15.3812, 15.3813, 15.3814
Beschleunigung der Energiewende zur Verminderung der klimatischen und der nuklearen Gefahren / Was ist die nationale und internationale Strategie des Bundesrates zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels? / Mehr Klimaschutz. Die Schweizer Klimapolitik muss vorwärtsmachen
Rossini Stéphane · P-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Rossini Stéphane, président): Dans ce débat d'actualité nous traitons trois interpellations urgentes. Le débat a été demandé par le groupe socialiste, le groupe vert'libéral et le groupe des Verts.
Nordmann Roger · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Il y a beaucoup de bonnes choses dans la politique énergétique suisse. Les grandes lignes de la Stratégie énergétique 2050, débattue actuellement au Conseil des Etats, notamment l'interdiction de nouvelles centrales nucléaires, les objectifs climatiques 2020 que nous avons acceptés, les efforts pour les énergies renouvelables ainsi que les efforts pour l'efficacité, bien qu'insuffisantes, suivent la bonne voie. Il y a par contre, Madame la conseillère fédérale, des choses qui ne vont pas.
Je remercie le Conseil fédéral d'avoir répondu à notre interpellation. Nous sommes satisfaits de la réponse à la deuxième question. Nous vous remercions d'avoir confirmé le fait que le courant vendu hors du système d'encouragement basé sur la rétribution à prix coûtant doit être repris à un tarif correct par les réseaux et d'avoir cité l'importance de la fameuse aide à l'exécution.
S'agissant de la troisième question sur le renforcement des efforts de protection du climat, la réponse n'est pas satisfaisante, mais nous aurons l'occasion d'en discuter plus tard, en détail, après la Conférence de Paris sur le climat, lorsque le Conseil fédéral présentera son message de consultation.
Le Parlement a pris une bonne décision, en refusant de prendre la direction d'une compensation massive à l'étranger des émissions de CO2. Il est dans notre intérêt de réduire en Suisse notre dépendance aux énergies fossiles pour d'évidentes raisons économiques, mais aussi pour montrer aux pays émergents qu'il est dans leur intérêt de réduire leurs propres émissions de CO2.
Enfin, s'agissant de la dernière question, celle relative à la sécurité de la centrale nucléaire de Beznau, j'estime, Madame la conseillère fédérale, que le Conseil fédéral ne prend pas ses responsabilités et se cache derrière des arguties juridiques. Par exemple, il est dit que "le DETEC ne dispose actuellement d'aucun élément établissant que la centrale nucléaire de Beznau ne répond plus aux conditions d'octroi de l'autorisation". Or nous savons tous que la centrale de Beznau est un danger public! Les examens ont mis en évidence de sérieux doutes sur la solidité de l'acier de la cuve du réacteur I, nécessitant un examen de la cuve du réacteur II.
Certains documents sur la fabrication de l'acier de la cuve du réacteur de Beznau I manquent, ce qui ne permet pas de comprendre complètement les problèmes. Le respect des normes en cas de tremblement de terre n'est pas garanti. L'absence de "containment" épais en béton armé à Beznau - à Gösgen et à Leibstadt, c'est ce que vous voyez sous forme de coupole - rendrait la moindre défaillance de la cuve du réacteur dramatique. Le système d'enclenchement des générateurs de secours pose problème et n'est pas certifié. Enfin, l'âge avancé des deux réacteurs de Beznau constitue un facteur aggravant pour tous les risques énoncés ci-dessus.
Cette centrale est la plus vieille du monde. Elle est complètement dépassée. En cas de doutes, la sécurité doit l'emporter, d'autant plus que la centrale de Beznau est située au coeur d'une région extrêmement peuplée avec plus d'un million d'habitants dans un rayon de 30 kilomètres autour de la centrale. Vu l'excédent d'électricité sur le marché suisse et européen, la Suisse n'a absolument pas besoin de Beznau pour assurer son approvisionnement électrique.
Madame la conseillère fédérale, nous vous demandons de retirer l'autorisation d'exploiter cette centrale nucléaire. C'est de la compétence de votre département en vertu des articles 19 et 67 de la loi sur l'énergie nucléaire. Au même titre que vous roulez dans une Tesla, Madame la conseillère fédérale, et pas dans une Trabant de 1969. C'est une question de sécurité publique. De plus, cette centrale est hautement déficitaire, ainsi, la fermer préservera les finances des cantons actionnaires d'Axpo.
Bäumle Martin · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion
Der Klimasommer 2003 ist vergessen, der Klimasommer 2015 wird ignoriert. Die Gletscher schmelzen vor sich hin, und die Politik diskutiert, ob und wie man handeln soll. Folgekosten von direkt bis zu einer Milliarde Franken pro Jahr oder indirekt dem Zwei- bis Fünffachen werden ignoriert. Ich warte noch auf die Forderungen der Landwirtschaft, dass die Ernteausfälle wegen dem Hitzesommer durch die Staatskasse getragen werden sollen.
Das Ganze erinnert an eine Karikatur des "Nebelspalters" aus den Siebzigerjahren, die ich als Kind gesehen habe: Pinguine auf einer Eisscholle diskutieren miteinander, was sie tun sollen, während die Eisscholle nach in Richtung Äquator schwimmt. Sie debattieren, sie debattieren, das Eis schmilzt, irgendwann ist ihre Eisscholle geschmolzen, und sie schwimmen, und sie diskutieren immer noch. Nur ist das etwas schwierig im Wasser.
Die Wissenschaft ist sich einig, dass die Risiken einer massiven Klimaänderung auf unseren Planeten zukommen und dass die Klimagase bzw. das CO2 die Hauptursache dafür darstellen. Ich glaube auch, dass es grundsätzlich nur wenige gibt, die bezweifeln, dass ein Klimawandel auf uns zukommen könnte. Gut, ich gebe zu, ein Drittel des Parlamentes, die Mitglieder einer grösseren Partei, bezweifelt das offenbar immer noch. Es ist mir aber auch klar, dass letztlich die abschliessenden wissenschaftlichen Beweise fehlen. Wir werden in 50 bis 150 Jahren wissen, ob wir richtig lagen, ob die Analysen unserer Wissenschafter vollständig waren und ob der Klimawandel tatsächlich stattgefunden hat. Aber dann ist es eben, wie auf der Eisscholle, zu spät, um zu handeln.
Wir haben das Vorsorgeprinzip in der Verfassung. Eigentlich sind wir uns einig, dass die CO2-Emissionen so weit zu senken sind, dass das Zwei-Grad-Ziel bis 2050 erreicht werden kann bzw. nicht überschritten wird, und das heisst 40 bis 70 Prozent weniger CO2-Emissionen. Gehen wir einmal davon aus, dass der Klimawandel gar nicht so stark sein wird und das Ganze nicht so schlimm ist. Trotzdem wäre unser Handeln für Energieeffizienz und erneuerbare Energien ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Denn es ist eine Chance für unsere Wirtschaft und unser Gewerbe, vor allem bei den Massnahmen im Inland. Es ist also nicht nur eine ökologische Herausforderung, sondern auch eine ökonomische Chance, uns zukunftsfähig zu halten mit Innovation, etwas vom wenigen, was wir in unserem Land haben.
Das heisst, die Energiewende umzusetzen kostet etwas, die Energiewende nicht umzusetzen kostet uns viel mehr.
1. Ausstieg aus der Kernenergie: Fukushima 2011 als Schock, darauf folgte ein klarer Ausstiegsentscheid des Bundesrates und des Parlamentes. Wenn ich aktuell zuhöre, stelle ich fest, dass wir nicht aussteigen, sondern in einen Langzeitbetrieb von Altreaktoren mit zunehmenden Sicherheitsrisiken einsteigen, welche ein Handeln erfordern würden. Doch der Bundesrat und der Ständerat ignorieren die Warnungen der Aufsicht, und wenn man dem Ständerat mit seinen heutigen Entscheiden zum Langzeitsicherheitskonzept zuhört, dann stellt man fest, dass heute die Rendite der Kernkraftwerkbetreiber der Sicherheit klar vorgeht. Diese Debatte hatten wir schon einmal im Flugverkehr, die Folgen kennen wir. Wir hatten sie schon einmal beim Bankenwesen - zu schwache Finma -, die Folgen kennen wir auch. Brauchen wir wirklich noch einen Kernkraftunfall, bis auch der Letzte begriffen hat, dass Safety first nun das Wichtigste ist?
Es ist nun mal so, dass einige hier drin immer noch die Kernenergie als Mittel gegen den Klimawandel anpreisen. Dummerweise sind es dieselben, die den drohenden Klimawandel bestreiten und ignorieren und eigentlich gar nichts gegen den Klimawandel tun wollen. Sie überlassen also die Risiken des Klimawandels genauso den nachfolgenden Generationen wie die Risiken der Kernkraftwerke, die wir schon Jahre tragen, und die Folgekosten. Sie zeigen aber unverblümt ihre Liebe zu den Kernkraftwerken und sagen, damit könne man die CO2-Emissionen bekämpfen.
Was ist zu tun? Das Erste wäre die konsequente Umsetzung der ersten Etappe der Energiewende, und zwar nicht so zögerlich wie heute im Ständerat. Er hat die Effizienzziele gekippt. Er hat die KEV auf fünf Jahre beschränkt. Er will die Wasserkraft subventionieren. Er hat die Ziele bezüglich der erneuerbaren Energien reduziert, er hat die Steuerabzüge gestrichen, und er hat das Langzeitsicherheitskonzept gestrichen. Auch wir waren nicht begeistert von den Regulativen dieser Debatte zur ersten Etappe der Energiewende.
