AS 2007 5699
Verordnung über die Personendosimetrie
Verordnung über die Personendosimetrie (Dosimetrieverordnung)
Änderung vom 7. November 2007
Das Eidgenössische Departement des Innern und das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, verordnen:
I Die Dosimetrieverordnung vom 7. Oktober 19991 wird wie folgt geändert:
Art. 13 Bst. c Die Aufsichtsbehörde kann verlangen, dass: c. Extremitätendosimeter getragen werden, falls die Extremitätendosis mehr als
25 mSv pro Jahr betragen kann.
Art. 14 Abs. 5 und 6
5 Der Bewilligungsinhaber meldet der Dosimetriestelle die Personen, welche beim
Tragen einer Bleischürze ein zweites Dosimeter benötigen. 6 Die Dosimetriestelle berechnet die totale individuelle Dosis und meldet Hunter, Hüber und Htotal dem Betrieb und dem zentralen Dosisregister.
Art. 15 Tragweise von Extremitätendosimetern Ein Extremitätendosimeter muss möglichst an derjenigen Stelle, an der die höchste Dosis zu erwarten ist, getragen werden. Falls mehrere Dosimeter getragen werden, wird die höchste Dosis verbucht.
Art. 19 Abs. 4
4 Die anerkennende Behörde kann bezüglich der Energieabhängigkeit oder des
Messbereiches Abweichungen von den Anforderungen gemäss den Anhängen 3–7 erlauben. Dazu muss vom Betreiber der Personendosimetriestelle nachgewiesen werden dass: a. sein Dosimetriesystem in Strahlenfeldern eingesetzt wird, die nur in einem Teilenergiebereich einen signifikanten Dosisbeitrag liefern; oder
1 SR 814.501.43
2006-0668 5699
Dosimetrieverordnung AS 2007
b. während der Strahlenexposition durch physikalische Gründe oder technische Massnahmen die Überschreitung eines bestimmten Dosishöchstwertes nicht möglich ist.
Art. 27 Referenzstrahlungsfelder Die Referenzstrahlungsfelder nach Anhang 8 müssen den Normen ISO2 40373 (Photonenstrahlung), ISO 85294 (Neutronenstrahlung) und ISO 69805 (Betastrah- lung) entsprechen.
II
1 Die Anhänge 2, 8 und 9 werden gemäss Beilage geändert.
2 Anhang 10 erhält die neue Fassung gemäss Beilage.
2 International Organization for Standardization.
Die technischen Normen der ISO in dieser Verordnung können beim Bundesamt für Gesundheit, 3003 Bern, kostenlos eingesehen oder beim Schweizerischen Informations- zentrum für technische Regeln (switec), Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur oder unter der Internetadresse www.snv.ch gegen Verrechnung bezogen werden.
3 ISO 4037-1, Ausgabe:1996-12
Röntgen- und Gamma-Referenzstrahlung für die Kalibrierung von Dosimetern und Dosis- leistungsmessgeräten und die Bestimmung ihrer Energieabhängigkeit – Teil 1: Eigen- schaften und Erzeugung der Strahlung. ISO 4037-2, Ausgabe:1997-12 Röntgen- und Gamma-Referenzstrahlungen für die Kalibrierung von Dosimetern und Dosisleistungsmessgeräten und zur Bestimmung ihrer Energieabhängigkeit – Teil 2: Dosimetrie für den Strahlenschutz für die Energiebereiche von 8 keV bis 1,3 MeV und von 4 MeV bis 9 MeV. ISO 4037-3, Ausgabe:1999-06 Röntgen- und Gamma-Referenzstrahlungsfelder für die Kalibrierung von Dosis- und– Dosisleistungsmessgeräten und für die Ermittlung des Ansprechvermögens in Abhängigkeit von der Photonenenergie – Teil 3: Kalibrierung von Orts- und Personen- dosimetern und Messung ihres Ansprechvermögens in Abhängigkeit von Energie und Einfallswinkel. ISO 4037-4, Ausgabe:2004-10 Röntgen- und Gamma-Referenzstrahlung zur Kalibrierung von Dosimetern und Dosis- leistungsmessern und zur Bestimmung ihrer Ansprechempfindlichkeit als Funktion der Photonenenergie – Teil 4: Kalibrierung von Orts- und Personendosimetern in niedrigenergetischen Röntgen-Referenzstrahlungsfeldern.
4 ISO 8529-1, Ausgabe:2001-02
Neutronen-Referenzstrahlungen – Teil 1: Merkmale und Verfahren zur Erzeugung. ISO 8529-2, Ausgabe:2000-08 Neutronen-Referenzstrahlungsfelder – Teil 2: Grundlagen für die Kalibrierung von Strahlenschutz-Messgeräten bezüglich der das Strahlungsfeld charakterisierenden Basis- grössen. ISO 8529-3, Ausgabe:1998-11 Neutronen-Referenzstrahlungen – Teil 3: Kalibrierung von Orts- und Personendosimetern und Ermittlung ihres Ansprechvermögens in Abhängigkeit von der Neutronenenergie und des Einfallwinkels.
5 ISO 6980, Ausgabe:1996-10
Beta-Referenzstrahlung für die Kalibrierung von Dosis- und Dosisleistungsmessgeräten, und für die Bestimmung ihrer Energieabhängigkeit.
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Dosimetrieverordnung AS 2007
III Diese Änderung tritt am 1. Januar 2008 in Kraft.
7. November 2007 Eidgenössisches Departement des Innern: Pascal Couchepin
7. November 2007 Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation: Moritz Leuenberger
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Dosimetrieverordnung AS 2007
Anhang 2 (Art. 18)
Titel
Anforderungen unter routinemässigen Bedingungen für Photonendosimeter H0 H0 ist die tiefste Dosis, die messbar sein muss (siehe Anhänge 3 und 6)
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Dosimetrieverordnung AS 2007
Anhang 8 (Art. 24 und 27)
Konversionskoeffizienten
Bst. a, Referenzen nach Tabelle
a. Konversionskoeffizienten für Photonen Referenzen: ICRP 741, ISO 4037-32.
1 International Commission on Radiological Protection, www.icrp.org
2 International Organization for Standardization, www.iso.org
Bst. d, Referenz und Fussnote 1 nach Tabelle
d. Quellenspezifische Konversionskoeffizienten für übliche Betastandardquellen Referenz: Mitteilung NPL1
1 National Physical Laboratory, www.npl.co.uk
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Dosimetrieverordnung AS 2007
Anhang 9 (Art. 40)
Interpretation der Inkorporationsmessung
Text vor Formel 5 Falls eine Inkorporation deutlich über der Nachweisgrenze liegt und die effektive Halbwertszeit vergleichbar oder eindeutig länger ist als das Überwachungsintervall, wird eine solche Inkorporation den nächsten Messwert beeinflussen. In diesem Fall muss bei weiteren Inkorporationsmessungen der Beitrag der vorangehenden Inkor- poration berechnet und vom neuen Messwert abgezogen werden. Diese Korrektur berechnet sich aus der Extrapolation der vorangehenden Inkorporation Ia auf den Zeitpunkt der neuen Messung mit Hilfe des Faktors m(Δt). Δt ist das Zeitintervall zwischen dem (angenommenen) Zeitpunkt der vorangehenden Inkorporation und der neuen Messung. Der Anteil Mn des neuen Messwertes M(t), der auf eine neue Inkor- poration zurückzuführen ist, wird mit dem Messwert Ma der vorangehenden Mes- sung wie folgt berechnet: Text nach Formel 8 mit Hilfe der m(t)-Werte zu berechnen. Die Zeitspanne Δt beträgt (n+1/2).T, wobei n die Zahl der Intervalle bezeichnet, die die Inkorporation zurückliegt. Die m(t)-Werte sind in tabellierter oder in grafischer Form in ICRP-Publikation 78 angegeben. Für den Fall Δt = 3.T/2 sind die Werte k(Δt) im Anhang 10 speziell aufgeführt. In der Praxis sind diese Korrekturen erst zu berücksichtigen, wenn die Korrektur mehr als
10 % der resultierenden Dosis ausmacht.
Wo in der Praxis von einer chronischen Inkorporation ausgegangen werden kann (z. B. H-3, I-125), sind die im Anhang 10 aufgeführten Faktoren für Dauerinkorpo- ration zu verwenden.
