910.15
Verordnung über die Koordination der Inspektionen auf Landwirtschaftsbetrieben
(Inspektionskoordinationsverordnung, VKIL)
vom 14. November 2007 (Stand am 1. Januar 2009)
Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 32 Absatz 3 des Tierschutzgesetzes vom16. Dezember 20051, auf Artikel 44 des Heilmittelgesetzes vom15. Dezember 20002, auf Artikel 36 Absatz 5 des Lebensmittelgesetzes vom9. Oktober 19923, auf die Artikel 177, 181 Absatz 1bis, 185 Absätze5 und 6 des Landwirtschaftsgesetzes vom29. April 19984 und auf Artikel 57 Absatz 3 Buchstabe c des Tierseuchengesetzes vom1. Juli 19665, verordnet:
Art. 1 Geltungsbereich
Diese Verordnung gilt für Inspektionen nach den folgenden Verordnungen:
Tierschutzverordnung vom27. Mai 19816;
Tierarzneimittelverordnung vom18. August 20047;
Gewässerschutzverordnung vom28. Oktober 19988;
Direktzahlungsverordnung vom7. Dezember 19989;
Sömmerungsbeitragsverordnung vom14. November 200710;
Ackerbaubeitragsverordnung vom7. Dezember 199811;
Bio-Verordnung vom22. September 199712;
Verordnung vom23. November 200513 über die Primärproduktion;
AS 2007 6167
[AS 1981 572, 1986 1408, 1991 2349, 1997 1121, 1998 2303, 2001 1337 Anhang Ziff. 1 2063, 2006 1427 5217 Anhang Ziff. 2, 2007 1847 Anhang 3 Ziff. 1. AS 2008 2985 Anhang 6 Ziff. I]. Siehe heute: die V vom23. April 2008 (SR 455.1).
Milchqualitätsverordnung vom23. November 200514;
Verordnung des EVD vom23. November 200515 über die Hygiene bei der Milchproduktion;
Tierseuchenverordnung vom27. Juni 199516;
TVD-Verordnung vom23. November 200517;
18 die Tierzuchtverordnung vom14. November 200719.
Sie gilt für Inspektionen:
auf Betrieben, die nach Artikel 3 Absatz 3 der Verordnung vom23. November 2005 über die Primärproduktion registriert sind;
der Aufzucht, des Anbaus, der Erzeugung und des Erntens von Primärprodukten;
des Melkens, der Aufzucht und der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere vor dem Schlachten;
der Bestimmungen im Geltungsbereich der Verordnungen nach Artikel 1, welche die Anwesenheit des Bewirtschafters oder der Bewirtschafterin erfordern;
20 über die Anbindehaltung bei den Freibergerpferden.
Art. 2 Inspektionsfrequenz
Die Kantone müssen ihre Inspektionen so koordinieren, dass landwirtschaftliche Betriebe in der Regel nicht mehr als einmal pro Jahr, Biobetriebe nicht mehr als zweimal pro Jahr inspiziert werden.
Häufigere Inspektionen können insbesondere vorgenommen werden:
auf Betrieben, auf denen in der vorangehenden Inspektion Mängel festgestellt wurden;
auf Betrieben, bei denen ein begründeter Verdacht auf Nichteinhaltung von Vorschriften besteht;
auf Betrieben, bei denen wesentliche betriebliche Änderungen stattgefunden haben;
aufgrund ausserordentlicher Ereignisse wie Krankheiten oder Seuchen.
Der Abstand zwischen zwei Inspektionen darf höchstens betragen:
21 vier Jahre bei Inspektionen nach der Tierschutzverordnung vom23. April 200822, der Gewässerschutzverordnung vom28. Oktober 199823, der Direktzahlungsverordnung vom7. Dezember 199824 (ökologischer Leistungsnachweis, Öko- und Ethobeiträge), der Ackerbaubeitragsverordnung vom 7. Dezember 199825, der Verordnung vom23. November 200526 über die Primärproduktion, der Tierzuchtverordnung vom14. November 200727, der Verordnung des EVD vom23. November 200528 über die Hygiene bei der Milchproduktion;
12 Jahre bei Inspektionen nach der Tierarzneimittelverordnung vom18. August 200429, der Direktzahlungsverordnung vom7. Dezember 1998 (Strukturdaten), der Sömmerungsbeitragsverordnung vom14. November 200730, der Milchqualitätsverordnung vom23. November 200531, der Tierseuchenverordnung vom27. Juni 199532 und der TVD-Verordnung vom23. November 200533.
