Weber-Gobet Marie-Thérèse · Nationalrat · 2010-09-15
Weber-Gobet Marie-Thérèse · Nationalrat · Freiburg · Grüne Fraktion · 2010-09-15
Wortprotokoll
"Einer Ausdehnung der Flexibilisierung des ordentlichen Rentenalters stimmen 57 Prozent zu. 32 Prozent wollen es beim momentanen Zustand belassen. Mit zunehmendem Bildungsniveau steigt die Zustimmung zu mehr Flexibilisierung massiv."
Was ich Ihnen eben vorgelesen habe, ist ein Zitat aus der Kurzfassung der Ergebnisse der Online-Umfrage 2009 von Vimentis, einer Plattform für Information und Diskussion rund um die Schweizer Politik. Die Umfrage basiert auf 18 900 Online-Teilnehmenden. Das Ergebnis zeigt zwei Dinge: Viele Menschen in unserem Land sind mit dem bestehenden, starren System der Pensionierung nicht mehr einverstanden. Sie wünschen sich eine Flexibilisierung, die den Bedürfnissen der Betroffenen besser entspricht. Dass die Zustimmung zu mehr Flexibilisierung mit zunehmendem Bildungsniveau steigt, hat wohl auch damit zu tun, dass höhere Einkommenskategorien sich eine Frühpensionierung auch ohne soziale Abfederung leisten können.
Die 11. AHV-Revision, wie wir sie soeben beschlossen haben, bringt zwar in einigen Punkten Verbesserungen, ist aber kein genügender Beitrag an ein flexibles Rentenalter für alle. Die Abfederung des Vorbezugs ist auf zehn Jahre befristet, zudem wird nur der Vorbezug um ein Jahr substanziell abgefedert. Damit verkommt das Modell zu einer reinen Übergangslösung, die den Leistungsabbau bei der AHV schmackhafter machen soll. Ein Systemwechsel in Richtung eines flexiblen Rentenalters für alle wird nicht vorgenommen.
Mit meinem Minderheitsantrag möchte ich ein Zeichen setzen, damit wir den Systemwechsel in Richtung flexibles Rentenalter für alle in dieser Vorlage vollziehen. Zudem sollen von der bescheidenen Abfederung in der Höhe von 50 bis 100 Franken monatlich nicht nur zehn Jahrgänge profitieren können, wie mit der Limitierung vorgesehen, sondern auch die folgenden Jahrgänge.
In diesem Sinne bitte ich Sie, meinem Antrag zuzustimmen.