2. Das ernsthafte Lenken und das Vom-Fördern-Wegkommen, das wir gefordert haben, gehen überhaupt nicht voran. Schon eine Graustrom-/Dreckstromabgabe wird bekämpft.
3. Eine wirksame Vorlage für ein Lenkungssystem liegt vom Bundesrat nicht vor, und der Wille, eine solche hierher zu bringen oder im Parlament umzusetzen, ist meiner Ansicht nach weit entfernt.
4. In Paris sind klare Ziele einzufordern, und es ist aktiv voranzugehen, um dieses Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.
Abschliessend: Der Ausstieg aus der Kernenergie ist voranzutreiben. Mit einem Langzeitsicherheitskonzept können die zwei grossen Reaktoren allenfalls bis zu sechzig Jahren betrieben werden. Bei Beznau könnte ein Kompromiss gefunden werden. Ohne dieses Langzeitsicherheitskonzept ist nach fünfzig Jahren auch für die grossen Kernkraftwerke das Ende der Fahnenstange erreicht, und Beznau darf gar nicht mehr hochgefahren werden.
Girod Bastien · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Im Klimaschutz braucht es Taten statt Worte, es braucht konkrete politische Massnahmen statt weiterer Berichte und Studien, es braucht ein beherztes internationales Engagement statt eines Taktierens.
Zuerst aber noch zur Gefahr: Wir haben diesen Sommer wieder, wie auch 2003, einen Hitzesommer erlebt. Ohne Klimaschutz werden solche Hitzesommer in Zukunft in der Schweiz kühlere Sommer sein. Es werden Sommer zum Normalfall, welche wir in der Schweiz noch gar nicht erlebt haben. Wir steuern global und auch in der Schweiz auf das, was die Wissenschaft eine gefährliche Klimaerwärmung nennt, zu. Wir steuern auf eine Klimakatastrophe zu. Die Herausforderung, auch das sagt die Wissenschaft klar, ist klar: Um eine gefährliche Klimaerwärmung zu verhindern, müssen wir die Emissionen so schnell wie möglich reduzieren, nicht etwas reduzieren, wir müssen sie so schnell wie möglich auf null reduzieren, noch innerhalb dieses Jahrhunderts. Deshalb muss es darum gehen, klimafreundliche Technologien, welche keine Treibhausgasemissionen mehr verursachen, zu entwickeln und möglichst rasch zu verbreiten und einzusetzen. Auch die Schweiz muss hier endlich vorwärtsmachen. Statt bei den Klimaverhandlungen in Paris zu taktieren - wir machen nur vorwärts, wenn die anderen auch mitmachen -, erwarte ich von der Schweiz ein beherztes Engagement.
Der Bundesrat schreibt in der Antwort auf unsere Interpellation, er bringe Berichte zum Finanzplatz und zur Klimaunverträglichkeit von Investitionen. Er wolle zudem zusammen mit dem Bafu und den Städten Forschung zu den Folgen der Klimaerwärmung für die Städte machen.
Frau Bundesrätin Leuthard, es ist ja schön, wenn Sie Berichte und Forschung machen, das ist alles gut. Andere Länder machen hier aber schon längst vorwärts. Nehmen wir klimaunverträgliche Investitionen: Andere Länder schauen, dass ihre Pensionskassen nicht mehr in Erdöl investieren. In Paris wird Frankreich konkrete Massnahmen vorlegen. Die Schweiz wird dann ihren Bericht haben, immerhin einen Bericht; das ist aber einfach nichts im Vergleich zu anderen Ländern. Es wäre schön, wenn wir hier vorne dabei wären. Auch bezüglich Anpassungen in den Städten: Da müssen Sie nicht Forschung machen; diese können Sie sich sparen. Es ist schon heute klar, was es braucht. Sie haben heute mit Artikel 1 Absatz 2 des Raumplanungsgesetzes auch die gesetzliche Grundlage, dass es eine angemessene Wohnqualität braucht. Damit können Sie nämlich dafür sorgen, dass es genügend Grünräume gibt. Auch das ist nämlich heute eigentlich bekannt: Um Hitzeinseln zu verhindern, was natürlich in Zukunft noch viel wichtiger sein wird, braucht es mehr Grünräume, und auch da kann man in der Raumplanung etwas machen.
Schliesslich geht es gar nicht, dass man jetzt immer mehr Dinge nicht verursachergerecht finanziert, sondern sich zum Beispiel für die Reduktion von Treibhausgasemissionen einfach bei der Entwicklungshilfe bedient. Es braucht mehr Verursachergerechtigkeit. Die Kosten der Klimaerwärmung müssen über eine Abgabe auf Erdöl gedeckt werden, nur das ist verursachergerecht.
Vor vier und vor acht Jahren war der Klimaschutz bei den Wahlen hoch im Kurs. Bei Wahlen in diesem Jahr ist er es vielleicht nicht, doch in Zukunft wird er immer wieder und immer häufiger in Erinnerung gerufen werden. Es ist besser, wir handeln heute, statt dass wir morgen sagen: "Hätten wir doch ..."
Ich komme noch kurz zu den AKW: Was sich heute der Ständerat geleistet hat, ist skandalös. Er meinte wohl, er sei in einer Verwaltungsratssitzung. Er hat die Eigentümerstrategie mit einer Strategie als Regulator verwechselt. Statt auf das Ensi zu hören, welches klar sagt, nach vierzig Jahren brauche es eine erhöhte Sicherheitsmarge, hat er auf Laisser-faire gesetzt und auf die Axpo gehört, welche anscheinend gesagt hat, dass es für das Abschreiben der Investitionen noch nett wäre, wenn der Ständerat das Ensi-Konzept nicht aufnähme. Das kann es nicht sein! Wir müssen auf die Sicherheit achten, denn es geht da um die ältesten AKW.
In der Schweiz gibt es ein Fukushima-Paradox: Wir haben gesagt, wir müssten wegen der Sicherheit etwas machen, und nun sind wir in der paradoxen Situation, dass wir AKW haben, welche den Sicherheitsanforderungen neuer AKW bei Weitem nicht entsprechen, sondern nur dem, was im Moment gerade der technische Stand bei der Nachrüstung ist. Doch was ist der technische Stand bei der Nachrüstung? Da sagt sich offenbar jemand: "Wir haben die ältesten AKW der Schweiz, wir definieren selber, was der technische Stand ist." Eigentlich definiert ihn das Ensi, aber er liegt weit hinter den Sicherheitsstandards neuer AKW. Das ist das Fukushima-Paradox. Da sollte man konsequenter sein und sagen: Wenn wir die Sicherheit verbessern wollen, müssen wir die AKW auch rechtzeitig abstellen.
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Herr Kollege Girod, jetzt haben Sie am Schluss so klar gesagt, dass neue AKW die Sicherheit verbessern. Mit der Energiestrategie machen wir doch das Gegenteil, indem wir den Druck erhöhen, dass die bestehenden so lange wie möglich laufen.
Girod Bastien · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Sehen Sie, Herr Rösti, neue AKW werden einfach aus ökonomischen Gründen nicht gebaut. Aber es ist so, und dazu stehe ich: Neue AKW sind bezüglich Sicherheitsanforderungen - oder umgekehrt formuliert: Die heutigen AKW sind viel gefährlicher als neueste AKW, denn die Erkenntnisse, die im Laufe des Betriebes der AKW gewonnen wurden, sind bei den AKW, die heute in der Schweiz betrieben werden, nicht berücksichtigt; das ist die paradoxe Situation. Die Wissenschaft weiss, dass man das eigentlich nicht so bauen sollte, dass es so gefährlich ist, deshalb gelten für neue AKW andere Anforderungen - und trotzdem lassen wir unsere AKW ewig weiterlaufen.
Grin Jean-Pierre · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Monsieur Girod, vous parlez de sortie du nucléaire et de diminution des effets du CO2 sur le climat. Mais pensez-vous que les deux éléments sont compatibles? L'Allemagne est en grande partie sortie du nucléaire, mais a réactionné des centrales à charbon, dont le coût s'élève à moins de 1 centime par kilowattheure.
Girod Bastien · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Danke für die Frage. Ich glaube, man darf nicht das Klimaproblem so angehen, dass man neue Probleme schafft. Man muss auch bei den Biofuels usw. schauen, dass nicht neue Umweltprobleme geschaffen werden. Deshalb sind AKW sicher keine Lösung. Zur Situation in Deutschland: Dort haben wir eine ähnliche Situation wie in der Schweiz. In Deutschland ist es einfach die Kohlelobby, die sehr stark ist. Tatsächlich haben wir die paradoxe Situation, dass in Deutschland die Erneuerbaren stark gefördert wurden, aber die Kohlekraftwerke nicht abgestellt werden. Das ist paradox, eigentlich bräuchte es einen CO2-Preis auf Kohle, und dann würde man diese Kraftwerke abstellen. Aber wir sind nicht viel besser in der Schweiz, denn in der Schweiz schaffen wir es auch nicht, die uralten AKW abzustellen.
Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion
Monsieur Girod, savez-vous que Monsieur Rösti est président de Swissnuclear?
Girod Bastien · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Ja, das habe ich gewusst. Haben Sie "Präsident" gesagt? Dass er Präsident ist, wusste ich nicht, aber dass er Mitglied ist, wusste ich.