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Dosimetrieverordnung AS 2007
Anhang 10 (Art. 32, 33, 34, 39 und 40)
Nuklidspezifische Datenblätter
Nuklidliste: Seite
1. H-3 als HTO 25
2. C-11 26 3. C-14 27 4. O-15 28 5. F-18 29 6. P-32 30 7. P-33 31 8. S-35 32
9. Ca-45 33
10. Cr-51 34
11. Fe-59 35
12. Co-57 36
13. Co-58 37
14. Co-60 38
15. Zn-65 39
16. Ga-67 40
17. Ga-68 41
18. Sr-85 42
19. Sr-89 43
20. Sr-90 44
21. Y-90 45
22. Tc-99m 46
23. In-111 47
24. I-123 48 25. I-124 49 26. I-125 50 27. I-131 51
28. Cs-134 52
29. Cs-137 53
30. Sm-153 54
31. Er-169 55
32. Lu-177 56
33. Re-186 57
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Dosimetrieverordnung AS 2007
Nuklidliste: Seite
34. Re-188 58
35. Tl-201 59
36. Ra-226 60
37. Th-232 61
38. U-235 62 39. U-238 63
40. Np-237 64
41. Pu-239 65
42. Am-241 66
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Dosimetrieverordnung AS 2007
1. H-3 als HTO
1. Stoffwechsel
An Wasser gebundenes Tritium kann durch Inhalation, Ingestion oder Absorption durch die Haut aufgenommen werden. 97 % des Tritiums mischt sich rasch mit dem Körperwasser und wird mit einer Halbwertszeit von 10 Tagen primär im Urin ausgeschieden. Nur die restlichen 3 % werden organisch gebunden und mit einer Halbwertszeit von 40 Tagen ausgeschieden. Die Strahlenexposition ist deshalb praktisch proportional zur Tritiumkonzentration im Urin. Arbeitskräfte, die Tritium-Leuchtfarbe oder mit Tritium-Leuchtfarbe beschichtete Zeiger und Zifferblätter verarbeiten, sind einer dauernden Tritium-Inkorporation ausgesetzt. In diesem Fall entsteht im Körperwasser und damit im Urin ein Gleichgewichtszustand, und die Dosis muss gemäss dem Modell für dauernde Inkorporation berechnet werden.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 42 000 Bq/l Inkorporationsmessung Messung der Tritiumkonzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: 1 Tag
4. Interpretation für einmalige Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,78×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,86×10-9 Cu: Messwert in Bq/l 3 0,90×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,95×10-9 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 1,1×10-9 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 1,1×10-9 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 1,2×10-9 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 2,0×10-9 30 5,3×10-9 45 13×10-9
5. Interpretation für dauernde Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = Cu.1,4.10-9 (Sv pro Überwachungsintervall)
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Dosimetrieverordnung AS 2007
2. C-11
1. Stoffwechsel
Aufgrund der Kurzlebigkeit (Halbwertszeit 20.38 Min.) zerfällt dieses Nuklid zum grössten Teil vollständig im Körper, bevor es ausgeschieden wird. Des Weiteren verursacht inhalier- tes oder über Ingestion aufgenommenes C-11 den grössten Dosisbeitrag in der Lunge (Inha- lation) bzw. im Magen-Darm-Trakt (Ingestion).
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Direkte Messung der Strahlung mit einem Dosisleistungsmessgerät vor dem Magen/Abdo- men mindestens alle 4 Stunden. Messschwelle: 0,1 μSv/h vor dem Magen Inkorporationsmessung Wegen der kurzen physikalischen Halbwertszeit ist eine Inkorporationsmessung nicht möglich.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 4 Stunden TMessung: – tEreignis: Sofort
4. Interpretation
Nach einer Überschreitung der Messschwelle ist eine spezielle Untersuchung und Interpreta- tion der Daten zur Ermittlung der effektiven Folgedosis E50 durch einen Sachverständigen im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde erforderlich.
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Dosimetrieverordnung AS 2007
3. C-14
1. Stoffwechsel
Das Standardmodell wurde entwickelt für Kohlenstoffverbindungen, die vom Körper als Baustoffe oder Energiequelle (Nahrungskohlenstoff) verwertbar sind. Es wird vorausgesetzt, dass solche inhalierte Verbindungen zu 100 % vom Körper aufgenommen und gleichmässig via Blutbahn über den Körper verteilt werden und mit einer biologischen Halbwertszeit von 40 Tagen zu 1,7 % über den Urin ausgeschieden werden. Viele mit C-14 markierte organi- sche Verbindungen werden vom Körper nicht aufgenommen und mit biologischen Halb- wertszeiten von Stunden bis Tagen primär über den Urin ausgeschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch, ausgenommen Nahrungskohlenstoff) Direkte Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 200 Bq/l. Tägliche Triagemessungen, falls die Messschwelle überschritten wird. Eine Inkorporations- messung wird erforderlich, falls die Messschwelle während einer Woche überschritten bleibt. Inkorporationsmessung Messung der C-14-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 1 Woche TMessung: 30 Tage tEreignis: 1 Tag
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation.
Falls die biologische Halbwertszeit wesentlich kleiner als 40 Tage ist, wird nach Artikel 40 Absatz 4 eine fallspezifische Dosisberechnung vorgenommen. t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 4,3×10-6 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 2,9×10-6 Cu: Messwert in Bq/l 3 2,9×10-6 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 2,9×10-6 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 3,0×10-6 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 3,0×10-6 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 3,1×10-6 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 3,5×10-6 30 4,5×10-6 45 5,8×10-6
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = Cu ⋅ 3,5 ⋅ 10 −6 − E50 a ⋅ 0,60
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Dosimetrieverordnung AS 2007
4. O-15
1. Stoffwechsel
Aufgrund der Kurzlebigkeit (Halbwertszeit 122.2 s) zerfällt inkorporiertes O-15 im Körper, bevor es ausgeschieden wird. Des Weiteren verursacht inhaliertes und über Ingestion aufge- nommenes O-15 den grössten Dosisbeitrag in der Lunge (Inhalation) resp. im Magen-Darm- Trakt (Ingestion). 80 % des bei Inhalation in die Lunge gelangenden Sauerstoffes werden wieder ausgeatmet, ohne weiter in den Körper aufgenommen zu werden, der Rest gelangt über die Blutbahn in den gesamten Körper.
2. Messmethoden
Überwachung (obligatorisch) Kontinuierliche Überwachung der Raumabluft. Alarm bei Überschreitung einer Luftkonzent- ration von 4000 Bq/m3. Triagemessung Direkte Messung der Strahlung mit einem Dosisleistungsmessgerät vor dem Magen/Abdo- men nach jedem Alarm bei der Überwachung. Messschwelle: 0,1 μSv/h vor dem Magen Inkorporationsmessung Wegen der kurzen physikalischen Halbwertszeit ist eine Inkorporationsmessung nicht möglich.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: bei Alarm TMessung: – tEreignis: Sofort
4. Interpretation
Nach einer Überschreitung der Messschwelle ist eine spezielle Untersuchung und Interpreta- tion der Daten zur Ermittlung der effektiven Folgedosis E50 durch einen Sachverständigen im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde erforderlich.
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Dosimetrieverordnung AS 2007
5. F-18
1. Stoffwechsel
Aufgrund der Kurzlebigkeit (Halbwertszeit 109.77 Min.) zerfällt dieses Nuklid zum grössten Teil vollständig im Körper, bevor es ausgeschieden wird. Des Weiteren verursacht inhalier- tes oder über Ingestion aufgenommenes F-18 den grössten Dosisbeitrag in der Lunge (Inha- lation) bzw. im Magen-Darm-Trakt (Ingestion).
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Direkte Messung der Strahlung mit einem Dosisleistungsmessgerät vor dem Magen/Abdo- men mindestens alle 4 Stunden. Messschwelle: 0,1 μSv/h vor dem Magen Inkorporationsmessung Wegen der kurzen physikalischen Halbwertszeit ist eine Inkorporationsmessung nicht möglich.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 4 Stunden TMessung: --- tEreignis: Sofort
4. Interpretation
Nach einer Überschreitung der Messschwelle ist eine spezielle Untersuchung und Interpreta- tion der Daten zur Ermittlung der effektiven Folgedosis E50 durch einen Sachverständigen im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde erforderlich.
