaltverbrechen - und vorsorgliche Massnahmen zu treffen, die bis zur Einziehung der Gelder und ihrer Zuweisung an die Gerichte gehen können. Dies ist beispielsweise beim Internationalen Strafgerichtshof der Fall. Die internationalen Gerichtsbehörden verfügen immer über eigene Strukturen, eigenes Personal und eigene Ermittlungsmittel. Sie sind daher nicht von den Staaten abhängig, in denen sie ihre Aufgaben wahrnehmen müssen oder von denen sie Informationen oder Beweise anfordern. Selbst wenn die Schweiz bei einem Versagen der staatlichen Strukturen eines solchen Landes mit einem Rechtshilfegesuch eines internationalen Gerichts befasst würde, könnte dieses die allfälligen Unterlassungen des gescheiterten Staats durch seine eigenen Kapazitäten wettmachen. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, dass die Schweiz bei einem Rechtshilfegesuch eines internationalen Gerichtes wegen des Versagens staatlicher Strukturen in einem Drittstaat nicht mit dem Gericht zusammenarbeiten könnte. Dass die Strukturen einer internationalen Organisation versagen, kann ausgeschlossen werden."

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Angenommen - Adopté

Art. 2

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Hier stellte sich die Frage, ob die Schweiz von sich aus ein Rechtshilfeverfahren initiieren und Vermögenswerte vorläufig sicherstellen kann. Das Gesetz regelt nicht den Fall, in dem die Schweiz Gesuchstellerin ist, sondern den Fall, in welchem ein Gesuch um Rechtshilfe an die Schweiz gestellt wird. So war es auch in den geschilderten Fällen. Würde die Schweiz als Gesuchstellerin in Erscheinung treten, würden sich verschiedene Probleme stellen, etwa das Problem der Immunität, und man könnte der Schweiz vorwerfen, das Universalitätsprinzip anzuwenden und sich anzumassen, ausländische Gelder zu beschlagnahmen, bezüglich derer es keine Verfahren gibt. Deshalb beschränkt der Bundesrat das Gesetz auf den Fall, in dem die Schweiz um Rechtshilfe ersucht wird.

Zu Buchstabe d: Diese Formulierung lehnt sich sehr eng an die Verfassung an, auf die man sich bei diesen Blockierungen bisher abstützte. Die Blockierungen fanden im Landesinteresse statt. Das Gesetz stützt sich auch auf den aussenpolitischen Kompetenzartikel der Bundesverfassung, Artikel 54, ab. Es wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht besser von "aussen- und sicherheitspolitischen Interessen der Schweiz" gesprochen werden sollte. Weil diese Formulierung die Voraussetzungen thematisch eher einengt als ausweitet, ist der entsprechende Antrag dann aber zurückgezogen worden. Die Formulierung gemäss Entwurf entspricht eher der bestehenden Praxis und hat den Vorteil, dass die Schweizer Interessen thematisch weiter definiert werden können.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Angenommen - Adopté

Art. 3

Antrag der Kommission

Abs. 1

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Abs. 2

Wird innert zehn Jahren nach Eintritt ...

Art. 3

Proposition de la commission

Al. 1

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Al. 2

... dans un délai de dix ans ...

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

In Absatz 2 schlägt Ihre Kommission eine Verlängerung der Dauer vor, während der die Vermögenswerte gesperrt werden können. Die Formulierung gibt mehr Spielraum. Die Behörden sollen zwar dafür sorgen, dass die Entscheide schnell fallen, allein schon aus Reputationsgründen. Aber es kann eben doch auch der Fall eintreten, dass eine fünfjährige Frist zu kurz ist. Wenn der Bundesrat schneller handelt, so ist das umso besser. Auch wenn die Frist auf zehn Jahre ausgedehnt wird, kann der Bundesrat natürlich schneller reagieren. Eine zehnjährige Frist gibt aber wie gesagt eine gewisse Sicherheit und mehr Spielraum.

