416.2
Bundesgesetz über Stipendien an ausländische Studierende und Kunstschaffende in der Schweiz
vom 19. Juni 1987 (Stand am 1. März 2013)
Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf Artikel 66 der Bundesverfassung1 und auf die Zuständigkeit des Bundes in auswärtigen Angelegenheiten, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom3. September 19862,3 beschliesst:
Art. 1 Zweck
Mit diesem Gesetz will der Bund:
Studierenden und jungen Wissenschaftern aus Entwicklungsländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit des Bundes eine höhere Ausbildung oder eine Weiterbildung ermöglichen;
Studierenden und jungen Wissenschaftern aus Industrieländern eine Weiterbildung anbieten;
jungen ausländischen Kunstschaffenden eine Weiterbildung ermöglichen.
…4
Art. 2 Mittel
Als Mittel können eingesetzt werden:
Stipendien;
Zulagen für besondere Aufwendungen;
…5 2 Die Stipendien werden so berechnet, dass sie die Lebenshaltungskosten der Stipendiaten am Ausbildungsort decken können.6 3 Der Bundesrat regelt die Einzelheiten.
AS 1987 1192
Art. 3 Neue Stipendien
Der Bund bietet für jedes Ausbildungsjahr ausgewählten Ländern eine bestimmte Anzahl neuer Stipendien an.
Neun Zehntel der verfügbaren Stipendien werden auf Studierende aus Entwicklungs- und Industrieländern verteilt. Der Rest ist für Kunstschaffende bestimmt.
Das Angebot an Industrieländer wird in der Regel von der Gewährung des Gegenrechtes abhängig gemacht.
Art. 4 Voraussetzungen
Für die Zusprache eines Stipendiums sind massgebend:
die wissenschaftliche bzw. fachliche Qualifikation oder die künstlerische Reife des Bewerbers;
die Spezialisierungsmöglichkeiten im gewünschten Fachgebiet sowie die verfügbaren Ausbildungsplätze in der Schweiz;
Kenntnisse der Unterrichtssprache.
Bei Bewerbern aus Entwicklungsländern wird ausserdem geprüft, ob:
die gewählte Ausbildung für die Entwicklung des betreffenden Landes von Nutzen ist;
hinreichende Gewähr besteht, dass sie nach Abschluss der Ausbildung in ihr Heimatland zurückkehren und dort die erworbenen Kenntnisse sinnvoll verwenden können.
Bei mehreren gleichqualifizierten Bewerbern wird der Bewerber aus bescheideneren wirtschaftlichen Verhältnissen berücksichtigt.
Art. 5 Zusprache
Die Stipendien werden jeweils für ein Ausbildungsjahr, ausnahmsweise für eine kürzere Dauer zugesprochen.
Die Stipendien können jährlich verlängert werden, wenn dies für die Erreichung eines bestimmten Studienzieles erforderlich ist und die Voraussetzungen der Stipendiengewährung noch erfüllt sind.
Art. 6 Sistierung und Rückforderung
Ein Stipendium wird nicht oder nicht weiter ausbezahlt, wenn sich herausstellt, dass die Voraussetzungen nach Artikel 4 nicht oder nicht mehr bestehen.
…7
Werden Stipendien und Zulagen gestützt auf falsche oder unvollständige Angaben des Bewerbers zugesprochen, können auch bereits bezahlte Beträge zurückgefordert werden.
Art. 7 Zuständigkeit
Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung8 spricht die Stipendien zu; Hochschulstipendien gewährt es auf Antrag der Eidgenössischen Stipendienkommission.
Es kann die Zuständigkeit an das Staatssekretariat für Bildung und Forschung übertragen.9
Art. 810 Eidgenössische Stipendienkommission für ausländische Studierende
In der Eidgenössischen Stipendienkommission für ausländische Studierende sind die schweizerischen Hochschulen, die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten, die Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz und die Studierenden vertreten. Die Kommission kann von Fall zu Fall weitere Fachleute beiziehen.
Der Bundesrat wählt die Mitglieder und den Präsidenten. Die schweizerischen Hochschulen, die Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten und die Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz schlagen ihre Vertreter vor.
Art. 911 Finanzierung
Die Bundesversammlung bewilligt mit einfachem Bundesbeschluss den mehrjährigen Verpflichtungskredit für die Beiträge nach Artikel 2 Absatz 1.
Art. 10 Vollzug
Der Bundesrat erlässt die Ausführungsbestimmungen.
Art. 11 Schlussbestimmungen
Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum.
Es tritt am1. Januar 1988 in Kraft.
Ausdruck gemäss Ziff. I 12 der V vom 15. Juni 2012 (Neugliederung der Departemente), in Kraft seit1. Jan. 2013 (AS 2012 3655).