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AB 136357

Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2013-09-26

Wortprotokoll

Der Bundesrat bittet Sie, den Vorstoss abzulehnen.

Wenn Sie sich - und das war ja der Ursprung dieser Motion - an unsere Kandidatur für die Olympischen Winterspiele Graubünden 2022 zurückerinnern, dann sehen Sie, [PAGE 1707] dass wir eigentlich dort auf Anregung von Swiss Olympic versucht haben, das Anliegen des Vorstosses umzusetzen, nämlich Olympische Winterspiele im Schnee. "Weisse Spiele - kurze Wege" war ein alternatives Konzept zu anderen Olympischen Spielen mit einer Host City irgendwo im Grünen und einem Schneesportzentrum irgendwo in den Bergen, mit langen Transportwegen, mit entsprechendem Aufwand, mit dem Bau von entsprechenden Infrastrukturen. Das Konzept Olympia 2022 in Graubünden wäre eigentlich eine Alternative gewesen, "weisse Spiele - kurze Wege", in bescheidenem Rahmen, mit beschränkten Zuschauerzahlen. Die Geschichte ist schnell erzählt: Man wollte diese Spiele nicht.

Jetzt im Hinblick auf diese Motion: Der Bundesrat ist der Meinung, dass es nicht Sache eines Staates ist, ein Konzept vorzuschlagen, sondern die Spiele werden durch das Olympische Komitee vergeben. Das ist ein Verband von rund 200 nationalen Komitees, der die Spielregeln festlegt. Es gibt also ein Komitee, das die Regeln festlegt. Ich denke nicht, dass wir hier tätig sein sollten, denn es soll Aufgabe der Sportorganisationen sein zu sagen, wie sie Spiele organisieren wollen. Dass die Schweiz hier Einfluss nähme, würde wohl kaum auf grosse Gegenliebe stossen. Es ist auch nicht Aufgabe eines einzelnen Sportverbands, das zu tun.

Wir haben die Konsequenzen gezogen aus dem Nein, die Spiele waren zu gross. Olympische Spiele können Sie auch dezentral durchführen. Sie kosten dann nicht weniger, sie kosten eher mehr, weil die Sicherheitsorganisation an verschiedenen Orten gemacht werden muss, Verkehrsinfrastrukturen an verschiedenen Orten vorgesehen werden müssen. Ein solcher Vorschlag ist wohl kaum besser. Für die Schweiz heisst das wohl in nächster Zeit: keine Olympischen Winterspiele. Wir haben andere Möglichkeiten: Weltmeisterschaften, andere grössere Wettkämpfe. Wir müssen auch feststellen, dass ein solches Konzept eigentlich nicht gefragt ist, denn es gibt genügend Bewerbungen, auch für die nächsten Olympischen Spiele.

Aufgrund der Vorgaben der Sportorganisationen ist das etwas Längerfristiges. Wir sind aber selbstverständlich immer mit dem Olympischen Komitee in Kontakt, schliesslich hat es seinen Sitz in Lausanne. Man hat es seinerzeit bedauert, dass unser Alternativkonzept, das eine Kehrtwende mit sich gebracht hätte, nicht zustande gekommen ist.

Wir müssen uns wohl auch bewusst sein, was für einen Einfluss wir auf eine internationale Organisation mit rund 200 nationalen Komitees haben können. Bei allem Respekt: Man wartet nicht auf Vorschläge der Schweiz. Wenn schon, ist es Aufgabe des Olympischen Komitees, die Regeln so festzulegen, dass andere Kandidaturen eingehen. Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit der Druck so anwächst, dass die Spiele entsprechend durchgeführt werden.

In Anbetracht der Unabhängigkeit des Sports bitte ich Sie, auf diesen Vorstoss zu verzichten. Es ist an den Organisationen, festzusetzen, nach welchen Regeln sie ihre Spiele durchführen, und es ist an potenziellen Kandidaten, zu entscheiden, ob sie sich bewerben oder nicht.

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