Calmy-Rey Micheline · BR-F · Bundesrat · Genf

Le Conseil fédéral, je vous l'ai dit, se satisfait de la proposition de la Commission des affaires juridiques.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Angenommen - Adopté

Art. 4

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Angenommen - Adopté

Art. 5

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

In der Kommission wurde die Frage aufgeworfen, weshalb hier das EFD und nicht das EJPD oder, in gewissen Fällen, das EDA mit der Klage beauftragt werde. Die Rechtsabteilung des EFD hat auf diesem Gebiet jedoch mit Abstand am meisten Erfahrung. Sie ist für alle Verantwortlichkeitsklagen zuständig, und sie hat das nötige Know-how. Aus verfahrensökonomischen Gründen ist diese Lösung gewählt worden.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Angenommen - Adopté

Art. 6

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Bei Absatz 1 lag der Kommission ein Antrag vor, die Voraussetzungen für die Vermutung der Unrechtmässigkeit seien um ein drittes Element zu ergänzen, das mit dem ersten oder zweiten Element kumulativ erfüllt sein müsse, und zwar um die Voraussetzung, dass die politisch exponierte Person Mitglied, Nutzniesserin oder Unterstützerin einer kriminellen Organisation im Sinne des StGB sei. Der Korruptionsgrad müsse nicht zwingend der alleinige Grund sein.

Die Kommission hat den Antrag abgelehnt, weil das neu vorgeschlagene Kriterium einige Fragen aufwerfen würde. In den Fällen Mobutu, Abacha und Duvalier wurde das Kriterium der kriminellen Organisation gewählt, weil es keine anderen Möglichkeiten gab und man einen Behelf haben musste. Wenn dieses Gesetz zum Tragen kommt, wird das aber nicht mehr notwendig sein. Dieses Gesetz hat in erster Linie den Sinn, die Korruption zu bekämpfen, und zur Korruption gehört auch der Diebstahl öffentlicher Gelder. Die Korruption ist heute durch die Uno-Konvention gegen Korruption, die wir ratifiziert haben, definiert. Das Gesetz steht in diesem Zusammenhang; es geht auch um die Umsetzung und Weiterführung dieser Konvention. Die Schwierigkeit, die die Formulierung gemäss Antrag aufwerfen könnte, ist die, dass kein Strafrichter diesen Tatbestand auch tatsächlich untersucht hätte. Der Bundesverwaltungsrichter müsste dann ohne strafrechtliche Untersuchung Strafrecht anwenden. Da stellt sich die Frage, ob er überhaupt die entsprechenden Möglichkeiten hätte. Bundesrat und Mehrheit sind überzeugt, dass man die Leute, die man haben will, mit den beiden Kriterien in den Buchstaben a und b bekommt, denn in den bisherigen Fällen waren diese Elemente immer gegeben; das Korruptionselement ist in einem "failing state" praktisch automatisch gegeben. Dasjenige Element, das es wirklich zu überprüfen gilt, ist dasjenige des grossen Zuwachses des Vermögens, denn es geht darum, Leute zu erfassen, die sich offensichtlich aus der Staatskasse bedient haben.

Ich komme zu Absatz 2. Im Gesetzestext heisst es: "... wenn mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden kann, dass die Vermögenswerte rechtmässig erworben wurden." In der Botschaft ist nur von "nachweisen" die Rede. Es wurde die Frage gestellt, ob die Formulierung "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit" nicht eher zu Verwirrung Anlass gebe; entweder sei der Nachweis erbracht, oder er sei nicht erbracht.

Es bestand die Auswahl zwischen "beweisen" und "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen". "Beweisen" bedeutet Nachweis mit hundertprozentiger Sicherheit. Das heisst, die betroffene Person müsste ihre Bankunterlagen zeigen. Das ist im Kontext praktisch nicht möglich. Deswegen wird der Standard etwas hinuntergesetzt. Wenn beispielsweise jemand wie Herr Mobutu kommt und sagt, er besitze legitimerweise Hunderte von Millionen Dollar, und man ihm nachweisen kann, dass ein Präsidentengehalt 500 000 Dollar pro Jahr beträgt, dann muss er sehr gute Argumente haben, wenn es darum geht zu erklären, woher der Rest des Geldes stammt. Wenn die Gelder illegal erworben sind, dann kann er die rechtmässige Herkunft eben nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen. Die vorgesehene Formulierung reicht also und hilft jenen, die ihre Papiere nicht wirklich vorweisen können.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Angenommen - Adopté

