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22.3024 · Interpellation · 2022-02-28

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Der massiv steigende Strombedarf wird gemässer heutiger Einschätzung mittelfristig grösser sein als die verfügbare Strommenge, die in der Schweiz produziert, bzw. importiert werden kann. Von grosser Bedeutung ist deshalb die Forschung nach neuen Technologien, darunter in den Bereichen Speichermöglichkeiten und alternative Energieträger.

In Island wird seit 2011 in einer Raffinerie erneuerbares Methanol hergestellt mit Hilfe von aus der Luft gefiltertem CO2 und Wasserstoff. Synthetisches Methanol kann als klimaneutraler Treib- und Brennstoff verwendet werden und wird auch in der Schweiz punktuell bereits eingesetzt.

Verschiedene Schweizer Forschungsinstitutionen sowie private Unternehmen beschäftigen sich mit den Einsatzmöglichkeiten von erneuerbarem Methanol, dessen Herstellung befindet sich in der Schweiz jedoch offenbar lediglich im Versuchsstadium.

Der Bundesrat wir gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:

1. Wie schätzt der Bundesrat das Potential von erneuerbarem Methanol als alternativer Energieträger in der Schweiz ein, beispielsweise als Ergänzung zum Erdgas?

2. Hat der Bundesrat Kenntnis von Plänen zur industriellen Herstellung von erneuerbarem Methanol in der Schweiz?

3. Besteht allenfalls Handlungsbedarf, um günstige Rahmenbedingungen für die Herstellung von erneuerbarem Methanol in der Schweiz zu schaffen?

Stellungnahme des Bundesrates

1. Ausgehend von den Energieperspektiven 2050+ ist das Potenzial für den Einsatz von erneuerbarem Methanol - auf Biomasse basierendem Bio-Methanol oder über erneuerbaren Strom gewonnenem E-Methanol - als Treibstoff im Strassenverkehr in Zukunft gering. Als Zwischenprodukt bei der Herstellung von erneuerbaren Flugtreibstoffen könnte Methanol allenfalls eine gewisse Bedeutung erlangen. Im direkten Vergleich zu Erdgas lässt sich Methanol als Flüssigkeit einfacher speichern und damit auch einfacher transportieren und importieren. Erneuerbares Methanol kann einen wichtigen Beitrag vor allem leisten, um klimaschädliche Emissionen im Chemiesektor zu reduzieren. Nach aktuell verfügbaren Angaben werden global rund 100 Millionen Tonnen Methanol pro Jahr produziert, wofür etwa 25 Prozent des globalen Erdgasbedarfs eingesetzt wird. In den Energieperspektiven 2050+ des Bundes wird der Einsatz von sogenannten Power-to-Liquid-Energieträgern angenommen, wozu auch synthetisches Methanol (E-Methanol) gehört. Wie gross das Einsatzpotenzial von Methanol als Treibstoff, Energiespeicher oder Zwischenprodukt ist, muss noch weiter analysiert werden.

2. Der Bundesrat verfolgt die Aktivitäten in diesem Bereich laufend, dies auch im internationalen Kontext, etwa über den Austausch in den Technologieprogrammen der Internationalen Energie Agentur (IEA).

3. Aus Sicht des Bundesrates besteht kein Handlungsbedarf, um spezifisch Anreize für die Produktion von Methanol in der Schweiz zu schaffen. Die Rahmenbedingungen müssen möglichst technologieneutral ausgestaltet werden, damit sich die effizientesten und kostengünstigsten Lösungen durchsetzen.

Antwort des Bundesrates.