Jositsch Daniel · Nationalrat · 2012-06-11
Jositsch Daniel · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2012-06-11
Wortprotokoll
Der duale Bildungsweg wird landauf, landab als Erfolgsmodell der schweizerischen Wirtschaft gelobt, dies meines Erachtens absolut zu Recht. Die klassische Berufsausbildung, wie sie auch heute noch von einer Mehrzahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger gewählt wird, sieht sich allerdings zahlreichen Widrigkeiten ausgesetzt. Ein grosses Problem ist, dass dem dualen Bildungsweg der qualitativ beste Nachwuchs entzogen wird. Dem Bildungsbericht 2010 ist zu entnehmen, dass die Anzahl der Jugendlichen und damit der Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Sinken begriffen ist und weiter sinken wird. Entsprechend sinkt auch die Zahl der Jugendlichen, die eine Berufslehre beginnen.
Es wäre zu erwarten, dass entsprechend auch die Zahl der Jugendlichen sinkt, die in eine Mittelschule eintreten; dem ist aber nicht so. Die Zahl der Mittelschülerinnen und Mittelschüler blieb und bleibt stabil. Das bedeutet, dass die Mittelschulen, die häufig der klassischen Berufslehre vorgezogen werden, unabhängig von der demografischen Entwicklung ihre Klassen füllen und dass der Rückgang einseitig zulasten des dualen Bildungsweges geht. Besonders schmerzhaft ist diese Entwicklung, weil sie tendenziell die leistungsstärkeren Jugendlichen betrifft, die dem Berufsbildungsweg verlorengehen. Es besteht Einigkeit darüber, dass diese Tendenz negativ ist.
Der Bundesrat zählt in der Beantwortung meines Vorstosses auf, welche Massnahmen bereits ergriffen worden sind. Diese Massnahmen sind wichtig, und sie sind zu begrüssen. Die nackten Fakten allerdings beweisen, dass die bisher ergriffenen Massnahmen nicht genügen.
Mein Vorstoss hat zum Ziel, weitere Massnahmen zu prüfen, um den dualen Bildungsweg zu schützen und zu stärken. Ich empfehle Ihnen daher die Unterstützung meines Postulates.