Glanzmann-Hunkeler Ida · Nationalrat · 2010-09-27
Glanzmann-Hunkeler Ida · Nationalrat · Luzern · Fraktion CVP/EVP/glp · 2010-09-27
Wortprotokoll
Vor einigen Tagen haben wir hier im Nationalrat über die Sportförderung debattiert. Heute diskutieren wir über die Förderung der musikalischen Bildung. Ich unterstütze die vorliegende Initiative und finde ihre Forderungen ebenso wichtig, denn es sind genau diese Bereiche, Musik und Sport, die den jungen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung bieten und mit denen wir [PAGE 1513] Jugendliche unterstützen können, ohne dass wir in riesige Präventionskampagnen investieren müssen.
Ich selber bin kein musikalisches Talent, engagiere mich aber seit einigen Jahren bei der Organisation des Schweizerischen Wettbewerbes für Drummer und Perkussionisten. Dies ist ein Nachwuchswettbewerb, bei dem sich vor allem Jugendliche in einem fairen Wettbewerb messen. Der Wettbewerb umfasst verschiedene Kategorien, von Drum-Sets bis hin zu klassischen Perkussionsinstrumenten. Bei einem solchen Wettbewerb wird gerade den Jugendlichen - und oft auch den Eltern - klar, wie wichtig eine gute musikalische Grundausbildung ist und dass ein Erfolg nur möglich ist, wenn zum Üben eine gute Betreuung und fachliche Unterstützung kommen. Es sind die Musikschullehrerinnen und -lehrer, die dazu beitragen, dass die Jugendlichen mit viel Engagement einen grossen Teil ihrer Freizeit einsetzen und schlussendlich auch an einem Wettbewerb teilnehmen.
Mir ist es wichtig, dass alle Jugendlichen die Möglichkeit haben, eine gute musikalische Ausbildung zu erhalten. Diese Grundlagen werden in den Musikschulen gelegt und können zu Erfolg führen, wenn wir dort die Professionalität unterstützen. Übrigens werden Grundsteine für spätere musikalische Karrieren wirklich schon sehr früh gelegt. Ich denke hier an einige Drummer, die mal an unserem Wettbewerb teilgenommen haben und später Karriere bei bekannten Bands gemacht haben, wie z. B. Yann Roullier, der als Schlagzeuger Gründungsmitglied von "Core 22" war; Alexander Balajew, der Drummer von "Plüsch", oder Massimo Buonanno, der in Boston Musik studiert und bekannte Musiker begleitet hat. Verschiedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die ihre Musikstudien in der Schweiz abgeschlossen haben, unterrichten heute zum Teil selber wieder an Konservatorien oder an Musikschulen.
Ich unterstütze die Initiative sowie den Gegenentwurf. Bildung und Weiterbildung in der Musik soll allen Kindern und Jugendlichen zugänglich sein. Musikalisch Begabte sollen bei der Entfaltung ihrer Talente entsprechende Unterstützung erhalten.
Was wir in die musikalische Bildung investieren, muss später nicht in teure Präventionskampagnen gegen Drogen und Alkohol investiert werden. Musik ist für Kinder und Jugendliche wichtig, und gute Musik ist für unsere Gesellschaft ein Genuss. Setzen wir darum heute - und auch morgen - mit einem Ja ein Zeichen für die musikalische Bildung in der Schweiz.