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26.3406 · Interpellation · 2026-03-20

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Schweizer Wein geniesst auch im Ausland einen sehr guten Ruf, er stösst zunehmend auf Interesse. Und trotz der geringen Mengen ist der Export für das Image und die Resonanz auch bei Weinliebhabern weltweit von Bedeutung.

Dies hat die Schweizer Weinbranche schon lange erkannt. Bereits vor über 10 Jahren definierten die Branchenorganisationen der Schweizer Produzenten das Ziel, langfristig mindestens 5 Prozent der Schweizer Weinproduktion zu exportieren. Leider wurde dieses Ziel bisher nicht erreicht. Im Jahr 2024 lagen die Exporte von Schweizer Wein unter 2 %. So wird man den Eindruck nicht los, dass ein grosses Potential nicht ausgeschöpft wird.

Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Welche Exportstrategie für Schweizer Wein hat der Bundesrat?

2. Inwieweit ist geplant, die abgeschlossenen und neuen Freihandelsabkommen in dieser Hinsicht verstärkt zu nutzen?

3. Welche unterstützenden Massnahmen trifft der Bundesrat, damit mindestens 5 % der Schweizer Weinproduktion exportiert wird?

4. Wie unterstützt der Bundesrat die Vermarktungsorganisation Swiss Wine Promotion beim Export von Schweizer Wein?

5. Wie gross ist der Anteil der Fördermittel des Bundes von CHF 9 Mio für die Umsetzung der Exportstrategie?

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat kann sich durchaus vorstellen, dass für Schweizer Weine zusätzliche Absatzmöglichkeiten im Ausland erschlossen werden können. Er unterstützt die Bestrebungen der Schweizer Weinbranche zur Nutzung bestehender Absatzpotenziale im Inland und auch im Ausland. Zu 1, 3, 4 und 5) Der Bundesrat verfolgt in seiner Aussenhandelspolitik keine mengenbezogenen Exportziele, auch nicht für Agrarprodukte oder für Wein. Der Bund schafft die notwendigen Rahmenbedingungen, damit die Weinbranche ihre Absatzbemühungen gezielt weiterentwickeln kann. Die strategische und operative Verantwortung für die Vermarktung und Positionierung von Schweizer Wein im In- und Ausland liegt bei der Branche. Für die Bündelung des Marketings für Schweizer Wein ist Swiss Wine Promotion AG (SWP) von der Branche mandatiert. Das Parlament hat die Finanzhilfe für die Absatzförderung von Schweizer Wein seit 2023 auf CHF 9 Mio. jährlich erhöht. Die Branche setzt mindestens Eigenmittel in derselben Höhe wie der Bund ein. Der Entscheid über die Ziele auf den Absatzmärkten im In- und Ausland, den entsprechenden Mitteleinsatz sowie die Schwerpunkte der Massnahmen liegt in der Verantwortung der Branchenakteure. Zu 2) Die Schweiz berücksichtigt in Freihandelsabkommen alle Wirtschaftssektoren, auch den Weinbau, sofern dies mit den übergeordneten Prioritäten des Marktzugangs vereinbar ist. Schweizer Wein profitiert bereits in mehreren Abkommen von Zollbefreiungen oder teilweisen Zollzugeständnissen. Der Bundesrat ist überzeugt, dass damit für die Weinwirtschaft ein vereinfachter Marktzugang und damit verbesserte Exportchancen geschaffen werden konnten. Je nach Partnerland sind weitere Verbesserungen möglich – von vollständiger Marktöffnung bis zu schrittweisen Liberalisierungen. Die Ergebnisse hängen stark vom jeweiligen Kontext, den handelspolitischen Prioritäten der Verhandlungspartner und deren jeweiligen Marktbedingungen ab. Die Schweiz verfolgt hier einen pragmatischen Ansatz, um den Marktzugang auch für den Weinsektor kontinuierlich zu verbessern.