5711
Dosimetrieverordnung AS 2007
6. P-32
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Phosphat (Absorptionsklasse Typ M) wird zu etwa 70 % via Nase, Verdauungs- trakt (Resorptionsanteil f1= 0,8) und Urin rasch wieder ausgeschieden. Phosphat, das in die Blutbahn gelangt, wird zu etwa 70 % vom Weichgewebe und den Knochen aufgenommen. Die Verweilzeit dieses Anteils wird durch die physikalische Halbwertszeit, sowie die relativ rasche Ausscheidung aus dem Weichgewebe über den Urin (Halbwertszeit = 19 Tage) bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 200 Bq/l Inkorporationsmessung Messung der P-32-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: 2 Tage
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,011×10-5 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,018×10-5 Cu: Messwert in Bq/l 3 0,029×10-5 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,043×10-5 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 0,056×10-5 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,073×10-5 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,090×10-5 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 0,27×10-5 30 0,92×10-5 45 3,1×10-5
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = Cu ⋅ 2,7 ⋅ 10 −6 − E50 a ⋅ 0,09
5712
Dosimetrieverordnung AS 2007
7. P-33
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Phosphat (Absorptionsklasse Typ M) wird zu etwa 70 % via Nase, Verdauungs- trakt (Resorptionsanteil f1= 0,8) und Urin rasch wieder ausgeschieden. Phosphat, das in die Blutbahn gelangt, wird zu etwa 70 % vom Weichgewebe und den Knochen aufgenommen. Die Verweilzeit dieses Anteils wird durch die physikalische Halbwertszeit, sowie die relativ rasche Ausscheidung aus dem Weichgewebe über den Urin (Halbwertszeit = 19 Tage) bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 200 Bq/l Inkorporationsmessung Messung der P-33-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: 2 Tage
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,049×10-6 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,079×10-6 Cu: Messwert in Bq/l 3 0,12×10-6 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,18×10-6 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 0,23×10-6 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,28×10-6 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,34×10-6 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 0,87×10-6 30 2,2×10-6 45 5,4×10-6
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = Cu ⋅ 0,87 ⋅ 10 −6 − E50 a ⋅ 0,16
5713
Dosimetrieverordnung AS 2007
8. S-35
1. Stoffwechsel
Inhalierte anorganische Schwefelverbindungen (Absorptionsklasse Typ M) werden zu rund 85 % via Nase, Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1= 0,8) und Urin rasch wieder ausge- schieden. Was in die Blutbahn gelangt, wird lediglich zu 20 % längerfristig gespeichert, pri- mär im Weichgewebe. Die biologische Halbwertszeit dieser Komponente beträgt 20 Tage. Nur wenig wird lange gespeichert und zerfällt mit der physikalischen Halbwertszeit von
87 Tagen.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 150 Bq/l Inkorporationsmessung Messung der S-35-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler nach chemischer Extraktion (Sulfatfällung).
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 60 Tage TMessung: 60 Tage tEreignis: 1 Tag
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,0070×10-6 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,057×10-6 Cu: Messwert in Bq/l 3 0,42×10-6 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,77×10-6 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 0,81×10-6 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,86×10-6 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,91×10-6 15 1,2×10-6 Überwachungsintervall T = 60 Tage 30 2,1×10-6 60 5,7×10-6 90 14×10-6
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 60 Tage: E50 = Cu ⋅ 2,1 ⋅ 10 −6 − E50 a ⋅ 0,15
5714
Dosimetrieverordnung AS 2007
9. Ca-45
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Calcium (Absorptionsklasse Typ M) wird zu etwa 90 % via Nase und Ver- dauungstrakt (Resorptionsanteil f1= 0,3) rasch ausgeschieden. Calcium, das in die Blutbahn gelangt, wird von den Knochen und vom Weichgewebe aufgenommen. Im Fall von Ca-45 bestimmt beim erwachsenen Menschen die physikalische Halbwertszeit von 163 Tagen die Verweilzeit im Knochen. Die biologische Halbwertszeit bestimmt die Verweilzeit im Weich- gewebe. Von dort wird Calcium etwa zu gleichen Teilen via Urin und Verdauungstrakt aus- geschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 150 Bq/l Inkorporationsmessung Messung der Ca-45-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: 2 Tage
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,29×10-6 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,63×10-6 Cu: Messwert in Bq/l 3 0,87×10-6 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 1,1×10-6 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 1,2×10-6 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 1,5×10-6 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 1,6×10-6 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 3,2×10-6 30 8,1×10-6 45 17×10-6
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: a ⋅ 0,19 E50 = Cu ⋅ 3, 2 ⋅ 10 −6 − E50
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Dosimetrieverordnung AS 2007
10. Cr-51
1. Stoffwechsel
Je nach chemischer Form (Cr III oder Cr VI) wird Chrom vom Körper verschieden auf- genommen und zurückgehalten. Da das dosimetrische Modell darauf basiert, dass einerseits die kleinen Mengen inhaliertes Cr III in der Lunge zu Cr VI oxidiert werden und dass ander- seits aber Cr VI in Zirkulation zu Cr III reduziert wird, verschwinden diese Unterschiede weitgehend. Inhaliertes Chrom (Absorptionsklasse Typ M) wird zu etwa 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1= 0,1) rasch wieder ausgeschieden. Chrom, das in die Blutbahn gelangt, wird zu 25 % längerfristig im ganzen Körper gespeichert. Dies wird im Fall von Cr-51 durch die physikalische Halbwertszeit von 28 Tagen verhindert.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 120 000 Bq Inkorporationsmessung Messung der Cr-51-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,071×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,13×10-9 M: Messwert in Bq 3 0,23×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,31×10-9 m(t): Retentionsanteil 5 0,37×10-9 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,41×10-9 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,45×10-9 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 0,67×10-9 30 1,2×10-9 45 2,0×10-9
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = M ⋅ 0,67 ⋅ 10 −9 − E50 a ⋅ 0,34
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Dosimetrieverordnung AS 2007
11. Fe-59
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Eisen (Absorptionsklasse Typ M) wird zu etwa 10 % vom Körper aufgenommen, der Rest wird via Nase oder Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0,1) im Verlauf weniger Stunden und Tage ausgeschieden. Vom Körper aufgenommenes Eisen wird zu rund 70 % ins Hämoglobin (rotes Blutprotein) eingebaut, der Rest in verschiedenen Organen gespeichert. Einmal aufgenommenes Eisen wird vom Körper sorgfältig zurückgehalten; bei einem Eisen- depot von rund 3,5 g werden täglich nur etwa 0,6 mg ausgeschieden. Somit bestimmt beim Fe-59 die physikalische Halbwertszeit von 44,5 Tagen die Verweilzeit des aufgenommenen Eisens im Körper.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 2500 Bq Inkorporationsmessung Messung der Fe-59-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,64×10-8 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 1,1×10-8 M: Messwert in Bq 3 1,8×10-8 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 2,3×10-8 m(t): Retentionsanteil 5 2,7×10-8 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 2,7×10-8 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 2,9×10-8 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 3,4×10-8 30 4,4×10-8 45 5,8×10-8 60 7,4×10-8
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = M ⋅ 3,4 ⋅ 10 −8 − E50 a ⋅ 0,59
5717
Dosimetrieverordnung AS 2007
12. Co-57
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Kobalt (Absorptionsklasse Typ S) wird zu 90 % via Nase, Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0,05) und Urin im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschie- den. Knapp 10 % bleiben längerfristig im Körper, primär in der Lunge. Die Verweilzeit die- ses Anteils im Körper wird für Co-57 primär durch die physikalische Halbwertszeit von
271 Tagen bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 25 000 Bq Inkorporationsmessung Messung der Co-57-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 180 Tage TMessung: 180 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 1,22×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 2,40×10-9 M: Messwert in Bq 3 4,29×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 6,19×10-9 m(t): Retentionsanteil 5 7,58×10-9 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 8,37×10-9 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 8,78×10-9 15 10,1×10-9 30 12,0×10-9 60 15,3×10-9 Überwachungsintervall T = 180 Tage 90 18,4×10-9 180 27,5×10-9 270 38,2×10-9
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 180 Tage: −8 a E 50 = M ⋅ 1,84 ⋅ 10 − E 50 ⋅ 0, 48
5718
Dosimetrieverordnung AS 2007
13. Co-58
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Kobalt (Absorptionsklasse Typ S) wird zu 90 % via Nase, Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0,05) und Urin im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschie- den. Knapp 10 % bleiben längerfristig im Körper, primär in der Lunge. Die Verweilzeit die- ses Anteils im Körper wird für Co-58 primär durch die physikalische Halbwertszeit von 70,8 Tagen bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 2600 Bq Inkorporationsmessung Messung der Co-58-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,35×10-8 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,68×10-8 M: Messwert in Bq 3 1,2×10-8 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 1,8×10-8 m(t): Retentionsanteil 5 2,2×10-8 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 2,5×10-8 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 2,6×10-8 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 3,2×10-8 30 4,3×10-8 45 5,3×10-8 60 6,8×10-8 90 10×10-8
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = M ⋅ 3,2 ⋅ 10 −8 − E50 a ⋅ 0,60
