AS 2019 3747
Bundesbeschluss
über den Ausbauschritt 2035
für die Eisenbahninfrastruktur
vom 21. Juni 2019
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
gestützt auf Artikel 48c Absatz 1 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 19571,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 31. Oktober 20182,
beschliesst:
Art. 1
Für den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur wird der Ausbauschritt 2035 beschlossen.
Dieser umfasst:
bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) folgende Massnahmen: 1. La Plaine–Genf–Lausanne–Biel/Bienne: Leistungssteigerung und Kapazitätsausbau, 2. Lausanne–Brig: Kapazitätsausbau, 3. Lausanne–Bern: Kapazitätsausbau, 4. Bern–Neuenburg–Le Locle: Kapazitätsausbau und Beschleunigung, (Direktverbindung), 5. Delsberg–Basel: Kapazitätsausbau, 6. Biel/Bienne–Zürich und Bern–Zürich: Leistungssteigerung und Kapazitätsausbau, 7. Zofingen–Lenzburg: Kapazitätsausbau, 8. Zürich–Winterthur–Stein am Rhein und Tösstal: Kapazitätsausbau und Beschleunigung, 9. Zürich–Bülach–Schaffhausen: Kapazitätsausbau, 10. Zürich Stadelhofen–Zürcher Oberland und rechtes Zürichseeufer: Kapazitätsausbau, SR 742.140.5 11. Winterthur–Konstanz, Winterthur–Romanshorn und Winterthur– St. Gallen–St. Margrethen mit Doppelspur Rorschach–Rorschach Stadt: Kapazitätsausbau und Beschleunigung, 12. Ziegelbrücke–Linthal: Kapazitätsausbau, 13. Olten–Luzern: Kapazitätsausbau, 14. Luzern–Zug–Zürich: Kapazitätsausbau und Beschleunigung;
bei folgenden Infrastrukturbetreiberinnen Leistungssteigerungen oder Kapazitätsausbauten: 1. Compagnie du chemin de fer Lausanne-Echallens-Bercher SA: Lausanne–Echallens, 2. Transports de la région Morges–Bière–Cossonay SA: Délices–Morges, 3. Transports Vallée-de-Joux–Yverdon-les-Bains–Sainte-Croix SA: Lausanne–Orbe, Yverdon–Valeyres, 4. Chemin de fer Montreux Oberland Bernois SA: Montreux–Les Avants– Zweisimmen, 5. Transports Publics du Chablais SA: Aigle–Monthey–Champéry, Aigle– Leysin, 6. Matterhorn Gotthard Infrastruktur AG: Visp–Zermatt, 7. Transports publics fribourgeois Infrastructure (TPF INFRA) SA: Broc 8. BLS Netz AG: Ferden–Mitholz und Frutigen–Wengi-Ey (Bahntechnik- Ausrüstung), Ausbau Bahnhof Brig, Bern–Niederscherli, Ausbau Bahnhof Ins, 9. Regionalverkehr Bern-Solothurn AG: Bern–Zollikofen, Bern–Deisswil, Bern–Gümligen Siloah, 10. Baselland Transport AG: Leimental–Basel, Waldenburg–Liestal, 11. Aare Seeland mobil AG: Solothurn–Flumenthal, 12. Aargau Verkehr AG: Berikon-Widen–Dietikon, 13. Sihltal Zürich Uetliberg Bahn AG: Sihltal, 14. Frauenfeld-Wil-Bahn AG: Frauenfeld–Wil einschliesslich neuer Haltestelle Wil West, 15. Rhätische Bahn AG: Bahnhof Landquart, St. Moritz–Tirano, Prättigau, 16. Schweizerische Südostbahn AG: Wädenswil–Einsiedeln einschliesslich neuer Haltestelle Wädenswil-Reidbach, Arth-Goldau–Pfäffikon, 17. Zentralbahn AG: Luzern–Interlaken Ost und Luzern–Engelberg, 18. Ferrovie Luganesi SA: Bioggio–Lugano Centro, 19. Ferrovie Autolinee Regionali Ticinesi SA: Locarno–Intragna;
neue Haltestellen: 1. SBB: St-Imier-La-Clef, Yverdon Y-Parc, Collombey-Muraz la Barme, Agy, Thun Nord, Dornach Apfelsee, Oensingen Dorf, Winterthur Grüze Nord, Bellinzona Piazza Indipendenza, 2. Transports de Martigny et Régions SA: Martigny-Expo, 3. Berner Oberland-Bahn AG: Wilderswil Flugplatz, 4. BLS Netz AG: Kleinwabern, 5. Chemins de fer du Jura SA: Noirmont Sous-la-Velle, 6. DB-Netz AG: Basel Solitude;
betriebliche Anlagen;
Bundesbeitrag zur Finanzierung von grenzüberscheitenden Massnahmen;
verschiedene Einzelinvestitionen;
Planungsarbeiten für den nächsten Ausbauschritt: Langfristperspektive, Planungen und Vorstudien;
Projektierung (inkl. Auflageprojekt) für Kapazitätsausbau Knoten Luzern (Durchgangsbahnhof);
Projektierung für Kapazitätsausbau Knoten Basel (Herzstück der trinationalen S-Bahn Basel);
Projektaufsicht.
Der Bundesrat legt der Bundesversammlung bis 2026 eine Botschaft zu einem nächsten Ausbauschritt vor. Für diesen werden insbesondere folgende Massnahmen geprüft:
Aarau–Zürich (Direktverbindung): Kapazitätsausbau;
Knoten Luzern (Durchgangsbahnhof): Kapazitätsausbau;
Knoten Basel (Herzstück der trinationalen S-Bahn Basel): Kapazitätsausbau;
Lausanne–Bern: Beschleunigung und Kapazitätsausbau;
Winterthur–St. Gallen: Beschleunigung;
Behebung von Engpässen und Verdichtung des Angebotes im Agglomerations- und Regionalverkehr sowie Zugang zu den Tourismusregionen.
Werden die Mittel, die für die Massnahmen in Absatz 2 vorgesehen sind, nicht ausgeschöpft, so kann die Bundesversammlung über eine vorgezogene Umsetzung der unter Absatz 3 aufgeführten Massnahmen beschliessen. Eine Umwidmung von Mitteln ist möglich, wenn die in Absatz 3 aufgeführte Massnahme weit fortgeschritten ist und die weiteren Projektphasen aufgrund der fehlenden Mittel behindert würden.
Art. 2
Dieser Beschluss untersteht dem fakultativen Referendum.
Der Bundesrat bestimmt das Inkrafttreten.
Ständerat, 21. Juni 2019 | Nationalrat, 21. Juni 2019 |
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Der Präsident: Jean-René Fournier | Die Präsidentin: Marina Carobbio Guscetti |
Die Sekretärin: Martina Buol | Der Sekretär: Pierre-Hervé Freléchoz |
Ablauf der Referendumsfrist und Inkraftsetzung
Die Referendumsfrist für diesen Beschluss ist am 10. Oktober 2019 unbenützt abgelaufen.3
13. November 2019 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates |
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Der Bundespräsident: Ueli Maurer |
Der Bundeskanzler: Walter Thurnherr |
Der Beschluss über das Inkrafttreten wurde am 12. November 2019 im vereinfachten Verfahren gefällt.