Art. 7

Antrag der Mehrheit

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Recordon)

Bst. abis

abis. an denen ein Geschädigter Rechte gemäss den Artikeln 70ff. StGB geltend machen kann;

Art. 7

Proposition de la majorité

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Recordon)

Let. abis

abis. un lésé peut faire valoir des droits au sens des articles 70ss. CP;

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Artikel 7 ist ein Artikel, über den wir recht intensiv diskutiert haben. Er behandelt die Rechte Dritter. Es handelt sich um eine Bestimmung, die in der Vernehmlassung umstritten war.

Der Bundesrat ist zum Schluss gekommen, dass diese Lösung noch die beste von vielen vorgeschlagenen Lösungen ist. Es geht um die Frage, ob man dem Recht von Einzelpersonen auf Rückerstattung der beschlagnahmten Vermögenswerte höheres Gewicht einräumt als dem Recht der Allgemeinheit. Das ist eine Bestimmung, die möglicherweise im Zweitrat noch einmal vertieft geprüft werden sollte.

Es gibt hier eine Minderheit Recordon. Ich schlage Ihnen vor, dass zuerst Herr Recordon seinen Minderheitsantrag begründet. Dann schiene es mir sinnvoll, dass Frau Bundesrätin Calmy-Rey die Gründe für die Formulierung dieses Artikels vorträgt.

Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion

Comme le rapporteur vient de vous le dire, c'est une disposition qui est assez controversée parce qu'elle met en jeu les droits des tiers. La logique de la loi, qui est compréhensible, souhaitable et que je salue, revient à accorder le bénéfice des fonds essentiellement au pays qui a été vraisemblablement spolié par une personne exposée politiquement, généralement un ancien dirigeant ou une ancienne dirigeante. Néanmoins, on doit prendre en considération les droits individuels de chaque personne qui a pu être plus particulièrement touchée, qui a pu être victime, notamment d'exactions. Il n'est pas rare tout de même que, dans les régimes qui spolient leur peuple, il y ait également des actes extrêmement dommageables, notamment de la torture, éventuellement des disparitions, qui portent une atteinte très grave aux droits individuels. Il peut y avoir des atteintes un peu moins graves mais non négligeables aux droits patrimoniaux des personnes.

Il paraît quand même assez discutable que, lorsque nous procédons à une confiscation, il soit impossible ensuite de dédommager les personnes qui ont subi de tels dommages. Je reconnais que la situation n'est pas simple, d'abord parce que les personnes qui peuvent agir risquent d'épuiser une grande partie, voire la totalité des fonds confisqués, et qu'il ne reste plus rien à redistribuer au pays et surtout à la population du pays concerné.

Il y a aussi le fait - qui a été relevé par certaines organisations non gouvernementales - que les personnes qui peuvent se permettre de trouver une assistance juridique, notamment auprès d'avocats de notre pays, pour faire valoir leurs droits dans ce genre de situation sont d'une certaine façon une petite minorité de privilégiés. Certes, mais tout de même, ce sont des privilégiés parmi les spoliés et les victimes. Ce ne sont pas juste des profiteurs.

Mais je peux concevoir qu'il faille trouver un équilibre entre une vision assez collective de la distribution de ces fonds et, quand même, une vision de la défense individuelle des droits de chacun. De ce point de vue-là, ma proposition de minorité, qui prévoit l'exclusion de la confiscation, est peut-être trop contraignante, mais elle vise à lancer le débat. Je vous rappelle que nous sommes le conseil prioritaire sur ce dossier, qu'il devra être examiné encore une fois, et je pense qu'il serait souhaitable de créer là une situation non pas de divergence - puisque nous sommes le premier conseil - mais qui attire clairement l'attention du Conseil national, quitte à ce que celui-ci trouve peut-être ensuite une solution moyenne permettant de trouver le juste point d'équilibre entre la position des lésés individuels et la position de cet ensemble tout de même assez dilué de lésés collectifs que représente la population de l'Etat concerné.

C'est dans cet esprit que je vous invite à soutenir ma proposition de minorité.