5719
Dosimetrieverordnung AS 2007
14. Co-60
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Kobalt (Absorptionsklasse Typ S) wird zu 90 % via Nase, Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0,05) und Urin im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschie- den. Knapp 10 % bleiben längerfristig im Körper, primär in der Lunge. Die Verweilzeit die- ses Anteils im Körper wird wegen der langen physikalischen Halbwertszeit primär durch die Mechanismen der Lungenclearance bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 1200 Bq Inkorporationsmessung Messung der Co-60-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 180 Tage TMessung: 180 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,35×10-7 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,68×10-7 M: Messwert in Bq 3 1,2×10-7 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 1,7×10-7 m(t): Retentionsanteil 5 2,1×10-7 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 2,3×10-7 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 2,5×10-7 15 2,8×10-7 30 3,1×10-7 60 3,8×10-7 Überwachungsintervall T = 180 Tage 90 4,3×10-7 180 5,3×10-7 270 6,1×10-7
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 180 Tage: E50 = M ⋅ 4,3 ⋅ 10 −7 − E50 a ⋅ 0,70
5720
Dosimetrieverordnung AS 2007
15. Zn-65
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Zink (Absorptionsklasse Typ S) wird zu etwa 90 % via Nase und Verdauungs- trakt (Resorptionsanteil f1=0,5) rasch wieder ausgeschieden. Der Rest verteilt sich über das Blut zu 80 % im ganzen Körper und zu 20 % im Skelett. Die im Skelett und 70 % der im ganzen Körper gespeicherten Aktivität werden mit einer biologischen Halbwertszeit von 400 Tagen ausgeschieden. Der Rest wird mit einer biologischen Halbwertszeit von 20 Tagen ausgeschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 25 000 Bq Inkorporationsmessung Messung der Zn-65-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 180 Tage TMessung: 180 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 5,19×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 7,39×10-9 M: Messwert in Bq 3 9,06×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 10,0×10-9 m(t): Retentionsanteil 5 10,4×10-9 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 10,7×10-9 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 10,9×10-9 15 11,8×10-9 30 13,5×10-9 Überwachungsintervall T = 180 Tage 90 19,4×10-9 180 29,4×10-9 270 43,4×10-9 360 63,6×10-9
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 180 Tage: −8 a E 50 = M ⋅ 1,94 ⋅ 10 − E 50 ⋅ 0, 45
5721
Dosimetrieverordnung AS 2007
16. Ga-67
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Gallium (Annahme: Oxide; Absorptionsklasse Typ M) wird via Nase und Ver- dauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0.001) im Verlaufe von Stunden bis Tagen wieder ausgeschieden. Gallium, das ins Blut gelangt, wird primär im ganzen Körper verteilt. 30 % wird sehr rasch ausgeschieden. Der Rest wird mit einer biologischen Halbwertszeit von
50 Tagen aus dem Körper ausgeschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 5500 Bq Inkorporationsmessung Messung der Ga-67-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 7 Tage TMessung: 7 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,70×10-9 2 1,65×10-9 3 3,55×10-9 Überwachungsintervall T = 7 Tage 4 6,32×10-9 5 9,49×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 6 12,9×10-9 M: Messwert in Bq 7 16,7×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 8 21,2×10-9 m(t): Retentionsanteil 9 26,7×10-9 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 10 33,3×10-9 14 81,6×10-9
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 7 Tage: −9 a E 50 = M ⋅ 3,55 ⋅ 10 − E 50 ⋅ 0,11
5722
Dosimetrieverordnung AS 2007
17. Ga-68
1. Stoffwechsel
Aufgrund der Kurzlebigkeit (Halbwertszeit 68 Min.) zerfällt dieses Nuklid zum grössten Teil vollständig im Körper, bevor es ausgeschieden wird. Des Weiteren verursacht inhaliertes oder über Ingestion aufgenommenes Ga-68 den grössten Dosisbeitrag in der Lunge (Inhalation) bzw. im Magen-Darm-Trakt (Ingestion).
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Direkte Messung der Strahlung mit einem Dosisleistungsmessgerät vor dem Magen / Abdomen mindestens alle 4 Stunden. Messschwelle: 0,1 µSv/h vor dem Magen Inkorporationsmessung Wegen der kurzen physikalischen Halbwertszeit ist eine Inkorporationsmessung nicht möglich.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 4 Stunden TMessung: – tEreignis: Sofort
4. Interpretation
Nach einer Überschreitung der Messschwelle ist eine spezielle Untersuchung und Interpretation der Daten zur Ermittlung der effektiven Folgedosis E50 durch einen Sachverständigen im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde erforderlich.
5723
Dosimetrieverordnung AS 2007
18. Sr-85
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Sr-85 (Absorptionsklasse Typ S) wird zu 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0,01) im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit dieses Anteils im Körper wird durch die physikalische Halbwertszeit des Sr-85 bestimmt. Die geringe Menge Strontium, die ins Blut gelangt, wird in die Knochen eingebaut oder, primär über den Urin, wieder ausgeschie- den.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 6400 Bq Inkorporationsmessung Messung der Sr-85-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,13×10-8 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,26×10-8 M: Messwert in Bq 3 0,49×10-8 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,72×10-8 m(t): Retentionsanteil 5 0,90×10-8 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 1,0×10-8 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 1,1×10-8 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 1,3×10-8 30 1,7×10-8 45 2,2×10-8 60 2,8×10-8 90 4,3×10-8
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = M ⋅ 1,3 ⋅ 10 −8 − E50 a ⋅ 0,59
5724
Dosimetrieverordnung AS 2007
19. Sr-89
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Sr-89 (Absorptionsklasse Typ S) wird zu 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0,01) im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit dieses Anteils im Körper wird durch die physikalische Halbwertszeit des Sr-89 bestimmt. Die geringe Menge Strontium, die ins Blut gelangt, wird in die Knochen eingebaut oder, primär über den Urin, wieder ausgeschie- den.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 0,5 Bq/l Inkorporationsmessung Messung der Sr-89 Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler nach chemischer Aufbereitung.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: 1 Tag
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,0098×10-3 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,024×10-3 Cu: Messwert in Bq/l 3 0,037×10-3 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,049×10-3 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 0,065×10-3 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,080×10-3 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,096×10-3 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 0,26×10-3 30 0,65×10-3 45 1,5×10-3 60 2,6×10-3
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E50 = Cu ⋅ 0,26 ⋅ 10 −3 − E50 a ⋅ 0,17
5725
Dosimetrieverordnung AS 2007
20. Sr-90
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Sr-90 (Absorptionsklasse Typ S) wird zu 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=0,01) im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit dieses Anteils im Körper wird wegen der langen physikalischen Halbwertszeit durch die Mechanismen der Lungenclearance bestimmt. Strontium, das ins Blut gelangt, wird in die Knochen eingebaut oder, primär über den Urin, wieder ausgeschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung einer Urinprobe mittels Flüssigszintillationszähler. Messschwelle: 0,05 Bq/l Inkorporationsmessung Messung der Sr-90-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Flüssigszintillationszähler nach chemischer Aufbereitung.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: 1 Tag
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,13×10-3 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,32×10-3 Cu: Messwert in Bq/l 3 0,49×10-3 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,67×10-3 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 0,83×10-3 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,98×10-3 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 1,2×10-3 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 2,7×10-3 30 6,0×10-3 45 11×10-3 60 16×10-3
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: −3 a E 50 = C u ⋅ 2 , 7 ⋅ 10 − E 50 ⋅ 0, 25
5726
Dosimetrieverordnung AS 2007
21. Y-90
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Yttrium (Absorptionsklasse Typ M) wird via Nase und Verdauungstrakt (Resorp- tionsanteil f1=0.0001) rasch ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit dieses Anteils im Körper wird durch die physikalische Halbwertszeit von 2.67 Tagen bestimmt. Die geringe Menge Yttrium, die ins Blut gelangt, wird hauptsächlich in die Knochen und die Leber eingebaut (65 %) oder direkt wieder ausgeschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der Kontamination der Hände nach Ausziehen der Handschuhe mit einem Konta- minationsmonitor. Messschwelle: 3000 Bq auf 100 cm2 Inkorporationsmessung Messung der Y-90-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Proportionalzähler nach chemi- scher Aufbereitung.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: nach jeder TMessung: bei Überschreitung tEreignis: 1 Tag Anwendung der Messschwelle
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{e/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 9,48×10-7 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 1,30×10-5 Cu: Messwert in Bq/l 3 1,01×10-4 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 1,95×10-4 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 2,64×10-4 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 3,48×10-4 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 4,59×10-4 10 1,05×10-3 15 4,13×10-3 20 1,63×10-2 30 2.49×10-1
5727
Dosimetrieverordnung AS 2007
22. Tc-99m
1. Stoffwechsel
Das Technetium fixiert sich aktiv in der Schilddrüse, der Speicheldrüse, im Magen und Darm. Man nimmt an, dass der Rest der Aktivität sich gleichmässig im ganzen Organismus verteilt. Die Ausscheidung erfolgt über Stuhl und Urin (Resorptionsanteil f1=0,8).
