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Noser Ruedi · Nationalrat · 2010-09-20

Noser Ruedi · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2010-09-20

Wortprotokoll

Herr Vischer, Sie haben in Ihrem Votum eigentlich klar gesagt, warum man Ziffer 6 streichen muss. Sie haben nämlich, so in einem Nebensatz, gesagt, dass die Firmen, die davon betroffen sind, ja genügend Juristen haben, die dann schon die richtigen Formulierungen machen. Haben Sie sich mal auf der Zunge zergehen lassen, von welchen Firmen Sie sprechen? Sie sprechen von Firmen, die z. B. Bilanzsummen von mehr als 20 Millionen Franken haben. Jede Garage, die hundert Occasionen hat, gehört also dazu. Glauben Sie wirklich, dass eine solche Firma diese Juristen hat? Sie täuschen sich.

Ich möchte Ihnen hierzu noch etwas aus der ganz einfachen Praxis sagen: Seit es internes Controlling gibt - dieses Ding heisst, glaube ich, internes Kontrollsystem (IKS) -, sind wir ja schon verpflichtet, solche Geschäftsberichte zu schreiben. Seitdem ist es so, dass in unseren Geschäftsberichten nicht mehr das drinstehen kann, was wir vorher im Klartext geschrieben haben, weil das alles jetzt von der Revisionsgesellschaft fein säuberlich überarbeitet wird. Jetzt kommt noch eine Steigerung. Was passiert? Man macht hier einen Geschäftsbericht für den Sonntag, und man ist noch gezwungen, zusätzlich einen zweiten, effektiven zu machen. Dieser heisst dann "Management Letter" oder so ähnlich; dort drin stehen dann die Facts und Figures, um Haftungsansprüche auszuschliessen. Warum machen wir so etwas für die kleinen Firmen? Das ist absolut sinnlos; Sie belasten uns mit so etwas.

Bei uns läuft das doch so, dass die Aktionäre - das sind meines Wissens etwa drei bei uns -, die Mitarbeiter und die Geschäftsleitung diese Lageberichte lesen. Da brauchen wir keinen einzigen Anwalt, wirklich nicht! Wir können dort Klartext hineinschreiben, wenn Frau Widmer-Schlumpf so grosszügig ist und uns diese Ziffer einfach streichen lässt.