Calmy-Rey Micheline · BR-F · Bundesrat · Genf

Les dispositions de l'article 7 sont probablement les plus difficiles et les plus complexes. Elles ont été abondamment discutées, tant lors des travaux internes d'élaboration de la loi que lors de la consultation.

Vous avez peut-être suivi dans le détail la question de la restitution des fonds Duvalier: nous avons deux victimes du régime Duvalier qui ont obtenu un titre aux Etats-Unis et qui le font maintenant valoir. Il y a donc un risque, dans le cas précis, que tous les fonds bloqués par le Conseil fédéral soient liquidés au profit de deux personnes, qui sont effectivement victimes mais qui ont eu les moyens de se payer les conseils d'avocats genevois qui, comme on le sait, ne travaillent pas gratuitement. (Hilarité) La plupart des vraies victimes n'ont pas les moyens d'entreprendre de telles démarches. Il s'agit de trouver une solution qui assure que le Conseil fédéral puisse atteindre le but visé par cette loi, à savoir la restitution aux populations victimes de l'argent volé par les régimes en place dans les Etats. Et s'il y a des créances de tiers, cela pose évidemment un problème.

La formulation de l'article 7 est une tentative de trouver une solution pour éviter que ces sommes servent à rembourser des créances de tiers. La restriction des droits réels est volontaire. Elle correspond à la pratique développée dans le cadre de la loi fédérale sur l'entraide internationale en matière pénale, et nous sommes arrivés à la conclusion que cette solution est la plus à même d'assurer certains droits - mais pas tous les droits, et surtout pas ceux qui pourraient donner lieu à des abus.

Je vous prie de bien vouloir vous en tenir à la version du Conseil fédéral.

Recordon Luc · Mit-M · Ständerat · Waadt · Grüne Fraktion

Je ne voulais pas reprendre la parole, mais je ne peux pas admettre que le Conseil fédéral laisse entendre qu'il y a de vraies victimes et d'autres victimes. On peut discuter de la légitimité de la mainmise, totale ou partielle, des victimes sur les fonds à restituer, mais on ne peut pas remettre en cause la qualité de victime des personnes qui ont été reconnues comme telles par des tribunaux. De même, il n'est pas très glorieux d'essayer de faire avancer sa cause en glosant de manière populiste sur les honoraires d'avocats, car certes tous ne sont pas bon marché, mais tous ne sont pas chers et tous ne sont pas malintentionnés! C'est tout de même une profession - jusqu'à nouvel avis - relativement honorable et qui sert à la défense précisément des droits des victimes.

Ce qu'il faudrait peut-être comme solution, c'est non pas une exclusion complète des droits à la confiscation lorsqu'il y a des lésés qui ont des droits préférables, mais plutôt une répartition sous la forme d'une indemnité équitable que fixerait le juge en fonction de toutes les circonstances. C'est plutôt dans cette direction qu'il faut se diriger.

J'admets encore une fois que ma proposition est un peu taillée à coups de hache pour cela et j'espère vraiment que le Conseil national trouvera une solution meilleure que ma proposition, mais meilleure aussi que celle du Conseil fédéral.

Calmy-Rey Micheline · BR-F · Bundesrat · Genf

Je l'ai dit, c'est une disposition très complexe, qui n'est pas simple, et le Conseil fédéral prétend avoir trouvé la moins mauvaise solution. Avec la loi sur la restitution des avoirs illicites, on préfère restituer les avoirs au bénéfice de toute une population plutôt que de favoriser un ou deux individus.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 29 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 5 Stimmen

Art. 8

Antrag der Kommission

Ziel der Rückerstattung der eingezogenen Vermögenswerte ist es:

a. die Lebensbedingungen der Bevölkerung im Herkunftsstaat zu verbessern; oder

b. die Rechtstaatlichkeit im Herkunftsland zu stärken und die Straflosigkeit von Verbrechen zu vermeiden.

Art. 8

Proposition de la commission

Les objectifs de la restitution des valeurs patrimoniales confisquées sont les suivantes:

a. améliorer les conditions de vie de la population du pays d'origine; ou

b. renforcer l'Etat de droit dans le pays d'origine et lutter contre l'impunité des criminels.

