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17.3975 · Motion · 2017-11-10

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, eine Kandidatur zur Durchführung der Berufsweltmeisterschaft 2023 (World Skills) zu erarbeiten und die regelmässige Teilnahme an World Skills sowie Euro Skills zu ermöglichen.

Eine Minderheit (Chevalley) beantragt die Ablehnung der Motion.

Begründung

Der Bundesrat hat aufgrund der Finanzlage entschieden, die finanziellen Mittel von 30 Millionen Franken zur Austragung der Berufsweltmeisterschaften World Skills 2021 in Basel nicht bereitzustellen, obwohl das Geld in der BFI-Botschaft vorgesehen ist. Die WBK-N konnte sich zu diesem Entscheid nicht äussern.

Eine Kandidatur für die World Skills 2021 ist leider nicht mehr möglich. Die Schweiz könnte sich aber für die Durchführung der World Skills 2023 bewerben.

Die Schweiz nimmt jeweils auch an den Euro Skills teil, die alle zwei Jahre alternierend zu den World Skills stattfinden. Aus Kostengründen will der Bund auch auf die Beiträge zur Teilnahme der Schweiz an den Euro Skills verzichten.

Die Schweiz bewirbt weltweit das duale Berufsbildungssystem als Erfolgsmodell für einen gut funktionierenden Arbeitsmarkt und tiefe Jugendarbeitslosigkeit. Die Berufsverbände beteiligen sich mit namhaften Beiträgen an den Berufsmeisterschaften. Eine Durchführung der World Skills in der Schweiz sowie die Teilnahme an den Euro Skills stärken in der Öffentlichkeit den gesellschaftlichen und ökonomischen Wert der Berufsbildung und fördern die Anerkennung der Berufsbildung national und international.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Das Schweizer Berufsbildungssystem geniesst weltweit ein sehr hohes Ansehen. Dies ist das Resultat des gemeinsamen Engagements aller Verbundpartner. Ein Zeichen dafür ist auch die äusserst erfolgreiche Teilnahme an internationalen Wettkämpfen. Dies zeigen exemplarisch der zweite Rang in der Nationenwertung und die insgesamt 20 Medaillen der Schweizer Delegation an den World Skills 2017 in Abu Dhabi.

Eine Durchführung der World Skills in der Schweiz wäre ein zusätzlicher Ansporn für alle Beteiligten. Zu einer nachhaltigen Stärkung des Schweizer Berufsbildungssystems vermag sie aus Sicht des Bundesrates jedoch nur begrenzt beizutragen. Zudem ist eine solche Kandidatur mit erheblichen finanziellen Ausgaben verbunden. Eine sorgfältige Güterabwägung aller Partner Anfang Juli 2017 führte zum Verzicht auf die Kandidatur für die Austragung der World Skills 2021 in Basel. Die Investitionen von rund 80 Millionen Franken hätten in keinem günstigen Verhältnis zum möglichen Ertrag für das Schweizer Berufsbildungssystem sowie die regionale und nationale Wirtschaft gestanden.

Eine Schweizer Kandidatur für spätere World Skills Competitions ist damit nicht ausgeschlossen. Eine Kandidatur für die Austragung der World Skills 2023 müsste bereits 2019 eingereicht werden. Die Entscheidung über eine Kandidatur obliegt jedoch nicht dem Bund, sondern der Stiftung Swiss Skills, welche durch den Bund, die Kantone, Schulen und Organisationen der Arbeitswelt gemeinsam getragen wird. Swiss Skills wird in Absprache mit dem Bund die erforderlichen Abklärungen vornehmen, Finanzierungsmöglichkeiten wohlwollend prüfen und - auch unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses - zu gegebener Zeit entscheiden, ob sie eine Kandidatur einreichen will. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) wird diese Abklärungen unterstützen.

Die Stiftung Swiss Skills und der Bund sind sich einig, dass die Schweiz weiterhin an internationalen Grossanlässen der Berufsbildung, insbesondere an den World Skills, teilnehmen soll. Ziel ist dabei - unabhängig vom Austragungsort -, weiterhin Spitzenplätze zu belegen. Um dies zu erreichen, muss künftig noch mehr in die professionelle Vorbereitung der Kandidatinnen und Kandidaten investiert werden. Dies ist nötig, da die Konkurrenz tendenziell immer stärker wird. Eine entsprechende Massnahme ist auch die gezielte Stärkung der Berufswettbewerbe im Inland. So werden im September 2018 in Bern zum zweiten Mal die Schweizer Berufsmeisterschaften zentral durchgeführt. Der Bund wird sich dabei mit 10 Millionen Franken beteiligen.

Da die Entscheidungshoheit für eine World-Skills-Kandidatur nicht beim Bund liegt, lehnt der Bundesrat die Motion ab. Im Falle einer Annahme im Erstrat behält sich der Bundesrat vor, im Zweitrat die Abänderung der Motion in einen Prüfauftrag zu beantragen.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

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