AB 136191
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2013-11-25
Wortprotokoll
Die Fachhochschulen haben einen doppelten Auftrag, nämlich einerseits den Auftrag, hervorragende Fachkräfte auszubilden, und andererseits den Auftrag, angewandte Forschung und Entwicklung zu betreiben, und das zugunsten von Wirtschaft und Gesellschaft. Dieser doppelte Hauptauftrag bleibt natürlich auch im HFKG-Kontext bestehen. Das HFKG ist dann für Weiterentwicklungen offen.
Der Hochschulrat wird gestützt auf Artikel 12 Absatz 3 des HFKG die Kompetenz zur Festlegung der Merkmale der Hochschultypen, aber auch zum Erlass von Vorschriften für die Studienstufen haben. Dabei wird der Hochschulrat ebenfalls über die Frage entscheiden, ob die Fachhochschulen auch Programme auf der Doktoratsstufe anbieten können.
Wie Sie wissen, hat die Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz einen Auftrag. Sie erarbeitet aktuell Grundlagen zur Frage des dritten Zyklus an Fachhochschulen. Es wird bei diesen Grundlagen vor allem darum gehen müssen, dass die Richtigkeit, die Notwendigkeit sogar, die Funktion, die Form, aber auch die Voraussetzungen für eine allfällige dritte Studienstufe geklärt werden können.
Die Ist-Situation ist - Sie haben es soeben auch angesprochen, Frau Ständerätin Häberli-Koller -, dass die universitären Hochschulen schon heute Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen in den dritten Zyklus aufnehmen können. Kooperationen auf der Doktoratsstufe zwischen Fachhochschulen und Universitäten sind jedenfalls zu fördern. Mit dem HFKG wird die künftige Hochschulkonferenz dies auch über projektgebundene Beiträge tun können.
Ich verzichte auf einen Kommentar zur Aussage von Frau Professorin Wilhelm, wonach die Qualität, wenn ich das richtig verstanden habe, auf Stufe Bachelor erodiert; ich glaube persönlich nicht, dass dem so ist. Auf jeden Fall müssen die Andersartigkeit und die Gleichwertigkeit mit aller Konsequenz in die Zukunft geführt werden.
Ich habe die Zusammenarbeit zwischen universitärer Hochschule und Fachhochschule angesprochen. Es geht um den dritten Zyklus. Ich kann die Frage nicht beantworten, wie viele solche Kooperationen laufen und ob bezüglich des Fachkräftemangels das Anbieten eines PhD im Fachhochschulbereich wesentlich zur Beförderung unserer Wirtschaft und letztlich auch unseres Wohlstandes beiträgt. Das muss der Bericht aufzeigen, der jetzt erarbeitet wird.
Frau Ständerätin Häberli, die Arbeiten zur Klärung und damit auch zur Beantwortung Ihrer Fragen laufen. Es ist mir ganz wichtig, zum Abschluss noch einmal betonen zu können, dass das Fachhochschulsystem als gleichwertiges, aber andersartiges System - es ist nämlich vor allem auch praxisnah - mit aller Konsequenz in die Zukunft geführt werden muss. Es trägt massgeblich dazu bei, dass wir letztlich in diesem Lande so innovativ sind, wie wir sind, so wettbewerbsfähig sind, wie wir sind, und damit auch so gut beschäftigt sind, wie wir sind. [PAGE 946]