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Bundesgesetz über die Trolleybusunternehmen

744.21 · Systematische Sammlung des Bundesrechts

In force since Jul 20, 1951

https://lexipedia.io/en/docs/ch/sr-rs-rs/744-21/de/bundesgesetz-uber-die-trolleybusunternehmen

Retrieved on Aug 30, 2026

  1. Documents
  2. Confederation
  3. Systematic Compilation of Federal Legislation
Source

744.21

Bundesgesetz
über die Trolleybusunternehmen
(Trolleybus-Gesetz, TrG)1

vom 29. März 1950 (Stand am 1. Juli 2020)

Präambel

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 23, 26, 36, 37bis, 41bis, 64 und 64bis der Bundesverfassung2,3
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 26. Juli 19494,

Footnotes

  1. [2] [BS 1 3; AS 1958 362, 1973 429, 1985 1026]. Den genannten Bestimmungen entsprechen heute die Art. 81, 82, 87, 92, 122 und 123 der BV vom 18. April 1999 (SR 101).
  2. [3] Fassung gemäss Anhang Ziff. 20 des Gerichtsstandsgesetzes vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Januar 2001 (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).
  3. [4] BBl 1949 II 107

beschliesst:

I. Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Geltungsbereich

Diesem Gesetz unterstehen die Unternehmen5 des öffentlichen Verkehrs, soweit sie Trolleybusfahrzeuge verwenden.

Footnotes

  1. [5] Ausdruck gemäss Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681). Die Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen.

Trolleybus im Sinne dieses Gesetzes ist das motorisch angetriebene Fahrzeug, welches die zur Bewegung benötigte elektrische Energie aus einer Fahrleitung entnimmt und auf öffentlichen Strassen verkehrt, ohne an Schienen gebunden zu sein. In Zweifelsfällen entscheidet der Bundesrat über die Anwendbarkeit dieses Gesetzes.

Vorbehalten bleiben von diesem Gesetz abweichende Bestimmungen zwischenstaatlicher Vereinbarungen, welche auf Trolleybusfahrzeuge anwendbar sind.

Art. 2 Enteignung

Den diesem Gesetz unterstehenden Unternehmen steht das Enteignungsrecht nach Massgabe des Bundesgesetzes vom 20. Juni 19306 über die Enteignung zu.

Footnotes

  1. [6] SR 711

Art. 3 Verpfändung und Zwangsvollstreckung

Auf die diesem Gesetz unterstehenden Unternehmen finden die Vorschriften der Bundesgesetzgebung über die Verpfändung und Zwangsliquidation von Eisenbahnunternehmen7 Anwendung.

Footnotes

  1. [7] Ausdruck gemäss Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681). Die Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen.

Das Pfandrecht umfasst die dem elektrischen Betrieb dienenden Grundstücke, Hochbauten und elektrischen Anlagen.8

Footnotes

  1. [8] Fassung gemäss Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681).

II. Konzession

Art. 49

Das Recht, Reisende regelmässig und gewerbsmässig zu befördern, wird nach den Artikeln 6–8 des Personenbeförderungsgesetzes vom 20. März 200910 erteilt.

Footnotes

  1. [9] Fassung gemäss Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681).
  2. [10] SR 745.1
Cited in

Art. 5 und 611

Footnotes

  1. [11] Aufgehoben durch Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, mit Wirkung seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681).

III. Aufsicht

Art. 712 Aufsichtsbehörde

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) übt die Aufsicht über die Unternehmen aus.

Footnotes

  1. [12] Fassung gemäss Ziff. I 8 des BG vom 28. September 2018 über die Organisation der Bahninfrastruktur, in Kraft seit 1. Juli 2020 (AS 2020 1889; BBl 2016 8661).

Es zieht die für den Motorfahrzeugverkehr zuständigen Behörden zur Mitarbeit heran.

Der Bundesrat regelt die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden.

Cited in

Art. 813 Besondere Befugnisse des BAV

Das BAV ist befugt, Beschlüsse und Anordnungen von Organen oder Dienststellen der Unternehmen aufzuheben oder ihre Durchführung zu verhindern, wenn sie gegen dieses Gesetz oder internationale Vereinbarungen verstossen oder wichtige Landesinteressen verletzen.

Footnotes

  1. [13] Fassung gemäss Ziff. I 8 des BG vom 28. September 2018 über die Organisation der Bahninfrastruktur, in Kraft seit 1. Juli 2020 (AS 2020 1889; BBl 2016 8661).

IV. Bestimmungen über Bau und Betrieb

1. Technische Normalisierung

Art. 9

Der Bundesrat kann, nach Anhörung der beteiligten Kantone und der konzessionierten Unternehmen, Vorschriften über die technische Normalisierung der Anlagen und Fahrzeuge erlassen.

2. Elektrizitätsgesetzgebung

Art. 10

Auf die Erstellung, den Unterhalt und Betrieb der elektrischen Anlagen und Einrichtungen finden die Bestimmungen der Bundesgesetzgebung über elektrische Anlagen Anwendung.