Bis zum31. Dezember 2009 werden jährlich mindestens 2 Prozent der Betriebe stichprobenweise überprüft. Ab dem1. Januar 2010 werden jährlich mindestens
Prozent der Betriebe risikobasiert überprüft.
Art. 3 Inspektionsqualität und -anerkennung
Privatrechtliche Inspektionsstellen müssen für ihre Tätigkeit nach Artikel 1 der europäischen Norm ISO/IEC 1702034 «Allgemeine Kriterien für den Betrieb verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen» und der Akkreditierungs- und Bezeichnungsverordnung vom17. Juni 199635 akkreditiert sein.
Die Inspektionsresultate einer Inspektionsstelle sind für alle für den Vollzug zuständigen Behörden verbindlich. Die zuständigen Behörden überprüfen die Auftragserledigung der von ihnen beigezogenen privatrechtlichen Inspektionsstellen.
Der Text dieser Norm kann bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung, Bürglistrasse29, 8400 Winterthur (www.snv.ch), Telefon: 052 224 54 82, Fax: 052 224 54 74, E-Mail: verkauf@snv.ch bezogen werden.
Die Vollzugsorgane melden Mängel, die unabhängig vom Inspektionsgegenstand festgestellt werden, anderen betroffenen Stellen sowie der Inspektionsstelle weiter. Die Vollzugsorgane und die Inspektionsstellen ziehen die Konsequenzen aus der Feststellung.
Art. 4 Aufgaben der Kantone
Der Kanton bezeichnet eine Koordinationsstelle für die Inspektionen nach Artikel 1.
Die Koordinationsstelle bestimmt die zu inspizierenden Betriebe und Inspektionsbereiche. Sie führt eine Liste der für den Vollzug der Inspektionen nach Artikel 1 verantwortlichen Personen und übermittelt die Liste jährlich dem Bundesamt für Landwirtschaft, dem Bundesamt für Veterinärwesen, dem Bundesamt für Umwelt und dem Bundesamt für Gesundheit.
Die Kantone erfassen die Daten der inspizierten Betriebe, die Inspektionsresultate, die verhängten Verwaltungsmassnahmen sowie Daten zur Kürzung oder Verweigerung von Beiträgen in einem vom Bund unter Mitwirkung der Kantone betriebenen umfassenden, standardisierten und gemeinsamen Informationssystem.
Art. 5 Aufgaben des Bundes
Das Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt und überwacht die Umsetzung dieser Verordnung in Koordination mit dem Bundesamt für Veterinärwesen, dem Bundesamt für Umwelt, dem Bundesamt für Gesundheit und der Bundeseinheit für die Lebensmittelkette.
Der Bund stellt die Daten von öffentlich-rechtlichen Inspektionen für privatrechtliche Inspektionen zur Verfügung.
Der Bund legt die Anforderungen an Inhalt, Betrieb und Qualität des Informationssystems gemäss Artikel 4 Absatz 3 fest und regelt die Bedingungen für den Zugang und die Verwendung. Er betreibt das Informationssystem unter Mitwirkung der Kantone.
Art. 6 Änderung bisherigen Rechts
Die Änderung bisherigen Rechts wird im Anhang geregelt.
Art. 7 Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt der Absätze2 und 3 am1. Januar 2008 in Kraft.
Artikel 4 Absatz 3 tritt am1. Januar 2009 in Kraft.
Artikel 3 Absatz 1 tritt am1. Januar 2010 in Kraft.
Änderung bisherigen Rechts
Die nachstehenden Verordnungen werden wie folgt geändert:
1. Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 199536
Art. 292a …
2. Milchqualitätsverordnung vom 23. November 200537
Art. 12 Abs. 4 und 5 …
3. TVD-Verordnung vom 23. November 200538
Art. 16 Abs. 2–4 …
4. Tierarzneimittelverordnung vom 18. August 200439
Art. 30 Abs. 1 Bst. c …
Art. 31 …