26.3175 · Motion · 2026-03-18
Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
Zugewiesen an die behandelnde Kommission
Wortlaut
Der Bundesrat wird beauftragt, die Weiterentwicklung der Direktvermarktung und der Vermarktung über kurze Vertriebswege in die AP30+ aufzunehmen und die bestehenden Instrumente an neue Konsumtrends anzupassen.
Begründung
Mit dem Postulat 21.3015 wurde der Bundesrat beauftragt, den Bericht zur zukünftigen Ausrichtung der Agrarpolitik um den Aspekt der «Förderung und Unterstützung von Direktverkauf und kurzen Vertriebswegen» zu ergänzen. In seinem Bericht misst der Bundesrat diesen alternativen Absatzmöglichkeiten grosse Bedeutung bei, da die Landwirtschaft damit ihren Absatz diversifizieren und zusätzliche Wertschöpfung generieren kann. Bei kurzen Vertriebswegen gelangen regionale Lebensmittel möglichst direkt von den Produzenten zu den Konsumenten.
Der Bundesrat stellte zudem fest, dass das bestehende Instrumentarium im Hinblick auf neue Absatzformen weiterzuentwickeln ist, etwa bei der Organisation von Lieferketten für die Ausserhausverpflegung und öffentliche Verpflegungsbetriebe sowie bei Vertriebsplattformen, Netzwerken und Logistiklösungen.
Die Motion 22.4552 (Motion Schneider Meret: Stärkung der Direktvermarktung) wurde im Nationalrat mit 150 zu 35 Stimmen (6 Enthaltungen) deutlich angenommen, vom Ständerat jedoch abgelehnt. Als Grund wurde festgehalten, dass die Unterstützung des Direktverkaufs im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik zu prüfen sei.
Im Februar 2026 hat der Bundesrat nun mit einem Aussprachepapier die Eckwerte für die künftige Agrarpolitik (AP30+) vorgestellt. Die Themen Direktverkauf und kurze Vertriebswege werden darin jedoch nicht erwähnt. Gleichzeitig haben sich die Absatzbedingungen für die Direktvermarktung verschlechtert. Seit der Covid-19-Pandemie sind die Absatzzahlen deutlich zurückgegangen.
Die Botschaft zur AP30+ hat diesen Entwicklungen gerecht zu werden und die Direktvermarktung sowie den Absatz über kurze Vertriebswege in die zukünftige Agrarpolitik zu integrieren:
Die Bauernfamilien sind zunehmend auf Diversifizierung und neue Wege angewiesen, um ihre Produkte möglichst direkt abzusetzen und so weniger abhängig von hochkonzentrierten klassischen Absatzkanälen zu sein.
Das heutige Instrumentarium des Bundes für den lokalen und regionalen Absatz ist weiterzuentwickeln, damit das Potenzial neuer Konsumtrends und Absatzformen ausgeschöpft werden kann.
In nachhaltigen Ernährungssystemen wird die lokale und regionale Vermarktung eine zunehmend wichtige Rolle spielen.
Antrag des Bundesrates
Annahme
Stellungnahme des Bundesrates
Für den Direktverkauf und die regionale Vermarktung von Produkten bestehen bereits heute verschiedene Förderinstrumente. Der Bundesrat wird im Rahmen der Vernehmlassung zur AP30+ im Herbst 2026 Vorschläge machen, um das Instrumentarium im Sinne der Motion punktuell und zielgerichtet zu ergänzen.
Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.