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19.4530 · Interpellation · 2019-12-19

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 ist es notwendig die Gesamtfläche an Solaranlagen in der Schweiz zu vergrössern. Um dies möglichst effizient zu bewerkstelligen, sollten einfach verfügbare Flächen zuerst genutzt werden. Dazu gehören insbesondere die Flächen der Perronüberdachungen der SBB und anderer Bahnbetreiber. Momentan dienen sie einzig dem Witterungsschutz und sind meist mit Kies bedeckt.

Perrondächer sind gut zugänglich und Stromleitungen sind vorhanden. Der Eigenverbrauch wäre ebenfalls gewährleistet. Zudem ist auch die optische Einbindung recht einfach, da Perrondächer in der Regel für Passanten nicht einsehbar sind.

Damit wären Perrondächer ideal Standorte für Solaranlagen. In diesem Sinne möchte ich den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen bitten:

1. Hat die SBB bereits eine Strategie wie sie Perrondächer für Solaranlagen nutzen will. Was ist der Zeitplan?

2. Falls nicht, wäre der Bundesrat bereit via Leistungsauftrag oder Eigentümerstrategie die SBB damit zu beauftragen innert den nächsten 5 Jahren 90 Prozent der Perrondächer mit Solaranlagen auszustatten?

3. Besitz die SBB weitere Dachflächen, insbesondere auf Industrie- und Gewerbebauten, die man miteinbeziehen könnte?

Stellungnahme des Bundesrates

1. Ende 2017 hat die SBB einen Aktionsplan zur Nutzung ihres Potenzials für die Erzeugung von Strom aus Photovoltaik verabschiedet. Bis 2030 will das Unternehmen jährlich 30 Gigawattstunden Solarstrom auf den Dächern der eigenen Anlagen produzieren. Damit könnte man ein Jahr lang rund 6'700 durchschnittliche Schweizer Haushalte mit Strom versorgen. Im Rahmen des Aktionsplans wird das Potenzial von allen Liegenschaften und Infrastrukturen der SBB analysiert. Erste Photovoltaik-Anlagen und -Projekte konnten bereits umgesetzt werden, so etwa auf den Bahntechnikgebäuden im Rangierbahnhof Limmattal und in Rotkreuz. Beim Frequenzumformer Zürich-Seebach wird in einem Pilotprojekt der Strom direkt in die Zugfahrleitung eingespeist. Weitere Projekte sind in Planung oder im Bau.

2. Im Rahmen der Energiestrategie öV des Bundesamtes für Verkehr können heute innovative Projekte im Bereich der Energieerzeugung vom Bund unterstützt werden. Dieser Anreiz unterstützt die Transportunternehmen, eigene Energiestrategien zu entwickeln und umzusetzen. Mit der Erschliessung der Photovoltaik-Potenziale leistet die SBB einen wichtigen Beitrag an ihr Energiesparprogramm, das zum Ziel hat, bis 2025 jährlich 600 Gigawattstunden Energie einzusparen. Der Bundesrat sieht zurzeit keinen weiteren Handlungsbedarf.

3. Die SBB bezieht bei ihren Potenzialanalysen alle Liegenschaften und Infrastrukturen mit ein. Nebst den Dächern von Perrons sind dies grosse Lagerhallen und Werkstätten, Gewerbebauten und grössere Bahnhöfe. Bei den Perrondächern zeigen Analysen der SBB, dass sich rund ein Drittel bis die Hälfte theoretisch für Photovoltaik-Erzeugung eignen würden. Diese theoretische Analyse berücksichtigt indes die weiteren relevanten Aspekte für die Umsetzung nicht, beispielsweise die Dachstatik, der Denkmalschutz, der Stromeigenverbrauch und die Wirtschaftlichkeit.

Antwort des Bundesrates.

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