21.7565 · Fragestunde. Frage · 2021-06-09
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Im Mai hat der Bundesrat verlauten lassen, zur Beschaffung der Corona-Impfstoffe für die kommenden Jahre praktisch ausschliesslich auf mRNA-Wirkstoffe setzen zu wollen. Das schränkt das Herstellerfeld auf Pfizer/Biontech und Moderna ein und reduziert den Verhandlungsspielraum ohne Not drastisch.
- Spielen weitere Wirkstoffe in der kommenden Impfstoffbeschaffung keine Rolle mehr?
- Begibt sich der Bundesrat mit seiner Strategie nicht in eine unnötige Abhängigkeit von zwei Wirkstoffherstellern?
Stellungnahme des Bundesrates
Auch während der Pandemie durchlaufen sämtliche Impfstoffe ein strenges und geregeltes Zulassungsverfahren, in welchem Daten zur Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit aus den klinischen Studien (inkl. Langzeitstudien) genau analysiert werden. Dieses Verfahren wurde auch bei den in der Schweiz derzeit verimpften mRNA-Impfstoffen von Moderna und Pfizer/Biontech angewendet und garantiert, dass nur sichere, hoch wirksame und qualitativ einwandfreie Impfstoffe zugelassen werden. Die Beschaffungsstrategie des Bundes setzte von Beginn weg auf unterschiedliche Impfstoffplattformen- und Hersteller. Die mRNA-Impfstoffe erwiesen sich im Vergleich mit anderen Impfstoffen als besonders wirksam. Sie schützen zuverlässig gegen alle bekannten Virusvarianten und können bei Bedarf rascher als andere Impfstoffe an neue Varianten angepasst werden. Moderna und Pfizer/Biontech sind nicht die einzigen Hersteller von mRNA-Impfstoffen. Mit dem Hersteller Curevac hat die Schweiz in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union einen Kaufvertrag über 5 Millionen Dosen abgeschlossen. Damit werden Abhängigkeiten und die damit verbundenen Ausfallrisiken minimiert. Im Sinne seiner breit angelegten und diversifizierten Beschaffungsstrategie hat der Bundesrat auch Verträge oder Vorverträge mit Herstellern von vektor- oder proteinbasierten Impfstoffen abgeschlossen. Diese sind gemäss Studienergebnissen weniger wirksam und deshalb in erster Linie für Personen vorgesehen, die sich nicht mit einem mRNA-Impfstoff impfen lassen können. Konkret hat der Bund einen Vorvertrag mit Novavax (proteinbasiert) und einen Kaufvertrag mit Astra-Zeneca (vektorbasiert) abgeschlossen. Der Impfstoff von Astra-Zeneca befindet sich in der Zulassungsphase bei Swissmedic. Der Gesuchseingang des Novavax-Impfstoffes wird im dritten Quartal 2021 erwartet. Der vektorbasierte Impfstoff von Johnson & Johnson (Janssen) ist in der Schweiz zugelassen. Um den Bedarf für vektor- und proteinbasierte Impfstoffe adäquat abzudecken, prüft das Bundesamt für Gesundheit verschiedene Optionen. Im Vordergrund steht dabei der Impfstoff von Astra-Zeneca, für den aber ein Beschaffungsvertrag über 5,3 Millionen Dosen besteht. Zudem besteht die Möglichkeit, weitere Impfstoffe im Rahmen der Covax-Initiative zu beziehen.