3. Eisenbahngesetzgebung

a. Plangenehmigung

Art. 1114

Bauten und Anlagen, die ganz oder überwiegend dem Bau und Betrieb einer Trolleybuslinie dienen (Trolleybusanlagen), dürfen nur mit einer Plangenehmigung der Aufsichtsbehörde erstellt oder geändert werden.

Footnotes

  1. [14] Fassung gemäss Ziff. I 10 des BG vom 18. Juni 1999 über die Koordination und Vereinfachung von Entscheidverfahren, in Kraft seit 1. Januar 2000 (AS 1999 3071 3124; BBl 1998 2591).

Das Plangenehmigungsverfahren richtet sich nach dem Eisenbahngesetz vom 20. Dezember 195715.

Footnotes

  1. [15] SR 742.101
Cited in

b. Weitere Vorschriften

Art. 11a16

Das Unternehmen untersteht den für Eisenbahnen gültigen Vorschriften in Bezug auf:

  1. die Information über die Aufsichtstätigkeit;

  2. die Meldung und die Untersuchung von Unfällen und schweren Vorfällen;

  3. die Datenbearbeitung durch das BAV;

  4. die Arbeits- und die Ruhezeit des Personals.17

Footnotes

  1. [16] Eingefügt durch Ziff. I 10 des BG vom 18. Juni 1999 über die Koordination und Vereinfachung von Entscheidverfahren, in Kraft seit 1. Januar 2000 (AS 1999 3071 3124; BBl 1998 2591).
  2. [17] Fassung gemäss Ziff. I 8 des BG vom 28. September 2018 über die Organisation der Bahninfrastruktur, in Kraft seit 1. Juli 2020 (AS 2020 1889; BBl 2016 8661).

Die Artikel 12–15 bleiben vorbehalten.

3a. Sorgfaltspflicht

Art. 11b18

Das Unternehmen ist für die Sicherheit des Betriebs verantwortlich. Namentlich muss es die Anlagen und die Fahrzeuge so instand halten, dass die Sicherheit jederzeit gewährleistet ist.

Footnotes

  1. [18] Eingefügt durch Ziff. I 8 des BG vom 28. September 2018 über die Organisation der Bahninfrastruktur, in Kraft seit 1. Juli 2020 (AS 2020 1889; BBl 2016 8661).

4. Motorfahrzeugverkehrsgesetzgebung

a. Grundsatz

Art. 12

Für die technische Ausrüstung der Fahrzeuge und den Verkehr auf der Strasse gelten die Vorschriften der Bundesgesetzgebung über den Motorfahrzeugverkehr. Vorbehalten bleiben die in diesem Gesetz genannten Ausnahmen.

b. Zulassung
der Fahrzeuge und Betriebseröffnung

Art. 13

Die Zulassung der Fahrzeuge und Anhänger zum Verkehr sowie die Eröffnung des Betriebes bedürfen der vorherigen Bewilligung der Aufsichtsbehörde. Jedes Fahrzeug muss das Kennzeichen des Unternehmens und eine Nummer tragen.

Die Bewilligung ersetzt den Fahrzeugausweis und die Nummer das Kontrollschild. Die Bewilligung wird sowohl des Unternehmens als der zuständigen kantonalen Behörde mitgeteilt.

c. Führerausweis

Art. 14

Der Bundesrat erlässt Vorschriften über die Ausbildung und Prüfung von Trolleybusführern.

Der Führerausweis wird von der zuständigen kantonalen Behörde erteilt.

Die Verweigerung und der Entzug von Führerausweisen sind mit der Begründung der Aufsichtsbehörde mitzuteilen.

V. Haftpflicht und Versicherung

1. Haftpflicht

Art. 15

Wird durch den Betrieb eines Trolleybusfahrzeuges ein Mensch getötet oder verletzt oder Sachschaden verursacht, so haftet das Unternehmen nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 15. März 193219 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr. Dessen Bestimmungen über die Haftpflicht beim Wechsel des Halters finden jedoch keine Anwendung.

Footnotes

  1. [19] [BS 7 595 614; AS 1948 531, 1949 II 1491 Art. 4, AS 1959 679 Art. 107 Abs. 3, 1960 1157 Art. 28 Abs. 1 Ziff. 1, 1308 Art. 4 Abs. 6, 1962 1364 Art. 99 Abs. 3]. Heute: nach den Bestimmungen des Strassenverkehrsgesetzes (SR 741.01).

Ist die Tötung oder Verletzung oder der Sachschaden durch den Betrieb einer elektrischen Anlage oder die Einwirkung des elektrischen Stromes auf das Fahrzeug verursacht, so haftet das Unternehmen nach den Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 24. Juni 190220 betreffend die Schwach- und Starkstromanlagen.

Footnotes

  1. [20] SR 734.0

…21

Footnotes

  1. [21] Aufgehoben durch Anhang Ziff. 20 des Gerichtsstandsgesetzes vom 24. März 2000, mit Wirkung seit 1. Januar 2001 (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).