Wasserfallen Christian · Mit-M · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion
Herr Girod, ich mag Ihnen diese Wahlkampfdebatte ja gönnen, aber eigentlich führen wir eine Klimadebatte, und Sie reden nur über Kernkraftwerke. Gerade vorhin haben Sie auch noch das Beispiel Deutschland gebracht. Ist Ihnen bewusst, dass Deutschland bei der Fotovoltaik zwar schon zugebaut hat, dass der Rest aber durch Steinkohle gemacht wird? Das heisst, in Deutschland sind der CO2-Ausstoss und damit die Klimagasbelastung im Strombereich seit dem Ausstiegsentscheid signifikant gestiegen.
Girod Bastien · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Zwei Punkte: Erstens haben Sie mir nicht sehr aufmerksam zugehört. Ich habe genau auf die Uhr geschaut: Ich habe insgesamt etwa 5 Minuten gesprochen und nach 3,5 Minuten vom Thema "Klima" zum Thema "Beznau" gewechselt. Also habe ich während des grösseren Teils dieser Zeit zum Klima gesprochen; aber beide Themen sind wichtig.
Zweitens zu Ihrer Frage wegen Deutschland: In Deutschland besteht tatsächlich diese paradoxe Situation - das habe ich schon Herrn Grin gesagt -, dass man einerseits in die Erneuerbaren investiert hat und dass andererseits die Kohlelobby so stark war, dass sie ihre Bedingungen verbessert hat, damit sie auch weiterproduzieren kann. Das kann es natürlich nicht sein. Aber man muss natürlich sehen, dass Deutschland bezüglich erneuerbarer Energien und vor allem bezüglich Windenergie etwas geleistet hat, was über Deutschland hinausgeht, denn die Lernkurve ist heruntergebracht worden. Als Deutschland mit der Förderung der erneuerbaren Energien begann, waren wir bei mehr als 1 Euro pro Kilowattstunde; heute sind wir etwa bei 15 Cent. Das haben wir auch Deutschland zu verdanken. Es führt dazu, dass Solarstrom eigentlich in vielen Ländern bereits günstiger wäre als Strom aus fossilen Energieträgern, wenn die Fossilen in diesen Ländern nicht subventioniert würden.
Frau Vizepräsidentin, Ihr Kollege hat eine so komplexe Frage gestellt, dass ich etwas ausholen musste.
Markwalder Christa · 1VP-F · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion
Präsidentin (Markwalder Christa, erste Vizepräsidentin): Herr Girod, ich habe bereits heute Vormittag das Geschäftsreglement vorgelesen und daran erinnert, dass auch die Antworten kurz und knapp ausfallen sollen. (Zwischenruf Girod: Wie kurz?) Für eine kurze Frage erhält nun Herr Daniel Fässler das Wort.
Fässler Daniel · Mit-M · Nationalrat · Appenzell I.-Rh. · Fraktion CVP-EVP
Herr Kollege Girod, meine Frage können Sie ganz kurz mit Ja oder Nein beantworten, sie schliesst an die Frage von Kollege Wasserfallen an. Traktandiert ist eine aktuelle Debatte über die Klimapolitik, und Sie haben doch einen wesentlichen Teil Ihres Votums dazu verwendet, die Politik des Ständerates, die Beratung des Ständerates zur Energiestrategie 2050 zu schelten. Finden Sie das angebracht?
Girod Bastien · Mit-M · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion
Herr Fässler, ich glaube, Sie sind nicht ganz korrekt informiert. Denn wenn Sie die Interpellation der SP-Fraktion anschauen, sehen Sie, dass dort auch aufgrund des Titels klar ist, dass es nicht nur um Klima, sondern auch um AKW geht. Es war tatsächlich so, dass ich zuerst nur auf das Thema "Klima" vorbereitet war, aber dann habe ich gesehen, dass meine Vorredner auch zum Thema "nuklear" etwas sagen, worauf ich die Gelegenheit genutzt habe, auch dazu etwas zu sagen.
Schilliger Peter · Mit-M · Nationalrat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion
Die aktuelle Debatte streift Themen der Energiestrategie und der Klimapolitik. Sie kommt mir aber nach den Voten der Interpellanten ein bisschen so vor wie eine Art Zwischenbühne zwischen der Beratung der Energiestrategie hier im Parlament und des Doha- oder in zweiter Stufe des Kyoto-Abkommens, die wir dann auch beraten können.
Was sind die Anliegen der Interpellanten ausserhalb der Energiestrategie 2050? Da gehe ich auf die Forderung ein, dass der Bundesrat den sofortigen Entzug der Betriebsbewilligung für Beznau vollziehen soll. Der Bundesrat nimmt in der Antwort zur Interpellation 15.3812 die richtige Haltung ein: Das Ensi ist zuständig, die Überwachung ist da, die Betriebsbewilligung wird entsprechend auch erteilt, Sicherheitsstandards stehen. Spekulationen über den Zustand können und dürfen in dieser Hinsicht also nicht Taktgeber zu einem möglichen Entzug einer Betriebsbewilligung sein.
Auf Fragen der KEV, wie sie zum Teil auch aufgegriffen wird, gehe ich nicht weiter ein.
Wir haben kürzlich hier im Rat über die Klimapolitik beraten, als es um die Ratifizierung des Doha-Abkommens ging. Die zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verpflichtet uns, bis im Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen - vor allem CO2-Gase - um 20 Prozent zu reduzieren. Wir konnten feststellen, dass in der ersten Phase die Ziele erreicht wurden, in einer kleinen Zwischenphase dann aber nur noch eine geringere Reduktion vorhanden war, um dann trotzdem feststellen zu können, dass die Zielsetzung bis im Jahr 2020 erfüllt werden sollte.
Der heisse Sommer zwingt uns nun diese Debatte auf, um darüber zu diskutieren, was dann noch zu machen wäre. Mit der Motion 15.3382 hatten wir zu Beginn dieser Session einen Vorstoss aus unseren Reihen, aus der FDP-Liberalen Fraktion, auf dem Tisch, der bezweckte, dass mindestens 50 Prozent der Zertifikate auch im Ausland gekauft werden können. Unser Rat, vor allem diese Seite der Interpellanten, lehnte diese Motion ab. Wenn man aber bedenkt, dass in der Schweiz die Kompensation für eine Tonne CO2 60 bis 160 Franken kosten kann und man im Ausland solche Kompensationsgeschäfte irgendwo bei plus oder minus einem Franken tätigen könnte, muss man sich die Frage der Interpellanten, ob in der Schweiz nicht mehr zu leisten ist, schon nochmals durch den Kopf gehen lassen.
Klimapolitik ist doch globale Politik, es ist doch ein globales Problem. Klimapolitik und die CO2-Belastung kennen keine Grenzen. Bei dieser Betrachtung muss man doch den Nutzen des Frankens ins Zentrum stellen: Wo kann ich mit Investitionen im Klimabereich die beste Wirkung erzielen? Es erstaunt mich schon etwas, dass ausgerechnet die Seite der Interpellanten die Motion 15.3382 in der Gesamtbetrachtung abgelehnt hat, nun Forderungen auf den Tisch legt und erklärt, man mache in der Schweiz zu wenig, man sei zu wenig entschlossen unterwegs, um die Ziele zu erreichen. Gerne verweise ich ein weiteres Mal auf den wichtigsten Faktor bei der Kompensation von CO2: Es sind die Abkommen, welche die Energieagentur der Wirtschaft umsetzt. Laut ihrem Tätigkeitsbericht - ich habe ihn kürzlich erhalten - waren über 3400 Teilnehmer in diesem Programm. Es gibt da eine Reduktion um 139 000 Tonnen CO2, 900 000 Megawattstunden Energie werden eingespart, und das mit einer Investition, die wirklich die Wirtschaft tätigt. Auch dazu können im Bericht löbliche Feststellungen gemacht werden.
Die FDP-Liberale Fraktion wehrt sich gegen einen vorschnellen Aktivismus und wehrt sich gegen zusätzliche Aufwendungen der Wirtschaft. Die Wirtschaft leistet ihren Teil. Bitte seien Sie da gradlinig genug!
Böhni Thomas · Mit-M · Nationalrat · Thurgau · Grünliberale Fraktion
Herr Schilliger, Sie haben uns erklärt, dass man im Ausland die Tonne CO2 wesentlich günstiger kompensieren kann. Als Gewerbevertreter frage ich Sie jetzt: Es gibt ja auch sonst Möglichkeiten, im Ausland günstiger einzukaufen. Sie plädieren ja sehr dafür, dass die Schweizerinnen und Schweizer im Inland einkaufen. Also, wenn ich Sie jetzt höre, dass die Tonne CO2 im Ausland wesentlich günstiger kompensiert werden kann und dass man das deshalb im Ausland tun soll, verstehe ich das nicht ganz. Meine Frage: Wieso empfehlen Sie den Leuten, im Inland zu kaufen, und propagieren dann selber, im Ausland zu kaufen?
Schilliger Peter · Mit-M · Nationalrat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion
Selbstverständlich gilt es immer, auch die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz im Auge zu behalten. Es herrscht ein Wettbewerb, beim Einkauf wie beim Verkauf. Wir reduzieren unsere Leistungen ja auch nicht nur auf die Schweiz, sondern verkaufen auch ins Ausland. Wir sind also im Wettbewerb, in einem internationalen Wettbewerb, und dort gilt es, eine Gesamtgüterabwägung zu machen. Ich leiste meinen Teil in der Schweiz, Sie dürfen davon überzeugt sein.