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Direkte Messung der Strahlung mit einem Dosisleistungsmessgerät vor dem Magen respek- tive vor der Schilddrüse. Messschwelle: 1 μSv/h Inkorporationsmessung Messung der Tc-99m-Aktivität in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: am Tagesende TMessung: (bei Überschreitung tEreignis: Sofort der Messschwelle)
4. Interpretation
Wegen der kurzen physikalischen Halbwertszeit (6h) ist eine Standardinterpretation der Messdaten nicht möglich. Inkorporationen im Normalfall (kBq) führen nur zu kleinen Dosen (10-5 mSv). Bei einem Unfall oder nach Überschreitung der Messschwelle sind eine spezielle Untersuchung und Interpretation der Daten erforderlich.
5728
Dosimetrieverordnung AS 2007
23. In-111
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Indium (Absorptionsklasse Typ M) wird via Nase und Verdauungstrakt (Resorp- tionsanteil f1=0.02) rasch ausgeschieden. Indium, das ins Blut gelangt, verteilt sich relativ gleichmässig im ganzen Körper. Es wird angenommen, dass dieser Anteil nicht mehr ausge- schieden wird. Die Verweilzeit des kurzlebigen In-111 im Körper wird somit durch die physikalische Halbwertszeit von 2.8 Tagen bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 5000 Bq Inkorporationsmessung Messung der In-111-Aktivität in M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 7 Tage TMessung: 7 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,80×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 1,88×10-9 3 3,99×10-9 Überwachungsintervall T = 7 Tage 4 6,97×10-9 5 10,4×10-9 M: Messwert in Bq 6 14,2×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 7 18,7×10-9 m(t): Retentionsanteil 8 24,2×10-9 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 9 31,2×10-9 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 10 40,1×10-9 14 109×10-9
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 7 Tage: −9 a E 50 = M ⋅ 3.99 ⋅ 10 − E 50 ⋅ 0,10
5729
Dosimetrieverordnung AS 2007
24. I-123
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Jod (Absorptionsklasse Typ F) wird zu 50 % wieder ausgeatmet. Die andere Hälfte gelangt rasch ins Blut (Resorptionsanteil f1=1). Davon werden 30 % im Verlauf eines Tages in die Schilddrüse eingebaut, 70 % werden über den Urin ausgeschieden. Die biolo- gische Halbwertszeit in der Schilddrüse beträgt 80 Tage. Die Verweilzeit des kurzlebigen I-123 in der Schilddrüse wird somit durch die physikalische Halbwertszeit von 13,2 Stunden bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Schilddrüse mit einem Kontaminationsmonitor. Messschwelle: 1400 Bq Inkorporationsmessung Messung der I-123-Aktivität M in Bq mit einem Schilddrüsenmonitor.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: am Tagesende TMessung: bei Überschreitung tEreignis: 6–12 h (= 12 h) der Messschwelle
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1/4 0,0022×10-6 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 1/2 0,0020×10-6 M: Messwert in Bq 1 0,0029×10-6 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 1,5 0,0052×10-6 m(t): Retentionsanteil 2 0,010×10-6 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 3 0,034×10-6 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 4 0,12×10-6 5 0,44×10-6 6 1,5×10-6 7 5,5×10-6
5730
Dosimetrieverordnung AS 2007
25. I-124
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Jod (Absorptionsklasse Typ F) wird zu 50 % wieder ausgeatmet. Die andere Hälfte gelangt rasch ins Blut (Resorptionsanteil f1=1). Davon werden 30 % im Verlauf eines Tages in die Schilddrüse eingebaut, 70 % werden über den Urin ausgeschieden. Die biolo- gische Halbwertszeit in der Schilddrüse beträgt 80 Tage. Die Verweilzeit des kurzlebigen I-124 in der Schilddrüse wird somit durch die physikalische Halbwertszeit von 4,2 Tagen bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Schilddrüse mit einem Kontaminationsmonitor. Messschwelle: 3000 Bq Inkorporationsmessung Messung der I-124-Aktivität M in Bq mit einem Schilddrüsenmonitor.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 7 Tage TMessung: 14 Tage tEreignis: 6–12 h
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,56×10-7 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,62×10-7 M: Messwert in Bq 3 0,74×10-7 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,88×10-7 m(t): Retentionsanteil 5 1,04×10-7 . 6 1,24×10-7 Überwachungsintervall T = 14 Tage 7 1,48×10-7 10 2,49×10-7 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation 14 5,00×10-7 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 15 5,94×10-7 21 14,1×10-7
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 14 Tage: −7 a E 50 = M ⋅ 1.48 ⋅ 10 − E 50 ⋅ 0,10
5731
Dosimetrieverordnung AS 2007
26. I-125
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Jod (Absorptionsklasse Typ F) wird zu 50 % wieder ausgeatmet. Die andere Hälfte gelangt rasch ins Blut (Resorptionsanteil f1=1). Davon werden 30 % im Verlauf eines Tages in die Schilddrüse eingebaut, 70 % werden über den Urin ausgeschieden. Die biolo- gische Halbwertszeit in der Schilddrüse beträgt 80 Tage und die physikalische Halbwertszeit
60 Tage.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Schilddrüse mit einem Kontaminationsmonitor. Messschwelle: 1 300 Bq Inkorporationsmessung Messung der I-125-Aktivität M in Bq mit einem Schilddrüsenmonitor.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 30 Tage TMessung: 90 Tage tEreignis: 6–12 h
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,56×10-7 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,52×10-7 M: Messwert in Bq 3 0,52×10-7 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,56×10-7 m(t): Retentionsanteil 5 0,56×10-7 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,56×10-7 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,56×10-7 15 0,66×10-7 30 0,90×10-7 Überwachungsintervall T = 90 Tage 45 1,2×10-7 60 1,6×10-7 90 2,6×10-7 135 6,1×10-7
5. Interpretation für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 90 Tage: E50 = M ⋅ 1,2 ⋅ 10 −7 − E50 a ⋅ 0,20
5732
Dosimetrieverordnung AS 2007
27. I-131
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Jod (Absorptionsklasse Typ F) wird zu 50 % wieder ausgeatmet. Die andere Hälfte gelangt rasch ins Blut (Resorptionsanteil f1=1). Davon werden 30 % im Verlauf eines Tages in die Schilddrüse eingebaut, 70 % werden über den Urin ausgeschieden. Die biolo- gische Halbwertszeit in der Schilddrüse beträgt 80 Tage. Die Verweilzeit des I-131 in der Schilddrüse wird somit durch die physikalische Halbwertszeit von 8 Tagen bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Schilddrüse mit einem Kontaminationsmonitor. Messschwelle: 2000 Bq Inkorporationsmessung Messung der I-131-Aktivität M in Bq mit einem Schilddrüsenmonitor.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 7 Tage TMessung: 30 Tage tEreignis: 6–12 h
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,092×10-6 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,092×10-6 M: Messwert in Bq 3 0,10×10-6 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,11×10-6 m(t): Retentionsanteil 5 0,12×10-6 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,13×10-6 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,15×10-6 Überwachungsintervall T = 30 Tage 15 0,31×10-6 30 1,3×10-6 45 5,2×10-6
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 30 Tage: E 50 = M ⋅ 0,31 ⋅ 10 −6 − E 50 a ⋅ 0, 06
5733
Dosimetrieverordnung AS 2007
28. Cs-134
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Cäsium (Absorptionsklasse Typ F) wird zu 50 % wieder ausgeatmet. Die andere Hälfte gelangt rasch ins Blut (Resorptionsanteil f1=1). Dieser Anteil verteilt sich gleich- mässig über den ganzen Körper. 10 % dieser Aktivität wird mit einer biologischen Halb- wertszeit von 2 Tagen primär im Urin ausgeschieden, die restlichen 90 % mit einer solchen von 110 Tagen bei Männern, etwa 70 Tagen bei Frauen. Zur Inkorporationsüberwachung wird die für Männer bestimmte Halbwertszeit verwendet.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Da Cäsium aus der Lunge rasch in den Körper gelangt, kann nicht erwartet werden, dass das Thoraxmessgerät das inhalierte Cäsium total erfasst. Um das zu korrigieren, wird davon ausgegangen, dass die Thoraxmessung nur 50 % der inkorporierten Menge erfasst. Messschwelle: 6 000 Bq Inkorporationsmessung Messung der Cs-134-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 180 Tage TMessung: 180 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,16×10-7 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,19×10-7 M: Messwert in Bq 3 0,21×10-7 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,22×10-7 m(t): Retentionsanteil 5 0,22×10-7 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 0,23×10-7 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 0,23×10-7 15 0,25×10-7 30 0,27×10-7 60 0,34×10-7 Überwachungsintervall T = 180 Tage 90 0,42×10-7 180 0,80×10-7 270 1,5×10-7
