Kinder und Jugendliche vor der Handykamera nicht alleine lassen. Täter stoppen, die Kinder dazu anleiten oder erpressen, sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen
19.4111 · Postulat · 2019-09-24
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Der Bundesrat wird beauftragt zu prüfen, welche rechtlichen, technischen und sonstigen Massnahmen nötig sind, damit Kinder und Jugendliche nicht ungehindert zur Herstellung von kinderpornografischem Material erpresst oder angeleitet werden können.
Begründung
Internationale Studien und Schweizer Fahnder machen auf eine verstörende Entwicklung in der pädosexuellen Internetkriminalität aufmerksam. Ein grosser Teil der Missbrauchsabbildungen, die in einschlägigen Kanälen weiterverbreitet werden, ist von Kindern und Jugendlichen selbst hergestellt, denn Erwachsene sind auf den Videos und Bildern nicht beteiligt. Die Kinder und Jugendlichen nehmen sexuelle Handlungen an sich selbst vor oder posieren und nutzen dafür Handys oder Tablets im Kinderzimmer oder Bad.
Gleichzeitig zeigen verdeckte Ermittlungen von Fahndern und Mitschnitte von Live-Videos, dass Kinder und Jugendliche meist zu diesen sexuellen Aktivitäten gedrängt oder genötigt werden. Erwachsene erschleichen sich oft mit Fake-Accounts das Vertrauen ihrer minderjährigen Opfer, um sie dann zu sexuellen Handlungen zu animieren. Die Täter geben sich selber als Kinder oder Jugendliche aus oder erschleichen sich das Vertrauen als sogenannte "Freunde". Das Material wird dann auf den einschlägigen Kanälen viral verbreitet.
Der Bundesrat wird daher beauftragt, in der Schweiz die nötigen Konsequenzen zu ziehen, damit diese Form der pädosexuellen Gewalt nicht via die Digitalisierung zu einem Flächenbrand wird, den wir nicht mehr löschen können.
Antrag des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.