Nussbaumer Eric · Mit-M · Nationalrat · Basel-Landschaft · Sozialdemokratische Fraktion
Herr Kollege Schilliger, Sie haben Ihr Votum mit der Aussage beendet, die Wirtschaft leiste ihren Teil zum Klimaschutz. Können Sie über diesen Satz noch einmal reflektieren und vielleicht dem Plenum erklären, wie Sie das im Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen bezüglich der Beitragsleistung zum Klimaschutz bei VW sehen?
Schilliger Peter · Mit-M · Nationalrat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion
Selbstverständlich bin ich nicht der Fürsprecher für falsche Deklarationen, überhaupt nicht. Ich erwarte von allen Teilnehmern dieses Wettbewerbes, dieser Wirtschaft, dass sie sich ehrlich und korrekt mit Zahlen auseinandersetzen und einen korrekten Job machen. Ich habe kein Verständnis für dieses Fehlverhalten von VW, das unterstütze ich in keinster Weise.
Knecht Hansjörg · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Der vergangene Sommer befeuerte wieder einmal die Diskussion, dass der Menschheit bald der Hitzetod drohe, wenn wir ihr nicht eine radikale CO2-Diät verordnen. Nahtlos damit einhergehend sind auch die vom Bundesrat vorgestellten neuen Ziele der Klimapolitik. Bereits mit der letzten Änderung des Kyoto-Protokolls verpflichtete sich die Schweiz für eine zweite Periode bis 2020 zu einer Senkung ihrer CO2-Emissionen um 20 Prozent gegenüber 1990. Der Bundesrat hat wie gesagt kürzlich noch einen draufgegeben, und die Interpellanten wollen ja noch mehr.
Aber bleiben wir einmal beim Bundesrat: Mit der Vorstellung seiner neuen Ziele der Klimapolitik soll unser Land bis 2030 die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 gar um 50 Prozent senken. Für das Ziel einer Reduktion von 30 Prozent allein auf Schweizer Boden werden dann unverhältnismässig hohe Mittel nötig sein, und dies trotz bedeutungslosem Ergebnis für das Weltklima. Wieder einmal wollen wir also als Streber vorangehen und erwarten selbstverständlich, dass sich andere Staaten auch entsprechend engagieren. Dabei muss wieder einmal festgehalten werden: Die Schweiz ist heute eines der Industrieländer mit den tiefsten CO2-Emissionen pro Kopf und hat im Gegensatz zu anderen Ländern bisher die Ziele des Kyoto-Protokolls erreicht.
Ganz anders sieht es jedoch international mit dem Willen zur Verminderung von Treibhausgasemissionen aus. Mit der EU und weiteren acht Staaten, darunter die Schweiz, stehen nur gerade Staaten mit etwa 14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen unter einer Reduktionsverpflichtung. Von den ursprünglich beteiligten Staaten hat Kanada das Kyoto-Protokoll aufgekündigt, und mit dem Austritt Japans und Australiens sind weitere grosse Industrieländer nicht mehr dabei. Andere Länder wie die USA haben gar nie mitgemacht, und auch China macht nicht mit. Dabei haben gerade diese beiden Staaten den grössten Ausstoss an Treibhausgasen.
Es zeigt sich also deutlich, dass gerade das Kyoto-Protokoll wenig zur Eindämmung der weltweiten CO2-Emissionen beiträgt, weil es nur wenige Länder umfasst, diese ihre Verpflichtungen kaum einhalten und viele grosse Emittenten davon ohnehin nicht berührt werden. Deshalb wäre es gerade in der jetzigen wirtschaftlichen Lage komplett falsch, wenn die Wirtschaft mit laufend radikaleren Vorschriften und entsprechenden Kostenfolgen abgewürgt würde. Einen schweizerischen Alleingang, gleichbedeutend mit hohen Lenkungsabgaben, gilt es entschieden abzulehnen.
Die Schweiz als Top-Wirtschaftsstandort verliert schon in anderen Bereichen aus eigenem Verschulden laufend an Boden. Lassen wir dies nicht auch noch in den Bereichen Energie und Umwelt zu!
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich bin nicht Mitglied oder im Vorstand von Swissnuclear. Ich bin aber Präsident der Aves und von Swissoil. Ich habe diese Ämter inne, weil ich insbesondere darauf hinwirken will, dass Haushalte, Leute in ländlichen Regionen, Mieterinnen und Mieter sowie Familien nicht dauernd stärker belastet werden, insbesondere jene nicht, die eben nicht ausweichen können, die nicht gerade neben einer Tramstation wohnen oder deren Haus gerade im Umbau steht.
Es ist für mich schon sonderbar, wie am gleichen Tag, an dem wir die grossen Probleme wie die Euroschwäche, die es zu anerkennen gilt, diskutieren, hier Forderungen gestellt werden, die letztlich die Wirtschaft, unsere Betriebe, zusätzlich mit Abgaben belasten und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen schwächen.
Ich wiederhole, was mein Kollege Knecht gesagt hat: Wir sind ein Industrieland mit einer der tiefsten CO2-Belastungen pro Kopf. Wenn wir jetzt eine Grenzkostenüberlegung machen, zeigt sich, dass die Vermeidung einer zusätzlich ausgestossenen Tonne CO2 im Inland zwangsläufig deutlich mehr kostet, als es im Ausland der Fall ist, nämlich ein Vielfaches. Deshalb, Herr Girod: Taten statt Worte! Wir haben diese Session über eine Motion (15.3382) zur Kompensation im Ausland debattiert, die von der UREK angenommen worden war; hier wurde sie leider abgelehnt. Diese Motion wäre hochgradig im Interesse des Klimaschutzes gewesen.
Zum Ausstieg aus der Kernkraft: Sie können nicht auf der einen Seite eine Technologie, bei der offenbar neue Werke deutlich sicherer wären, mit einem Technologieverbot verhindern - es handelt sich um eine Technologie, die deutlich arm an CO2-Ausstoss ist - und auf der anderen Seite Klimaschutz betreiben wollen. Es ist hinlänglich bekannt, dass der Ersatz der KKW mit Gaskombikraftwerken, mit Importen aus Kohlekraftwerken getätigt werden muss. Die Kosten, die uns bei der Klima- und Energielenkungsabgabe auferlegt würden, sind schlicht nicht tragbar, solange nicht alles rückerstattet wird. Deshalb verlangen alle, für die der Klimaschutz ein echtes Anliegen ist, nicht eine Beschleunigung der Energiewende, sondern bremsen sie wie der Ständerat oder stellen sie infrage.
Nordmann Roger · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion
Ich habe soeben erfahren, dass Sie Präsident von Swissoil sind. Daher meine Frage: Vertritt dieser Verband Firmen, die in der Schweiz Erdöl extrahieren, oder setzen Sie sich als SVP-Parlamentarier für den Erhalt von Ölimporten ein?
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Nein, Swissoil darf man nicht verwechseln mit der Erdöl-Vereinigung. Swissoil ist der Dachverband der kleinen Brennstoffhändler, eine kleine Organisation, die sich um die paar Ölheizungen kümmert, die noch bestehen. (Heiterkeit) Und da sind Familien mit bescheidenen Einkommen betroffen, die hier nicht zusätzlich belastet werden möchten.
Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion
Monsieur Rösti, je vous remercie de votre précision. En tant que président d'AVES, êtes-vous au courant que l'uranium est enrichi au moyen de centrales à charbon?
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Es ist, glaube ich, hinlänglich bekannt, dass es dabei natürlich nie zum selben CO2-Ausstoss kommt, wie wenn man Strom von Kohlekraftwerken importiert. Frau Chevalley, Sie wissen genau: Bei der Energiewende in Deutschland konnte die Stromversorgung nur dank dem Hochfahren der Kohlekraftwerke, das heisst mit einem sehr hohen CO2-Ausstoss, bewerkstelligt werden.
Guhl Bernhard · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Fraktion BD
Herr Rösti, Sie haben erwähnt, dass die neueste Technologie in Kernkraftwerken wesentlich sicherer sei. Mich würde interessieren: Welches Elektrizitätsversorgungsunternehmen in der Schweiz würde denn heute ein neues Kernkraftwerk bauen wollen und finanzieren können?
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Leider ist es so, dass wir aufgrund der Verzerrungen durch die massiven Importe von Kohlestrom wegen der Energiewende in Deutschland und auch aufgrund der Leistung von Sonnenkraftwerken zur Mittagszeit so tiefe Strompreise haben. Deswegen - das ist auch Ihnen bekannt - wird heute in praktisch kein Kraftwerk investiert. Sie wissen wie ich, dass auch in kein Wasserkraftwerk investiert wird. Es wird dereinst, wenn die grossen Werke in Deutschland auch reinvestiert werden, eine Marktsituation geben, bei der man durchaus davon ausgehen kann, dass es wieder einen steigenden Preis gibt. Dann sieht die Situation anders aus. Ich gehe nicht davon aus, dass man sich weltweit - dort, wo eine grosse Anzahl Kernkraftwerke im Bau ist - solche Überlegungen nicht macht. Aber Sie haben Recht: Im Moment investiert niemand, und deshalb könnten wir im Moment auch durchaus mit dem geltenden Energiegesetz leben.
Böhni Thomas · Mit-M · Nationalrat · Thurgau · Grünliberale Fraktion
Herr Rösti, gibt es für Sie einen Zusammenhang zwischen den Flüchtlingsströmen und dem Klimawandel? Und wenn ja, gibt es auch Kosten, die da entstehen?
