Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2011-06-07
Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2011-06-07
Wortprotokoll
Die Vorlage zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation ist für die Grünen eine sehr wichtige Vorlage, auch wenn es nur um die Fortsetzung um ein Jahr geht.
Bildung ist eine Investition in die Weiterentwicklung oder überhaupt in die Entwicklung des Menschen, aber auch in die Wirtschaft und in den sozialen Zusammenhalt. Mehr besser gebildete Menschen tragen letztendlich auch zu einer Sicherung unseres zukünftigen Wohlergehens in dieser komplizierten und globalisierten Welt bei. Bildung ist aber auch eine der ganz zentralen Ressourcen der Schweiz, sind wir doch ein kleines Land mit wenig eigenen Bodenschätzen. Unser Gut ist es deshalb, gut ausgebildete Leute zu haben, und zwar nicht nur ein paar wenige, sondern das Ziel muss sein, allen eine ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen. Das soll nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängig sein, sondern es sollen für alle die gleichen Chancen für eine Aus- und Weiterbildung bestehen.
Hier haben wir Nachholbedarf. Es ist leider noch immer so, dass die Ausbildung von der sozialen Stellung der Eltern, [PAGE 970] von ihrem Portemonnaie und auch von ihrem Bildungsstand abhängt. Entsprechende Massnahmen müssen die Harmonisierung der Stipendien bzw. auch die Erhöhung der Stipendien sein, aber auch Zusatzinvestitionen für sozial Benachteiligte, wie das auch die Pisa-Studie deutlich gezeigt hat. Dies spart letztendlich Investitionen bei Sozial- und Strafvollzugskosten.
Wir sind nicht ganz zufrieden mit der Vorlage; die Mittel sind unserer Meinung nach grundsätzlich zu knapp, und die geplante Erhöhung um 1,9 Prozent ist uns zu tief. Es braucht unserer Meinung nach eine deutliche Erhöhung bei der Bildung um 10 Prozent, wie wir das bereits bei der letzten BFI-Botschaft gefordert haben. Unsere Erwartung ist klar, dass das in der nächsten Vierjahresbotschaft dann so ist.
Die Schweiz hat ein gutes Bildungssystem, das ist erfreulich. Das wird auch international anerkannt, sodass die Hochschulen bei den Ratings immer wieder gut abschneiden. Langsam wird auch international anerkannt, dass wir eine gute Berufsbildung haben. Wir können uns aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen, und wir haben auch noch einige Mängel zu beheben; einiges habe ich bereits erwähnt. Es braucht zusätzliche Mittel für die Hochschulen. Immer wieder sprechen wir von überfüllten Hörsälen, vom schlechten Betreuungsverhältnis an Universitäten, von Rationalisierungen von Studiengängen, unter anderem bei der Praxisorientierung, wo dann aus Workshops eben Vorlesungen werden. Wir haben leider eine Abnahme von Experimentierfeldern, die aber wiederum für die Weiterentwicklung und Innovationsfähigkeit zentral und letzten Endes die Grundlage für Neuerkenntnisse sind. Es braucht aber auch zusätzliche Mittel für die Berufsbildung, die ein Erfolgsmodell, aber für gewisse Leute leider immer noch zu wenig attraktiv ist, obwohl mit den Fachhochschulen ein grosser Schritt gemacht wurde. Die Berufsbildung muss weiter gefördert und gestärkt werden. Wir haben heute schon einen deutlichen Fachkräftemangel, und dieser wird noch zunehmen.
Der Bund muss endlich den 25-prozentigen Anteil übernehmen. Die Grünen sind sich deshalb mit der WBK darin einig, dass diese 100 Millionen Franken zusätzlich gesprochen werden müssen. Es braucht aber auch zusätzliche Mittel in Weiterbildung und Forschung. Teilweise wurde das korrigiert mit den Anträgen, von denen wir hoffen, dass sie auch angenommen werden.
In diesem Sinne sind die Grünen für Eintreten und für Zustimmung zu diesem BFI-Kredit inklusive Erhöhungen.