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 180 Tage: E50 = M ⋅ 0,42 ⋅10 −7 − E50 a ⋅ 0,28
5734
Dosimetrieverordnung AS 2007
29. Cs-137
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Cäsium (Absorptionsklasse Typ F) wird zu 50 % wieder ausgeatmet. Die andere Hälfte gelangt rasch ins Blut (Resorptionsanteil f1=1). Dieser Anteil verteilt sich gleich- mässig über den ganzen Körper. 10 % dieser Aktivität wird mit einer biologischen Halb- wertszeit von 2 Tagen primär im Urin ausgeschieden, die restlichen 90 % mit einer solchen von 110 Tagen bei Männern, etwa 70 Tagen bei Frauen. Zur Inkorporationsüberwachung wird die für Männer bestimmte Halbwertszeit verwendet.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Da Cäsium aus der Lunge rasch in den Körper gelangt, kann nicht erwartet werden, dass das Thoraxmessgerät das inhalierte Cäsium total erfasst. Um das zu korrigieren, wird davon ausgegangen, dass die Thoraxmessung nur 50 % der inkorporierten Menge erfasst. Messschwelle: 9 000 Bq Inkorporationsmessung Messung der Cs-137-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 180 Tage TMessung: 180 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 1,1×10-8 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 1,3×10-8 M: Messwert in Bq 3 1,5×10-8 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 1,5×10-8 m(t): Retentionsanteil 5 1,6×10-8 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 1,6×10-8 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 1,6×10-8 15 1,7×10-8 30 1,9×10-8 60 2,2×10-8 Überwachungsintervall T = 180 Tage 90 2,8×10-8 180 4,8×10-8 270 8,6×10-8
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 180 Tage: E50 = M ⋅ 2,8 ⋅ 10 −8 − E50a ⋅ 0,33
5735
Dosimetrieverordnung AS 2007
30. Sm-153
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Samarium (Absorptionsklasse Typ M) wird via Nase und Verdauungstrakt rasch wieder ausgeschieden (Resorptionsanteil f1=0.0005). Die geringe Menge Samarium, die ins Blut gelangt, wird zu 90 % in die Knochen und in die Leber eingebaut, mit einer biologi- schen Halbwertszeit von 3500 Jahren. Die Verweilzeit von Samarium-153 im Körper wird somit durch die physikalische Halbwertzeit von 46.7 Stunden bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Messung der Kontamination der Hände nach Ausziehen der Handschuhe mit einem Konta- minationsmonitor. Messschwelle: 3000 Bq auf 100 cm2 Inkorporationsmessung Messung der Sm-153-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: nach jeder TMessung: bei Überschreitung tEreignis: sofort Anwendung der Messschwelle
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 1,96×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 5,31×10-9 M: Messwert in Bq 3 1,30×10-8 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 2,61×10-8 m(t): Retentionsanteil 5 4,42×10-8 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 6,83×10-8 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 1,01×10-7 10 3,05×10-7 15 1,87×10-6 20 1,14×10-5 30 4,22×10-4
5736
Dosimetrieverordnung AS 2007
31. Er-169
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Erbium (Absorptionsklasse Typ M) wird via Nase und Verdauungstrakt rasch wieder ausgeschieden (Resorptionsanteil f1=0.0005). Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit dieses Anteils wird durch die physikalische Halbwertszeit von 9.4 Tagen bestimmt. Die geringe Menge Erbium, die ins Blut gelangt, wird zu 65 % in die Knochen und in die Leber eingebaut oder direkt wieder ausgeschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Messung der Kontamination der Hände nach Ausziehen der Handschuhe mit einem Konta- minationsmonitor. Messschwelle: 10 000 Bq auf 100 cm2 Inkorporationsmessung Messung der Er-169-Konzentration Cu im Urin in Bq/l mittels Proportionalzähler nach chemischer Aufbereitung.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: nach jeder TMessung: bei Überschreitung tEreignis: 1 Tag Anwendung der Messschwelle
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
T einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 4,25×10-7 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 4,75×10-6 Cu: Messwert in Bq/l 3 2,95×10-5 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 4,60×10-5 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 5,17×10-5 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 5,65×10-5 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 6,16×10-5 10 8,05×10-5 15 1,24×10-4 20 1,91×10-4 30 4,47×10-4
5737
Dosimetrieverordnung AS 2007
32. Lu-177
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Lutetium (Absorptionsklasse Typ M) wird via Nase und Verdauungstrakt rasch wieder ausgeschieden (Resorptionsanteil f1=0.0005). Die geringe Menge Lutetium, die ins Blut gelangt, wird zu etwa 62 % vom Körper (hauptsächlich von den Knochen) aufgenom- men, mit einer biologischen Halbwertszeit von 3500 Jahren. Der Rest wird etwa zu gleichen Teilen via Stuhl und Urin ausgeschieden. Die Verweilzeit vom Lutetium-177 im Körper wird durch die physikalische Halbwertszeit von 6.7 Tagen bestimmt.
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Messung der Kontamination der Hände nach Ausziehen der Handschuhe mit einem Konta- minationsmonitor. Messschwelle: 3000 Bq auf 100 cm2 Inkorporationsmessung Messung der Lu-177-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: nach jeder TMessung: nach Überschreitung tEreignis: sofort Anwendung der Messschwelle
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 3,48×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 7,63×10-9 M: Messwert in Bq 3 1,56×10-8 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 2,58×10-8 m(t): Retentionsanteil 5 3,57×10-8 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 4,38×10-8 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 5,08×10-8 10 7,27×10-8 15 1,27×10-7 20 2,23×10-7 30 6,75×10-7
5738
Dosimetrieverordnung AS 2007
33. Re-186
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Rhenium (Absorptionsklasse Typ M) gelangt rasch in die Schilddrüse, den Magen, die Leber und den Darm. Man nimmt an, dass der Rest der Aktivität sich gleichmäs- sig im ganzen Organismus verteilt. Etwa 70 % des Rhenium wird mit einer biologischen Halbwertszeit von 1.6 Tagen zu gleichen Teilen via Stuhl und Urin ausgeschieden (Resorp- tionsanteil f1 = 0.8).
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der Kontamination der Hände nach Ausziehen der Handschuhe mit einem Konta- minationsmonitor. Messschwelle: 3000 Bq auf 100 cm2 Inkorporationsmessung Messung der Re-186-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: nach jeder TMessung: bei Überschreitung tEreignis: sofort Anwendung der Messschwelle
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 2,74×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 4,90×10-9 M: Messwert in Bq 3 8,22×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 1,30×10-8 m(t): Retentionsanteil 5 1,94×10-8 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 2,80×10-8 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 3,90×10-8 10 9,09×10-8 15 2,89×10-7 20 8,28×10-7 30 6,22×10-6
5739
Dosimetrieverordnung AS 2007
34. Re-188
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Rhenium (Absorptionsklasse Typ M) gelangt rasch in die Schilddrüse, den Magen, die Leber und den Darm. Man nimmt an, dass der Rest der Aktivität sich gleichmäs- sig im ganzen Organismus verteilt. Etwa 70 % des Rhenium wird mit einer biologischen Halbwertszeit von 1.6 Tagen zu gleichen Teilen via Stuhl und Urin ausgeschieden (Resorp- tionsanteil f1 = 0.8).
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der Kontamination der Hände nach Ausziehen der Handschuhe mit einem Konta- minationsmonitor. Messschwelle: 3000 Bq auf 100 cm2 Inkorporationsmessung Messung der Re-188-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: nach jeder TMessung: bei Überschreitung tEreignis: sofort Anwendung der Messschwelle
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 3,75×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 1,49×10-8 M: Messwert in Bq 3 5,53×10-8 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 1,93×10-7 m(t): Retentionsanteil 5 6,43×10-7 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 2,06×10-6 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 6,33×10-6 10 1,61×10-4 15 2,75×10-2
5740
Dosimetrieverordnung AS 2007
35. Tl-201
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Thallium (Absorptionsklasse Typ F) wird zu 50 % wieder ausgeatmet. Der andere Teil gelangt rasch ins Blut (Resorptionsanteil f1=1). Dieser Anteil wird zu 97 % gleich- mässig über den ganzen Körper verteilt und 3 % gehen in die Nieren. Das Thallium wird mit einer biologischen Halbwertszeit von 10 Tagen ausgeschieden.