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Es gibt für mich ganz klar einen Zusammenhang. Es ist klar, dass die Klimakatastrophen, neben den kriegerischen Konflikten, zum Teil auch Armut auslösen. Ich habe mich hier ja in keiner Weise gegen Klimaschutz ausgesprochen. Aber ich habe gesagt, dass man ihn genau dort betreiben muss, wo eben die CO2-Ausstösse am höchsten sind, und nicht hier die Industrie mit zusätzlichen Abgaben schwächen soll. Sonst wandert sie in Länder ab, die einen höheren CO2-Ausstoss haben, und produziert schlechter. Für das Klima und auch hinsichtlich der Migrationsströme ist das letztlich insgesamt negativ.
Semadeni Silva · Mit-F · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion
Herr Kollege Rösti, meine Frage: Wäre die Wettbewerbsfähigkeit der Wasserkraft besser, wenn wir die Energiestrategie oder die Förderung der neuen erneuerbaren Energien nicht hätten?
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Ich kann das natürlich nicht auf den Rappen genau beantworten. Aber ich gehe auf jeden Fall davon aus, dass die neuen erneuerbaren Energien besser sind. Es ist ökonomisch unbestritten, dass der Billigstromimport aufgrund zu hoher Solarstromproduktion in Deutschland - offen gestanden: neben der Produktion in Kohlekraftwerken - auf die Preise drückt. Deshalb wäre die Wasserkraft besser dran, wenn wir diese Wende nicht hätten.
Thorens Goumaz Adèle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
Les Verts ont souhaité ce débat d'actualité, alors que malgré la canicule que nous venons de traverser, malgré cet été caniculaire qui pourrait devenir prochainement la norme dans notre pays, le Conseil fédéral persiste à ne pas prendre au sérieux la menace climatique et refuse de prendre les mesures qui s'imposent, à la veille du rendez-vous décisif de Paris.
Le Conseil fédéral refuse tout d'abord de suivre les recommandations du Groupe d'experts intergouvernemental sur l'évolution du climat concernant nos objectifs de réduction des émissions de CO2, que ce soit pour 2020 ou pour 2030. Ce faisant, il refuse que la Suisse fasse sa part pour répondre aux engagements internationaux visant à maintenir le réchauffement climatique en dessous de deux degrés. Ce comportement est d'autant plus inexplicable que le Conseil fédéral aurait les mains libres pour augmenter nos objectifs pour 2020, puisque la loi lui en laisse tout le loisir. Il préfère cependant se cacher derrière l'inaction des autres, dans une logique suiviste, indigne d'un pays qui se veut à la pointe de l'innovation.
Pour ce qui concerne l'application de ces objectifs, le Conseil fédéral s'est jusqu'ici refusé à prendre des mesures efficaces pour réduire les émissions de CO2 liées à notre mobilité, qui constituent notre principal problème, prenant même des décisions allant à contresens, comme le doublement du tunnel du Gothard, sur lequel nous voterons en 2016.
La Suisse a, par ailleurs, en tant que place financière majeure à l'échelle mondiale, une responsabilité particulière en matière d'investissement carbone. Dans sa réponse à notre interpellation, le Conseil fédéral dit certes préparer un rapport et suivre les évolutions du dossier. Cependant, d'autres pays agissent, notamment la France, qui n'est pourtant pas connue comme un pays précurseur en matière environnementale. Les Verts demandent que l'industrie de la finance, et en particulier les investisseurs publics, informent ceux qui leur confient leur argent de l'impact carbone de leur engagement. En effet à quoi bon agir dans son quotidien pour le climat, si l'argent que nous plaçons va à notre insu aux énergies fossiles?
Le Conseil fédéral n'est pas plus courageux en matière de prise en compte de notre empreinte carbone à l'étranger, qui est importante pour un pays massivement importateur comme le nôtre. Les mesures prises à l'étranger dans le cadre du commerce de certificats d'émission ne peuvent en aucun cas être considérées comme une contribution à la réduction de ces émissions grises, comme le laisse entendre le Conseil fédéral dans sa réponse à notre interpellation, puisqu'elles ne font que compenser notre inaction dans nos frontières.
Le fait que le Conseil fédéral envisage de financer notre contribution au Fonds international pour le climat, au détriment de notre politique d'aide au développement, est un point supplémentaire négatif. Les Verts estiment que la politique climatique doit être financée selon le principe de causalité. Ce sont ceux qui sont à l'origine des problèmes qui doivent y remédier, et non ceux qui en sont les principales victimes. Nous demandons dès lors au Conseil fédéral de prendre des mesures pour que la Suisse considère également les émissions liées à ses importations et contribue de manière équitable au Fonds international pour le climat, sans réduire ses engagements en matière d'aide au développement dans les pays concernés.
Les Verts demandent au Conseil fédéral de prendre enfin au sérieux les enjeux climatiques, qui constituent l'un des défis majeurs de ce siècle. Nous devons nous fixer des objectifs plus ambitieux et nous donner les moyens de les atteindre en assumant nos responsabilités, en Suisse comme à l'étranger. Les citoyens ont des attentes à notre égard. Aux Pays-Bas, un groupe de particuliers a attaqué avec succès les autorités pour exiger d'elles un engagement plus sérieux. Les Verts et leurs alliés préparent dans plusieurs pays des démarches similaires. Nous le faisons également en Suisse et étudions actuellement la forme que pourrait prendre le dépôt d'une telle plainte dans notre pays. Nous nous engageons ainsi par tous les moyens en faveur de la préservation du climat, car c'est notre avenir qui est en jeu, ainsi que celui de nos enfants.
Quadranti Rosmarie · Mit-F · Nationalrat · Zürich · Fraktion BD
Die BDP-Fraktion ist sich gerade auch als bürgerliche Mittepartei bewusst, dass die Klimaerwärmung kein leeres Wort ist. Die Herausforderungen sind gross, gerade weil wir nur einen Teil zur Lösung beitragen können.
Wir brauchen jetzt aber keine radikalen Lösungen, sondern solche, die langfristig wirken. Deshalb haben wir uns für die Umsetzung der Energiestrategie starkgemacht und viel zu dieser beigetragen. Bezüglich Energiewende sind wir auf Kurs. Wir setzen uns für eine wirtschaftsverträgliche Energiewende ein. Wir hoffen, dass die Wirtschaft und deren Verbände dann auch die Haltung des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins übernehmen können, dass sie wissen, dass die Energiestrategie umgesetzt werden kann, indem sie sich wieder ihrer Innovationskraft erinnern. Mit etwas Escher'schem Geist kann die Energiewende zum Wohle aller und wirtschaftsverträglich umgesetzt werden. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass wir schnellstmöglich zu einem Ergebnis kommen, damit für alle, vom Einfamilienhausbesitzer bis zu den grossen Stromkonzernen, klar ist, wie es weitergeht. Dadurch soll für zuverlässige Rahmenbedingungen gesorgt werden, und es können wieder Investitionen ausgelöst werden.
Ja, wir müssen zu unserer Umwelt Sorge tragen und unseren ökologischen Fussabdruck reduzieren. Die Umsetzung der Energiestrategie, wie wir sie als bürgerliche Partei befürworten, ist ein gewichtiger Beitrag dazu. Die BDP-Fraktion wird sich also weiter auf dem Weg der Vernunft bewegen, ihre Verantwortung wahrnehmen, aber auch dafür sorgen, dass die Lösungen umsetzbar sind.
Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion
Les changements climatiques sont aujourd'hui une réalité, qui a plus ou moins d'impact d'un bout à l'autre de notre planète. Pour lutter contre le réchauffement climatique, il faut diminuer la consommation d'énergies fossiles.
Un rapport commun de l'Agence internationale de l'énergie et de la Banque mondiale de 2010, intitulé "Etat des lieux des subventions aux combustibles fossiles en 2009 et plan de route pour se libérer des subsides aux énergies fossiles", dénonce les subventionnements aux énergies fossiles qui se montaient en 2009 à plus de 300 milliards de dollars. Il avertit que si rien n'est entrepris, ces subventions se monteront à plus de 600 milliards de dollars sous peu.
Pour les économistes, auteurs du rapport, les choses sont claires: "La suppression successive des subventions aux combustibles fossiles présente trois avantages. La sécurité de l'approvisionnement en énergie serait améliorée, les émissions de gaz à effet de serre seraient réduites et l'activité économique connaîtrait une hausse immédiate."
Eh oui, réduire notre consommation d'énergie fossile permettrait de booster l'activité économique du pays. Alors comment? Prenons l'exemple des cimentiers. Au niveau mondial, ils émettent plus de gaz à effet de serre que l'aviation. A ce jour, je ne connais personne qui peut ou qui veut se passer de ciment. Pour faire du ciment, il faut des fours à près de 1500 degrés Celsius, en fonction vingt-quatre heures sur vingt-quatre. Pour ce faire, les cimentiers utilisent du fioul lourd, gros émetteur de CO2. Nos cimenteries en Suisse ont adopté pour une grand part des carburants de substitution comme nos vieux pneus et différents déchets. Grâce à cette substitution, ils économisent de l'argent et ils ont diminué leurs émissions de CO2 de plus de 50 pour cent en vingt ans. A eux seuls, les cimentiers suisses ont économisé plus du tiers des émissions de CO2 que la Suisse s'est engagée à diminuer. C'est simple, sans eux, la Suisse n'aurait pas pu atteindre ses objectifs.
Si vous ne voulez pas réduire notre consommation de pétrole malgré le fait que cela améliorerait l'activité de notre économie, si vous ne voulez pas réduire notre consommation de pétrole pour éviter les changements climatiques, alors acceptez de réduire notre consommation de pétrole pour des raisons géopolitiques.
