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Binder Max · Nationalrat · 2013-06-19

Binder Max · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2013-06-19

Wortprotokoll

Die SVP-Fraktion nimmt den Bericht der NAD zur Kenntnis. Man könnte sagen: Dieser Bericht ist nicht mehr so spannend wie in früheren Zeiten. Die NAD-Sitzungen sind kürzer geworden, und sie sind in vielen Bereichen auch nicht mehr unbedingt so spannend wie auch schon. Nichtsdestotrotz handelt es sich immer noch um ein sehr herausforderungsreiches Projekt. Und wenn Herr Lustenberger gesagt hat, es sei ruhiger geworden, dann trifft das für die Medien zu: Wenn etwas in den Medien steht, dann ist es durchaus positiv. Kürzlich habe ich zwar gelesen, die Neat sei eine Fehlinvestition, allerdings hat der Schreiber vergessen, dass Neat natürlich nicht nur heisst, durch den Gotthard zu fahren, sondern dass die Neat letztlich ein internationales Projekt ist. Insofern gebe ich Herrn Lustenberger durchaus Recht.

Aber ich kann Ihnen versichern: Auf allen Baustellen, sei das nun im Ausbau der Bahntechnik im Gotthard oder im Ausbruch am Ceneri, wird intensiv und qualitativ hochstehend gearbeitet, um dieses Bauwerk dereinst rechtzeitig, fristgerecht und kostengerecht abschliessen und den Betreibern fristgerecht übergeben zu können.

Wir waren ja immer sehr kritisch in Bezug auf die Kosten. Aber wir stellen fest - und wir hoffen, dass das so bleibt -, dass sich die Kosten stabil verhalten. Man könnte sagen: Man hat die Kosten im Griff. Die Termine am Gotthard können eingehalten werden, die Eröffnung ist für 2016 vorgesehen. Die Nachforderungen der Unternehmungen werden von der Alptransit sehr restriktiv behandelt. Die Risiken in Bezug auf die Geologie nehmen laufend ab, das ist in der Entwicklung eines solchen Projektes Normalität. Sorgen bereitet uns allenfalls die Situation am Ceneri, und zwar beim Nordvortrieb des Ceneri-Basistunnels. Da stellt die NAD fest, dass der Vortrieb im Moment eine Verzögerung von zirka einem Jahr hat. Allerdings sagt die NAD auch, dass die Eröffnung 2019 noch möglich ist; aber wir erachten das als eines der Risiken, das jetzt hier tatsächlich noch besteht.

Vor allem - das gehört aber grundsätzlich nicht in den Auftrag der NAD - machen wir uns auch Sorgen über die Zulaufstrecken im Norden und im Süden. Ich habe das bereits beim Geschäftsbericht des Bundesrates angetönt. Wir machen uns Sorgen, dass dann dereinst, wenn die ganze Neat-Strecke Basel-Chiasso oder von Landesgrenze zu Landesgrenze - und ich möchte jetzt sagen mit 4 Metern Eckhöhe - steht, die weiteren Strecken im Norden und Süden nicht bereit sind und damit allenfalls auch nicht die volle Kapazität gefahren werden kann. Das sind unsere Bedenken, die wir hier äussern. Aber das sind ja eigentlich auch die Bedenken, die im Bericht geäussert werden. [PAGE 1112]

Wir möchten vor allem den Ingenieuren, den Mineuren und den Untertagarbeitern danken. Ich kann Ihnen sagen, ich darf dieses Projekt seit Anbeginn begleiten, und ich bin immer wieder erstaunt über die Energie, über die Begeisterung der Mineure: mit welchem Engagement, mit welchem Herzblut sie für dieses Jahrhundert- oder Jahrtausendwerk in unserem Land arbeiten. Insofern gebührt ihnen mein grösster Dank.