414.712
Verordnung des WBF über Studiengänge, Nachdiplomstudien und Titel an Fachhochschulen
vom 2. September 2005 (Stand am 1. Januar 2013)
Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)1, gestützt auf die Artikel 7 Absatz 3, 8 Absatz 2 Buchstaben a und c und 16 Absatz 3 des Fachhochschulgesetzes vom 11. September 19962, verordnet:
1. Abschnitt Gegenstand
Art. 1
Diese Verordnung bestimmt die Studiengänge an Fachhochschulen, regelt die Mindestanforderungen an Nachdiplomstudien, die zu einem Weiterbildungsmasterdiplom führen, und legt die entsprechenden Titel fest.
2. Abschnitt Studiengänge
Art. 2
Die Studiengänge und ihre Zuordnung zu den Fachbereichen sind im Anhang festgelegt.
3. Abschnitt Nachdiplomstudien
Art. 3 Zulassungsvoraussetzungen
Die Zulassung zu einem Nachdiplomstudiengang setzt einen Hochschulabschluss voraus.
Studierende, die über keinen Hochschulabschluss verfügen, können zugelassen werden, wenn sich die Befähigung zur Teilnahme aus einem anderen Nachweis ergibt.
AS 2005 4659
Die Bezeichnung der Verwaltungseinheit wurde in Anwendung von Art. 16 Abs. 3 der Publikationsverordnung vom 17. Nov. 2004 (SR 170.512.1) auf den 1. Jan. 2013 angepasst. Die Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen.
Art. 4 Umfang
Für den Abschluss eines Nachdiplomstudiengangs müssen mindestens 60 Kreditpunkte nach dem Europäischen Kredittransfersystem (European Credit Transfer System, ECTS) erreicht werden. Ein Kreditpunkt entspricht einem Arbeitsaufwand von 25–30 Stunden gemäss Artikel 2 Absatz 2 der Richtlinien des Fachhochschulrats vom 5. Dezember 20023 für die Umsetzung der Erklärung von Bologna an den Fachhochschulen und den Pädagogischen Hochschulen in der Fassung vom 1. April 2004.
Der Nachdiplomstudiengang wird mit einer Masterarbeit abgeschlossen.
Art. 5 Anerkennung der Weiterbildungsmasterdiplome
Weiterbildungsmasterdiplome, die die bundesrechtlichen Anforderungen erfüllen, sind eidgenössisch anerkannt.
Die Fachhochschulen führen ein Verzeichnis der anerkannten Nachdiplomstudien.
4. Abschnitt Titel
Art. 6 Geschützte Titel für Bachelor- und Masterdiplome
Die Fachhochschulen können für ein eidgenössisch anerkanntes Bachelordiplom folgende geschützte Titel vergeben:
«Bachelor of Science [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: BSc [Name der FH]); oder
«Bachelor of Arts [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: BA [Name der FH]).
Die Fachhochschulen können für ein eidgenössisch anerkanntes Masterdiplom folgende geschützte Titel vergeben:
«Master of Science [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: MSc [Name der FH]); oder
«Master of Arts [Name der FH] in [Bezeichnung des Studiengangs] mit Vertiefung in [Bezeichnung der Vertiefungsrichtung]» (Abkürzung: MA [Name der FH]).
Die Richtlinien werden in der AS nicht veröffentlicht; sie können beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), Effingerstrasse 27, 3003 Bern bezogen und auf der Website der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (www.edk.ch) eingesehen werden.
Art. 7 Geschützte Titel für Weiterbildungsmasterdiplome
Die Fachhochschulen können für ein eidgenössisch anerkanntes Weiterbildungsmasterdiplom folgende geschützte Titel abgeben:
«Master of Advanced Studies [Name der Fachhochschule] in [Bezeichnung der Richtung]» (Abkürzung: MAS [Name der FH]); oder
«Executive Master of Business Administration [Name der Fachhochschule]» (Abkürzung: EMBA [Name der FH]).
Die Fachhochschulen dürfen den Begriff «Master» nicht für Weiterbildungsveranstaltungen verwenden, die nicht zu einem eidgenössisch anerkannten Weiterbildungsmasterdiplom führen.
5. Abschnitt Schlussbestimmungen
Art. 8 Übergangsbestimmungen
Die Fachhochschulen sind berechtigt, Nachdiplomstudien bis längstens zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung nach bisherigem Recht zu starten.
Wer ein eidgenössisch anerkanntes Nachdiplom nach bisherigem Recht erworben hat, ist berechtigt, den Titel «Nachdiplom [Name der FH] in Richtung [Bezeichnung der Richtung]» zu führen.
Art. 9 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am 5. Oktober 2005 in Kraft.
Anhang4 (Art. 2) Fachbereiche und Bachelorstudiengänge Bachelorstudiengänge (Bachelor Degree Programmes) Elektrotechnik (Electrical Engineering) technologie Automobiltechnik (Automotive Engineering) (Engineering and IT) Gebäudetechnik (Energy and Building Technology) Maschinentechnik (Mechanical Engineering) Mikrotechnik (Microengineering) Medieningenieurwesen (Media Engineering) Informatik (Computer Science) Telekommunikation (Telecommunications) Systemtechnik (Systems Engineering) Wirtschaftsingenieurwesen (Engineering and Management) Aviatik (Aviation) Industrial Design Engineering Optometrie (Optometry) Architektur (Architecture) Planungswesen Raumplanung (Spatial Planning) (Architecture, Construction and Planning) Landschaftsarchitektur (Landscape Architecture) Bauingenieurwesen (Civil Engineering) Holztechnik (Wood Engineering) Geomatik (Geomatics) Chemie (Chemistry) (Chemistry and Life Sciences) Biotechnologie (Biotechnology) Lebensmitteltechnologie (Food Technology) Life Technologies Umweltingenieurwesen (Environmental Engineering) Önologie (Oenology) Life Sciences Technologies Molecular Life Sciences Agronomie (Agronomy) (Agriculture and Forestry) Forstwirtschaft (Forestry) 4569).
Fachbereiche (Fields of Study) Bachelorstudiengänge (Bachelor Degree Programmes)
e. Wirtschaft und Dienstleistun- Betriebsökonomie (Business Administration) gen (Business, Management Wirtschaftsrecht (Business Law) and Services) Facility Management Hotellerie (Hospitality Management) Tourismus (Tourism) Wirtschaftsinformatik (Business Information Technology) Information und Dokumentation (Information Science) Kommunikation (Communication)
f. Design visuelle Kommunikation (Visual Communication) Produkt- und Industriedesign (Product and Industrial Design) Innenarchitektur (Interior Design) Konservierung (Conservation)
g. Gesundheit (Health) Pflege (Nursing) Physiotherapie (Physiotherapy) Ergotherapie (Occupational Therapy) Hebamme (Midwifery) Ernährung und Diätetik (Nutrition and Dietetics)
h. soziale Arbeit (Social Work) soziale Arbeit (Social Work)
i. Musik, Theater und Musik (Music) andere Künste Musik und Bewegung (Music and Movement) (Music, Theatre and other Arts) Theater (Theatre) bildende Kunst (Fine Arts) Vermittlung von Kunst und Design (Art and Design Communication) Film (Cinema) Literarisches Schreiben (Literary Writing)
j. angewandte Psychologie angewandte Psychologie (Applied Psychology) (Applied Psychology)
k. angewandte Linguistik Übersetzen (Translation) (Applied Linguistics)