Nous disons toujours que notre pays n'a pas de pétrole mais que nous avons des idées. Oui c'est juste, nous n'avons pas de pétrole; notre approvisionnement en pétrole vient de pays tels que la Libye, l'Irak, le Nigeria, des pays du Moyen-Orient, dont je vous laisse seuls juges de savoir s'ils sont recommandables ou non.
Ce qui est certain, c'est que plusieurs de ces pays sont impliqués de près ou de loin dans le terrorisme, qui jette des milliers de pauvres gens sur les routes et dont le thème finit par occuper toute notre campagne politique. Alors si on veut vraiment régler le problème de l'immigration qui nous occupe actuellement, eh bien commençons par arrêter d'alimenter en argent des pays qui flirtent dangereusement avec les terroristes, en diminuant notre consommation de pétrole.
Enfin, si toutes ces bonnes raisons ne vous ont toujours pas convaincus de diminuer notre consommation de pétrole, c'est cette fois la chimiste qui va vous parler. Tout ce qui nous entoure est issu du pétrole: le plastique, le vernis sur nos belles chaises, le stylo du président, nos habits, les teintures et même les médicaments. Alors pourquoi brûler une matière aussi précieuse? Que dirons-nous à nos enfants, alors que nous savons déjà aujourd'hui qu'il est idiot de brûler du pétrole, qu'il est idiot de brûler de l'or noir?
La Conférence de Paris sur le climat est essentielle, non seulement pour obtenir un accord mondial sur la diminution des émissions de gaz à effet de serre, mais aussi parce qu'un tel accord diminuerait la dépendance de nombreux pays envers les énergies fossiles et dès lors diminuera aussi les tensions et les guerres liées à ces énergies.
Monsieur Rösti, l'Union européenne a reconnu, dans un rapport de 2012, le fait que ses membres subventionnaient à hauteur de 10 milliards d'euros chaque année les centrales électriques à charbon. Ce subventionnement massif et l'arrivée de charbon très bon marché des Etats-Unis a poussé l'Allemagne à rouvrir des centrales à charbon. Ceci génère une surproduction d'électricité au niveau européen et, du coup, les prix sont très bas. Voilà, Monsieur Rösti, la vraie raison des prix bas, qui ne sont liés ni au subventionnement des énergies renouvelables, ni au tournant énergétique en Allemagne.
Les prix trop bas portent préjudice à tout le parc de nos barrages hydrauliques, qui ne peuvent pas "régater" face à ce courant massivement subventionné. Un moyen de faire remonter les prix serait de diminuer la surproduction. Alors je vous pose la question: pourquoi ne pas fermer définitivement les réacteurs nucléaires de Beznau? Cette centrale nucléaire est dangereuse et elle n'est plus rentable. Ses propriétaires doivent remettre des centaines de millions de francs pour rafistoler ses deux réacteurs. Cet argent serait bien mieux investi dans les énergies renouvelables et les économies d'énergie.
Cessez de voir l'arrêt des centrales nucléaires et la diminution de la consommation d'énergie fossile comme un problème pour l'économie, c'est au contraire une chance que notre pays peut saisir et doit saisir. Les entreprises qui veulent avoir une chance d'exister à l'avenir doivent allier écologie et économie, et c'est dans ce sens que travaille le Parti vert'libéral.
Rösti Albert · Mit-M · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei
Frau Kollegin Chevalley, weshalb mussten in Deutschland die Kohlekraftwerke hochgefahren werden, sodass anschliessend der Preis gesunken ist?
Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion
Aujourd'hui, l'Allemagne a remis en fonction ses centrales à charbon, non en raison de la sortie du nucléaire, mais parce que ce pays reçoit du charbon très bon marché des Etats-Unis. En effet, les Etats-Unis ont développé massivement le gaz de schiste et, au niveau de l'énergie, ils sont excédentaires; c'est pourquoi ils envahissent l'Europe avec leur charbon. EON et RWE annoncent 4000 mégawatts de surproduction européenne. C'est cette surproduction qui fait baisser les prix. On peut très bien arrêter ces centrales à charbon et ces centrales nucléaires et Beznau.
Müller-Altermatt Stefan · Mit-M · Nationalrat · Solothurn · Fraktion CVP-EVP
Der Sommer 2015 war extrem heiss und extrem trocken. Er war heisser und trockener als die nachfolgenden Debatten. Es klingt ein bisschen nach Resignation, aber es ist halt einfach so: Er passt damit in die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, er passt zur erdrückenden Evidenz der Wissenschaft, die sagt, dass unsere Treibhausgasemissionen das Klima schädigen. Wir wissen es alle. Wir müssen handeln.
Der Nationalratssaal ist aber im Moment nicht die richtige Ebene für diese Handlungen. Die Klimakonferenz von Paris steht bevor; dort, auf der internationalen Ebene, muss die Sache im Moment angepackt werden. Dort müssen verbindliche Ziele festgelegt werden, es müssen Angebote an die Weltgemeinschaft, an die am stärksten betroffenen Länder gemacht werden, es muss durch den Bundesrat ein Verhandlungsmandat beschlossen werden, welchem ein Reduktionsziel vorangeht. Das Ziel hat die Schweiz als erstes Land überhaupt bekanntgegeben: minus 50 Prozent Treibhausgasemissionen bis 2030. Damit haben wir das Zeichen gesetzt, das wir als kleines und dienstleistungsorientiertes Land setzen können.
Wir können die Sache nicht alleine lösen, das ist so, die internationale Staatengemeinschaft ist gefordert, die Fortschritte müssen in Paris gemacht werden. Sie werden aber sicher nicht gemacht, wenn alle Länder das machen, was Herr Knecht vorhin postuliert hat, nämlich einfach auf die Länder eindreschen, die nichts tun. Wenn das alle machen, dann geht es nirgends hin mit den Verhandlungen. Es ist daher gut, wenn wir vorangehen.
Heisser Sommer hin oder her: Zuerst muss Paris kommen. Mit den legislativen Arbeiten müssen wir erst einmal zuwarten, vor allem, bis wir das CO2-Gesetz für die Zeit nach 2020 revidieren werden, wobei ich nicht sagen will, dass wir ganz generell gar nichts machen sollen. Ich kann hier mit gutem Gewissen hinstehen und sagen, dass meine Partei sehr aktiv ist, wenn es um den Klimaschutz geht, aber halt nicht medienwirksam hier drin, sondern draussen in den Gemeinden und in der Privatwirtschaft. Das ist eigentlich die andere Ebene, welche angesprochen werden muss, welche jetzt gefragt ist. Dort trägt die CVP auch viel Verantwortung. Dort realisieren wir in den Gemeinden öffentliche Fernwärmenetze, sanieren wir öffentliche Gebäude. Es gibt CVP-Magistratinnen, die fahren mit einem Tesla statt mit einem Auto mit Verbrennungsmotor, es gibt sogar CVP-Nationalräte, die haben einen fensterlosen "Elektrohuscher" und hatten damit in den letzten Monaten dank dem warmen Sommer sogar ein bisschen Spass auf der Strasse. Das war dann wiederum der Vorteil.
Was die CVP in ihren Stammlanden aber überdies leider auch allzu oft tun muss, ist Folgendes: Sie muss mit der Errichtung immenser Infrastrukturen die Auswirkungen von Extremereignissen, die immer häufiger vorkommen, abfedern helfen. Wir wissen schon, wovon wir reden, und zwar nicht nur wegen des persönlichen Engagements, sondern leider viel zu oft auch wegen der persönlichen Betroffenheit.
Nun, es wurden mit den Interpellationen viele Fragen gestellt. Es wurden mitunter kreative Verknüpfungen hergestellt. Also, was Herr Girod gemacht hat, was Herr Bäumle gemacht hat und was die SP-Fraktion in ihrer Interpellation gemacht hat, das war so ein bisschen "Zusammenhang wie Vorhang", es tut mir leid, das sagen zu müssen. Wir haben aber die Antworten des Bundesrates in geduldiger Art erhalten; damit ist der Rede für den Moment meiner Meinung nach eigentlich Genüge getan. Wir sollten jetzt hinausgehen und den Worten Taten folgen lassen. Wir brauchen im Moment nicht eine aktuelle Debatte im Nationalrat, wir brauchen aktuelle Taten. Der Hitzesommer ist nicht nur eine Gelegenheit, politisches Kapital aus der Klimadebatte zu schlagen, er ist vor allem der Anlass, zu sagen, dass wir jetzt wirklich, wirklich aktiv werden müssen. Wir sollten sehr viel weniger reden und sehr viel mehr tun.
Chopard-Acklin Max · Mit-M · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion
Der Klimawandel ist eine weltweite Herausforderung. Es ist Zeit, zu handeln - global und lokal. Es ist wichtig, dass wir uns aktiv in die internationale Klimadiskussion einbringen und darauf einwirken, dass ambitiöse Ziele angestrebt werden. Gleichzeitig müssen wir im eigenen Land mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Energiewende mit der Energiestrategie 2050 ist ein konkretes lokales Projekt gegen den Klimawandel, welches dann in der Schweiz greift, wenn es umgesetzt wird. Mit der Beschleunigung der Energiewende vermindern wir die klimatischen und nuklearen Gefahren für Mensch und Umwelt. Wir müssen vorwärtsmachen und den CO2-Ausstoss reduzieren. Statt für etliche Milliarden Franken jährlich Öl und Uran zu importieren, müssen wir uns vermehrt auf die Energieeffizienz und die Förderung einheimischer erneuerbarer Energien konzentrieren. Das bringt mehr Wertschöpfung und damit Arbeitsplätze in der Schweiz, reduziert die Umweltrisiken und verringert den klimaschädlichen CO2-Ausstoss. Das ist notwendig, denn der Klimawandel ist offensichtlich - auch in der Schweiz.