2. Versicherung

Art. 16

Das Unternehmen hat eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen zur Deckung des durch ihren Betrieb verursachten Schadens. Die Versicherungssummen dürfen nicht geringer sein als diejenigen, welche die Bundesgesetzgebung über den Motorfahrzeugverkehr dem Halter von schweren Motorwagen zum Personentransport vorschreibt.

Die Versicherung muss bei einem vom Bundesrat in der Schweiz zum Geschäftsbetrieb zugelassenen Versicherungsunternehmen22 oder einer andern, von der Aufsichtsbehörde anerkannten Einrichtung abgeschlossen sein. Der Versicherungsvertrag bedarf der Genehmigung der Aufsichtsbehörde.

Footnotes

  1. [22] Ausdruck gemäss Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681). Die Anpassung wurde im ganzen Text vorgenommen.

Der Betrieb darf erst eröffnet und nur solange aufrechterhalten werden, als die Versicherung besteht. Der Versicherer ist verpflichtet, das Aussetzen oder Aufhören der Versicherung der Aufsichtsbehörde zu melden.

VI. Verwaltungsmassnahmen und Strafbestimmungen

1. Ordnungsbusse und
Aufhebung der
Konzession

Art. 17

…23

Footnotes

  1. [23] Aufgehoben durch Art. 96 Abs. 1 Ziff. 9 des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 1957, mit Wirkung seit 1. Juli 1958 (AS 1958 335; BBl 1956 I 213).

Bei schwerer oder wiederholter Zuwiderhandlung gegen dieses Gesetz, seine Vollziehungsvorschriften und gegen die Bestimmungen der Konzession, oder, wenn die Konzession gegenstandslos geworden ist, kann das Departement die Konzession ohne Entschädigung an den Inhaber aufheben. Die Kantonsregierung ist vorher anzuhören.

2. Vergehen und Übertretungen

Art. 18

Die Strafbestimmungen des Bundesgesetzes vom 15. März 193224 über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr finden Anwendung, mit Ausnahme derjenigen über das Fahren ohne Fahrzeugausweis und über das Kontrollschild.

Footnotes

  1. [24] [BS 7 595 614; AS 1948 531, 1949 II 1491 Art. 4, 1959 679 Art. 107 Abs. 3, 1960 1157 Art. 28 Abs. 1 Ziff. 1, 1308 Art. 4 Abs. 6, AS 1962 1364 Art. 99 Abs. 3]. Heute: Die Strafbestimmungen des BG vom 19. Dezember 1958 über den Strassenverkehr (SR 741.01).

Die Bestimmungen, insbesondere die Strafbestimmungen, des Eisenbahngesetzes vom 20. Dezember 195725 über die Dienstunfähigkeit gelten sinngemäss.26

Footnotes

  1. [25] SR 742.101
  2. [26] Eingefügt durch Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681).

3. Abgaben

Art. 18a27

Der Bundesrat setzt die für den Vollzug dieses Gesetzes zu erhebenden Abgaben fest.

Footnotes

  1. [27] Eingefügt durch Ziff. II 19 des BG vom 20. März 2009 über die Bahnreform 2, in Kraft seit 1. Januar 2010 (AS 2009 5597 5629; BBl 2005 2415, 2007 2681).

VII. Übergangs- und Schlussbestimmungen

Art. 19 Übergangsbestimmungen

Dieses Gesetz findet auch Anwendung auf vor seinem Inkrafttreten konzessionierte Trolleybusunternehmen. Soweit nötig, sind die Konzessionen innert drei Jahren den gesetzlichen Bestimmungen anzupassen.

Der Bundesrat ist ermächtigt, bei neuen technischen Erscheinungen bei Trolleybusfahrzeugen diejenigen Massnahmen zu treffen, die sich bis zur gesetzlichen Regelung als notwendig erweisen.

Art. 19a28 Übergangsbestimmungen
zur Änderung
vom 18. Juni 1999

Gesuche, die bei Inkrafttreten dieser Änderung hängig sind, werden nach neuem Verfahrensrecht beurteilt.

Footnotes

  1. [28] Eingefügt durch Ziff. I 10 des BG vom 18. Juni 1999 über die Koordination und Vereinfachung von Entscheidverfahren, in Kraft seit 1. Januar 2000 (AS 1999 3071 3124; BBl 1998 2591).

Auf hängige Beschwerden ist das alte Verfahrensrecht anwendbar.

Art. 20 Inkrafttreten
und Vollzug

Der Bundesrat bestimmt den Zeitpunkt des Inkrafttretens und erlässt die Vollziehungsvorschriften. Er hört vor dem Erlass die für den Motorfahrzeugverkehr zuständigen Behörden und die konzessionierten Unternehmen an.

Datum des Inkrafttretens: 20. Juli 195129

Footnotes

  1. [29] BRB vom 6. Juli 1951