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Hier führt Ihre Kommission bei der Zielsetzung einen weiteren Punkt an, und zwar die Stärkung der Rechtsstaatlichkeit im Herkunftsland und die Vermeidung von Straflosigkeit der Verbrechen. Sie fügt zwischen den Buchstaben a und b ein "oder" ein, um sicherzustellen, dass die beiden Ziffern nicht kumulativ zu verstehen sind.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Angenommen - Adopté

Art. 9

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Angenommen - Adopté

Art. 10

Antrag der Mehrheit

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Antrag der Minderheit

(Janiak, Berset, Diener, Recordon, Savary)

Abs. 3

Der Bundesrat kann diesen Pauschalbetrag ganz oder teilweise den Finanzintermediären in Rechnung stellen, welche die unrechtmässig erworbenen Vermögenswerte verwaltet haben. Er berücksichtigt deren Beachtung der Sorgfaltspflicht und die mit der Vermögensverwaltung erzielten Gewinne.

Art. 10

Proposition de la majorité

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Proposition de la minorité

(Janiak, Berset, Diener, Recordon, Savary)

Al. 3

Le Conseil fédéral peut facturer une partie ou la totalité de ce montant forfaitaire aux intermédiaires financiers qui se sont occupés de la gestion des valeurs patrimoniales d'origine illicite. Ce faisant, il évalue dans quelle mesure ceux-ci ont respecté le devoir de diligence et tient compte des bénéfices résultant de leur gestion des valeurs patrimoniales.

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Sie sehen auf der Fahne, dass der Minderheitsantrag verlangt, es solle die Möglichkeit geschaffen werden, dass sich die Finanzintermediäre, welche die unrechtmässig erworbenen Vermögenswerte verwaltet und die Sorgfaltspflicht verletzt haben, an den Verfahrenskosten beteiligen müssen. Der Bundesrat hatte über einen solchen Zusatz diskutiert, ihn aber verworfen, weil diese Möglichkeit im geltenden Rechtshilferecht nicht vorgesehen ist.

Diese Begründung genügte der Minderheit nicht. Sie verweist auf die präventiven Effekte, die eine Erweiterung haben könnte. Die Minderheit verweist auch auf die Verlängerung der Frist in Artikel 3, welche die Möglichkeiten der Sperrung von Vermögenswerten erweitert, und auf die Verantwortung der Finanzintermediäre, welche ja durch die öffentlichen Debatten über die infrage stehenden Potentaten sensibilisiert sein sollten.

Die Mehrheit schliesst sich dem Bundesrat an - eben weil diese Möglichkeit im geltenden Rechtshilferecht nicht vorgesehen ist.

Calmy-Rey Micheline · BR-F · Bundesrat · Genf

Cette proposition avait été faite dans le cadre de la consultation, et le Conseil fédéral a finalement décidé de ne pas inclure cette disposition, qui n'existe pas dans le cadre actuel de l'entraide judiciaire, mais qui pourrait évidemment avoir un effet préventif.

Se pose par contre le cas de l'argent déposé par une personne qui n'est pas encore politiquement exposée au moment du début des relations avec un intermédiaire financier, mais qui le deviendrait par la suite et qui s'enrichirait considérablement.

Le Conseil fédéral laisse à votre appréciation le fait d'accepter ou de refuser cette proposition de la minorité. Nous pourrions nous en accommoder.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Abstimmung - Vote

Für den Antrag der Mehrheit ... 22 Stimmen

Für den Antrag der Minderheit ... 14 Stimmen

Art. 11-15

Antrag der Kommission

Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates

Proposition de la commission

Adhérer au projet du Conseil fédéral

Angenommen - Adopté

Janiak Claude · Mit-M · Ständerat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion

Ich möchte Ihnen vor der Gesamtabstimmung noch mitteilen, dass die Kommission dem Gesetzentwurf mit 12 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung zugestimmt hat.

Forster-Vannini Erika · P-F · Ständerat · St. Gallen · Freisinnig-demokratische Fraktion

Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble

Für Annahme des Entwurfes ... 37 Stimmen

(Einstimmigkeit)

(1 Enthaltung)