Die Erwärmung in der Schweiz beträgt laut dem Bundesamt für Umwelt seit Beginn der Industrialisierung rund 1,8 Grad, womit der globale Wert deutlich übertroffen wird. Die Zahl der Hitzetage nimmt zu, die Zahl der Frosttage nimmt messbar ab, und die Nullgradgrenze in der Schweiz ist seit den Sechzigerjahren über 300 Meter gestiegen. Wir sehen und spüren das: Gletscher schmelzen, und die Zahl der Überschwemmungen, Erdrutsche und langanhaltenden Hitzewellen nimmt zu. Das hat Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt und letztlich auf uns alle. Die volkswirtschaftlichen Schäden wachsen an. Ernteausfälle in der Landwirtschaft, steigende Sturm- und Wasserschäden im Gebäudebereich und an den Verkehrsinfrastrukturen verursachen hohe Folgekosten, letztlich auch wieder für die Steuerzahler und die Steuerzahlerinnen.
Es gibt sie ja immer noch, jene, die sagen, die Atomenergie sei eine Option dagegen, eine Option in Bezug auf den Klimawandel. Das ist falsch. Erstens ist auch die Atomenergie CO2-belastet. Beim aufwendigen Uranabbau, bei den weiten Transportwegen des Urans, beim Bau und bei der Stilllegung der Atomanlagen, überall da fällt CO2 an, und nicht zu knapp. Zweitens haben wir heute mit der Nutzung einheimischer erneuerbarer Energien wie Wasser, Sonne, Wind und Biomasse echte Alternativen. Die Effizienz der entsprechenden Technologien ist gestiegen, und die Investitionskosten sind gesunken.
In diesem Sommer fielen zwei offensichtliche Probleme zusammen: einerseits ein Hitzesommer mit langen Trockenperioden, andererseits AKW-Stillstände aufgrund von immer teurer werdenden Nachrüstungen und Problemen von aus einer anderen Zeitepoche stammenden Atomkraftwerken, vor allem in Beznau. Haben Sie es übrigens bemerkt? Beznau I ist seit März 2015 vom Netz und wird nach heutigem Kenntnisstand frühestens im Februar 2016 wieder hochgefahren. Das hat unter anderem eben mit der Feststellung von Unregelmässigkeiten im Material des Reaktordruckbehälters zu tun. Trotz Revisionen und Nachrüstungen wird nichts im Alter jünger, auch nicht ein Atomkraftwerk. Der Materialverschleiss, die Ermüdung und die Versprödung nehmen zu, und damit erhöht sich das Restrisiko, das Störfallrisiko.
Im Zweifelsfall muss immer die Sicherheit vorgehen. Ich glaube, da sind wir uns einig. Dies muss umso mehr so sein, als auch das Atomkraftwerk Beznau in einem dichtbesiedelten Gebiet steht. Das in die Jahre gekommene AKW Beznau unbefristet weiterlaufen zu lassen ist daher eine Hochrisikostrategie auf Kosten der Bevölkerung.
Wie der Klimawandel verursacht also auch die Nutzung der Atomkraft grosse Risiken und Probleme. Deshalb ist sie keine Alternative. Mit der Nutzung der Atomenergie haben wir es in nur fünf Jahrzehnten geschafft, kommenden Generationen ein milliardenschweres Entsorgungsproblem für Jahrtausende zu hinterlassen. Auch hier lautet die richtige Antwort: Beschleunigung der Energiewende.
Die SP-Fraktion will Ernst machen mit der Energiewende. Investitionen in die Energieeffizienz und in den Ausbau erneuerbarer Energien bremsen den Klimawandel und reduzieren die Risiken für Mensch und Umwelt.
Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau
Sie haben eigentlich jetzt mehr eine AKW-Debatte geführt als die angekündigte Klimadebatte. Aber nichtsdestotrotz vielleicht noch folgende Bemerkungen meinerseits:
An sich ist es ein guter Zeitpunkt, um über das Klima zu reden, weil wir in wenigen Wochen in Paris diese wichtige Konferenz haben. Ich hätte eigentlich gedacht, dass Sie darüber sprechen wollen, was die Schweiz dort will, was das Ziel sein soll, denn das Klima ist ja wirklich etwas Internationales. Wir haben in der Schweiz das geltende CO2-Gesetz mit Zielen bis 2020, wir haben die Massnahmen dazu, die das Parlament abgesegnet hat, wir haben vom Bundesrat her unsere Ziele bis 2030 definiert. Wir werden Ihnen im nächsten Jahr die Umsetzung dieser Ziele bis 2030 in einer Vernehmlassung vorlegen, und Sie werden dann für die Zeit nach 2020 wieder die politisch für Sie stimmigen Massnahmen treffen können.
Im letzten Jahr haben wir zum ersten Mal weltweit eine Reduktion der CO2-Emissionen feststellen dürfen, und das trotz Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum. In allen Staaten ist es eine Sorge, wie der steigende Energiekonsum befriedigt und gleichzeitig der hohe Anteil an fossiler Energie zurückgebunden werden kann, um das Zwei-Grad-Celsius-Ziel zu erreichen. Dafür hat jedes Land eine andere Ausgangslage und auch andere Rezepte. Die Schweiz hat schon sehr viel gemacht. Wir haben viele griffige Massnahmen, und entsprechend betonen wir auch immer, dass die Schweiz mit ihrer Verantwortlichkeit von noch 0,1 Prozent an den weltweiten Emissionen weder ein grosser Emittent ist noch das Weltklima massgeblich beeinflussen kann. Wir entziehen uns der Verantwortung aber nicht. Der Bundesrat bleibt ambitiös, er übernimmt auch Verantwortung für die Tatsache, dass viele unserer Produkte und Dienstleistungen importiert werden und dabei die Emissionen, die sogenannten grauen Emissionen, eben im Ausland und nicht bei uns anfallen.
Das ist die Ausgangslage. In diesem Saal haben wir den üblichen Hahnenkampf der politischen Kräfte. Eigentlich trägt das nicht wahnsinnig viel zur Sache bei, weil wir am Schluss alle im selben Boot sitzen und Lösungen finden müssen.
Bis heute, Sie wissen es alle, kommt der grösste Teil der CO2-Emissionen in der Schweiz vom Verkehr. Eine CO2-Abgabe auf Treibstoffen ist politisch nach wie vor nicht mehrheitsfähig; eine solche hat man abgelehnt. Also haben wir als Ersatzmassnahme die technischen Vorgaben für Neuwagen, und das funktioniert auch. Diese sind in Kraft, und wie die EU verschärfen wir sie per 2020. Wir dehnen sie zudem auf Lieferwagen und leichte Sattelschlepper aus. Der Ständerat hat sich diesem Konzept heute angeschlossen. Also sind wir auch hier auf Kurs, wir sind daran, im Bereiche des Verkehrs die Hausaufgaben zu machen, mit den Instrumenten, die Sie uns in die Hand geben.
Eine CO2-Abgabe auf Brennstoffen haben Sie bisher befürwortet, auf einem kleinen Teil der Quellen, aber immerhin. Wir haben hier deshalb auch Fortschritte zu verzeichnen. Da wir einen Drittel dieser Lenkungsabgabe für die Gebäudeprogramme abzweigen können, haben wir auch dort eine Wirkung, indem wir Ölheizungen eindämmen und durch energetische Sanierungen auch den Verbrauch reduzieren können. Es gibt Alternativen, sodass man auch im Wärmebereich weniger fossile Energien und mehr erneuerbare Energien nutzen kann.
Dieselbe Möglichkeit gibt es für den Wärmebereich und für den Verbrauch fossiler Energien von Unternehmen. Durch die Zielvereinbarungen mit der Energieagentur der Wirtschaft können auch Unternehmen einen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten. Auch das funktioniert. Leider machen bis heute nur 3400 von 300 000 Unternehmen davon Gebrauch - aber immerhin, auch das trägt zur Reduktion bei.
Wir haben für die LKW das Rabattsystem über die Aufklassierung bei der LSVA; auch das funktioniert, dieser Sektor hat grosse Fortschritte gemacht. Insofern kann man uns auch dort nicht vorwerfen, wir würden nichts tun.
Sie haben diese Woche auch das Waldgesetz beraten und dort Massnahmen zur Verstärkung der Adaptation getroffen, indem wir Jungwaldpflege betreiben und bessere Bäume pflanzen können, die klimaresistenter sind; auch das funktioniert.
Wir haben auch beim Güterverkehr ein neues Gesetz mit Anpassungen, wonach die Verlagerungspolitik weiterverfolgt und gestärkt werden kann, auch das eben mit Blick darauf, dass im Verkehr der grösste Handlungsbedarf besteht. Auch das ist ein Instrument, das Sinn macht.