2. Messmethoden
Triagemessung Direkte Messung der Gammastrahlung mit einem Thoraxmessgerät. Messschwelle: 55 000 Bq Inkorporationsmessung Messung der Tl-201-Aktivität M in Bq mit einem Ganzkörperzähler.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: 14 Tage TMessung: 14 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = M.{einh/m(t)} [Tage] [Sv/Bq]
1 0,16×10-9 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,25×10-9 M: Messwert in Bq 3 0,35×10-9 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 0,48×10-9 m(t): Retentionsanteil 5 0,66×10-9 6 0,89×10-9 Überwachungsintervall T = 14 Tage. 7 1,19×10-9 8 1,61×10-9 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 9 2,16×10-9 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 10 2,91×10-9 14 9,55×10-9 21 56,7×10-9
5741
Dosimetrieverordnung AS 2007
36. Ra-226
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Radium (Absorptionsklasse Typ M) wird via Nase und Verdauungstrakt (Resor- ptionsanteil f1=0.2) im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit in der Lunge wird durch die Mechanis- men der Lungenclearance bestimmt. Radium, das ins Blut gelangt, wird primär in die Kno- chen eingebaut.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der α-Aktivitätskonzentration der Raumluft am Arbeitsplatz. Messschwelle: 380 Bq h/m3 (Integralwert über 1 Jahr) Inkorporationsmessung Messung der Aktivitätskonzentration Cu im Urin in Bq/l des Ra-226 und der Folgenuklide.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: – TMessung: 180 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
t einh/m(t) E50 = Cu.{einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq]
1 0,20×10-2 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,99×10-2 Cu: Messwert in Bq/l 3 1,50×10-2 Einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 4 2,11×10-2 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in l-1 5 2,93×10-2 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 6 4,03×10-2 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 7 5,42×10-2 15 17,6×10-2 30 32,6×10-2 60 48,8×10-2 Überwachungsintervall T = 180 Tage 90 68,8×10-2 180 151×10-2 270 275×10-2
5. Korrektur für vorangehende Inkorporation
Überwachungsintervall T = 180 Tage: E50 = M ⋅ 6,9 ⋅ 10−1 − E50a ⋅ 0,25
5742
Dosimetrieverordnung AS 2007
37. Th-232
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Th-232 (Annahmen: Oxid oder Hydroxid, Absorptionsklasse Typ S) wird zu 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=2×10-4) im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweil- zeit in der Lunge wird, wegen der langen physikalischen Halbwertszeit, durch die Mecha- nismen der Lungenclearance bestimmt. Thorium, das ins Blut gelangt, wird primär im Knochen langzeitig deponiert, wobei wegen des andauernden Knochenumbaus auch das Knochenmark einer relativ hohen Dosis ausgesetzt wird.
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Messung der Th-232-Konzentration in der Luft am Arbeitsplatz (Atemluftüberwachung). Messschwelle: 70 Bq⋅h/m3 (Integralwert über 1 Jahr) Bei Überschreitung der Messschwelle ist während den ersten 3 Tagen der Stuhl und Urin zu sammeln und auszumessen. Ab der 10-fachen Messschwelle ist auch eine Ganzkörpermes- sung durchzuführen. Als Ergänzung der Triagemessungen ist einmal pro Jahr eine Messung der Th-232 Konzen- tration Cu im Urin in Bq/l durchzuführen.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: – TMessung: 360 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
Jeder positive Befund ist individuell abzuklären. E50.= Cu.{einh/m(t)} bei Urinmessungen Urin Stuhl GK E50.= Mst.{einh/m(t)} bei Stuhlmessungen t [Tage] einh/m(t) [Sv.l/Bq] einh/m(t) [Sv.d/Bq] einh/m(t) [Sv/Bq] E50.= M.{einh/m(t)} bei Ganzkörper- messungen 1 1,3 0,011×10-2 0,24×10-4 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 5,1 0,0075×10-2 0,48×10-4 Cu: Messwert in Bq/l (Urin-Messung) 3 8,8 0,014×10-2 0,86×10-4 Mst: Messwert in Bq/d (Stuhl-Messung) 4 11 0,034×10-2 1,3×10-4 M: Messwert in Bq (GK-Messung) 5 12 0,086×10-2 1,6×10-4 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 6 13 0,21×10-2 1,8×10-4 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin 7 15 0,48×10-2 1,9×10-4 (=1,4 l) in l-1; oder im Stuhl in d-1; oder 15 22 2,4×10-2 2,1×10-4 GK-Retentionsanteil 30 28 3,4×10-2 2,4×10-4 t: Tage zwischen Messung und 45 34 4,8×10-2 2,6×10-4 Inkorporation. 90 44 11×10-2 3,1×10-4 Bei unbekanntem Inkorporationszeit- punkt ist t = T/2 180 53 32×10-2 3,6×10-4
5743
Dosimetrieverordnung AS 2007
38. U-235
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Uranium (Annahme Oxid, Absorptionsklasse Typ S) wird zu gut 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=2×10-3) im Verlauf von Stunden bis Tagen wie- der ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit in der Lunge wird durch die Mechanismen der Lungenclearance bestimmt. Uranium, das ins Blut gelangt, wird über die Nieren recht effizient ausgeschieden. Die Lungendosis dominiert; die Retention im Knochen ist unwichtig. Speziell bei löslichen Uranverbindungen wie UF6 ist die chemische Toxizität zu beachten.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der U-235-Konzentration in der Luft am Arbeitsplatz (Atemluftüberwachung). Messschwelle: 140 Bq⋅h/m3 (Integralwert über 1 Jahr) Bei Überschreitung der Messschwelle ist während den ersten 3 Tagen der Stuhl und Urin zu sammeln und auszumessen. Inkorporationsmessung Messung der U-235-Konzentration Cu im Urin in Bq/l.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: – TMessung: 90 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
Jeder positive Befund ist individuell abzuklären Urin Stuhl E50 = Cu {einh/m(t)} t einh/m(t) einh/m(t) E50 = Mst {einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq] [Sv·d/Bq]
1 0,012 0,055×10-3 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,19 0,038×10-3 Cu: Messwert in Bq/l (Urin-Messung) 3 0,33 0,073×10-3 Mst: Messwert in Bq/d (Stuhl-Messung) 4 0,36 0,17×10-3 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 5 0,39 0,44×10-3 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in 6 0,43 1,1×10-3 l-1 oder im Stuhl in d-1 7 0,45 2,4×10-3 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 15 0,71 12×10-3 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist 30 1,1 17×10-3 t = T/2 45 1,4 24×10-3 90 2,0 55×10-3 180 2,6 165×10-3
5744
Dosimetrieverordnung AS 2007
39. U-238
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Uranium (Annahme Oxid, Absorptionsklasse Typ S) wird zu gut 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=2×10-3) im Verlauf von Stunden bis Tagen wie- der ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit in der Lunge wird durch die Mechanismen der Lungenclearance bestimmt. Uranium, das ins Blut gelangt, wird über die Nieren recht effizient ausgeschieden. Die Lungendosis dominiert; die Retention im Knochen ist unwichtig. Speziell bei löslichen Uranverbindungen wie UF6 dominiert die chemische Toxizität.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der U-238-Konzentration in der Luft am Arbeitsplatz (Atemluftüberwachung). Messschwelle: 150 Bq⋅h/m3 (Integralwert über 1 Jahr) Bei Überschreitung der Messschwelle ist während den ersten 3 Tagen der Stuhl und Urin zu sammeln und auszumessen. Inkorporationsmessung Messung der U-238-Konzentration Cu im Urin in Bq/l.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: - TMessung: 90 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
Jeder positive Befund ist individuell abzuklären Urin Stuhl E50 = Cu {einh/m(t)} t einh/m(t) einh/m(t) E50 = Mst {einh/m(t)} [Tage] [Sv·l/Bq] [Sv·d/Bq]
1 0,011 0,052×10-3 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,18 0,036×10-3 Cu: Messwert in Bq/l (Urin-Messung) 3 0,31 0,068×10-3 Mst: Messwert in Bq/d (Stuhl-Messung) 4 0,33 0,16×10-3 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 5 0,36 0,41×10-3 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) in 6 0,40 1,0×10-3 l-1 oder im Stuhl in d-1 7 0,42 2,3×10-3 t: Tage zwischen Messung und Inkorporation. 15 0,67 12×10-3 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist 30 1,0 16×10-3 t = T/2 45 1,3 23×10-3 90 1,9 52×10-3 180 2,4 154×10-3
5745
Dosimetrieverordnung AS 2007
40. Np-237
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Neptunium (Annahme: Typ M) wird zu gut 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=5×10-4) im Verlauf von Stunden bis Tagen wieder ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die relativ kurze Verweilzeit in der Lunge wird durch die Mechanismen der Lungenclearance bestimmt. Neptunium, das ins Blut gelangt, wird im Knochen und in der Leber langzeitig deponiert. Relativ hohe Dosen erhalten auch das Knochenmark und die Keimzellen. Bei fortgeschrittener Lungenclearance erfolgt die Ausscheidung primär über den Urin.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der Np-237-Konzentration der Raumluft am Arbeitsplatz (Atemluftüberwachung). Messschwelle: 60 Bq⋅h/m3 (Integralwert über 1 Jahr) Bei Überschreitung der Messschwelle ist während den ersten 3 Tagen der Stuhl und Urin zu sammeln und auszumessen. Inkorporationsmessung Messung der Np-237-Konzentration Cu im Urin in Bq/l.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: – TMessung: 90 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
Jeder positive Befund ist individuell abzuklären. E50 = Cu.{einh/m(t)} bei Urinmessungen Urin Stuhl Lunge E50 = Mst.{einh/m(t)} bei Stuhlmessungen t [Tage] einh/m(t) [Sv·l/Bq] einh/m(t) [Sv·d/Bq] einh/m(t) [Sv/Bq] E50 = M.{einh/m(t)} bei Lungenmessungen 1 3,4×10-3 0,014×10-2 2,6×10-4 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 1,6×10-2 0,010×10-2 2,7×10-4 Cu: Messwert in Bq/l (Urin-Messung) 3 3,0×10-2 0,019×10-2 2,7×10-4 Mst: Messwert in Bq/d (Stuhl-Messung) 4 4,4×10-2 0,045×10-2 2,8×10-4 M: Messwert in Bq (Lungen-Messung) 5 6,2×10-2 0,12×10-2 2,8×10-4 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 6 8,1×10-2 0,28×10-2 2,8×10-4 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin 7 0,11 0,65×10-2 2,9×10-4 (=1,4 l) in l-1; oder im Stuhl in d-1; oder 15 0,21 3,6×10-2 3,3×10-4 Lungen-Retentionsanteil 30 0,27 5,4×10-2 3,9×10-4 t: Tage zwischen Messung und Inkorpora- 45 0,32 7,9×10-2 4,5×10-4 tion. 90 0,48 0,23 6,8×10-4 Bei unbekanntem Inkorporationszeit- punkt ist t = T/2 180 0,78 1,0 13×10-4
5746
Dosimetrieverordnung AS 2007
41. Pu-239
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Plutonium (Annahme Oxid, Absorptionsklasse Typ S) wird zu gut 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=1×10-5) im Verlauf von Stunden bis Tagen wie- der ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die Verweilzeit in der Lunge wird durch die Mechanismen der Lungenclearance bestimmt. Plutonium, das ins Blut gelangt, wird im Knochen und in der Leber langzeitig deponiert, wobei, wegen dem andau- ernden Knochenumbau, auch das Knochenmark zu den stärker bestrahlten Organen gehört.
