26.3295 · Interpellation · 2026-03-19
Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Erledigt
Wortlaut
1. Stimmt es, dass wiederholt Fälle gemeldet wurden, in denen Nutztiere von Patous oder anderen Hunden angegriffen wurden, die eigentlich vor Wolfsangriffen schützen sollten?
2. Wie viele solcher Vorfälle gab es in den letzten fünf Jahren?
3. Warum werden diese Fälle nicht öffentlich gemacht?
Stellungnahme des Bundesrates
1 – 3) Bis zur Inkraftsetzung des revidierten Jagdrechtes am 1. Februar 2025 (news.admin.ch/de/nsb?id=103542) war das Bundesamt für Umwelt (BAFU) für das Herdenschutzhundewesen zuständig. In dieser Zeit kam es zu einzelnen Zwischenfällen, bei denen neu in eine Schafherde integrierte Herdenschutzhunde die Schafe ablehnten oder gar verletzten. Trotz Ausbildung und nationaler Prüfung können sich Tiere unberechenbar verhalten. Deshalb stand die Agridea, die Beratungszentrale für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft, im Auftrag des BAFU den Bewirtschaftenden für die Beratung über mögliche Schwierigkeiten bei der Integration und Haltung von Herdenschutzhunden sowie für die Unterstützung im Problemfall zur Seite. Eine Statistik wurde aufgrund der wenigen gemeldeten Fälle nicht geführt. Seit dem 1. Februar 2025 vollziehen die Kantone die Umsetzung des Herdenschutzes mit Hunden selbstständig. Dem BAFU liegen keine Informationen zu Zwischenfällen mit Nutztieren vor. Weiter sind dem BAFU keine Vorfälle bekannt, bei denen Herdenschutzhunde Schafe einer anderen Herde angegriffen und verletzt oder getötet hätten. Eine Information der Öffentlichkeit ist bei derart spezifischen und sporadischen Fällen nicht vorgesehen.