Wir funktionieren also ziemlich gut, wir machen viel. Der Bundesrat hat eine Strategie. Sie entscheiden über die Instrumente. Manchmal beschneiden Sie uns wieder, weil Sie die kurzfristigen wirtschaftlichen Aspekte höher gewichten als die langfristigen klimapolitischen Aspekte. Das ist Ihr gutes Recht, und damit muss sich der Bundesrat abfinden. Wir werden Ihnen, wie gesagt, im nächsten Jahr die Anpassungen des neuen CO2-Systems vorlegen. Da werden Sie erneut mit dem Lenkungssystem konfrontiert sein. Der Bundesrat hat Ihnen versprochen, die Kels, den Übergang vom Fördern zum Lenken, zu bringen; wir werden unser Wort halten. In diesem Rahmen werden Sie dann entscheiden müssen, ob Sie jetzt tatsächlich lenken wollen und ob Sie mit dieser Verfassungsgrundlage einverstanden sind. Sagen Sie dann nachher auch Ja zur Klimaabgabe. Das ist mehr oder weniger die CO2-Abgabe, die wir heute kennen, aber ohne die Teilzweckbindung für die Gebäude, die ja befristet ist. Sie können diese Abgabe auch höher ansetzen, wobei sich dann wieder die Frage stellt, wie viel Lenkung es sein darf. Der zweite Teil wäre dann neu eine Stromabgabe, allenfalls eine differenzierte Stromabgabe, wenn Sie nach CO2-Gehalt gewichten. Auch das ist Zukunftsmusik. Das werden wir Ihnen im nächsten Jahr ebenso zur Entscheidung vorlegen.
Jetzt steht tatsächlich die internationale Seite im Vordergrund. Wie schon gesagt, nützt es dem Weltklima herzlich wenig, wenn nur die Schweiz zusammen mit den nordischen Ländern, Neuseeland und anderen progressiven Staaten vorangeht. Das Ziel muss jetzt sein, dass wir in Paris ein Abkommen abschliessen, bei dem alle Emittenten, vor allem die grössten Sünder auf dieser Welt, also China, die USA und die Transitionsländer, eingebunden werden in ein System, in dem jeder seinen Beitrag leistet und jeder Verantwortung übernimmt. Man muss akzeptieren, dass es nicht mehr die klassischen Industriestaaten der Vergangenheit sind, die OECD-Staaten, sondern in den kommenden fünfzehn, zwanzig Jahren werden es massgeblich Entwicklungsstaaten und Transitionsstaaten sein, die global Treiber der CO2-Emissionen sein werden. So viel zu unserem Ziel.
Die Schweizer Delegation ist klein, aber fein. Wir sind sehr aktiv, wir haben einen guten Ruf, die Schweiz ist in der Klimapolitik glaubwürdig. Wir werden uns deshalb mit allen Kräften dafür einsetzen, dass eine solche Uno-Klimakonvention gelingt. Das wäre auch wichtig für die Wirtschaft. Die Privatwirtschaft unternimmt vieles. Sie haben es in den vergangenen Monaten gesehen: Die Finanzmärkte reagieren, sie downgraden Kohleunternehmen, sie vergeben schlechtere Ratings für fossile Energieträger. Die Welt ist auf dem Sprung hin zu mehr erneuerbarer Energie, hin zu einer karbonfreien Gesellschaft und Wirtschaft. Das kann man aber nicht übers Knie brechen, das sind langfristige Veränderungsprozesse, die wir nur gemeinsam schaffen und nur gemeinsam mit internationalen Verpflichtungen vernünftig finanzieren können. Deshalb informiere ich Sie gerne - ich komme gerne in die Kommissionen - über die Details dieser Verhandlungen.
Noch ein Wort zur Schelte an den Kernkraftwerken: Wenn die Schweiz im Strombereich noch keine Stromabgabe hat, dann ist das deshalb, weil unsere heutige Stromproduktion weitgehend CO2-frei ist. Das muss man schon auch anerkennen. Und Kernkraftwerke laufen zu lassen, solange sie sicher sind, macht unter dem Aspekt der Klimapolitik sehr viel Sinn - sehr viel Sinn! Sie können eine andere Meinung haben unter dem Aspekt der Sicherheit und der Entsorgungskosten, okay, aber nicht unter dem Aspekt, dass wir eine möglichst CO2-freie Stromproduktion haben wollen. Da muss man sich auch von gewissen Ideologien lösen.
Insofern hat der Ständerat, Herr Nationalrat Bäumle, beschlossen, dass man die Erneuerbaren fördert, mit 2,3 Rappen gemäss Nationalrat, inklusive ein bisschen mehr Wasser. Die Effizienz im Bereich Gebäude hat der Nationalrat abgeschwächt, indem 30 Prozent Sockelbeitrag an die Kantone ohne Gegenleistung ausbezahlt werden. Okay, das ist bestätigt worden, nicht geschwächt.
Was die Heizungen anbelangt, haben wir schon hier gesagt: Auch die Juristen bestätigen, dass Heizungen eher Bestandteile von Gebäuden sind und deshalb in die Kompetenz der Kantone gehören. Das haben Sie gestrichen. Aber wir haben schon hier im Saal gesagt, das sei wahrscheinlich nicht verfassungskonform, und das hat sich so bestätigt. Aber niemand bestreitet, dass wir bei den Heizungen ein grosses Potenzial haben, und niemand bestreitet, dass wir bei den Gebäuden ein grosses Potenzial haben. Die Kantone haben mittlerweile immerhin auch ihre Muken angepasst, natürlich noch nicht so ambitiös, wie man das tun könnte, aber unter den Kantonen braucht es auch einen Konsens, und Sie wissen, dass es sehr schwierig ist, wenn man gemeinsam harmonisierte Lösungen finden muss.
Ich glaube deshalb, die Schweiz ist auf gutem Weg mit dem neuen Energiegesetz, das Sie hoffentlich bald absegnen können; mit der neuen Klimapolitik nach 2020, für die nach Paris im nächsten Jahr die entsprechenden Vorschläge des Bundesrates vorliegen werden; und mit den technologischen Innovationen, die gerade im Bereich der Mobilität sehr viel dazu beitragen, dass wir auf Kurs sind und unsere Gletscher nicht weiter abschmelzen.
Wasserfallen Christian · Mit-M · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion
Frau Bundesrätin Leuthard, Sie haben zu Recht auch festgehalten, dass zu wenige Unternehmen sich beim System der Energieagentur der Wirtschaft verpflichten, aktiv zu investieren. Aber in Anhang 7 der Energieverordnung ist ja diese 100-Tonnen-Grenze immer noch drin. Ist denn der Bundesrat endlich bereit, bei allen Unternehmungen die Investitionen und die Befreiung von der CO2-Abgabe zu tolerieren? Das wäre ein Meilenstein. Sind Sie dazu bereit?
Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau
Jetzt vermischen Sie natürlich zwei Anliegen: Die Befreiung von der Abgabe für alle würde ja dazu führen, dass niemand mehr etwas tut! Wir befreien die Unternehmen von der CO2-Abgabe, wenn das relevant ist, sowie die stromintensiven Unternehmen von der KEV-Abgabe. Wir befreien auch dort nicht alle Unternehmen, sonst bezahlt niemand mehr.
Einen Coiffeurladen muss man aber weder von der CO2-Abgabe noch von der KEV-Abgabe befreien. Insofern ist das System sehr kongruent. Wir verringern aber den administrativen Aufwand, und wir haben jetzt im Rahmen der Frankenstärke auch die Rückerstattung der CO2-Abgabe forciert.
Chevalley Isabelle · Mit-F · Nationalrat · Waadt · Grünliberale Fraktion
Madame la conseillère fédérale, vous dites qu'il s'agit d'idéologie quand on parle du nucléaire et que l'énergie nucléaire provoque peu d'émissions de CO2.
Savez-vous qu'une étude hollandaise montre que selon la manière dont on enrichit l'uranium - dans une première phase, il l'est toujours par des centrales à charbon, puis cela peut être fait avec d'autres réacteurs nucléaires - les émissions de CO2 sont équivalentes à celles d'une centrale à gaz? Peut-être est-ce aussi idéologique de croire que le nucléaire ne produit pas de CO2.
Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau
Frau Nationalrätin, wissen Sie, wir stellen unsere CO2-Statistik auf diejenigen Emissionen ab, die bei uns anfallen. Das wird weltweit so gemacht, die Datenmessung erfolgt weltweit so, das ist halt so. Insofern ist der hier produzierte Strom weitgehend CO2-frei. Damit sage ich nicht, dass dies auch so wäre, wenn man alle grauen Energien berücksichtigen würde. Das ist aber eine alte Diskussion. Ihre Kleider sind wahrscheinlich auch nicht alle in der Schweiz hergestellt worden und auch nicht CO2-frei. Insofern besteht das Grundproblem darin, dass wir halt nationale Statistiken haben, die nicht eine Vollenergie- und Voll-CO2-Rechnung beinhalten, da haben Sie Recht - aber die internationalen Standards gelten.
van Singer Christian · Mit-M · Nationalrat · Waadt · Grüne Fraktion
Madame la conseillère fédérale, savez-vous que ce n'est pas seulement lors de l'enrichissement, mais aussi lors de l'extraction de l'uranium qu'une grande quantité de CO2 est émise?
Savez-vous en outre que les statistiques auxquelles vous vous référez concernant les émissions de CO2 liées au nucléaire sont l'oeuvre de partisans du nucléaire et ne reflètent ainsi pas la réalité?
Leuthard Doris · BR-F · Bundesrat · Aargau
Wie ich gerade erklärt habe: Es ist keine Frage, dass eine Gesamtbilanz - sei es von Energie, sei es von CO2 - zu anderen Analyseresultaten führen würde, wie auch bei Autos mit externen Kosten. Das ist aber nicht das System, nicht das Vorgehen, wie man CO2-Emissionen erfasst; das ist nicht das, was man verhandelt.
Rossini Stéphane · P-M · Nationalrat · Wallis · Sozialdemokratische Fraktion
Le président (Rossini Stéphane, président): Nous sommes au terme de ce débat; les interpellations sont ainsi liquidées.