2. Messmethoden
Triagemessung (obligatorisch) Messung der Pu-239-Konzentration in der Luft am Arbeitsplatz (Atemluftüberwachung). Messschwelle: 100 Bq⋅h/m3 (Integralwert über 1 Jahr) Bei Überschreitung der Messschwelle ist während den ersten 3 Tagen der Stuhl und Urin zu sammeln und auszumessen. Als Ergänzung der Triagemessungen ist einmal pro Jahr eine Messung der Pu-239-Konzen- tration Cu im Urin in Bq/l durchzuführen.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: – TMessung: 360 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
Jeder positive Befund ist individuell abzuklären Urin Stuhl E50 = Cu {einh/m(t)} bei Urinmessungen t einh/m(t) einh/m(t) E50 = Mst {einh/m(t)} bei Stuhlmessungen [Tage] [Sv·l/Bq] [Sv·d/Bq]
1 5,1 0,0075×10-2 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 8,3 0,0052×10-2 Cu: Messwert in Bq/l (Urin-Messung) 3 14 0,0099×10-2 Mst: Messwert in Bq/d (Stuhl-Messung) 4 20 0,024×10-2 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 5 26 0,059×10-2 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin (=1,4 l) 6 31 0,15×10-2 in l-1; oder im Stuhl in d-1 7 37 0,33×10-2 t: Tage zwischen Messung und Inkorporati- 15 61 1,7×10-2 on. 30 68 2,4×10-2 Bei unbekanntem Inkorporationszeitpunkt ist t = T/2 45 68 3,3×10-2 90 73 7,5×10-2 180 73 22×10-2
5747
Dosimetrieverordnung AS 2007
42. Am-241
1. Stoffwechsel
Inhaliertes Americium (alle Verbindungen; Annahme: Absorptionsklasse Typ M) wird zu gut 90 % via Nase und Verdauungstrakt (Resorptionsanteil f1=5×10-4) im Verlauf von Stun- den bis Tagen wieder ausgeschieden. Etwa 5 % bleiben längerfristig in der Lunge. Die relativ kurze Verweilzeit in der Lunge wird durch die Mechanismen der Lungenclearance bestimmt. Americium, das ins Blut gelangt, wird im Knochen und in der Leber langzeitig deponiert. Relativ hohe Dosen erhalten auch das Knochenmark und die Keimzellen. Bei fortgeschrittener Lungenclearance erfolgt die Ausscheidung primär über den Urin.
2. Messmethoden
Triagemessung Messung der Am-241-Konzentration in der Luft am Arbeitsplatz (Atemluftüberwachung). Messschwelle: 30 Bq⋅h/m3 (Integralwert über 1 Jahr) Bei Überschreitung der Messschwelle ist während den ersten 3 Tagen der Stuhl und Urin zu sammeln und auszumessen. Falls der Messwert die 10fache Messschwelle überschreitet, ist die Americium-Aktivität in der Lunge mit einem Thoraxmessgerät zu bestimmen. Inkorporationsmessung Messung der Am-241-Konzentration Cu im Urin in Bq/l.
3. Überwachungsintervalle T und Zeitpunkt t der ersten Messung nach Ereignis
TTriage: – TMessung: 90 Tage tEreignis: Sofort
4. Interpretation ohne Berücksichtigung einer früheren Inkorporation
Jeder positive Befund ist individuell abzuklären. E50 = Cu.{einh/m(t)} bei Urinmessungen Urin Stuhl Lunge E50 = Mst.{einh/m(t)} bei Stuhlmessungen t [Tage] einh/m(t) [Sv·l/Bq] einh/m(t) [Sv·d/Bq] einh/m(t) [Sv/Bq] E50 = M.{einh/m(t)} bei Lungenmessungen 1 0,021 0,025×10-2 4,7×10-4 E50: 50-Jahre-Folgedosis in Sv 2 0,16 0,018×10-2 4,8×10-4 Cu: Messwert in Bq/l (Urin-Messung) 3 0,29 0,034×10-2 4,9×10-4 Mst: Messwert in Bq/d (Stuhl-Messung) 4 0,42 0,082×10-2 5,0×10-4 M: Messwert in Bq (Lungen-Messung) 5 0,53 0,21×10-2 5,1×10-4 einh: Dosisfaktor in Sv/Bq 6 0,60 0,51×10-2 5,1×10-4 m(t): Ausscheidungsanteil im Tagesurin 7 0,65 1,2×10-2 5,2×10-4 (=1,4 l) in l-1; oder im Stuhl in d-1; oder 15 0,97 6,4×10-2 5,9×10-4 Lungen-Retentionsanteil 30 1,5 9,6×10-2 7,1×10-4 t: Tage zwischen Messung und Inkorpora- 45 1,8 14×10-2 8,2×10-4 tion. 90 2,4 41×10-2 12×10-4 Bei unbekanntem Inkorporationszeit- punkt ist t = T/2 180 3,4 159×10-2 23×10-4
5748
Dosimetrieverordnung AS 2007
Erläuterungen zu den Datenblättern Die nuklidspezifischen Datenblätter sind nach einem einheitlichen Schema aufge- baut. Jedes Blatt besteht aus 5 Teilen. Im ersten Teil wird kurz und als Übersicht das Stoffwechselverhalten des Isotops zusammengefasst. Im zweiten Teil sind die Messmethoden bei der Inkorporation- und Triagemessung aufgeführt. Wird die angegebene Messschwelle nie überschritten, so kann in der Regel angenommen werden, dass die jährliche effektive Folgedosis 1 mSv nicht übersteigt. In einem weiteren Abschnitt sind die Überwachungsintervalle zusammengefasst. Die zwei letzten Abschnitte dienen der Interpretation der Messwerte nach Anhang 9. Referenzen: 1. Stoffwechsel: ICRP 301, ICRP 78
2. m(t): ICRP 78, BfS2
3. einh: ICRP 68
(identisch mit BSS3- und Richtlinie 96/29/Euratom4)
1 International Commission on Radiological Protection, www.icrp.org
2 Deutsches Bundesamt für Strahlenschutz, www.bfs.de
3 International Atomic Energy Agency (IAEA): International Basic Safety Standards for Protection Against Ionizing Radiation and for the Safety of Radiation Sources (1996), Safety Series No. 115, www.iaea.org. 4 Richtlinie 96/29/Euratom des Rates vom 13. Mai 1996 zur Festlegung der grundlegenden Sicherheitsnormen für den Schutz der Gesundheit der Arbeitskräfte und der Bevölkerung gegen die Gefahren durch ionisierende Strahlungen, ABl. L 159 vom 29.6.1996, S. 1 ff.
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Dosimetrieverordnung AS 2007
Zur Übereinstimmung der Seitenzahlen in allen Amtssprachen der AS bleiben diese Seiten leer.
5750–5754